Deutschlands IT-Sicherheitsregion: Bund vergibt mehr als 20 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Software-Cluster

Press Release / 4.3.2011

Im Software-Cluster zwischen Saarbrücken, Kaiserslautern, Karlsruhe, Darmstadt und Walldorf ist Deutschlands Expertise für angewandte IT-Sicherheitsforschung konzentriert – das wird eindrucksvoll bestätigt durch Förderzusagen in Höhe von über 20 Millionen Euro, die vom Bund während der CeBIT bekanntgegeben wurden. Dies umfasst einerseits alle drei Cybersicherheitszentren, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung an die Technische Universität Darmstadt, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Universität des Saarlandes vergeben hat. Zudem waren Partner im Software-Cluster auch doppelt erfolgreich im „Trusted Cloud Computing“-Wettbewerb des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.

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Die Sicherheit im Netz ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Bürger, Unternehmen und Behörden die Möglichkeiten der Digitalisierung annehmen und voll für sich nutzen können. Daher will die Bundesregierung die Forschung zur IT-Sicherheit vorantreiben. Mit einem Fördervolumen von 17 Millionen Euro richtet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) drei Kompetenzzentren für IT-Sicherheit ein. Wie zur Eröffnung der CeBIT 2011 verkündet wurde, werden alle drei Zentren in der Software-Cluster Region eingerichtet. Im Wettbewerb konnten die folgenden Universitäten die Jury von ihrem Konzept überzeugen: die Technische Universität Darmstadt mit dem Projekt "European Center for Security and Privacy by Design“ (EC-SPRIDE), an dem sich auch das Center for Advanced Security Research Darmstadt (CASED) und das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie Darmstadt (Fraunhofer SIT) beteiligen, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit dem "Kompetenzzentrum für angewandte Sicherheitstechnologie“ (KASTEL) sowie die Universität des Saarlandes mit dem „Center for IT Security, Privacy and Accountability“ (CISPA). Alle Universitäten und Institutionen sind Partner im Software-Cluster rund um die Zentren der Software-Entwicklung Darmstadt, Kaiserslautern, Karlsruhe, Saarbrücken und Walldorf. Für das Ziel, gemeinsam die Grundlagen der Unternehmenssoftware von morgen zu entwickeln, wurden 37 Partner aus Wirtschaft und Forschung im Software-Cluster 2010 im Spitzencluster-Wettbewerb der Bundesregierung ausgezeichnet.

„Die Ansiedlung aller drei Cybersicherheitszentren der Bundesregierung in der Region und bei Partnern des Software-Clusters unterstreicht die führende Rolle, die der Cluster bei IT-Sicherheitsforschung und -entwicklung hat“, sagt Prof. Dr. Johannes Buchmann, Direktor von CASED, dem Center for Advanced Security Research Darmstadt und zugleich Mitglied im Strategieboard des Software-Clusters. „Durch die Bündelung der verschiedenen Forschungsprojekte im Software-Cluster entstehen zudem Synergien, die Unternehmen, Behörden und Bürgern in ganz Deutschland zugutekommen.“

Einen weiteren Erfolg konnten Partner des Software-Clusters auch im Wettbewerb "Sicheres Cloud Computing für Mittelstand und öffentlichen Sektor - Trusted Cloud" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) erzielen, dessen Gewinner am 1. März 2011 ebenfalls auf der CeBIT bekanntgegeben wurden. Das BMWi fördert mit dem Programm "Trusted Cloud" die Entwicklung und Erprobung innovativer, sicherer und rechtskonformer Cloud-Lösungen in den nächsten drei Jahren mit rund 50 Millionen Euro. Unter 116 Einreichungen wurden 12 Projekte ausgewählt, von denen zwei an Partner im Software-Cluster gingen: Im Konsortium von „Peer Energy Cloud“ sind mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der SEEBURGER AG wesentliche Partner des Software-Clusters beteiligt. Das Projekt „Peer Energy Cloud“ befasst sich mit der Entwicklung von Lösungen zur intelligenten Verteilung und Nutzung erneuerbarer Energien.

Holger Kirchner, leitender Direktor des Forschungsbereichs der SEEBURGER AG erklärt: "Wir freuen uns als führender Anbieter von Produkten und Lösungen zur Integration von Unternehmenssoftware mit dabei zu sein und damit den Software-Cluster weiter zu stärken. Erfolg und Akzeptanz von Cloud Computing und darauf aufbauenden Diensten hängen wesentlich von Vertrauen in deren Sicherheit ab. Die im Software-Cluster existierende Kompetenz in IT-Sicherheit kommt daher auch unmittelbar dem Erfolg von Unternehmenssoftware aus der Clusterregion zugute, in Deutschland und weltweit."

