»Notfalltraining EPICSAVE« ist Preisträger im Innovationswettbewerb »Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen«

Presseinformation / 5.7.2017

Das Projekt EPICSAVE zählt zu »Ausgezeichneten Orten 2017«. Im Projekt geht es um die Entwicklung, Implementierung und Erprobung digitaler Medien in der beruflichen Bildung im Bereich der Notfallmedizin. Ziel ist es, einen neuen Trainingsansatz zu entwickeln, um Notfallsanitätern Handlungskompetenz in seltenen kritischen Notfällen zu vermitteln. Zu dem interdisziplinären Konsortium aus Notfallmedizinern, Medizindidaktikern, Virtual-Reality-(VR) und Serious-Game-Spezialisten zählt auch das Fraunhofer IESE aus Kaiserslautern. Das Fraunhofer IESE ist für die medizindidaktische Konzeption, die medizinischen Inhalte und die Evaluation des Projekts verantwortlich. »Deutschland – Land der Ideen« ist die gemeinsame Standortinitiative der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft, vertreten durch den BDI.

Notfallsanitäter bereiten sich in einer VR-Umgebung auf kritische Notfälle vor

Ein seltener kritischer Notfall – das kann zum Beispiel ein allergischer Schock bei einem Kind sein. Diese Situation wird im Rahmen der 3-jährigen Notfallsanitäterausbildung kaum auftreten, sodass die vollverantwortlichen Notfallsanitäter womöglich erst im späteren Berufsalltag mit einem solch kritischen Vorfall konfrontiert werden. Deshalb erarbeitet das interdisziplinäre Projektteam geeignete Trainingsmethoden in virtuellen Notfallszenarien. EPICSAVE integriert die Aspekte Didaktik, Medizin, Virtual Reality und Gaming zu einem neuartigen Trainingsmedium, welches die notfallmedizinische Ausbildung nachhaltig und teamorientiert verbessern kann. Die im Projekt eingesetzte Virtual-Reality-Umgebung erlaubt den angehenden Notfallsanitätern v. a. ein risikoloses Lernen und Reflektieren von Situationen, denen sie im Alltag nur sehr selten ausgesetzt sind und die mit den bisherigen Ausbildungsmethoden nicht ausreichend realitätsnah dargestellt werden konnten.  Der Projektleiter am IESE und Initiator des Projekts, Dr. Thomas Luiz, kennt aus seiner langjährigen Tätigkeit als Notarzt und Ausbilder im Rettungsdienst die vielfältigen Herausforderungen im Notfalleinsatz. Deshalb freut er sich mit seinem Team besonders über die Auszeichnung:

Das Projekt nutzt die Potenziale von Offenheit und Aufgeschlossenheit für Neues, indem Lernen in kritischen Situationen durch Reflektion virtueller Erlebnisse ohne Risiko möglich wird.

  • Es bewältigt künftige Herausforderungen, indem es die Handlungskompetenz von Notfallsanitätern in seltenen kritischen Notfällen stärkt.
  • Es ist innovativ, weil Didaktik mit Virtual-Reality- und Gaming-Methoden zu neuartigen Trainingsmedien kombiniert wird.
  • Es ist ein Vorbild, weil verschiedene Disziplinen zusammenarbeiten, um medizinische Ausbildung nachhaltig und teamorientiert zu verbessern.

Das EPICSAVE-Konsortium setzt sich wie folgt zusammen:

  • Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Institut für Visual Computing IVC, St. Augustin (Koordinator)
  • Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE, Kaiserslautern
  • Malteser Hilfsdienst gGmbH, Bildungszentrum der Region Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland(HRS), Wetzlar
  • Falck Rettungsdienst und die G.A.R.D. gGmbH, Akademie für Notfallmedizin Hansestadt Hamburg, Hamburg
  • TriCAT GmbH, Ulm
  • Hochschule Hannover, Hannover