Ländlicher Raum hat Zukunft: ZIRP stellt Publikation „Starke Wirtschaft – Starke Regionen. Gute Aussichten für das Land“ vor.

Presseinformation / 5.11.2015

Die Publikation „Starke Wirtschaft – Starke Regionen. Gute Aussichten für das Land“ der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V. bietet mit über 60 Beiträgen von Akteuren aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Kultur und Kirche einen – in diesem Umfang erstmaligen – Blick auf den ländlichen Raum in Rheinland-Pfalz und seine wirtschaftlichen Entwicklungsmöglich-keiten. Heute Morgen wurde sie in Mainz der Öffentlichkeit präsentiert.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer betonte anlässlich der Präsentationsveranstaltung die Bedeutung der Digitalisierung für ländliche Regionen: „Wir befinden uns mitten in einem tiefgreifenden technologischen Wandel, der viele Möglichkeiten bietet, den ländlichen Raum attraktiv und lebenswert zu halten. Der ländliche Raum hat Zukunft. Neue Technologien bieten ganz neue Lösungen und Wege, die wir vorher gar nicht für möglich gehalten haben. Etablierte Unternehmen können gehalten, neue ge­gründet werden. Daseinsvorsorge kann neu gedacht und umgesetzt werden.“

Die Vernetzung der Akteure in den unterschiedlichen Regionen sei von grundlegender Bedeutung, wenn es darum gehe, das wirtschaftliche Potenzial des ländlichen Raums voll ausschöpfen zu können. „Es kann nur den gemeinsamen Weg geben, um länd­liche Regionen zu stärken und eine gemeinsame Strategie zu fahren. Dies gilt für Regionen und Unternehmen, aber auch für Unternehmen untereinander.“

Das Forschungsprogramm „Smart Rural Areas“ des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering IESE in Kaiserslautern zeigt, welche Perspektiven und Lösungen sich für ländliche Regionen durch die Digitalisierung ergeben. Wissenschaftler und Unternehmen arbeiten hier gemeinsam an innovativen Konzepten für ein attraktives Leben auf dem Land von morgen, wobei die Vernetzung intelligenter Software und Systeme die entscheidende Grundlage für innovative Lösungen bildet. So betonte Prof. Dr.-Ing. Peter Liggesmeyer, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering IESE und Autor verschiedener Beiträge der Publikation des ZIRP: „Im ländlichen Raum existieren zahlreiche Herausforderungen, die im städtischen Bereich nicht in gleicher Weise existieren. Daher müssen für den ländlichen Raum spezielle Lösungen gefunden werden. Eine richtig konzipierte, gut durchdachte digitale Lösung kann in vielen Bereichen unterstützen, etwa in der Mobilität, der medizinischen Versorgung oder im Einzelhandel. Rheinland-Pfalz nimmt hier eine führende Rolle ein.“

Die Publikation des ZIRP zeigt anhand verschiedener Beispiele auf, dass Region und Unternehmen aufeinander angewiesen sind. Länd­liche Regionen benötigen eine starke Wirtschaft, denn die Grundlage für ein wirtschaftlich gesichertes Leben sind nun einmal Ausbildungs- und Arbeitsplätze – und dafür braucht man Unternehmen. Diese wiederum können in ländlichen Regionen qualifizierte Arbeitskräfte nur dann anwerben und binden, wenn ihr Standort attraktiv genug ist.

Laut Ministerpräsidentin Dreyer soll die Publikation mit ihren vielen guten Beispielen vor allem für die „Akteure in den Regionen eine Handreichung sein, um Strategien für eine starke Wirtschaft zu entwickeln.“ Die Landesregierung trage zur Schaffung der geeigneten Rahmenbedingungen bei: in der Infrastruktur (Verkehr und Netzversorgung), durch Bildungseinrichtungen in ländlichen Regionen, mittels Programmen zur Stärkung der Arbeitgeberattraktivität und durch den Erhalt der Struktur.

Die kostenfreie Publikation ist ab sofort in gedruckter Form über die Geschäftsstelle der ZIRP erhältlich.

Die Publikation kann unter www.zirp.de bestellt werden.

Das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE
Das Fraunhofer IESE in Kaiserslautern gehört zu den weltweit führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Software- und Systementwicklungsmethoden. Die Produkte seiner Kooperationspartner werden wesentlich durch Software bestimmt. Die Spanne reicht von Automobil- und Transportsystemen über Automatisierung und Anlagenbau, Energiemanagement, Informationssysteme und Gesundheitswesen bis hin zu Softwaresystemen für den öffentlichen Sektor. Die Lösungen sind flexibel skalierbar. Damit ist das Institut der kompetente Technologiepartner für Firmen jeder Größe – vom Kleinunternehmen bis zum Großkonzern.

Unter der Leitung von Prof. Peter Liggesmeyer und Prof. Dieter Rombach trägt das Fraunhofer IESE seit nunmehr fast 20 Jahren maßgeblich zur Stärkung des aufstrebenden IT-Standorts Kaiserslautern bei. Im Fraunhofer-Verbund für Informations- und Kommunikationstechnik engagiert es sich gemeinsam mit weiteren Fraunhofer-Instituten für richtungsweisende Schlüsseltechnologien von morgen.

Das Fraunhofer IESE ist eines von 66 Instituten und Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft. Zusammen gestalten sie die angewandte Forschung in Europa wesentlich mit und tragen zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands bei.