Am ebenfalls ausgezeichneten Projekt „CloudCycle“ wirkt mit dem Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (Darmstadt) auch ein Partner im Software-Cluster mit. Das Projekt schafft eine Open-Source-Plattform, die den gesamten Lebenszyklus von Cloud-Diensten unterstützt.

Durch die Förderung für die Cybersicherheitszentren und die Trusted-Cloud-Projekte gehen in den nächsten Jahren insgesamt mehr als 20 Millionen Euro für IT-Sicherheitsprojekte in die Region des Software-Cluster.

MEDIENKONTAKT

Bernd Hartmann • Pressesprecher • Software-Cluster Koordinierungsstelle
TU Darmstadt • Mornewegstraße 32 • 64293 Darmstadt
Phone  +49 6151 16-70712 • Fax  +49 6151 16-70921 bernd.hartmann@cased.de
Auf der CeBIT mobil erreichbar unter: +49 160 93 90 29 16

ÜBER DEN SOFTWARE-CLUSTER 

Die Ziele: Digitale Unternehmen arbeiten in hochflexiblen Internet-basierten Unternehmensnetzen und richten ihre Geschäftsmodelle und -prozesse dynamisch darauf aus: Alle Daten über Prozesse, Betriebsmittel und Ressourcen der realen Unternehmenswelt stehen jederzeit in genauer zeitlicher und räumlicher Auflösung für Planung, Steuerung und Optimierung zur Verfügung. Ziel des Software-Clusters ist es, die Transformation von Unternehmen zu vollständig digitalen Unternehmen zu ermöglichen, in denen IKT der entscheidende Treiber für Produkt- und Prozessinnovationen ist. Studien prognostizieren bis zum Jahr 2030 für die Softwareindustrie 430.000 neue Arbeitsplätze in Deutschland. Weitere Ziele des Software-Clusters sind die Ausbildung von 5.000 Fachkräften in 5 Jahren, die Gründung von 30 Firmen im Kernbereich des Clusters, die Ansiedlung führender ausländischer Unternehmen in der Clusterregion. Auf der Basis aktueller Zahlen werden so mindestens 300 Mio. € investiert.

Der Weg: Das Software-Cluster entwickelt in sechs Projekten Konzepte, Technologien und Geschäftsprozesse für emergente Software – ein Innovationssprung im Bereich der Unternehmenssoftware, der einer der wichtigsten Bereiche der deutschen Volkswirtschaft ist. Emergente Software kombiniert dynamisch und flexibel eine Vielzahl von Komponenten unterschiedlicher Hersteller, um die hochkomplexen Anforderungen digitaler Unternehmen zu erfüllen. Die Umsetzung der Cluster-Ziele erfordert eine gemeinsame Anstrengung von Wirtschaft und Wissenschaft und eine organisationsübergreifende Kooperation im Software-Cluster.

Die Region: Das Software-Cluster erstreckt sich um die Zentren Darmstadt, Kaiserslautern, Karlsruhe, Saarbrücken und Walldorf.

Die Partner: Strategieboard: DFKI - Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering, IDS Scheer AG, IMC information multimedia communication AG, intelligent views gmbh,  Karlsruher Institut für Technologie (KIT), proAlpha Software AG, SAP AG, Seeburger AG, Software AG, Technische Universität Darmstadt/CASED

Industrie & regionale IT-Netzwerke: CAS Software AG, Competence Center Computer Science, ConWeaver GmbH, Corisecio GmbH, CyberForum e.V., 1&1 Internet AG, EUROSEC GmbH, IHK Darmstadt Service GmbH, Insiders Technologies GmbH, John Deere Werke Mannheim, KOBIL Systems GmbH, mineway GmbH, Netbiscuits GmbH, Ontoprise GmbH, SIEDA GmbH, Sirrix AG, STI Software Technologie Initiative Kaiserslautern e.V., Technologie-Initiative smartFactory KL e.V.,

Forschung & Entwicklung: DFKI - Innovative Retail Laboratory, Forschungszentrum Informatik (FZI) in  Karlsruhe, Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung, Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie, Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Technische Universität Kaiserslautern, Universität des Saarlandes