Legacy-Systeme modernisieren

Mit System- und Softwaremodernisierung Ihr historisch gewachsenes Altsystem aktualisieren

So gut wie jedes Unternehmen muss sich irgendwann mit der Modernisierung seiner Legacy-Systeme (Altsysteme) auseinandersetzen. Die Gründe für eine Systemmodernisierung oder Softwaremodernisierung sind divers und vielschichtig. Eine abgekündigte Kerntechnologie, Wartbarkeits- und Sicherheitsprobleme oder Software as a Service als Ziel für ein neues Geschäftsmodell sind nur einige Beispiele.

Das Fraunhofer IESE berät und begleitet Unternehmen unterschiedlichster Art, von KMU bis zu großen Konzernen, bei ihren Vorhaben zur Modernisierung ihrer Legacy-Systeme. Dabei bringen wir unser Expertenwissen aus allen Bereichen des Software- und Systems-Engineering ein, um passgenaue Vorgehen und Lösungskonzepte zu entwickeln. Da Technologie nie in Isolation existiert, betrachten wir immer auch das Umfeld mit, wie User Experience, Geschäftsmodell sowie Team- und Unternehmensorganisation. Denn nur ein ganzheitliches Vorgehen führt zu nachhaltigem Erfolg. 

Fokusthema Systemmoderisierung / Legacy-Systeme Schmuckbild: Architektur kombiniert alt und neu
© iStock.com/MarioGuti

Was sind Legacy-Systeme? Was ist Legacy-Modernisierung?

Definition Legacy-Systeme

In vielen Unternehmen gibt es Systeme, die über lange Zeit genutzt, betrieben und gewartet werden. Man spricht dabei typischerweise von »Legacy-Systemen« oder »Legacy-Software«. Während dieser Begriff im Deutschen häufig negativ belegt ist (»Altlasten« oder »Altsysteme«), hat er im Englischen eine durchaus positive Bedeutung: »Vermächtnis oder »Erbe« sind Begriffe, die häufig etwas mit einem hohen Wert beschreiben. Dies lässt sich gut auf Systeme übertragen, denn häufig sind es gerade die Legacy-Systeme, die im Kern des Unternehmens stehen, extrem erfolgreich sind und einen hohen Wert generieren.

Legacy-Modernisierung

Diese lange Lebenszeit von Software und Systemen erfordert kontinuierliche Pflege. Dennoch gibt es irgendwann im Lebenszyklus eines Softwaresystems fast immer Situationen, die eine grundlegende Modernisierung des Systems oder einer ganzen Systemlandschaft notwendig machen. Beispiele dafür sind mangelnde Wartbarkeit, Notwendigkeit zum Austausch einer Kerntechnologie oder auch die Änderung des zugrundeliegenden Geschäftsmodells. 

Ein zentrales Merkmal von Legacy-Modernisierung ist, dass diese über eine rein funktionale Weiterentwicklung des Systems hinausgeht und andere Aspekte wie Neustrukturierung oder Paradigmenwechsel im Vordergrund stehen. Damit geht häufig eine erhöhte technische und organisatorische Komplexität einher, die Modernisierungen zu herausfordernden Vorhaben macht. Dennoch lohnt sich eine solche Investition in eine Modernisierung eines Legacy-Systems in vielen Fällen durchaus, denn sie schafft eine solide Grundlage für einen andauernden und nachhaltigen Erfolg der Kernsysteme im Unternehmen. 

Beispiele des IESE zur Modernisierung von Legacy-Systemen

Die Modernisierung von Legacy-Systemen betrifft nahezu alle Unternehmen sowie alle Arten von Systemen, egal ob es um eingebettete Systeme, große Informationssysteme, datenintensive Cloudsysteme oder mobile Anwendungen geht. Das Fraunhofer IESE hat mit einigen Kunden bereits an den unterschiedlichsten Modernisierungsvorhaben gearbeitet.

