{"id":9810,"date":"2022-11-09T15:09:45","date_gmt":"2022-11-09T14:09:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/?p=9810"},"modified":"2024-01-22T10:36:39","modified_gmt":"2024-01-22T09:36:39","slug":"video-content-in-der-wissenschaftskommunikation-das-forschungsprojekt-enstadtpfaff-machts-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/video-content-in-der-wissenschaftskommunikation-das-forschungsprojekt-enstadtpfaff-machts-vor\/","title":{"rendered":"Video-Content in der Wissenschaftskommunikation &#8211; das Forschungsprojekt \u00bbEnStadt:Pfaff\u00ab macht\u2019s vor!"},"content":{"rendered":"<p class=\"lead\">Video-Content wird auch in der <strong>Wissenschaftskommunikation<\/strong> immer wichtiger: Die Ergebnisse von Forschungsprojekten, insbesondere auch \u00f6ffentlich gef\u00f6rderten, sind nicht nur f\u00fcr andere Wissenschaftler*innen interessant, sondern auch f\u00fcr eine breite Masse von Menschen. <strong>Wissenschaftskommunikation<\/strong> stellt damit einen wesentlichen Teil solcher Projekte dar. Zu den typischen Wegen, um Wissen der Allgemeinheit zug\u00e4nglich zu machen, z\u00e4hlen wissenschaftliche Ver\u00f6ffentlichungen in Form von Papern, Pr\u00e4sentationen auf Konferenzen oder die Verbreitung der Inhalte auf Projektwebseiten. Dabei sind eine wissenschaftliche Exaktheit und formale Sprache f\u00fcr diese Art der Ver\u00f6ffentlichung notwendig und wichtig. Gleichzeitig schr\u00e4nken die genannten Kriterien aber auch den Adressatenkreis stark ein. In den letzten eineinhalb Jahren sind wir, das Fraunhofer IESE, deshalb bewusst noch einen weiteren Weg gegangen und haben verst\u00e4rkt Videos erstellt und Videomaterial auf einem YouTube-Kanal, dem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UCK8LjvcvaCHBF-voo0qcqqA\">Quartierswerkstatt-Channel<\/a> ver\u00f6ffentlicht. So gelang es uns, unsere Ergebnisse mit der breiten \u00d6ffentlichkeit zu teilen und \u00fcber unsere Forschung zu berichten.<\/p>\n<p>Das ist nat\u00fcrlich erstmal kein g\u00e4nzlich neuer Weg im Allgemeinen. Gerade auf YouTube findet man einige \u00bbScience Channels\u00ab, die sich meist mit einem bestimmten Themengebiet besch\u00e4ftigen und sehr gute Inhalte bieten. Wir haben aber festgestellt, dass viele Forschungsprojekte diesen Weg nicht beschreiten, um \u00fcber ihre Ergebnisse zu berichten, dies nur mit einer sehr begrenzten Anzahl von Videos tun oder die Qualit\u00e4t der Videos eher schlecht ist. In diesem Artikel m\u00f6chten wir unsere Erfahrungen mit Wissenschaftskommunikation von Forschungsprojektergebnissen und unsere ersten Schritte mit anderen teilen und einige Fragen, die uns selbst besch\u00e4ftigen, aufwerfen. Wir sind \u00fcberzeugt davon, dass Wissenschaftskommunikation via Videos deutlich dazu beitragen kann, Projekte besser verst\u00e4ndlich zu machen und deren Ergebnisse dann auch besser nutzen zu k\u00f6nnen. Zudem glauben wir, dass zuk\u00fcnftig solche Verbreitungswege eine viel gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen werden. Anhand des EnStadt:Pfaff Forschungsprojekts wollen wir unsere Erfahrungen und einige Lessons Learned teilen.<\/p>\n<h2>Wissenschaftskommunikation am Beispiel des Forschungsprojektes EnStadt:Pfaff<\/h2>\n<p>In dem 2017 gestarteten Forschungsprojekt EnStadt:Pfaff geht es um die Entwicklung eines klimaneutralen Stadtquartiers auf dem Pfaffgel\u00e4nde. Pfaff war ein ehemals gro\u00dfes Unternehmen f\u00fcr N\u00e4hmaschinen in der Stadt Kaiserslautern, in dem \u00fcber Jahrzehnte Tausende von Menschen arbeiteten, bevor das Unternehmen Insolvenz anmelden musste. Damit ist Pfaff zwar kein aktiv in der Stadt Kaiserslautern agierendes Unternehmen, aber der Name (und der Stadtteil, in dem derzeit das neue klimaneutrale Stadtquartier entwickelt wird) ist vielen Menschen bekannt. Viele von ihnen haben pers\u00f6nliche Beziehungen zu dem Unternehmen und zu diesem Gebiet und sind daher an der Entwicklung des Stadtteils und den Ergebnissen des Projekts interessiert.