MANTIS

Ein wesentliches Merkmal des Internet-Zeitalters ist die Geschwindigkeit, mit der neue Angebote und Lösungen entstehen. Auch wenn softwarebasierte Dienste in kurzer Zeit entwickelt und angeboten werden können, erfordern sie eine solide Basis und Konzepte im Hintergrund, um beispielsweise kundenspezifische Angebote und neue Datenverknüpfungen erst zu ermöglichen.

Das Vorgehen ist meist ähnlich: Sensordaten über den Maschinenzustand werden mit Nutzungsprofil und Anwendungskontext in Korrelation gesetzt. Durch die Datenauswertung einer großen Anzahl von Maschinen kann der Hersteller mit »Big-Data«-Analysen eine Vorhersage zur Ausfallwahrscheinlichkeit treffen, die für die Planung der Wartung genutzt wird. Für eine ganzheitliche, umfassende Lösung fehlen bisher jedoch Standards und Strukturen. Jeder Hersteller kocht sein eigenes Süppchen und viele Einzellösungen sind in der Summe teuer und unflexibel.

Hier setzt das 2015 gestartete europäische Projekt MANTIS an: Über mehrere Anwendungsbereiche hinweg soll ein Baukasten für prädiktive Wartung entstehen, der über eine einheitliche Referenzarchitektur flexibel für die unterschiedlichsten Einsatzzwecke konfiguriert werden kann. Dabei werden stationäre Anlagen wie Windkraftanlagen ebenso unterstützt wie mobile Maschinen, die ggf. auch eine Zeitlang ohne Datenanbindung operieren müssen. Das Fraunhofer IESE bringt dabei seine Kompetenzen im Systems Engineering in das Projekt ein und leitet die Arbeiten für die Konzeption der Referenzarchitektur mit dem Anspruch, eine Plattform für unterschiedliche Einsatzzwecke zu liefern.