Digitale Lösung für den Katastrophenschutz
Wenn jede Minute zählt: Neues Forschungsprojekt verbessert Hilfe für besonders gefährdete Menschen
In dem neuen Forschungsprojekt DINKA (Dateninteroperabilität im Katastrophenschutz und der Altenpflege) entwickeln das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Rheinland-Pfalz und das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE gemeinsam mit weiteren Partnern eine digitale Plattform, die im Ernstfall Leben retten kann. Ziel ist es, Einsatzkräfte im Katastrophenfall schneller mit den entscheidenden Informationen zu versorgen – insbesondere dort, wo Menschen besonders auf Unterstützung angewiesen sind. Das Projekt DINKA wird über eine Laufzeit von zwei Jahren vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat gefördert. Am 28. April 2026 fand die offizielle Auftaktveranstaltung in der Kreisverwaltung Südwestpfalz statt.
Bessere Daten für schnelle Hilfe
Pflegebedürftige, ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen gehören zu den besonders vulnerablen Gruppen und sind im Katastrophenfall in hohem Maße auf schnelle und gezielte Hilfe angewiesen. In der Praxis fehlen Einsatzkräften jedoch häufig genau die Informationen, die für eine effektive Unterstützung entscheidend sind. In dem Forschungsprojekt DINKA entwickeln die Projektpartner eine digitale Plattform, die diese Lücke schließen soll. Ziel ist es, relevante Daten aus Pflege, Hausnotruf und weiteren Quellen so aufzubereiten, dass sie im Katastrophenfall schnell und gezielt genutzt werden können.
Gerade bei Stromausfällen, Unwettern oder anderen Krisenlagen kann dies entscheidend sein: Durch die strukturierte Zusammenführung und Bereitstellung von Informationen erhalten Einsatzkräfte erstmals eine fundierte Grundlage, um besonders gefährdete Personen frühzeitig zu identifizieren und bedarfsgerecht zu versorgen. Ergänzend wird im Projekt eine Möglichkeit geschaffen, dass sich auch vulnerable Personen, die zu Hause leben, freiwillig registrieren lassen können – eine wichtige Erweiterung, da diese Gruppe den Einsatzkräften bislang häufig nicht bekannt ist.
Datenaufbereitung und technische Umsetzung im Projekt
Der DRK-Landesverband Rheinland-Pfalz übernimmt als Konsortialführer eine zentrale Rolle im Projekt und wird sich mit der Erfassung, Strukturierung und Integration medizinischer und pflegerischer Daten aus unterschiedlichen Quellen befassen. Darüber hinaus wird das DRK auf Basis von Anwendungsszenarien Konzepte zur Kategorisierung des Hilfs- und Unterstützungsbedarfs sowie zur nutzerorientierten Aufbereitung dieser Informationen für Leitstellen und Katastrophenschutzeinheiten erarbeiten.
»DINKA ist ein echter Innovationssprung. Mit dem Projekt schaffen wir eine digitale Brücke zwischen Pflegeeinrichtungen und dem Katastrophenschutz. Damit können wir im Ernstfall aus verstreuten Informationen eine belastbare Entscheidungsgrundlage bilden und gewinnen wertvolle Zeit für die Rettung von Menschenleben«, so der Vorstand des DRK-Landesverbandes Rheinland-Pfalz e.V. Manuel González.
Das Fraunhofer IESE bringt seine Expertise in der Entwicklung sicherer und interoperabler Softwaresysteme ein und ist für die technische Systemarchitektur sowie die Umsetzung der Plattform verantwortlich. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Datenschutz und der sicheren Verarbeitung sensibler Informationen, um die Rechte der betroffenen Personen zu wahren.
»Mit unserer technologischen Kompetenz stellen wir sicher, dass die benötigten Daten im Ernstfall zuverlässig, sicher und datenschutzkonform zur Verfügung stehen. So leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Digitalisierung und Stärkung des Katastrophenschutzes«, erklärt Rolf van Lengen, Projektleiter am Fraunhofer IESE.
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