<\/p>\n<p>Im Projekt werden verschiedene Themen wie Energie, Mobilit\u00e4t, Wohnen oder Gemeinschaft von insgesamt acht Projektpartnern bearbeitet. Wir, das Fraunhofer IESE, sind dabei insbesondere f\u00fcr digitale L\u00f6sungen zust\u00e4ndig, d.h. wir stellen uns die Frage, wie die digitale Transformation klimaneutrales Verhalten unterst\u00fctzen kann. Dar\u00fcber hinaus gilt unser Interesse den zuk\u00fcnftigen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern des Stadtteils. Da der Klimawandel ein zunehmend relevantes Thema ist, das fast jede*n betrifft, sprich von einfachen B\u00fcrger*innen bis hin zum Unternehmen, ist es f\u00fcr uns eine gro\u00dfe Motivation, die Ergebnisse, die wir im Projekt entwickelt haben, zu teilen. Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass neben dem allgemeinen Interesse vieler B\u00fcrger*innen an Klimathemen auch viele Menschen in Kaiserslautern aufgrund ihrer Erinnerungen an Pfaff ein starkes Interesse daran haben, was im Stadtteil passiert. Wir wollen diese Menschen m\u00f6glichst einbeziehen, und ein wichtiger Aspekt dabei ist der Austausch von Ergebnissen aus dem Projekt.<\/p>\n<h3>Welche Ziele sollen mit Wissenschaftskommunikation erreicht werden?<\/h3>\n<p>Mit Wissenschaftskommunikation wollen wir der Gesellschaft wissenschaftliche Ergebnisse und Erkenntnisse vermitteln. Unser Ziel ist es, interessierte Zuschauer*innen \u00fcber das Projekt selbst und \u00fcber seine Ergebnisse zu informieren und so m\u00f6glicherweise weiteres Interesse an der Wissenschaft im Allgemeinen zu wecken. Unsere Hauptmotivation besteht darin, eine gro\u00dfe Anzahl von Menschen zu erreichen, vor allem vor Ort. Deshalb haben analysierten wir, wie andere Forscher und andere Fachleute Inhalte verbreiten. Offline-Instrumente wie Flyer kamen f\u00fcr uns nicht in Frage, da sie u.a. nicht zu den von j\u00fcngeren B\u00fcrgern verwendeten Medien passen. Durch die Covid-19-Pandemie war zudem das Veranstalten von Events im klassischen Sinne zur Weitergabe von Informationen eine lange Zeit nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<h3>Unsere Idee: Wissenschaftskommunikation im digitalen Format<\/h3>\n<p>Um Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter so einfach und universell zug\u00e4nglich wie m\u00f6glich zu gestalten, entschlossen wir uns schlie\u00dflich dazu, unsere Erkenntnisse und Ergebnisse via Videos und deren Ver\u00f6ffentlichung auf YouTube mit der \u00d6ffentlichkeit zu teilen. Wir starteten also einen YouTube-Kanal mit dem Namen \u00bbQuartierswerkstatt\u00ab. Dieser ist angelehnt an eine f\u00fcr das ehemalige Pfaff-Gel\u00e4nde geplanten Raum \u2013 eben eine \u00bbWerkstatt\u00ab \u2013 der dazu dienen soll, mit unterschiedlichen Personen in Kontakt zu kommen und in dem verschiedene Veranstaltungen, insbesondere mit dem Zweck zur F\u00f6rderung der Interaktion zwischen B\u00fcrger*innen, angeboten werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Wissenschaftskommunikation am IESE \u2013 unsere bisherige Umsetzung im Projekt<\/h3>\n<p>Im Laufe von eineinhalb Jahren bauten wir am Fraunhofer IESE ein professionelles Videostudio auf. Dabei handelte es sich um einen schrittweisen Prozess, bei dem wir mit einer anf\u00e4nglichen Vision des Studios starten und diese immer detaillierter ausreiften. Niemand im Team brachte zuvor berufliche Erfahrung im Umgang mit Videoproduktion mit. Darum griffen wir u. a. auch auf Online-Lernressourcen (z. B. YouTube-Videos \u00fcber Videoproduktion) zur\u00fcck, um uns \u00fcber das Thema zu informieren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_9813\" aria-describedby=\"caption-attachment-9813\" style=\"width: 454px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9813 size-full\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Arte-Blog-Beitrag-Studio-Bild1.jpg\" alt=\"Blick auf das Studio\" width=\"454\" height=\"255\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Arte-Blog-Beitrag-Studio-Bild1.jpg 454w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Arte-Blog-Beitrag-Studio-Bild1-400x225.