Fraunhofer IESE überzeugt im Zukunftsprogramm „Gesundheit und Pflege – 2020“

Presseinformation / 23.9.2014

Gesundheitsminister Alexander Schweitzer lud am vergangenen Mittwoch zu einer Fachtagung ein, die sich Herausforderungen in der medizinischen und pflegerischen Versorgungssituation in Rheinland-Pfalz widmete. Zu den Partnern, die sich im Rahmen der Tagung austauschten, gehört auch das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE, das gleich in mehreren Projekten aktiv bei der Gestaltung einer optimalen Gesundheitsversorgung mitwirkt.

Über 350 Akteure aus den Bereichen Politik, Wissenschaft, Gesundheit und Pflege diskutierten, wie im Hinblick auf den demografischen Wandel auch in Zukunft eine gute medizinische und pflegerische Versorgungssituation in Rheinland-Pfalz sicherzustellen ist. Die Landesregierung will mit dem Zukunftsprogramm „Gesundheit und Pflege – 2020“ dabei rechtzeitig auf die sich abzeichnenden Veränderungen reagieren.

Neben Vorträgen und Workshops zu den Themen Fachkräftebedarf, Versorgungsmodelle im ländlichen Raum und technologische Möglichkeiten der Telemedizin präsentierten sich auch Projektpartner des im März 2014 ausgerufenen Zukunftsprogramms. Als hervorragendes Beispiel stellte Schweitzer das vom Land geförderte Projekt E.He.R. vor, an dem das Fraunhofer IESE maßgeblich beteiligt ist und das die Betreuung und Überwachung von Patienten mit fortgeschrittener chronischer Herzschwäche im häuslichen Umfeld unterstützt. E.He.R. steht dabei für „Etablierung eines Versorgungskonzeptes für Herzinsuffizienz- und Herzrhythmusstörungspatienten in Rheinland-Pfalz“. Die telemedizinische Betreuung bei E.He.R. umfasst die elektronische Übermittlung von Daten sowohl externer Geräte (wie Körperwaage und Blutdruckmessgerät) als auch implantierter Herzschrittmacher zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT) oder Cardioverter-Defibrillatoren (ICD). Gemeinsam mit der vitaphone GmbH betreut das Telemedizinzentrum des Westpfalz-Klinikums Kaiserslautern die Patienten täglich rund um die Uhr. Berichte über den Verlauf der Daten werden regelmäßig an den behandelnden (Haus-)Arzt, der die primäre Kontaktperson des Patienten ist, weitergeleitet. Dieser kann mithilfe dieser Informationen die Therapie optimieren und auf kritische Veränderungen schnell reagieren. Das Fraunhofer IESE ist verantwortlich für die wissenschaftliche Evaluierung. Durch E.He.R. gewinnen Patientinnen und Patienten an Sicherheit – auch zwischen den Arztbesuchen und ohne lange Anfahrtswege oder Wartezeiten. „Dieses Mehr an Sicherheit ist uns enorm wichtig, ebenso wie die gestiegene Lebensqualität unserer Patienten, die in den Begleitstudien von E.He,R, nachgewiesen werden konnte“, betont Dr. Bettina Zippel-Schultz von der Deutschen Stiftung für chronisch Kranke, die das Projekt koordiniert.

Weiterhin präsentierte sich das Fraunhofer IESE mit dem Projekt SUSI TD („Sicherheit und Unterstützung für Senioren durch Integration von Technik und Dienstleistung“). Durch den Einsatz unauffälliger Sensortechnik in der eigenen Wohnung erhöht SUSI TD die Sicherheit alleinstehender Senioren. Darüber hinaus sorgt die integrierte Kommunikationstechnik für einen regen Austausch mit Familie und Freunden. Nicht zuletzt ermöglicht SUSI TD durch die Mitwirkung der Pflegestützpunkte Trier und Konz den beteiligten Senioren einen besseren Zugang zu Hilfs- und Pflegedienstleistungen. Mit der Ambient Assisted Living (AAL)-Technologie könne ein wichtiger Beitrag zur selbstständigen Lebensführung und Lebensqualität älterer oder kranker Menschen geleistet werden, so Gesundheitsminister Schweitzer.

Eine umfassende Versorgung der Bevölkerung mit Gesundheits- und Pflegedienstleistungen sei in Zukunft in den ländlich geprägten Regionen abseits der Zentren nur mittels neuer Initiativen mit aktiver Einflussnahme möglich. „Wir brauchen angepasste medizinische und pflegerische Dienstleistungsangebote, die wir mit der Entwicklung neuer Versorgungsmodelle vorantreiben wollen“, unterstrich der Minister. Am Fraunhofer IESE widmen sich Forscher diesem Thema jetzt in einem eigenen Schwerpunkt unter dem Aspekt „Smart Rural Areas“ – hier geht es um Ansätze, die das Leben auf dem Land und in schwächer besiedelten Gebieten zukunftsfähig machen sollen. Dies setzt eine gute medizinische Versorgung der ländlichen Regionen zwingend voraus.

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Das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE
Das Fraunhofer IESE in Kaiserslautern gehört zu den weltweit führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Software- und Systementwicklungsmethoden. Die Produkte seiner Kooperationspartner werden wesentlich durch Software bestimmt. Die Spanne reicht von Automobil- und Transportsystemen über Automatisierung und Anlagenbau, Informationssysteme und Gesundheitswesen bis hin zu Softwaresystemen für den öffentlichen Sektor. Die Lösungen sind flexibel skalierbar. Damit ist das Institut der kompetente Technologiepartner für Firmen jeder Größe – vom Kleinunternehmen bis zum Großkonzern.

Unter der Leitung von Prof. Dieter Rombach und Prof. Peter Liggesmeyer trägt das Fraunhofer IESE seit nunmehr fast 20 Jahren maßgeblich zur Stärkung des aufstrebenden IT-Standorts Kaiserslautern bei. Im Fraunhofer-Verbund für Informations- und Kommunikationstechnik engagiert es sich gemeinsam mit weiteren Fraunhofer-Instituten für richtungsweisende Schlüsseltechnologien von morgen.

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