Große Unternehmen der Technologie- und Automobilbranche gründen branchenübergreifende Partnerschaft für automatisiertes Fahren

Wien/Österreich, 24. Juni 2021 – Große Unternehmen der Technologie- und Automobilbranche arbeiten offiziell zusammen, um modernste Technologien für autonome Fahrzeuge zu entwickeln. Zu den Partnern und Marktführern in ihrem Bereich gehören Arm, Audi zusammen mit CARIAD - dem Automotive-Software-Unternehmen des VW-Konzerns, BASELABS, CoreAVI, DENSO, Five, das deutsche Fraunhofer IESE, NXP, das Swedish Royal Institute of Technology und TTTech Auto. Unter dem Dach von »The Autonomous« haben sich die Mitglieder dieser ersten Arbeitsgruppe verpflichtet, an einer sicheren Systemarchitektur für selbstfahrende Fahrzeuge zu arbeiten. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, die Grundlage für eine Sicherheitsstandardisierung zu etablieren und den Weg für die Massenproduktion autonomer Fahrzeuge zu ebnen.

© The Autonomous

»Diese branchenübergreifende Zusammenarbeit markiert den Startpunkt für ein Umdenken in der Branche und für weitere Partnerschaften, die helfen werden, große Hürden im vorherrschenden Wettbewerb zu überwinden«, sagt Ricky Hudi, Vorsitzender von The Autonomous. »Die Entwicklung des wirklich automatisierten Fahrens wird durch die gebündelten Kräfte von Automobilherstellern, Tier-1-Zulieferern, Tech- und Forschungsunternehmen besser zu bewältigen sein. Deshalb ist ein vorwettbewerbliches Umfeld notwendig, um sichere Technologie über Grenzen hinweg zu entwickeln. Damit schaffen wir die Basis für nachhaltiges Kundenvertrauen inklusive Best Practices und branchenübergreifender Standards.«

Zunehmende Komplexität und Forschungskosten
Laut PWC sind die F&E-Kosten der Automobilhersteller aufgrund des Anstiegs der Entwicklung von elektrischen, vernetzten und autonomen Fahrzeugen deutlich gestiegen. In den USA und Asien stiegen die F&E-Ausgaben um ein Drittel (auf 13 bzw. 28 Mrd. Euro), während sie in Europa in den letzten zehn Jahren um 75 Prozent auf 42 Mrd. Euro zulegten. Doch die steigenden Kosten sind nicht die einzige Herausforderung für Unternehmen im Bereich des automatisierten Fahrens.

Produkthaftung, neue technologische Best Practices und zunehmende technische Komplexität erfordern Know-how in verschiedenen Bereichen, um verbleibende Sicherheitsprobleme zu lösen. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, schlägt The Autonomous einen kollaborativen Ansatz vor, der alle relevanten Akteure der Branche zusammenbringt, um gemeinsam Empfehlungen, Spezifikationen und Best Practices zu entwickeln.  

Eine sichere Fahrzeugarchitektur für die Industrie
Nach dem Kick-off im Jahr 2019 und mehreren Chapter Events im Jahr 2020 mit mehr als 1.500 Teilnehmern hat The Autonomous nun mit der ersten Arbeitsgruppe »Safety & Architecture« eine neue Ebene der langfristigen Zusammenarbeit etabliert. Die entstehende sichere Systemarchitektur für selbstfahrende Fahrzeuge wird Subsysteme umfassen, die sich mit Sensoren und Aktoren verbinden, sowie Einheiten zur Fehlereingrenzung, um den sicheren automatisierten Betrieb des Gesamtfahrzeugs zu gewährleisten. Die entstehende Fahrzeugarchitektur wird in einem ersten Schritt eine Referenzlösung für alle beteiligten Mitglieder darstellen und kann in der Folge auch für andere Unternehmen und Regionen von Nutzen sein.