FibuNet
Die FibuNet GmbH bietet eine erfolgreich etablierte Desktop-Applikation für die Finanzbuchhaltung, die über viele Jahre hinweg erfolgreich entwickelt wurde und bei mehr als 1.000 Kunden im Einsatz ist. Um neue Möglichkeiten zu nutzen, hat FibuNet beschlossen, die Software durch die Entwicklung eines Web-Clients zu modernisieren. Durch die Entwicklung eines auf die Besonderheiten des Web abgestimmten User Experience-Konzepts, die fundierte Auswahl einer geeigneten Web-Technologie und die Analyse der Auswirkungen auf die Architektur des Systems hat das Fraunhofer IESE geholfen eine Grundlage für die Durchführung der Modernisierung ihres Legacy-Systems zu legen.

BasyPaaS/Ellenberger
Ellenberger GmbH & Co KG ist ein Unternehmen für mechanische Teilefertigung in Kaiserslautern. Eine ihrer größten Herausforderungen besteht darin, eine große Anzahl an Kundenaufträgen mit unterschiedlichen Losgrößen auf Basis der vorhandenen Kapazitäten und verfügbaren Ressourcen schnell abzuhandeln. Ziel dieses Projekts war es daher, Fertigungsinseln und deren Maschinen und Werkzeuge als Digitale Zwillinge abzubilden und damit eine halbautomatische ressourcenbasierte Machbarkeitsprüfung auf Basis von Echtzeit-Produktionsdaten zu erreichen. Die Informationsmodellierung der Digitalen Zwillinge erfolgt über die von BaSyx bereitgestellte Implementierung der standardisierten Verwaltungsschale. 

DigiPro4BaSys/Häfner
Die Häfner Präzisionsteile Oberrot GmbH ist Produzent von Hochpräzisionsgewichten in Einzel- bis Kleinserienfertigung, teilweise stark individualisiert. Das bedeutet, es werden verschiedenste geometrische Formen von Gewichten gefertigt. Die Gewichte werden nach der ersten Kalibrierung regelmäßig neu kalibriert, wobei das Intervall vom Kunden bestimmt wird. Außerdem produziert Häfner Präzisionsteile (z.B. für Getriebe), wobei verschiedene Daten bei der Qualitätssicherung in einem CAQ-System (Computer-Aided Quality) festgehalten werden. Hier geht es um Qualitätsdaten, die bei Messungen in speziellen Messlaboren anfallen. In beiden Fällen müssen Daten über Unternehmensgrenzen hinweg ausgetauscht werden. Ziel in diesem Projekt ist es, genau an dieser Stelle den Digitalen Zwilling als Grundlage für eine Serviceplattform zum Austausch mit dem Kunden einzusetzen. In Form der Verwaltungsschale ist dieser eines der zentralen Konzepte der Industrie 4.0. 

Cranimax
Die Cranimax GmbH entwickelt die Software CraneBee für die Baubranche, die es seinen Kunden erlaubt, Einsätze von Fahrzeugkranen zu planen. Cranimax hat sich entschlossen, sein Geschäftsmodell zu modernisieren und damit einhergehend die Software künftig als Software-as-a-Service in der Cloud anzubieten. Cranimax will diese Chance nutzen und dabei seine Legacy-Applikation auch gleich hinsichtlich verschiedener Qualitätseigenschaften, wie beispielsweise Wartbarkeit, verbessern. Das Fraunhofer IESE hat Cranimax im Rahmen seines Modernisierungsvorhabens bei der Entwicklung des neuen Geschäftsmodells sowie beim Entwurf der künftigen Softwarearchitektur und der Auswahl einer neuen Technologie unterstützt. Darüber hinaus hat Cranimax zusammen mit dem Fraunhofer IESE ein modernes Entwicklungsvorgehen mit agilen Praktiken etabliert, um passend zum System auch den Entwicklungsprozess zu modernisieren. Cranimax hat sich und seine Software so gut für die Zukunft aufgestellt. 

 

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Was sind die Gründe für eine Modernisierung von Legacy-Systemen? Wo liegen die Chancen für Unternehmen dabei? 

