Gemeinsame Studie des IESE mit australischer Universität

LKW-Drehscheiben an Baustellenein- &
-ausfahrten reduzieren Unfälle

Presseinformation /

Ein soeben veröffentlichter Bericht zeigt, wie die Sicherheit auf Baustellen verbessert werden kann und Verkehrsbehinderungen reduziert werden können.

Das Schlüsselelement der Lösung ist eine große Drehscheibe, die schwere LKWs auf der Stelle drehen kann und dadurch die Manövrierzeit verkürzt und das Risiko von Unfällen senkt – wobei letzteres durch eine wissenschaftliche Studie untermauert wurde.

Die Forschungsarbeiten, die gemeinsam von der australischen La Trobe University und dem deutschen Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE durchgeführt wurden, zeigen die signifikanten Vorteile, die sich daraus ergeben, dass bei der Einfahrt in bzw. der Ausfuhr aus Baustellen nur noch vorwärtsgerichtete Fahrzeugbewegungen erzwungen werden.

Chris Stoltz, Professor für Praxis und Technik an der La Trobe University, sagte, dass in Australien rückwärtsfahrende Fahrzeuge an 46 % aller tödlichen Unfälle mit LKWs auf Baustellen beteiligt sind.

Laut Professor Stoltz wurden zwischen 2003 und 2012 zehn Verkehrslotsen bei Unfällen mit Beteiligung von LKWs getötet, die oft mit dem Rückwärtsfahren von LKWs in Zusammenhang standen. »Außerdem starben 298 Bürger*innen bei Berufsunfällen mit LKWs«, so Professor Stoltz. Er sagte weiter, dass »in Großbritannien circa 28 % der arbeitsbedingten Todesfälle, bei denen Arbeiter oder Privatpersonen von einem Fahrzeug angefahren wurden, von rückwärtsfahrenden Fahrzeugen verursacht wurden«.

Dr. Dieter Rombach, Gründungsdirektor des Fraunhofer IESE und Professor für Software Engineering an der TU Kaiserslautern, sagte, dass die Mikrosimulationsmodellierung von Verkehrssituationen signifikante negative Auswirkungen durch LKWs zeigte, die rückwärts in Baustellen einfahren bzw. aus diesen ausfahren.

»Durch einfache Maßnahmen wie den Einsatz von LKW-Drehscheiben können diese negativen Auswirkungen auf ein vernachlässigbares Maß reduziert werden«, so Professor Rombach. »Behinderungen in Form von Verkehrsverzögerungen auf angrenzenden Straßen können von 80 % auf 8 % reduziert werden, wenn das Rückwärtsfahren von LKWs unterbunden wird«, erklärte Professor Rombach. »Und die Fahrzeuggeschwindigkeit kann dabei von 14 % auf nur noch 3 % reduziert werden«.

Professor Rombach sagte weiter, dass die Vorteile des Einsatzes von LKW-Drehscheiben sowohl bei geringem als auch bei hohem Verkehrsaufkommen offensichtlich sind. Die Studie, die auf Basis von Daten für australische Baustellen durchgeführt wurde, sei auch für Europa sehr interessant und könnte dazu beitragen, sowohl Unfälle als auch Manövrierzeiten zu reduzieren.

Durch den Nachweis der Wirksamkeit von LKW-Drehscheiben zur Verbesserung der Sicherheit und des Verkehrsmanagements auf und um Baustellen hoffen die Wissenschaftler, mit diesem Bericht das Verständnis von Bauunternehmen und Aufsichtsbehörden deutlich zu erhöhen.

Das Fraunhofer IESE und die La Trobe University planen, auf diesem Gebiet weiter zusammenzuarbeiten und die Studie in Europa zu replizieren, was ähnliche Resultate für städtische Gebiete oder Baustellen mit begrenztem Platzangebot (z.B. Tunnel) liefern sollte.

 

Weitere Informationen:

Chris Stoltz AM

Professor of Practice in Engineering

School of Engineering and Mathematical Sciences

E-Mail: c.stoltz@latrobe.edu.au

Tel.: +61 417 147631

ABN 64 804 735 113

CRI