Vorteile für die Industrie und Einladung zur Teilnahme
Der konsolidierte Output der Arbeitsgruppe wird in Form eines technischen Berichts veröffentlicht. Dieser Bericht wird den Wissenstransfer unterstützen und der Automobilindustrie konkrete Anleitungen für die Serienproduktion von sicheren autonomen Fahrzeugen geben. Durch die Zusammenarbeit und den Abgleich mit Normungsgremien wird sichergestellt, dass die Ergebnisse der Arbeitsgruppe die sicherheitsrelevanten Industriestandards ergänzen.

Die Mitwirkenden können weitere Arbeitsgruppen auf der Plattform The Autonomous initiieren, um wichtige Sicherheitsherausforderungen des sicheren automatisierten Fahrens anzugehen. Die The Autonomous-Community besteht aus Teilnehmern aus Industrie, Regierung und Wissenschaft sowie aus Disruptoren. Eine öffentliche Ankündigung wird auf dem The Autonomous Main Event (www.the-autonomous.com) am 29. September erfolgen, der zentralen Veranstaltung der Initiative. 

 

Medienmaterialien

 

Zitate

Arm - Dipti Vachani, Senior Vice President und General Manager, Automotive and IoT Line of Business: »Sicherheitstechnologie ist für den Erfolg autonomer Fahrzeuge und den enormen gesellschaftlichen Nutzen, den sie bringen werden, von entscheidender Bedeutung. Die branchenweite Zusammenarbeit von Arm in Initiativen wie AVCC und jetzt The Autonomous ergänzt unsere Technologien und Ökosystem-Engagements, um die Entwicklung und den Einsatz sicherer autonomer Fahrzeuge zu ermöglichen und zu beschleunigen.«

Audi: »Sicherheit und Kundenakzeptanz sind nicht nur wichtige Faktoren, sondern eine Grundvoraussetzung für die Entwicklung des automatisierten Fahrens. Wir begrüßen daher die Initiative von »The Autonomous«, eine Arbeitsgruppe zu gründen, die sich für die Entwicklung einer sicheren Systemarchitektur für selbstfahrende Fahrzeuge einsetzt. Sie wird es uns ermöglichen, über Branchengrenzen hinweg zum Nutzen der Technologie des automatisierten Fahrens zu kooperieren.« Stefan Sollmann, CARIAD, Vorentwicklung automatisiertes Fahren 

BASELABS - Robin Schubert, Mitbegründer und CEO: »Mit seiner Software-Produktstrategie trägt BASELABS zum sicheren automatisierten Fahren nicht nur für eine Marke oder ein Automodell bei, sondern für alle Fahrzeuge. Das passt perfekt zur Mission von The Autonomous, gemeinsam an globalen Referenzlösungen zu arbeiten, von denen die zukünftigen Nutzer der automatisierten Mobilität profitieren. Wir freuen uns darauf, in den Arbeitsgruppen Ergebnisse zu erarbeiten.«

CoreAVI - Damian Fozard, CEO: »CoreAVIs langjährige Erfahrung in der Entwicklung kompletter sicherheitskritischer Rechen- und Grafiklösungen auf höchstem Sicherheitsniveau ist grundlegend für den sicheren Masseneinsatz von autonomen Fahrzeugen. Wir sind begeistert, unsere Kräfte mit The Autonomous zu bündeln und unser Wissen und unsere Erfahrung im Sicherheitsbereich in die Zukunft der Standards für autonomes Fahren einzubringen.«

Five - Iain Whiteside, Director of Safety Assurance: »Die Entwicklung und Einführung neuer automatisierter Fahrsysteme (ADS) – insbesondere SAE Level 4 – ist die größte technische Herausforderung der Neuzeit. Trotz der Bereitschaft der Industrie, fortschrittliche Technologien einzusetzen, um Schwachstellen in ADS zu suchen und zu finden, bleibt die Schwierigkeit, die Sicherheit von ADS durch praktische und strenge Prüfmethoden nachzuweisen, ein großes Hindernis. Die branchenübergreifende Zusammenarbeit durch Organisationen wie The Autonomous bietet die Möglichkeit, die Geschwindigkeit der Reife von ADS dramatisch zu beeinflussen, und wir freuen uns darauf, an dieser aufregenden Revolution maßgeblich beteiligt zu sein.«

