Digitale Dörfer 3 (Web-App für Kommunen)

Digitale Dörfer Daten – eine datenbasierte Web-App für Kommunen

Web-App für Kommunen – mit dem Projekt »Digitale Dörfer Daten« wollen wir, das Fraunhofer IESE, in Zusammenarbeit mit der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz Kommunen in Rheinland-Pfalz durch den Aufbau einer virtuellen Plattform in vielerlei Hinsicht unterstützen und das kommunale Leben vereinfachen bzw. lebenswerter gestalten. Im folgenden Beitrag wollen wir hierzu den Ursprung des Projekts, unsere dazugehörigen Projektziele sowie unsere Ideen zur Umsetzung und unser dabei geplantes Vorgehen schildern.

Der Ursprung: Die »Digitalen Dörfer« – ein Erfolgsprojekt

Welche neuen Chancen ergeben sich aus der Digitalisierung für die Gestaltung ländlicher Regionen? Um Antworten und Lösungen auf diese Frage zu finden, starteten wir, das Fraunhofer IESE, im Jahr 2015 das Erfolgsprojekt »Digitale Dörfer«. Seitdem gilt das vom Ministerium des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz, dem Fraunhofer IESE und der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz geförderte Projekt »Digitale Dörfer« als Markenzeichen der rheinland-pfälzischen Landespolitik.

Die erste Projektphase erfolgte von Juli 2015 bis Dezember 2016 in Kooperation mit insgesamt drei Modellkommunen aus Rheinland-Pfalz, die sich bei verschiedenen Mitmachszenarien beteiligten. Die Schwerpunkte lagen dabei vor allem auf der lokalen Nahversorgung in Kombination mit ehrenamtlich beteiligten Bürger*innen. Daraus entstanden die ersten Lösungsangebote im Projekt »Digitale Dörfer«.

In der zweiten Projektphase von Januar 2017 bis Dezember 2019 kamen die Themenfelder Mobilität und Kommunikation hinzu. Die Lösungsentwicklung erfolgte auch hier in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen und den Bürger*innen. Folgende Schwerpunkte kamen in der zweiten Phase hinzu:

  • Dienste zur Vernetzung der Gemeinschaft
  • Weitere Anwendungsbeispiele
  • Living Labs vor Ort in den Gemeinden
  • Steigerung der Nutzerzahl der Anwendungen durch höheren Bekanntheitsgrad und Ausweitung auf mehr Gemeinden [1]
  • Technische Skalierung entsprechend der steigenden Nutzerzahl

Sie wollen mehr zu unseren bisherigen Aktivitäten im Rahmen des Projekts »Digitale Dörfer« erfahren?

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Projektwebsite der »Digitalen Dörfer«.

In unserer mittlerweile dritten Projektphase (Dezember 2019 bis Dezember 2021) stellen wir, das Fraunhofer IESE, uns nun gemeinsam mit der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz die Frage, wie das kommunalpolitische Engagement in ländlichen Regionen attraktiver gestaltet werden kann. Denn was bundesweit ein Trend ist, könnte bald vermehrt die ländlichen Teile von Rheinland-Pfalz treffen: Es gibt teilweise einfach keine Kandidat*innen mehr, die kommunale Ämter bekleiden wollen. Dies gilt insbesondere für Ämter wie das Bürgermeisteramt [2]. Um solch ein Szenario zu verhindern, wollen wir kommunalen Akteuren wie Bürgermeister*innen oder Ratsmitgliedern die Arbeit erleichtern und kommunales Engagement somit attraktiver gestalten. Gerade bei komplexen Entscheidungen oder Herausforderungen wollen wir eine Unterstützung zur Lösungsfindung anbieten. Aus diesem Anliegen heraus entwickelte sich das Projekt »Digitale Dörfer Daten«, welches wir im Dezember 2019 starteten.

 

Die Projektidee: Unterstützung für die Kommunen

Im Rahmen des Projekts möchten wir die Zielgruppe

  1. mit der Bereitstellung von Daten,
  2. mit der Möglichkeit zur Vernetzung mit ähnlichen Gemeinden und
  3. mit Handlungsempfehlungen

unterstützen.

Grundlage für die Idee ist, dass viele verschiedene Akteure, wie das statistische Landesamt Rheinland-Pfalz, die Bundesnetzagentur oder das Landesamt für Vermessung und Geobasisinformationen Rheinland-Pfalz, bereits viele interessante Daten sammeln, die kommunalen Akteuren die Entscheidungsfindung erleichtern können.

Auf Grundlage dieser verschiedenen Daten wollen wir die Gemeinden im Rahmen des Projekts »Digitale Dörfer Daten« in verschiedene Gruppen einteilen, anhand derer wir dann die Vernetzung ähnlicher Gemeinden vorantreiben können. Die Problemstellung dahinter ist, dass Nachbargemeinden zwar eine räumliche Nähe aufweisen, aber strukturell trotzdem ganz verschieden sein können. Im Gegensatz dazu existieren möglicherweise Gemeinden in anderen Regionen, die strukturell große Ähnlichkeiten zur eigenen Heimatgemeinde aufweisen. Im letztgenannten Fall wäre eine Unterstützung zur Vernetzung mit genau solchen Gemeinden ein sinnvoller Mehrwert, der durch das Projekt angestrebt wird.

