GESTRA (German Experimental Space Surveillance and Tracking Radar) ist ein in Deutschland entwickeltes Radarsystem zur Beobachtung und Verfolgung von Objekten im erdnahen Orbit, insbesondere von Weltraumschrott und Satelliten. Das System wurde vom Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR im Auftrag der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR entwickelt. Es dient dazu, Bahndaten von Weltraumobjekten zu erfassen und damit Beiträge zur Kollisionsvermeidung, zur Weltraumlageerfassung und zum Schutz kritischer Weltrauminfrastrukturen zu leisten. GESTRA arbeitet im Mikrowellenbereich und überwacht den Low-Earth-Orbit in Höhen von etwa 300 bis 3.000 Kilometern. Das System besteht aus einer Sende- und einer Empfangseinheit mit phasengesteuerten Antennen, die ihre Blickrichtung innerhalb weniger Millisekunden ändern können.
Die Erweiterungsprojekte GESTRA EUSST (European Union Space Surveillance and Tracking) und GESTRA Vernetzung dienen dazu, die Leistungsfähigkeit des Systems weiter auszubauen, überwiegend durch zusätzliche Empfangseinheiten, vernetzte Betriebsformen sowie weiterentwickelte Betriebs- und Datenauswertungssoftware. Das Fraunhofer IESE bringt in GESTRA Vernetzung seine Expertise in Software- und Systems-Engineering für Luft- und Raumfahrt ein. Der Schwerpunkt liegt auf der ECSS-konformen Planung und Steuerung der Softwareentwicklung, Traceability, V&V-Planung, Software-Qualitätssicherung sowie Safety und Security für den vernetzten Betrieb aller GESTRA-Sender und -Empfänger. ECSS steht für European Cooperation for Space Standardization.