Europa investiert 50 Millionen Euro in sichere automatisierte Systeme

Presseinformation / 20.6.2018

69 Partner, darunter das Fraunhofer IESE aus Kaiserslautern, arbeiten gemeinsam an der Entwicklung zukünftiger Technologien mit einem Fokus auf Security, Safety und Privacy über zahlreiche Anwendungsdomänen hinweg.

SECREDAS steht für „Product Security for Cross Domain Reliable Dependable Automated Systems”. Das SECREDAS-Konsortium – bestehend aus 69 Partnern aus 16 europäischen Ländern – hat das Forschungs- und Innovationsprojekt gestartet, das im Rahmen des ECSEL Joint Undertaking mit 50 Millionen Euro für den Aufbau einer DSGVO-konformen Referenzarchitektur für sichere automatisierte Systeme gefördert wird. Der Fokus liegt dabei auf den Bereichen Automotive, Schiene und persönliche Gesundheitsvorsorge, die alle ein hohes Maß an Sicherheit (sowohl Security als auch Safety) verlangen, und deckt Technologien wie Radar, Lidar, Vehicle-to-Infrastructure und In-Vehicle-Netzwerke ab.

Das Fraunhofer IESE übernimmt im Projekt SECREDAS die Leitung der Aufgaben in den Themenbereichen Supervisor Architecture for Mitigating Safety & Security Issues und Safety, Security & Privacy Analysis of Design Patterns. Die Supervisor-Architektur ermöglicht die Zuordnung der kritischsten Systemanforderungen zu einem hoch zuverlässigen Kanal. Die geplante Architektur nutzt den reichen Hintergrund des Instituts zu safety@runtime-Methoden. Für die Aufgabe, bei der es um die Analyse von Entwurfsmustern geht, verbinden die Abteilungen des Fraunhofer IESE zu Safety und Security ihre jeweiligen Kompetenzen zu einem gemeinsamen Entwicklungsprozess.

Das Projekt begann am 1. Mai 2018 und der Kick-off fand vom 16.-17. Mai bei NXP Semiconductors, dem Koordinator des Projekts, statt. Das Projekt ist auf eine Dauer von 3 Jahren ausgelegt. Eine Vorstellung der ersten Resultate wird beim ITS European Congress vom 3.-6. Juni 2019 in Helmond/Eindhoven, Niederlande erwartet (siehe https://2019.itsineurope.com/).

Bert De Colvenaer, geschäftsführender Leiter von ECSEL JU: „SECREDAS ist eines der ersten vom ECSEL JU geförderten Projekte, bei denen es um Security, Safety und Privacy über zahlreiche Anwendungsdomänen hinweg geht. Die neue europäische DSGVO bietet die Gelegenheit, zukünftige Technologien zu entwickeln, die dringende Fragen zu den Themen Safety, Security und Privacy beantworten können. Das Programm ECSEL JU zeigt damit wieder einmal seine Flexibilität, wenn es darum geht, sich neuen Herausforderungen zu stellen“.

Patrick Pype, Projektleiter von SECREDAS: „Wir sind stolz darauf, dass wir die wichtigsten europäischen Stakeholder mit Erfahrungen in den entsprechenden Anwendungsdomänen sowie im Bereich Security & Privacy zusammenbringen konnten. Dies wird zu einem gigantischen Sprung nach vorn führen, was das Vertauen der Verkehrsteilnehmer in autonome Verkehrsmittel und das Vertrauen in das Gesundheitswesen betrifft. Das Konsortium geht davon aus, dass bis 2030 25% aller Straßenfahrzeuge mit der SECREDAS-Technologie ausgestattet sein werden, was einem Wert von 10 Milliarden Euro entspricht“.

Die Verflechtung der Safety, Security & Privacy vernetzter und automatisierter Systeme ist für viele Verbraucher in der Europäischen Union ein Anliegen in zahlreichen Anwendungsdomänen.  Beispielsweise zögert in Europa jeder vierte potenzielle Käufer/Nutzer, wenn es um automatisiertes Fahren geht, was vor allem auf mangelndes Vertrauen in die Sicherheit auf diesem Gebiet zurückzuführen ist.  Daher müssen Industrie und Forschung gemeinsam eine Antwort erarbeiten, um dafür zu sorgen, dass diese Bedenken nicht länger Hindernisse für Weiterentwicklungen im Bereich des Verkehrs- und Gesundheitswesens darstellen.

Das übergeordnete Ziel von SECREDAS ist die Entwicklung und Validierung von Multi-Domain-Architekturmethodiken, Referenzarchitekturen, Komponenten und geeigneten Integrations- und Verifikationsansätzen für automatisierte Systeme sowie die Berücksichtigung von und Einflussnahme auf die Standardisierung, Zeritfizierung und Qualifizierung in verschiedenen Domänen, wobei hoher Schutz von Security und Privacy miteinander verbunden werden, unter Wahrung der Funktionssicherheit (Safety) und der Performanz. Mit SECREDAS erfolgt ein wichtiger Schritt in Richtung der Entwicklung „vertrauensbildender“ Komponenten und (Unter-)Systeme, insbesondere für die europäische Transport- und Medizinindustrie von morgen.

Die Vision von SECREDAS besteht darin, durch Bereitstellung der entsprechenden Mittel für die Erhöhung dieser Vertrauenswürdigkeit einen wichtigen Schritt nach vorn zu machen. Dies wird dazu beitragen, vernetzte und automatisierte Fahrzeuge zu einer Realität auf dem Markt werden zu lassen und damit sicherzustellen, dass europäische OEMs wettbewerbsfähig bleiben und zusammen mit den Anbietern von eingebetteten Systemen und Halbleitern ihre weltweite Führung behaupten können. Darüber hinaus befasst sich SECREDAS mit domänenübergreifenden Technologien auf den Gebieten Cyber-Security, Privacy und Safety im Bereich automatisierter Systeme in den Branchen persönliche Gesundheitsvorsorge & Schienenverkehr, mit starker Unterstützung domänenübergreifender Aktionen.

Weitere Informationen:


Fraunhofer IESE :

Patrik Feth, Projektleiter: patrik.feth@iese.fraunhofer.de

 

ECSEL JU :

Alun Foster, Head of Plans and Dissemination of the ECSEL JU (Communication related queries): Alun.foster@ecsel.europa.eu

Yves Gigase, Head of Programmes of the ECSEL JU (Technology related queries): Yves.gigase@ecsel.europa.eu