Fraunhofer IESE (Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE) - Prof. Dr. Peter Liggesmeyer, Leiter: »Autonome Mobilität ist ein Schlüsselthema für die europäischen Volkswirtschaften und die Gewährleistung von Sicherheit und Zuverlässigkeit ist eine große Herausforderung. Das Fraunhofer IESE widmet sich der Erforschung und Realisierung entsprechender Lösungen und freut sich auf die Zusammenarbeit mit anderen wichtigen Akteuren der autonomen Fahrlandschaft in der Arbeitsgruppe von The Autonomous.«

NXP - Arnaud Van den Bossche, Director Global Marketing eCockpit & ADAS: »NXP begrüßt die Möglichkeit, mit anderen führenden Unternehmen der Automobilindustrie in der Arbeitsgruppe »Safety & Architecture« von The Autonomous zusammenzuarbeiten, um die Herausforderungen bei der Entwicklung und beim Einsatz von Technologien für sichere automatisiert fahrende Fahrzeuge anzugehen.«

KTH Royal Institute of Technology - Martin Törngren, Professor und Leiter des Zentrums: »Die Entwicklung einer sicheren autonomen Mobilität erfordert eine multidisziplinäre und proaktive Zusammenarbeit; dies ist für uns eine wichtige Priorität.«

TTTech Auto, Initiator von The Autonomous - Georg Kopetz, CEO: »Dieser Startschuss für die gemeinsame Entwicklung einer vorwettbewerblichen Referenzarchitektur für sichere autonome Mobilität kann ein entscheidender Wendepunkt sein und wir sind stolz, an dieser wichtigen globalen Aktivität teilzunehmen. Einer der Treiber für die Masseneinführung der autonomen Fahrtechnologie ist die Zusammenarbeit der Branchenführer, um sich auf eine gemeinsame Sicherheitsreferenzarchitektur zu einigen. Gemeinsam arbeiten wir an der Lösung der grundlegenden Frage, wie eine extrem zuverlässige, aber auch erschwingliche autonome Sicherheitsarchitektur für PKWs bald in großem Maßstab realisiert werden kann.«

 

Über The Autonomous

The Autonomous ist die globale Gemeinschaft, die die Zukunft der sicheren autonomen Mobilität gestaltet. Initiiert von TTTech Auto, ist The Autonomous eine offene Plattform, die Führungskräfte und Experten aus dem Ökosystem der autonomen Mobilität zusammenbringt, um sich über relevante Sicherheitsthemen abzustimmen.

Ziel von The Autonomous ist es, neues Wissen und technologische Lösungen im Bereich der autonomen Mobilität zu generieren. Um dies zu erreichen, hat The Autonomous zwei strategische Streams eingerichtet:

  1. Event Stream – ermöglicht Diskussionen und Networking für Führungskräfte und Experten aus dem Ökosystem der autonomen Mobilität
  2. Innovation Stream – erleichtert die Zusammenarbeit innerhalb der Branche an globalen Referenzlösungen für Herausforderungen im Bereich der funktionalen Sicherheit. Diese Referenzlösungen erfüllen relevante Normen und werden die Einführung der sicheren autonomen Mobilität auf globaler Ebene erleichtern. Als Teil des Innovation Stream lanciert und fördert The Autonomous Arbeitsgruppen, damit empfohlene Praktiken und konkrete Entwicklungen gemeinsam erarbeitet werden können.

Die Ergebnisse dieser strategischen Streams werden auf dem The Autonomous Main Event am 29. September 2021 präsentiert. www.the-autonomous.com