Offizieller Startschuss für Digitale Dörfer 2.0

Presseinformation / 24.4.2017

Mit der heutigen Übergabe der Förderbescheide durch den Innenminister des Landes Rheinland-Pfalz, Roger Lewentz, geht das Projekt „Digitale Dörfer“ in die zweite Runde. Das Projekt zeigt auf, wie innovative Lösungen sinnvoll eingesetzt werden können, um die Chancen, die die Digitalisierung mit sich bringt, auch im ländlichen Raum zu nutzen. Die „Digitalen Dörfer“ sind ein Gemeinschaftsprojekt des Ministeriums des Innern und für Sport, des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering IESE, Kaiserslautern, der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V. und den rheinland-pfälzischen Verbandsgemeinden Betzdorf-Gebhardshain, Eisenberg und Göllheim.

© Foto Fraunhofer IESE

Bernd Frey, Prof. Liggesmeyer, Innenminister Roger Lewentz, Steffen Antweiler, Bernd Brato

In der ersten Projektphase von 2015 bis 2016 evaluierte das Fraunhofer IESE in den digitalen Dörfern Betzdorf-Gebhardshain, Eisenberg und Göllheim Konzepte zur Vernetzung der Bürger durch digitale Technik im Sinne einer modernen Nachbarschaftshilfe. Die Forscher haben gemeinsam mit den Bürgern, Unternehmen, den Verbandsgemeinden und der Entwicklungsagentur digitale Anwendungen entwickelt und das Zusammenspiel von Handel, freiwilligen Helfern und Verwaltung untersucht. Dazu Prof. Dr.-Ing. Peter Liggesmeyer, Institutsleiter des Fraunhofer IESE: „Im Rahmen des Forschungsprogramms Smart Rural Areas untersucht das Fraunhofer IESE, wie das Potenzial in ländlich geprägten Regionen besser ausgeschöpft werden kann. Schon die erste Projektphase hat uns im realen Kontext gezeigt, dass digitale Technik den Austausch von Bürgern, Unternehmen und Kommunen fördert und das Miteinander der beteiligten Akteure positiv beeinflusst. Mit der Fortsetzung des Projektes ‚Digitale Dörfer 2.0‘ werden wir in den nächsten Jahren weitere Anwendungsfälle erproben.“

Die Testregionen, die auch in der zweiten Projektphase mitwirken, können in der Planungsphase erneut eigene Wünsche und Ideen einfließen lassen, sodass im Projekt ausschließlich konkrete Problemlagen vor Ort betrachtet werden. Das Projektvorgehen ist dabei so ausgelegt, dass in Living Labs die Bürger vor Ort in die Gestaltung einbezogen werden. Mögliche Themen befassen sich mit digitalen Lösungen in den Bereichen Kommunikation, Dorfleben, mobilen Angeboten im ländlichen Raum und dezentralen Diensten im Sinne eines „Dorfzentrums 2.0“. „Es ist eines unserer Markenzeichen in Rheinland-Pfalz, dass wir Spitzenforschung mit den Bedürfnissen vor Ort verknüpfen, so wie bei den ‚Digitalen Dörfern‘“, erläuterte der rheinlandpfälzische Innenminister Roger Lewentz. Die zweite Phase „Digitale Dörfer 2.0“ wird vom Innenministerium im Zeitraum 2017 bis 2019 gefördert. Die Verbandsgemeinden erhalten zusammen 360.000 Euro. Die Forschung des Fraunhofer IESE wird mit 1,35 Mio. Euro unterstützt. Das Institut stellt einen Betrag in ähnlicher Höhe gegenüber. Die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz bringt sich mit 100.000 Euro Personalkosten ein.

„Dass wir sowohl thematisch wie in der Projektorganisation auf dem richtigen Weg sind, zeigt sich einerseits am großen Interesse anderer Bundesländer, die ‚Digitalen Dörfer‘ zu kopieren und andererseits am großen Engagement der Bürgerschaft vor Ort“, so Minister Lewentz. Eine wesentliche Erkenntnis für die Arbeit des Ministeriums sei es, dass Digitalisierung nicht die Lösung, sondern ein wichtiges Instrument der Kommunalentwicklung werde, das immer das Engagement in den örtlichen Verwaltungen voraussetze. „Entscheidend wird daher am Ende auch nicht sein, möglichst viele, technisch herausragende Lösungen zu haben, sondern sie mit den Menschen, zu ihrem Nutzen, umzusetzen", so Lewentz bei der Übergabe der Förderbescheide.