John Deere

Hightech in der Nutzfahrzeugindustrie

In der modernen Landtechnik sind Produkte ohne erheblichen Softwareanteil längst nicht mehr denkbar. Aktuelle Landmaschinen und insbesondere Traktoren sind üblicherweise mit einer Vielzahl von elektronischen Steuergeräten ausgestattet, die Aufgaben von der Motorsteuerung über sicherheitsrelevante Funktionen bis hin zu vernetzten landwirtschaftlichen Anwendungen übernehmen. Viele der ehemals rein mechanischen Bedienelemente sind in modernen Traktoren mittlerweile durch interaktive, grafische Displays ersetzt worden.

Die Entwicklung solcher Displays, die im Falle von John Deere unter anderem in Zweibrücken und mittlerweile in Kaiserslautern stattfindet, birgt Herausforderungen in zweierlei Hinsicht: Da die Displays immer komplexere Aufgaben übernehmen müssen, wird auch die zu entwickelnde Software entsprechend komplex. Zudem muss für verschiedene Landmaschinen und Anwendungen eine Reihe von Displayvarianten entwickelt werden. Dies führt dazu, dass bestimmte Anteile der Software je nach Produkt anders entwickelt und qualitätsgesichert werden müssen, was zu erhöhtem Aufwand führt, insbesondere in der Wartung und Weiterentwicklung.

Im Rahmen des Innovationsclusters »Digitale Nutzfahrzeugtechnologie« (DNT) arbeitet John Deere daher eng mit Forschern des Fraunhofer IESE zusammen. Dabei nutzt John Deere die Vorteile des Clusters in mehrfacher Hinsicht: Die inhaltlichen Schwerpunkte des Clusters sind in die Bereiche Grundlagenforschung, Methodenentwicklung und Anwendungsprojekte unterteilt. Als strategischer Partner nutzt John Deere damit nicht nur die Forschungsergebnisse des Nutzfahrzeugclusters mit kundenspezifischen Anwendungsprojekten, sondern ist darüber hinaus in der Lage, die Grundlagen- und Methodenentwicklung so zu beeinflussen, dass die Forschungsergebnisse möglichst zu den Problemstellungen passen, die für John Deere relevant sind.

Im Kontext des Innovationsclusters DNT wurden die Herausforderungen der Variantenvielfalt sowie der zunehmenden Komplexität der Software in einem Anwendungsprojekt adressiert. Dabei analysierten die Forscher des Fraunhofer IESE gemeinsam mit John Deere die Software aktueller Displaysysteme bezüglich deren Architekturen. Die dabei eingesetzten Methoden, Techniken und Werkzeuge wurden am Fraunhofer IESE entwickelt. Durch die durchgeführten Analysen konnten Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet werden, anhand derer sich sowohl die Komplexität als auch die Variantenvielfalt systematisch in den Griff bekommen lässt. Die abgeleiteten Verbesserungsmaßnahmen konnten von John Deere unter Zuhilfenahme von Fraunhofer- Werkzeugen schrittweise adressiert werden.