automotiveHMI

Optimierte HMI-Entwicklung in der Automobilbranche

Innovationen im Automobilbereich erstrecken sich heutzutage überwiegend auf den Bereich der Elektronik bzw. Elektrotechnik. Der Mensch als Benutzer ist dabei auf Benutzungsschnittstellen angewiesen. Trotz steigender Anforderungen, kürzerer Produktentwicklungszyklen und steigender Qualitätsanforderungen muss eine hohe Qualität dieser Interaktionsschnittstellen gewährleistet werden.

Das Projekt automotiveHMI hat das Ziel, die Entwicklungsprozesse für Benutzungsschnittstellen zu optimieren. Dies wird erreicht, indem zunächst die momentanen Zustände dieser Prozesse erhoben werden und auf dieser Basis ein zukünftiger Referenz-HMI-Entwicklungsprozess beschrieben wird. Dieser Referenzprozess ist ein integrierter Ansatz basierend auf standardisierten Sprachen, Modellen und Schnittstellen für alle beteiligten Unternehmen, vom Automobilproduzenten über den Zulieferer bis zum Hersteller der verwendeten Tools.

Das Fraunhofer IESE als unabhängiger Partner stellt an dieser Stelle sicher, dass die unterschiedlichen Interessen in angemessener Weise berücksichtigt werden und dass zusätzlich neue, multimediale und multimodale Interaktionsformen neuartiger Bediensysteme berücksichtigt werden. Ein wesentlicher Punkt hierbei ist die durchgängige Entwicklung möglichst ohne Medienbrüche. Dies wird durch eine Modellierungssprache erreicht, welche eine durchgängige, interdisziplinäre, modellgetriebene Entwicklung ermöglicht. Das Fraunhofer IESE ist im Projekt federführend für die Anforderungserhebung, die Erstellung des Referenzprozesses und die Definition des HMI-Datenmodells verantwortlich. Begleitende Arbeiten finden sich zusätzlich vor allem im Bereich der HMI-Modellierungssprache, des modellbasierten Testens von HMI-Komponenten und des Change Managements.

In der ersten Phase des Projekts, der Analysephase, war das Fraunhofer IESE maßgeblich an der Erstellung eines Fragenkataloges beteiligt, der systematisch aktuelle Prozesse sowie involvierte Rollen, Werkzeuge und Schnittstellen bei den Partnern erhob. Dieser Fragenkatalog wurde zunächst elektronisch zur Vorbereitung an alle Partner verschickt; anschließend wurden in Form eines Workshops vor Ort alle wichtigen Informationen ermittelt und Unklarheiten beseitigt. Die erhobenen Informationen wurden analysiert, individuell aufbereitet und den Partnern zum Review und zur internen Freigabe übersandt. Abschließend wurde ein anonymisiertes Dokument erstellt, welches die umfassenden Ergebnisse der kompletten Analysephase zusammenfasste.

Die hierbei angewendete methodische Vorgehensweise stellt eine hohe Qualität der erhobenen Informationen sicher, sodass auf Basis dieses Dokuments ein abstrakter HMI-Referenzentwicklungsprozess defi niert werden konnte, in dem sich sowohl OEMs und Zulieferer als auch Toolhersteller wiederfi nden, und der fortan als Basis für die Aktivitäten im Projekt gilt.

Zentrale Ziele in der zweiten Phase des Projekts sind seitens des Fraunhofer IESE die Definition und Entwicklung eines Datenmodells, die Reduzierung der Komplexität von HMI-Entwicklungsprozessen und die Vorgabe der Elemente, die von der Modellierungssprache entwickelt werden sollen. Auf Basis des in der ersten Phase entwickelten Referenzprozesses definiert das Fraunhofer IESE hier aktuell die in der HMI-Toolkette zu verwaltenden Objekte und spezifiziert deren Attribute und Zusammenhänge. Darüber hinaus werden repräsentative, datenspezifische Anwendungsfälle für das zu entwickelnde Datenmodell abgeleitet, bevor dieses konkret entwickelt wird, um als Input für die im weiteren Projektverlauf erstellte Modellierungssprache zu fungieren.