Es gibt zahlreiche und sehr unterschiedliche Gründe, warum Legacy-Systeme modernisiert werden müssen: 

Die Software muss verbessert werden 

Trotz sorgfältiger Pflege und Wartung kann es dazu kommen, dass die Software selbst grundlegend verbessert werden muss. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe: Ein Beispiel sind Technologien, die bei der Realisierung der Software verwendet wurden. Technologien, egal ob Open Source oder kommerziell, unterliegen selbst einem Lebenszyklus. Wird eine Technologie nicht mehr weiterentwickelt oder finden sich einfach keine erfahrenen Entwickler*innen mehr, sind Unternehmen gezwungen, eine solche Technologie auszutauschen.  Ein weiterer Grund kann die interne Qualität der Legacy-Systeme betreffen. Software unterliegt einem kontinuierlichen Erosionsprozess, bei dem sich die interne Qualität der Software sukzessive verschlechtern kann. Eine degenerierende Struktur des Systems, Anhäufung von technischen Schulden, Zunahme von Codeduplikaten, Abwanderung von Wissensträgern oder mangelnde Dokumentation können dabei wichtige Faktoren sein. Eine sich drastisch verschlechternde Wartbarkeit, abnehmende Stabilität und länger werdende Release-Zyklen sind die typischen Auswirkungen.  Außerdem können auch Mängel bei Laufzeitqualitäten Gründe sein, die eine Verbesserung der Legacy-Software notwendig machen. Solche Mängel sind als besonders kritisch zu beurteilen, weil diese für Endnutzer bei der Verwendung der Software spürbar werden. Beispiele dafür sind mangelnde Performance, Sicherheitslücken oder eine schlechte User Experience. Diese Mängel können schwerwiegende Auswirkungen auf den Erfolg eines Softwareprodukts bedeuten.

 

Neue Möglichkeiten sollen genutzt werden

Technologien und Geschäftsmodelle entwickeln sich kontinuierlich weiter. Für den Erfolg eines Unternehmens ist es unabdinglich, solche neuen Entwicklungen kontinuierlich zu prüfen und hinsichtlich der Weiterentwicklung seiner Produkte zu untersuchen. Das Anbieten einer Software als Software-as-a-Service oder die Etablierung eines Digitalen Ökosystems sind Beispiele für moderne Geschäftsmodelle, die einen prägenden Einfluss auf die Systemlandschaft eines Unternehmens haben. Technologische Innovationen umfassen beispielsweise Cloud und Serverless Computing, Machine Learning oder vielfältige neue Kommunikationstechnologien wie 5G. Diese Weiterentwicklungen machen häufig eine grundlegende Modernisierung von Legacy-Systemen notwendig, die oft auch die Organisation des Unternehmens selbst betreffen. 

 

Kosten reduzieren

Viele Legacy-Systeme werden noch auf kostenintensiver Hardware oder in teuren Ausführungsumgebungen betrieben. Beispielsweise sind gerade im Bereich von Banken und Versicherungen häufig noch Großrechnersysteme im Einsatz. Viele Unternehmen streben daher den Betrieb auf Commodity-Hardware oder in der Cloud an, um Kosten zu reduzieren. Ein solcher Wechsel der Ausführungsumgebung bedingt in den meisten Fällen auch eine grundlegende technologische Modernisierung der betreffenden Legacy-Systeme.  Aber auch in der Entwicklung kann es zahlreiche unerwünschte Kostentreiber geben. Zum Beispiel entsteht durch die Akquisition von Unternehmen, die eigene Applikationen mitbringen, oder aus »historischen Gründen« immer wieder die Situation, dass ein Unternehmen mehrere Applikationen für den gleichen Anwendungsfall oder auch vollständig voneinander getrennte Varianten des gleichen Produkts besitzt. Deren parallele Wartung und Weiterentwicklung ist aufwändig und teuer. Unternehmen streben in solchen Fällen Konsolidierungen an, also Modernisierungsprojekte, bei denen Systeme und Komponenten zusammengeführt oder abgelöst werden, um so die Kosten durch Mehrfachentwicklungen zu reduzieren. Hier sind oftmals Produktlinien- oder Baukastenansätze gefragt. 