Darüber hinaus könnten die künftigen Herausforderungen diverser Gemeinden auf in der Vergangenheit liegenden Erfahrungswerten anderer Gemeinden aufbauen. Hier könnten Synergieeffekte genutzt werden. Gemeinden, die also schon Antworten auf übliche Herausforderungen im ländlichen Raum gefunden haben, könnten ihren Erfahrungsschatz anderen Gemeinden, die sich mit ähnlichen Problemstellungen konfrontiert sehen, zur Verfügung stellen. Anhand der bereits gesammelten Erfahrungen ließen sich somit auch konkrete Handlungsempfehlungen für kommunale Akteure jeglicher Art ableiten. Welche Form diese Empfehlungen annehmen können, ist zurzeit allerdings noch offen.

Das Projektziel: eine Web-App für Kommunen

Mit dem Projekt »Digitale Dörfer Daten« wollen wir Kommunen nicht nur durch das Sammeln von Erfahrungswerten unterstützen, sondern ihnen im Sinne der Digitalisierung auch eine datenbasierte Web-App für Kommunen und/oder kommunale Akteure zur Verfügung stellen, die die genannten Anforderungen erfüllt.

In einem ersten Schritt möchten wir dazu die zuvor gesammelten Daten in der Anwendung strukturiert und übersichtlich anzeigen. Dadurch können kommunale Akteure wichtige Kennzahlen zu ihrer Gemeinde schnell und einfach einsehen. Darüber hinaus wollen wir die Gemeinden bereits in Gruppen einteilen. Anhand dieser Einteilung können Gemeinden beschrieben werden, z.B. als junge oder alte Gemeinde, als wirtschaftsstarke oder -schwache Gemeinde. Um den Austausch zwischen den Akteuren zu ermöglichen, wollen wir den Gemeinden Vorschläge zu strukturell ähnlichen Gemeinden unterbreiten.

In einem weiteren Schritt sollen Gemeindevergleiche ermöglicht werden, damit die Unterschiede und Gemeinsamkeiten datenbasiert schnell festgestellt werden können. Schließlich möchten wir den Gemeinden eine Art Steckbrief oder Fragebogen zu ihren Erfahrungen und ihren Herausforderungen anbieten. Anhand dieser Antworten können dann Gemeinden mit ähnlichen Herausforderungen in Kontakt miteinander gebracht werden. Alternativ soll es auch möglich sein, dass Gemeinden zu ihren Herausforderungen andere Gemeinden finden können, die bereits Erfahrungen in ähnlichen Interessensgebieten oder zu ähnlichen Problemstellungen vorweisen können. Auch dieser Anwendungsfall dient primär der Vernetzung von Gemeinden.

Die Vorgehensweise bei der Erstellung unserer Web-App für Kommunen

Im »Digitale Dörfer Daten«-Projektteam haben wir uns folgende Schritte überlegt, um von der genannten Idee zur Anwendung zu kommen:

1. Datenkonzeption und Anforderungserhebung
Zunächst möchten wir eine Liste mit interessanten Merkmalen aufstellen und unsere Anforderungen an unsere Daten ausformulieren.

2. Datensammlung
Anschließend geht es an die Sammlung der Daten: Woher können wir welche Merkmale unserer Liste beziehen?

3. Datenauswertung und Bildung der Gruppen
Nach der Datensammlung folgt die Auswertung der Daten. Dabei geht es vor allem darum, wie wir anhand der Merkmale aussagekräftige Gruppen bilden können, in welche sich die Gemeinden einteilen lassen.

4. Handlungsempfehlungen
Außerdem wollen wir evaluieren, ob und wie wir Handlungsempfehlungen in unsere Anwendung einfließen lassen können.

5. Entwicklung der Web-App für Kommunen
Schließlich nutzen wir die gesammelten Erkenntnisse, um das Projektziel zu realisieren: eine datenbasierte Web-App für Kommunen, welche das Bedürfnis unserer Zielgruppe möglichst gut erfüllt, d.h. vor allem kommunalen Akteuren eine Unterstützung bei der Entscheidungsfindung an die Hand zu geben vermag.

Seit dem Startschuss unseres Projekts »Digitale Dörfer Daten« im Dezember 2019 arbeiten wir nun an entscheidenden, digitalen Lösungen zur kommunalen Unterstützung ländlicher Räume. Wir planen im Laufe des Jahres 2021 ein erstes Release unserer Web-App für Kommunen. durchzuführen. Basierend darauf werden wir diese Web-App dann bis Ende der Projektlaufzeit im Dezember 2021 stetig erweitern und verfeinern.

Unsere Ansprechpartner am Fraunhofer IESE:

 

Projektleitung: Sabrina Lampe

Projektleitungsassistenz: Jannis von Albedyll

Referenzen:

[1] Beteiligte Gemeinden: https://www.digitale-doerfer.de/die-digitalen-doerfer/
[2] Siehe https://kommunal.de/dorf-fehlen-buergermeister (zuletzt abgerufen am 17.02.2021)