Fraunhofer IESE: Tausende neue Nutzer der DorfFunk-App in Rheinland-Pfalz

Presseinformation / 04. Mai 2020

+++ Kommunikations-Tools DorfFunk und DorfNews seit Ende März landesweit verfügbar
+++ Innerhalb eines Monats über 20.000 Neuregistrierungen
+++ Verbandsgemeinde Alzey-Land verzeichnet höchste Zahl an Neu-Anmeldungen

Aus digital wird sozial: Angesichts des aktuell gesteigerten Bedarfs an Online-Kommunikationsmitteln hat das rheinland-pfälzische Innenministerium gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE Ende März entschieden, die beiden digitalen Kommunikationsdienste DorfFunk und DorfNews kostenfrei landesweit freizuschalten. Mit der Bereitstellung der beiden Dienste soll das soziale Miteinander der Menschen trotz anhaltender Kontaktsperre während der Corona-Krise gestärkt werden. Mit Erfolg: Seit Beginn des Rollouts am 30. März verzeichnet allein die DorfFunk-App über 20.000 Neuregistrierungen (Stichtag: 26. April). Sowohl die DorfFunk-App als auch die DorfNews-Seite sind im Rahmen des Modellprojekts „Digitale Dörfer“ am Fraunhofer IESE entstanden.

Mit insgesamt 1.593 Nutzerinnen und Nutzern führt die Verbandsgemeinde Alzey-Land das Ranking mit den meisten Neu-Anmeldungen im Berichtszeitraum an. Dahinter landen Wittlich-Land (1.198) und Bernkastel-Kues (1.096).

 

Tabelle: Neu freigeschaltete Verbandsgemeinden mit den höchsten Neuregistrierungen im DorfFunk
Verbandsgemeinde Nutzer*innen
Alzey-Land 1.593
Wittlich-Land 1.198
Bernkastel-Kues 1.096
Traben-Trarbach 829
Rüdesheim 624
Rhein-Selz 592
Nahe-Glan 430
Schweich 416
Maifeld 404
Bitburger Land 398

 

Dr. Matthias Berg, Projektleiter „Digitale Dörfer“ am Fraunhofer IESE, freut sich über das positive Feedback zu den Tools aus den Verbandsgemeinden: „Die letzten vier Wochen haben gezeigt, dass die Digitalen-Dörfer-Dienste in vielen Gemeinden in Rheinland-Pfalz einen wertvollen Beitrag dazu leisten können, das soziale Leben unter extremen Bedingungen aufrechtzuerhalten. Wir sind überzeugt, dass sich diese positiven Effekte fortsetzen, wenn sich die Lage nach und nach wieder normalisiert.“

Funken, plauschen und informieren

Die Kommunikations-Tools bieten zahlreiche Funktionen: Über »Funkkanäle« können die Bürgerinnen und Bürger beispielsweise miteinander »plauschen«, (Nachbarschafts-)Dienste »suchen« oder »anbieten« und sich im Gruppenchat miteinander über bestimmte Themen austauschen. Konkret nutzen die Bewohner der rheinland-pfälzischen Verbandsgemeinden den DorfFunk in Zeiten der Corona-Pandemie etwa, um eine Vielzahl an Unterstützungsangeboten einzustellen: von Einkaufshilfe über Gartenarbeit bis hin zum Nähen von Mundschutzmasken.

Auf der zentralen DorfNews-Seite »RLP Aktuell« besteht außerdem die Möglichkeit, Beiträge und Veranstaltungshinweise zu publizieren. Verwaltungen können beispielsweise amtliche Meldungen in ihrer Region (Landkreise, kreisfreie Städte oder Verbandsgemeinden) veröffentlichen. Die Erstellung der Benutzerzugänge sowie die Freischaltung der einzelnen Beiträge erfolgt dabei durch das Serviceteam des Fraunhofer IESE.

DorfFunk auch in Bayern und Schleswig-Holstein

Mit dem Modellprojekt „Digitale Dörfer“ wird die Vision verfolgt, Menschen abseits großer Städte mithilfe der Digitalisierung besser miteinander zu verbinden und neue, innovative Perspektiven für ein attraktives Leben auf dem Land zu schaffen. Vor Ausbruch der Corona-Pandemie waren die digitalen Lösungen bereits in den Modellkommunen Betzdorf-Gebhardshain, Eisenberg, Göllheim und in einigen weiteren Gemeinden im Einsatz (Oberweiler, Bad Marienberg, Bodenheim, Dreis-Brück und im Kreis Vulkaneifel).

Unabhängig von Rheinland-Pfalz haben auch die Bundesländer Schleswig-Holstein und Bayern das Potenzial der digitalen Lösungen für das soziale Miteinander in Krisenzeiten erkannt: Schleswig-Holstein hat DorfFunk und DorfNews landesweit ausgerollt. In Bayern erfolgt die Bereitstellung der App als »BayernFunk« für interessierte Kommunen auf Anfrage. Die Lösungen aus den »Digitalen Dörfern« können prinzipiell im gesamten Bundesgebiet genutzt werden.

Mehr Informationen zum Projekt »Digitale Dörfer« unter: www.digitale-doerfer.de.