 

Time-to-Market verbessern

Time-to-Market, also der Zeitpunkt und die Abstände, zu denen neue Lösungen und Funktionalitäten verfügbar sind, nimmt eine immer größere Bedeutung ein, um erfolgreich am Markt bestehen zu können. Dies trifft insbesondere auf Digitale Ökosysteme zu. Erfolgreiche Unternehmen verwenden heute Continuous-Integration- und Continuous-Delivery-Ansätze, um mehrfach täglich neue Features in ihren Applikationen zu veröffentlichen. Dabei probieren sie neue Funktionalitäten aus, machen Experimente, sammeln Daten und erfinden ihre Applikationen kontinuierlich neu. Und so wachsen auch die Erwartungen von Kunden und Nutzern.  Eine solche Geschwindigkeit stellt eine besondere Herausforderung für nahezu alle Bereiche in Entwicklung, Test, Deployment und Betrieb des Systems für ein Unternehmen dar. Die Etablierung eines solchen Release-Zyklus benötigt daher häufig eine tiefgreifende Modernisierung, nicht nur der Applikation selbst, sondern auch von Organisation, Prozessen und eingesetzten Werkzeugen des Unternehmens. 

 

Chancen nutzen

Modernisierungen von Legacy-Systemen sind nicht selten durch Zwänge getrieben. Dennoch empfiehlt es sich, Modernisierungen nicht nur als lästiges Übel zu begreifen, sondern auch als Chance, das Legacy-System und das gesamte Unternehmen gut für die Zukunft aufzustellen. Neue technologische Entwicklungen, z.B. im Sinne immer umfassenderer Vernetzung, Verfahren zu Maschinellem Lernen oder Augmented Reality sowie innovative Geschäftsmodelle eröffnen zahlreiche neue Möglichkeiten. Darüber hinaus bietet eine Modernisierung die Gelegenheit, grundlegende Annahmen zu überdenken und unnötigen Ballast über Bord zu werfen.   

 

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Was sind Herausforderungen bei der Modernisierung von Legacy-Systemen?

Legacy-Modernisierungen sind anspruchsvolle Vorhaben, häufig sogar anspruchsvoller als reine Neuentwicklungen. Der Grund dafür sind zahlreiche unterschiedliche Herausforderungen. 

Risikoreiche Vorhaben

Modernisierungen von Legacy-Systemen bedeuten häufig Veränderungen am Fundament von Applikationen und betreffen meist viele Systemteile. Dabei kommen oft bisher unbekannte Technologien und Paradigmen zum Einsatz. 

In vielen Fällen ist nicht nur das System (Software, Hardware und Elektronik), sondern auch das Unternehmen selbst betroffen. Das macht Systemmodernisierungen zu komplexen, langlaufenden und kostenintensiven Vorhaben, die ein nicht zu unterschätzendes Risiko zum Scheitern besitzen.

Existierendes System

Legacy-Modernisierungen sind häufig herausfordernde Projekte, weil Unternehmen ihre Altsysteme berücksichtigen müssen und daher von einem suboptimalen Ausgangspunkt starten. Ein bestehendes System gibt zwar durch die gesammelte Erfahrung auch Sicherheit, es schränkt jedoch den Lösungsraum ein, generiert zusätzlichen Aufwand und erhöht die Komplexität. Meist stehen auch wichtige Informationen und Ansprechpartner nicht mehr zur Verfügung. Zudem ist es bei einer Modernisierung oft notwendig, sich von Existierendem zu trennen, was vielen Unternehmen schwerfällt.

Parallelbetrieb 
von Alt- und Neusystem

Eine Modernisierung von Legacy-Systemen wird parallel zum laufenden Betrieb des Altsystems durchgeführt und ist somit vergleichbar mit einer Operation am offenen Herzen. Dies ist eine Herausforderung, weil eine Modernisierung ebenso wie die andauernde Wartung und Weiterentwicklung Kapazitäten bindet. Neu- und Altsystem konkurrieren um die Zeit der gleichen Mitarbeitenden.

Daher muss eine geeignete Transitions- und Migrationsstrategie entwickelt werden, sodass ein Übergang gelingen kann.

