Industrie im Datenraum: Fraunhofer IESE zeigt praxistaugliche Lösungen auf der Hannover Messe 2026
Wie können Unternehmen ihre Daten sicher austauschen, bestehende IT-Systeme integrieren und gleichzeitig neue digitale Geschäftsmodelle erschließen? Antworten darauf liefert das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE vom 20. bis 24. April auf der Hannover Messe 2026. An drei Ständen demonstriert das Institut anhand konkreter Anwendungen, wie digitale Datenräume industrielle Prozesse effizienter machen und neue Formen der Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette ermöglichen. Zum Einsatz kommen unter anderem die Industrie-4.0-Middleware Eclipse BaSyx sowie der AAS Dataspace for Everybody. Sie digitalisieren Prozesse auf Basis von Verwaltungsschalen (AAS) sowie Digitalen Zwillingen und verbinden bestehende IT-Systeme über Datenräume.
Unternehmens-IT einfach an den Datenraum anbinden
Am Stand der Fraunhofer Gesellschaft zeigt das Fraunhofer IESE, wie Unternehmen ihre bestehenden ERP Systeme schnell, sicher und kosteneffizient an einen Datenraum anbinden können. Grundlage hierfür bildet der AAS Dataspace for Everybody, der es Unternehmen ermöglicht, datenraumfähige Anwendungen auch ohne tiefes IT-Know-how einfach umzusetzen. In praxisnahen Use-Cases werden zentrale Unternehmensprozesse wie Warenwirtschaft, der Austausch von Product-Carbon-Footprint-Daten oder die Verwaltung von Firmenstammdaten automatisiert, interoperabel und medienbruchfrei gestaltet. Die dafür nötige Infrastruktur kann für Unternehmen sogar so bereitgestellt werden, dass die Anwendung trotz der dahinterliegenden Systemkomplexität für Laien intuitiv wie beim Smartphone möglich ist.
Die Beispiele machen deutlich, dass Firmen mit AAS basierten Datenräumen Kosten sparen, manuelle Aufwände reduzieren und gleichzeitig die Grundlage schaffen können, um kommende regulatorische Anforderungen souverän zu erfüllen. Darüber hinaus stellen Verwaltungsschalen und Datenräume semantisch angereicherte Daten bereit. Diese können als nötige Entscheidungsgrundlage für komplexere KI-Systeme dienen, die eine Fabrik perspektivisch autonom steuern.
Halle 11, Stand D33
Materialdaten digital bereitstellen – Grundlage für den Produktpass
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der digitalen Bereitstellung von Materialdaten – ein Bereich, in dem Informationen bislang häufig manuell erfasst und ausgetauscht werden. Im Projekt PMD-X-MAPRO entwickeln Forschung und Industrie gemeinsam Ansätze, um Werkstoff- und Fertigungsdaten entlang der gesamten Lieferkette strukturiert und maschinenlesbar verfügbar zu machen.
Auf der Hannover Messe werden aktuelle Ergebnisse präsentiert, die zeigen, wie Unternehmen Materialinformationen automatisiert prüfen, strukturieren und effizient weiterverwenden können. Gemeinsam mit den Projektpartnern demonstriert das Fraunhofer IESE am Stand der Plattform Industrie 4.0, wie Materialeigenschaften im Datenraum semantisch aufbereitet und in einen Wissensgraphen integriert werden. Dadurch werden manuelle Aufwände reduziert und es entsteht eine zentrale Grundlage für Anwendungen wie den digitalen Produktpass.
Halle 13, Stand C24
Datenräume in der Produktion live erleben
Am dritten Stand erleben Besucherinnen und Besucher die Verzahnung von Datenräumen und Produktion in einem virtuellen Leitstand hautnah: Die SmartFactory-KL liefert Live-Produktionsdaten, die über Digitale Zwillinge direkt in den AAS Dataspace for Everybody des Fraunhofer IESE übertragen und dort weiterverarbeitet werden. So wird sichtbar, wie ein durchgängiger, standortübergreifender Datenfluss neue Anwendungen ermöglicht.
Gemeinsam mit dem Partner Xitaso GmbH präsentiert das Fraunhofer IESE zudem »Industrial BaSyx« – einen industrietauglichen Service rund um die BaSyx Technologien. Unternehmen erhalten damit eine praxisnahe Grundlage, um offene Industrie-4.0-Standards zuverlässig in ihre Produktions- und IT-Landschaften zu integrieren.
Halle 13, Stand C35
Digitale Souveränität durch offene Standards
Ein zentrales Leitmotiv der Präsentationen ist die Stärkung der digitalen Souveränität der Industrie. Frank Schnicke, Leiter der Abteilung »Digital Twin Engineering« am Fraunhofer IESE, erklärt: »Offene Standards und offene Software, kombiniert mit dem möglichen Betrieb komplett unter eigener Kontrolle stärken die digitale Souveränität europäischer Unternehmen enorm.« Er ergänzt: »Unternehmen, die ihre Resilienz erhöhen wollen, sollten sich anschauen, wo sie diese Bedingungen bereits erfüllen, wo das Nichterfüllen unkritisch ist und wo sie ihre digitale Infrastruktur gezielt nachbessern möchten.« So entsteht eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur, die Investitionssicherheit schafft, Innovationen erleichtert und die Grundlage für vertrauensvolle, datengetriebene Zusammenarbeit in industriellen Ökosystemen bildet.
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