Workshop in Berlin bringt Expertinnen und Experten zusammen

Weichen gestellt für die Autonomik

Das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE veranstaltete am 16. und 17. März 2026 einen weiteren Workshop zur Etablierung des neuen Wissenschaftsgebiets »Autonomik«. Die Veranstaltung im Spreepalais in Berlin brachte renommierte Expertinnen und Experten aus Forschung und Industrie zusammen, um zentrale Fragestellungen rund um die Wissenschaft der autonomen Systeme gemeinsam zu strukturieren und weiterzuentwickeln.

Das Sinnbild Autonomik zeigt die drei Anwendungsbeispiele Pharmaproduktion, Energietechnik und autonomes Fahren.
© Gettyimages/Viaframe;MirageC;Marga_Buschbell-Steeger; bearbeitet durch Fraunhofer IESE

Autonomik als neues Wissenschaftsgebiet

»Autonomik fasst quer durch alle Anwendungsbereiche die Inhalte zusammen, die für die Autonomie von Systemen relevant sind. Ich sehe Autonomik als das Wissenschaftsgebiet, das diese gemeinsamen Herausforderungen für die Entwicklung und den Betrieb autonomer Systeme identifiziert und querschnittlich Lösungen dafür erforscht. Sie knüpft an existierende Disziplinen wie die Informatik – insbesondere die Künstliche Intelligenz –, den Maschinenbau und die Elektrotechnik an«, beschreibt Prof. Dr.-Ing. Peter Liggesmeyer, Institutsleiter des Fraunhofer IESE und Initiator der Autonomik-Initiatve, die Motivation.

Der Workshop knüpfte an vorherige Aktivitäten der Initiative des Fraunhofer IESE an und verfolgte das Ziel, die wissenschaftlichen Grundlagen sowie die Abgrenzung und Struktur der Autonomik systematisch zu erarbeiten. Im Mittelpunkt stand insbesondere die Definition des Kerns des Wissenschaftsgebiets und die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses. Ziel war es, Synergien zwischen unterschiedlichen Anwendungsfeldern zu schaffen und ein theoretisches Fundament für die Entwicklung verlässlicher autonomer Systeme zu legen.

Interdisziplinärer Austausch zu Wirtschaft und Gesellschaft

Der zweitägige Workshop umfasste Plenumsdiskussionen sowie Gruppenarbeiten zu zentralen Themenfeldern. Dazu gehörten wirtschaftliche Potenziale sowie gesellschaftliche und rechtliche Fragestellungen.

In den Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmenden unter anderem:

    • die Beziehung der Autonomik zu bestehenden Disziplinen 

    • Anwendungsbereiche sowie Chancen und Risiken für Wirtschaft und Industrie 

    • Auswirkungen auf Gesellschaft, Regulierung und Arbeitswelt 

Die Ergebnisse wurden am zweiten Workshoptag zusammengeführt, um ein konsistentes Gesamtbild der Autonomik zu entwickeln und nächste Schritte für die Initiative abzuleiten.

Autonome Systeme als Paradigmenwechsel

Autonome Systeme gewinnen zunehmend an Bedeutung – von Energiesystemen über autonomes Fahren bis hin zur Medizin. Für Prof. Liggesmeyer ist diese Entwicklung Ausdruck eines grundlegenden Wandels: »Der Maschinenbau hat mechanisiert, die Elektrotechnik elektrifiziert, die Informatik digitalisiert – und die Autonomik wird Systeme selbstständig machen. Natürlich nicht in jedem Fall zwingend vollständig, sondern entsprechend dem gewünschten Autonomisierungsgrad.«

Die Autonomik-Initiative verfolgt das Ziel, diesen Wandel wissenschaftlich zu begleiten und aktiv voranzutreiben. »Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, das Wissenschaftsgebiet Autonomik zu gestalten«, fasst Prof. Liggesmeyer zusammen.
 

Weitere Informationen zu Autonomik: https://autonomik.de/

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