Klare Zielstellung

Um die Modernisierung eines Legacy-Systems zum Erfolg zu führen, ist es essenziell, ein klares Ziel zu definieren und somit auch Unnötiges wegzulassen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass solche Projekte nie zu einem Ende kommen. Zu einer klaren Zieldefinition gehört es, festzulegen, welche Erfolgskriterien erreicht werden sollen und welche Aspekte im Kern und Kontext des Systems berücksichtigt werden sollen. Es stellt sich also die Frage nach dem Rahmen der Modernisierung: Soll nur eine technische Modernisierung durchgeführt werden, oder sollen User Experience oder sogar das Geschäftsmodell verändert werden?

Unterschiedliche
Prioritäten

Erschwert wird die Zieldefinition durch die unterschiedlichen Stakeholder im Unternehmen. Unterschiedliche Personen setzen unterschiedliche Prioritäten und bewerten daher verschiedene Modernisierungsziele sehr unterschiedlich. Diese unterschiedlichen Einschätzungen müssen konsolidiert und bewertet werden, sodass das Unternehmen möglichst gut von einer Modernisierung des Legacy-Systems profitieren kann. Denn in den allerseltensten Fällen ist eine Systemmodernisierung ein rein technisches Projekt.

Unbekanntes Feld

Größere Unternehmen und Konzerne haben häufig zahlreiche Modernisierungsprojekte durchgeführt. Wenn jedoch kleine und mittelständische Unternehmen Systemmodernisierungen angehen, betreten sie oft unbekanntes Terrain.

Modernisierungen von Legacy-Systemen haben eine hohe Komplexität und viele Fallstricke. Auch kommen bei einer Modernisierung häufig neue Technologien oder Ansätze zum Einsatz, mit denen das Unternehmen noch keine Erfahrung besitzt. Wenig Erfahrung erhöht meist das Risiko zum Scheitern.

Tiefgreifende und weitreichende Auswirkungen

Die Gründe für eine Modernisierung können unterschiedlich sein, aber die Ursachen sind nie lokal. Deswegen betreffen Legacy-Modernisierungen häufig zahlreiche Teile des Systems und verursachen tiefgreifende Veränderungen. Doch die Auswirkungen beschränken sich in vielen Fällen nicht auf das System selbst. Conway’s Law gilt auch beim Modernisieren. Folglich müssen die Auswirkungen der Modernisierung auf die Organisationsstruktur des Unternehmens betrachtet und diese ggf. verändert werden.

Wo steht mein Unternehmen bezüglich der Modernisierung von Legacy-Systemen?

Egal, ob Sie in Ihrem Unternehmen großflächig Software einsetzen oder selbst Software entwickeln: Sie werden sich irgendwann mit der Modernisierung Ihrer Legacy-Systeme beschäftigen müssen. Mit den folgenden vier typischen Phasen können Sie einfach einordnen, wo Ihr Unternehmen bezüglich Systemmodernisierung aktuell steht.

 

1 | Mein Unternehmen hat sich noch nicht mit der Modernisierung unserer Legacy-Systeme beschäftigt

 Gibt es im Unternehmen Software, die schon seit einigen Jahren betrieben, weiterentwickelt und gewartet wird, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein gewisser Modernisierungsbedarf bereits existiert. Sprechen Sie doch einmal mit unterschiedlichen Stakeholdern Ihres Systems und fragen Sie nach Verbesserungsbedarfen. So sind Sie in der Lage, schnell die größten Modernisierungsbedarfe zu identifizieren.

 

2 | Mein Unternehmen hat einen Bedarf für die Modernisierung unserer Legacy-Systeme identifiziert

 Damit haben Sie bereits den ersten Schritt zu einem moderneren System gemacht. Sie sollten jetzt genau analysieren, wo Sie mit Ihrem System gerade stehen und was genau die Ursachen für die identifizierten Modernisierungsbedarfe sind. Nur so können Sie ein zielgerichtetes Modernisierungsprojekt planen und durchführen. 

 

3 | Mein Unternehmen hat den Ist-Stand unserer Legacy-Systeme analysiert

Dann wissen Sie jetzt genau, an welchen Stellen Sie ansetzen müssen, um Ihr Legacy-System möglichst effektiv zu modernisieren. Als nächstes sollten Sie klare Ziele festlegen, die Sie aus den Ursachen ableiten. Basierend darauf sollten Sie eine Modernisierungsstrategie vereinbaren, die Ihnen erlaubt, diese Ziele zu erreichen. Dazu gehört es auch, abzustimmen, welche Software-Engineering-Aktivitäten dafür genau notwendig sind. 

