EMC2

Sichere Teamarbeit in offenen Systemen

Dank Multi-Core-CPUs bewältigen die neuesten Generationen eingebetteter Systeme hochkomplexe Aufgabenstellungen bei verhältnismäßig geringen Kosten. Aus in sich geschlossenen Systemen werden offene Systeme – so genannte »Smart Ecosystems« –, die in jeder Situation zuverlässig agieren müssen. Deshalb sorgen Forscher jetzt in einem europäischen Großprojekt dafür, dass die Sicherheit nicht auf der Strecke bleibt: Fast 100 Partnerinstitutionen, ein Volumen von annähernd 100 Millionen Euro und etwa 800 Personenjahre an geplanter Arbeitskraft – das sind die Kennzahlen des europäischen Projekts EMC², des bisher größten seiner Art. Forschung und Industrie wollen hierbei gemeinsam die Voraussetzungen schaffen, damit die Steuergeräte von morgen diverse und wechselnde Aufgaben sicher bewältigen können. Denn viele der Steuerungsaufgaben sind »sicherheitskritisch«; das heißt, der Bremsassistent oder das Spurhaltesystem im Auto ebenso wie die Schubregelung eines Flugzeugs oder die Bewegungskontrolle eines Industrieroboters am Montageband müssen einfach zu 100 % verlässlich funktionieren, sonst sind im Ernstfall Menschenleben gefährdet.

Im EMC2-Arbeitspaket »Systemqualifizierung und -zertifizierung« entwickeln Wissenschaftler unter Leitung des Fraunhofer IESE hierfür Grundlagen und Lösungen. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei, dass die Vielzahl beteiligter Systeme und die Ausweitung der Kommunikationsstrecken Hackern eine große Angriffsfläche bieten. Mit Safety & Security Co-Engineering werden die Herausforderungen an eine sichere Funktionalität gemeinsam mit der Problematik der Verwundbarkeit berücksichtigt. Darüber hinaus ist aufgrund der Offenheit und Anpassungsfähigkeit der betrachteten Systeme eine Zertifizierung mit etablierten Ansätzen nicht ohne weiteres möglich. Es werden daher Verfahren entwickelt, um Teile der Zertifizierungsaktivitäten zu automatisieren und in die Laufzeit zu verschieben.