SOFTWARE-CLUSTER

Die nächste Generation von Unternehmenssoftware

Der Software-Cluster geht in die zweite Runde. Die im Spitzenclusterwettbewerb der Bundesregierung ausgezeichnete Region rund um die Software-Standorte Kaiserslautern, Darmstadt, Karlsruhe, Saarbrücken und Walldorf hat erfolgreich die Zwischenevaluation durch eine internationale Jury bestanden. Damit können die Partner die begonnenen Projekte zur Schaffung der Grundlagen der Unternehmenssoftware der Zukunft fortsetzen und den deutschen Software- Cluster dauerhaft in der internationalen Spitzengruppe etablieren. Verantwortlich für das positive Abschneiden waren unter anderem auch die erstklassigen Ergebnisse aus den Verbundvorhaben Emergent und SWINNG.

Im Projekt »Emergent«, das unter der Führung des Fraunhofer IESE die Grundlagen der nächsten Generation der Unternehmenssoftware erforscht und entwickelt, wurde beispielsweise die Engineering Software App erstellt, ein digitales Methodenhandbuch für das iPad. Als erstes Beispiel wurde eine Methode zur Konzeption von mobilen Geschäftsanwendungen (mConcAppt) realisiert. mConcAppt beschreibt einen Ansatz für die Anforderungserhebung sowie das UI und Interaktionsdesign für mobile Geschäftsanwendungen, der sehr einfach in bestehende Entwicklungsprozesse integriert werden kann. Die App zeigt und erklärt dabei die einzelnen Methodenschritte mithilfe von Textbeispielen, Vorlagen, Bildern und Videos. Bei der Erstellung der App wurde viel Wert auf eine hohe User Experience gelegt, um auch Personen, die keine Experten auf dem Gebiet des Software Engineering sind, einen schnellen und einfachen Zugang zu diesem doch recht komplexen Thema zu bieten. Somit eignet sich die App sowohl für Einsteiger als auch für Experten gleich gut. Als zweite Methode wurde eine Anforderungserhebungsmethode zur Erstellung von intuitiven Benutzungsschnittstellen aus dem IBIS-Projekt integriert.

Im Rahmen des zweiten Cluster-Projekts »SWINNG« geht es schwerpunktmäßig um die Konzeption geeigneter Entwicklungsprozesse für die Unternehmenssoftware der Zukunft sowie die so genannte Cluster-Governance, d.h. die Optimierung der internen Abläufe des Clusters sowie die Verbreitung der entwickelten Innovationen innerhalb und außerhalb der Cluster-Region. Eine zentrale Aufgabe des Fraunhofer IESE liegt dabei in der Evaluation des Clusters als solchem und der entwickelten Konzepte und Lösungen. Hierzu wurde beispielsweise die Vernetzung der Cluster-Partner sowie der Qualifikationsbedarf von Fachkräften untersucht. In diesem Zusammenhang wurde eine Umfrage unter rheinland-pfälzischen KMU zur Erfassung der Praxissicht auf den Bedarf an emergenter Software durchgeführt. Um die kontinuierliche Weiterentwicklung des Clusters zu gewährleisten, besteht eine weitere Aufgabe darin, die kritischen Prozesse innerhalb des Clusters selbst zu erfassen und zu optimieren. Dazu zählen beispielsweise Prozesse zur internationalen Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, zum Technologietransfer und zur Unterstützung von Existenzgründern aus dem Cluster heraus.

Als drittes Projekt im Cluster mit Beteiligung des Fraunhofer IESE startet im Frühjahr 2013 das Projekt »Softwareinnovationen für das digitale Unternehmen« (SINNODIUM). SINNODIUM führt die Ergebnisse aus den vorangegangenen Cluster-Projekten zusammen und entwickelt sie weiter. Besondere Aufmerksamkeit widmet SINNODIUM mobilen Endgeräten, die auch im Unternehmenskontext auf dem Vormarsch sind. Hier stehen vor allem Konzepte für Benutzerschnittstellen und Sicherheitsaspekte beim Einsatz solcher Geräte im Unternehmensumfeld im Mittelpunkt der Betrachtungen. Das Fraunhofer IESE führt im Projekt SINNODIUM seine Arbeiten im Bereich Interoperabilität, IT-Sicherheit und Cluster-Governance fort.

Als besonderes Highlight des Jahres 2012 wurden die am Fraunhofer IESE tätigen Wissenschaftler Christian Jung, Balthasar Weitzel und Dominik Rost in den Software-Campus aufgenommen. Der Software-Campus richtet sich ausschließlich an exzellente Master- und Promotionsstudierende und hat das Ziel, die IT-Führungskräfte von morgen auszubilden. Dazu kombiniert er Spitzenforschung in innovativen IT-Forschungsprojekten und Führungskräftetrainings durch die Industriepartner des Software-Campus. Gefördert wird der Software-Campus vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Gefördert vom