 

4 | Mein Unternehmen hat Ziele für die Modernisierung unserer Legacy-Systeme festgelegt und eine zugehörige Modernisierungsstrategie definiert

Dann krempeln Sie die Ärmel hoch und setzen Ihre Modernisierungsstrategie um. Aber beachten Sie dabei, dass eine Modernisierung kein Selbstzweck ist und tun Sie nur Dinge, die Sie auch Ihren Zielen näherbringen, sonst laufen Sie Gefahr, niemals fertig zu werden. 

 

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Wie unterstützt das IESE mein Unternehmen bei der Modernisierung von Legacy-Systemen? 

Egal in welcher Phase Ihres Modernisierungsvorhabens Sie sich befinden: Das Fraunhofer IESE ist der ideale Partner für Ihr Unternehmen. 

Als Institut für Innovation-, Systems- und Software-Engineering ist das Fraunhofer IESE bestens aufgestellt, Sie bei der Modernisierung ihrer Legacy-Systeme zu unterstützen – angefangen bei der initialen Absicht und über die gesamte Zeit der Umsetzung hinweg. Dabei decken wir ein großes Spektrum an Leistungen ab. Wir können bei strategischen Entscheidungen helfen, beim Design und bei der Konstruktion des Zielzustands Ihres Systems unterstützen und Fragen zur technischen Realisierung mit den Entwicklern klären. 

Ausgerichtet auf Ihre Bedürfnisse bieten wir verschiedene Arten der Zusammenarbeit an:

  • Wir übernehmen bestimmte Aufgaben komplett für Sie
  • Wir unterstützen Sie aktiv bei Ihren Aufgaben, arbeiten mit Ihnen zusammen und leiten Ihr Team an
  • Wir vermitteln Ihnen unsere Methoden, sodass Sie sie selbstständig anwenden können

 

In der folgenden Übersichtsgrafik sehen Sie zentrale Aktivitäten bei der Modernisierung von Legacy-Systemen. 
Unsere Leistungen, mit denen wir Sie dabei unterstützen können, werden unter der Grafik erläutert.

Grafik Leistungen des Fraunhofer IESE zur Modernisierung von Legacy-Systemen
© Fraunhofer IESE

Ist-Stand- und Ursachenanalyse 

Um eine solide Modernisierungsstrategie festlegen zu können und Ihr Modernisierungsprojekt zum Erfolg zu führen, muss zunächst der aktuelle Zustand des Legacy-Systems erfasst werden und die Ursachen für bestehende Probleme müssen analysiert werden. Wir helfen Ihnen dabei und bringen dafür einen ganzen Koffer an unterschiedlichen Werkzeugen mit: Beispielsweise führen wir Interviews mit Stakeholdern, untersuchen die Codequalität oder prüfen, wie gut Qualitätseigenschaften verstanden sind und ob die Architekturkonzepte zu deren Erfüllung geeignet sind. Aber natürlich machen wir nur das, was uns in Ihrem Modernisierungsprojekt am besten dem Ziel näherbringt und lassen Unnötiges weg. 

Definition einer Modernisierungsstrategie 

Ziele festzulegen und eine solide Strategie zu definieren ist die Basis für eine erfolgreiche Legacy-Modernisierung. Deswegen unterstützen wir Sie von Anfang an. Wir entwickeln mit Ihnen eine Vision für Ihr zukünftiges Produkt, prüfen Ihr Geschäftsmodell, schauen uns die Wettbewerber an und analysieren die möglichen Modernisierungsoptionen. Insbesondere stellen wir uns zusammen mit Ihnen der Frage: umbauen oder neu bauen? Gemeinsam entwickeln wir eine solide Modernisierungsstrategie, die Ihr System und Ihr Unternehmen fit für die Zukunft macht. 

