Lufthansa Systems AG

Prototyping von mobilen Applikationen

Mobile Applikationen (mobile Apps) werden immer häufiger professionell eingesetzt, um Kunden innovative Services anzubieten oder die Produktivität der eigenen Mitarbeiter durch mobile Technologie zu erhöhen. Dabei stehen viele Organisationen vor der Fragestellung, welche Services sie in Form von Apps auf mobilen Endgeräten zur Verfügung stellen sollten, welche Plattformen (iOS, Android, Blackberry, Symbian, Windows Phone 7,…) sie wählen sollen bzw. ob und wie eine solche Anwendung auf der jeweiligen Plattform umsetzbar ist.

Das Fraunhofer IESE beschäftigt sich in seiner Research Area »Business Goes Mobile« unter anderem mit den oben genannten Fragen und bietet seinen Kunden methodische Unterstützung bei der Umsetzung mobiler Apps an. Zu den angebotenen Services gehört u.a., in Zusammenarbeit mit dem Kunden die Anforderungen an eine mobile App auszuarbeiten, eine geeignete Plattform auszuwählen, ein plattformspezifisches UI-Design zu entwerfen, eine Architektur für die mobile App und deren Integration in die organisationsspezifische IT- Infrastruktur zu designen und die mobile App prototypisch auf der ausgewählten Plattform umzusetzen.

Lufthansa Systems bietet IT-Dienstleistungen für verschiedenste Branchen und hat eine weltweit führende Position in der Aviation-Industrie. Das Portfolio reicht von der IT-Beratung über die Entwicklung und Implementierung von Branchenlösungen bis zum Betrieb in den eigenen Rechenzentren. Auch in der Luftverkehrsbranche wird mobile Unterstützung zunehmend als selbstverständlich vorausgesetzt.

Das Fraunhofer IESE und Lufthansa Systems haben sich zum Ziel gesetzt, die standardisierte Entwicklung von mobilen Apps als Ergänzung zu bestehenden Produkten vorzubereiten. Anhand eines konkreten Beispiels wurde ein Prozess vom Feature zum lauffähigen Prototyp definiert und erprobt. Als initiale Plattform wurde iOS bzw. das iPhone ausgewählt, allerdings mit der Prämisse, dass die Methodik auch leicht auf andere Plattformen übertragbar sein soll.

In erster Linie war das erklärte Ziel, methodisch die Entwicklung einer nativen iPhone App zu unterstützen, die eine hohe User Experience ermöglicht. Eine hohe User Experience ist bei mobilen Apps von essenzieller Bedeutung, da Benutzer ansonsten die App nach einmaliger Benutzung erfahrungsgemäß wieder deinstallieren. Die eingesetzte Methodik sieht vor, durch Techniken wie Paper Prototyping das UI Interaction Design zu unterstützen, um potenziellen Benutzern frühzeitig die Möglichkeit zu geben, bestimmte Benutzungsszenarien durchzuspielen. Die Methodik sieht weiterhin eine explizite Architekturdesignphase vor, da auch vermeintlich kleine mobile Apps explizite Designentscheidungen erfordern, um beispielsweise die App sauber in die Infrastruktur einer Fluglinie zu integrieren und die Erfüllung weiterer Qualitätsanforderungen wie Wartbarkeit oder Performanz zu ermöglichen.

Das UI und das Interaction Design sowie der Architekturentwurf wurden hauptsächlich von Experten aus der Research Area »Business Goes Mobile« erstellt, während die Implementierung des Prototyps wie schon in anderen vergleichbaren Kundenprojekten des Fraunhofer IESE von einem Team studentischer Entwickler durchgeführt werden konnte. Dadurch kann ein Großteil des Projektbudgets in die Konzeption einer mobilen App investiert werden und bei der Implementierung des Prototyps werden Kosten gespart.