Durchführung der Modernisierung des Legacy-Systems  

Gemeinsam mit Ihnen führen wir die Modernisierung Ihrer Legacy-Systeme durch. Dabei übernehmen wir gerne die herausfordernden Fragestellungen, entwickeln dafür solide Lösungskonzepte und demonstrieren deren Machbarkeit mit Prototypen. Mit unserer Erfahrung aus den verschiedenen Disziplinen des Software- und Systems-Engineering finden wir Lösungen für die unterschiedlichsten Modernisierungsherausforderungen. Für jede Aufgabenstellung bringen wir die jeweils passenden Expert*innen zum Einsatz, beispielsweise für Geschäftsmodelle, Architektur, Wiederverwendungs- und Baukastenansätze, User Experience, Simulation, funktionale Sicherheit und IT-Sicherheit, Hardware- und Speichertechnik, oder unterschiedliche Programmiersprachen sowie Entwicklungstechnologien. Nach der Definition begleiten wir Sie und Ihr Team bei der Umsetzung der Konzepte in Ihrem System.  

Modernisierung des Unternehmens 

Conway’s Law besagt, dass Organisationen gezwungen sind, Systementwürfe zu erstellen, die die Kommunikationsstrukturen dieser Organisation abbilden. Das heißt, der Aufbau von Organisationen und der Aufbau von Systemen hängen voneinander ab. Das gilt auch beim Modernisieren. Daher haben wir bei unseren Modernisierungsprojekten immer auch das Unternehmen im Blick. Wir schauen uns gemeinsam mit Ihnen die Organisationsstruktur, die Rollen und Prozesse in Ihrem Unternehmen an und stellen sicher, dass diese zur Vision des modernisierten Systems passen. Nicht selten geht eine Modernisierung der Software auch damit einher, dass beispielsweise Teams sich umstrukturieren, Verantwortlichkeiten verändert werden oder agile Vorgehensweisen Einzug in den Entwicklungsprozess halten. 

Migration 

Um die neu entwickelten Systeme oder Systemteile in die produktive Anwendung zu bringen, müssen Daten migriert und Nutzer*innen in das neue System eingeführt werden. Egal ob Big Bang/Cold Turkey, Chicken Little oder Butterfly, wir entwickeln mit Ihnen eine Migrationsstrategie, die machbar ist und die bestmögliche Erfahrung für Ihre Anwender*innen bietet. 

 

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Warum sollte mein Unternehmen mit dem IESE zur Modernisierung von Legacy-Systemen zusammenarbeiten? 

Jedes System muss irgendwann modernisiert werden. Legacy-Modernisierungen müssen aber nicht unbedingt nur ein notwendiges Übel sein, sondern können auch eine Chance sein, Annahmen zu hinterfragen, Dinge neu zu denken und sich gut für die Zukunft aufzustellen.  

Fokusthema Systemmoderisierung / Legacy-Systeme Schmuckbild: Architektur kombiniert alt und neu
© iStock.com/golero

Unser Beitrag für Ihre erfolgreiche Legacy-Modernisierung 

Wir bleiben stets neutral. 

Wir haben kein Werkzeug, das wir verkaufen wollen, und sind keiner Methode verpflichtet. Das heißt, wir entwickeln ein passgenaues Vorgehen für Ihre spezifischen Herausforderungen, die Eigenschaften Ihres Systems und die Besonderheiten Ihres Unternehmens. Dadurch kommen Sie bestmöglich voran.

 

Wir bringen Erfahrung aus vielen Projekten und Domänen ein. 

Damit vermeiden Sie es, Fehler zu wiederholen, die andere Unternehmen schon schmerzhaft und teuer gemacht haben. Egal ob Ihr Unternehmen ein KMU oder ein Großunternehmen ist – wir haben die Erfahrungen, uns flexibel auf Ihre Anforderungen einzustellen.

 

Wir unterstützen Sie von strategischen Entscheidungen bis zu technischen Umsetzungen, vom Beginn Ihres Modernisierungsvorhabens bis zur Migration und darüber hinaus. 

Damit sichern Sie sich einen starken Partner, der die unterschiedlichen komplexen Herausforderungen integriert und abgestimmt betrachtet. Gleichzeitig vermeiden Sie, für jede Aufgabe einen spezialisierten Partner finden zu müssen und alle Partner aufwändig koordinieren zu müssen.

 

Mit fundierten Analysen finden wir die wahren Ursachen der Probleme. 

Damit richten wir alle Aktivitäten auf das Ziel aus und stellen sicher, dass Sie am Ende eine tatsächliche Verbesserung Ihrer Systeme erreichen. 

 

Wir sind immun gegen Hypes und Buzzwords. 

Behauptungen, man müsse heute Microservices oder DevSecOps machen, zählen bei uns nicht. Wir behalten den Überblick über neue Entwicklungen und Trends, setzen in unseren Projekten aber nur ein, was passt und einen Mehrwert verspricht. 

 

Wir schauen nicht nur auf die Technik.

User Experience, Geschäftsmodell und die Organisation des Unternehmens sind für uns genauso wichtig, wie ein solide konstruiertes Neusystem. Nur so stellen Sie sicher, dass Ihre Systemmodernisierung zu einem nachhaltigen Erfolg führt. 

 

Wir unterstützen auch Sie dabei, Ihre Systeme in eine erfolgreiche Zukunft zu führen! 

Egal, ob Sie...

  • gerade erst merken, dass Sie etwas zur Modernisierung Ihrer Legacy-Systeme tun müssen und mögliche Optionen diskutieren möchten,
  • eine Modernisierung planen und sich Unterstützung bei der Entwicklung einer soliden Strategie wünschen,
  • schon Ihre Ziele festgelegt haben und erfahrene Unterstützung im Systems- und Software-Engineering suchen
  • irgendwelche interessanten Ideen und Fragen haben und diese mit uns diskutieren möchten.
 

Kontaktieren Sie uns!

 

Wir helfen Ihnen weiter und nehmen uns gerne Zeit! Vereinbaren Sie einen Termin mit uns, gerne per E-Mail, Telefon oder LinkedIn.

Welche Referenzen hat das Fraunhofer IESE bei der Systemmodernisierung?

Im Folgenden finden Sie einige Beispiele von Projekten zur Systemmodernisierung mit unseren Kunden und ausgewählte Forschungsprojekte.

Kundenstimme


»Wir können uns nicht vorstellen, wer uns mit vergleichbar fundiertem Technologieverständnis, so vielschichtigen Anwendungserfahrungen und gleichzeitig mit neutraler Sicht ähnlich gut hätte unterstützen können wie das Fraunhofer IESE.«

Ralf Graap
Geschäftsführung der FibuNet GmbH

Finanzwirtschaft

FibuNet Success Story

Das Fraunhofer IESE unterstützt bei der Modernisierung der FibuNet-Software mit User-Experience (UX)-Konzept, neuer Webtechnologie und Architekturdesign.

Automotive & Mobility

Cranimax

Das Fraunhofer IESE unterstützt CRANIMAX bei der Migration einer existierenden Desktop-Anwendung hin zu einer Software-as-a-Service-Lösung (SaaS).

Machinen- und Anlagenbau / Industrie 4.0

HÄFNER Success Story

HÄFNER Präzisionsteile Oberrot GmbH führt mit dem Fraunhofer IESE einen Retrofit mit Digitalen Zwillingen durch, um eine ganzheitliche Fabrikübersicht zu ermöglichen. 

Luft- und Raumfahrt

Lufthansa AG

Fraunhofer IESE unterstützte die Lufthansa AG bei der Auswahl einer geeigneten Systemtechnologie für den Ersatz eines operativen Systems.

Kundenstimme


»Die Leistung des Teams war beeindruckend, da innerhalb kürzester Zeit auf sehr professionellem Niveau eine fundierte Basis zur weiteren Vorgehensweise geschaffen werden konnte.«

Michael Nachtigäller
Deutsche Lufthansa AG

Maschinen- und Anlagenbau / Industrie 4.0

BasyPaaS
mit Ellenberger

Realisierung einer dienstleistungsbasierten Produktion – Mit BaSys 4.0 zu Production as a Service

 

Podcast

Reinhören statt Lesen

Wie das Fraunhofer IESE bei der Modernisierung Ihrer Legacy-Systeme unterstützen kann, erklären Dr. Dominik Rost und Dr. Matthias Naab im MORGEN DENKER-Podcast. Jetzt reinhören!