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 454px) 100vw, 454px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-9813\" class=\"wp-caption-text\">Blick auf das Studio<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Lessons Learned: Equipment zur Erstellung hochwertigen, wissenschaftlichen Contents<\/h3>\n<p>Um eine hochwertige Videoproduktion zu erm\u00f6glichen, ist die dazu erforderliche Hardware essenziell. Heutzutage bieten sogar Smartphones Foto- und Videofunktionen, die auf den ersten Blick ausreichend erscheinen. Hier stellten wir jedoch bei n\u00e4herer Analyse fest, dass dedizierte Video-Hardware im Vergleich zu Smartphones eine deutlich bessere Bildqualit\u00e4t, aber auch mehr Vielseitigkeit bietet. Der Eindruck eines Bildes h\u00e4ngt vom gesamten System ab, mit dem es aufgenommen wird, d. h. vom Objektiv (Qualit\u00e4t, Blende, Brennweite) sowie von der Sensorgr\u00f6\u00dfe der Kamera (im Allgemeinen gilt: je gr\u00f6\u00dfer der Sensor, desto besser die Bildqualit\u00e4t).<\/p>\n<p>Einige spezielle Videohardware erm\u00f6glicht zudem eine Fernsteuerung. Darum beschafften wir zwei spezielle Videokameras. Umgekehrt soll dies nicht bedeuteten, dass sich mit modernen Smartphones keine hervorragenden Inhalte erstellen lassen. Im Gegenteil: Gerade Einsteiger*innen bieten sie viel Flexibilit\u00e4t und viele Automatikfunktionen. In unserem Fall lie\u00df sich mit speziellen Videokameras allerdings eine viel bessere Bildqualit\u00e4t erzeugen. Sich in deren Bedienungsweisen einzufinden war daher sinnvoll, aber auch zeitintensiv.<\/p>\n<h3>Lessons Learned: Beleuchtung<\/h3>\n<p>M\u00f6chte man eine gutaussehende Szene erhalten, so spielt die Beleuchtung die wichtigste Rolle. Am Fraunhofer IESE verwenden wir Studioleuchten mit Softboxen als Hauptlichtquelle f\u00fcr die Szene und kombinieren sie mit farbigen Lichtern f\u00fcr die Hintergrundbeleuchtung.<\/p>\n<p>F\u00fcr Interviews und Pr\u00e4sentationen setzen wir ein Hintergrundsystem, bei dem ein gespanntes St\u00fcck Stoff f\u00fcr einen gleichm\u00e4\u00dfig gef\u00e4rbten Hintergrund (schwarz oder gr\u00fcn) sorgt, ein. Beim Filmen sind die Leuchten so angeordnet, dass sie die Personen im Video von drei Richtungen anstrahlen (sog. Dreipunktbeleuchtung): ein Licht erhellt eine K\u00f6rper- und Gesichtsseite, ein zweites \u00bbf\u00fcllt\u00ab die andere Seite mit etwas weniger Licht auf und ein Drittes strahlt die Personen von hinten an, um sie optisch vom Hintergrund abzusetzen. Man kann dieses Setup auch mit weniger Lichtern erreichen, indem man beispielsweise ein Fenster mit Tageslicht nutzt. Allerdings ist man dann abh\u00e4ngig von Tageszeit und dem Wetter. Da sich das gesamte Studio allerdings vollst\u00e4ndig verdunkeln l\u00e4sst, nutzen wir nur k\u00fcnstliches Licht, was die Bedienung erleichtert und konstant gleiche Ergebnisse erm\u00f6glicht.<\/p>\n<h3>Lessons Learned: Tonqualit\u00e4t<\/h3>\n<p>Neben dem Videobild ist auch die Tonqualit\u00e4t f\u00fcr die Videoproduktion von Bedeutung. Um einen angenehmen Klang zu erzielen, sind dedizierte Mikrofone (nicht in die Kamera eingebaut) unbedingt erforderlich. Man kann entweder an der Kamera montierte Mikrofone, an Auslegern befestigte und auf den Sprecher gerichtete \u00dcberkopfmikrofone oder am Sprecher befestigte Mikrofone verwenden. Der dabei wesentlichste Faktor f\u00fcr die Tonqualit\u00e4t ist die N\u00e4he des Mikrofons zum\/zur Sprecher*in. Sogenannte Lavalier-Mikrofone werden an der Kleidung des\/der Sprecher*in befestigt und bieten somit relativ einfach eine gute Tonqualit\u00e4t. Ihr Nachteil ist, dass sie f\u00fcr den Betrachtenden sichtbar sind, wenn sie nicht sorgf\u00e4ltig versteckt werden &#8211; ein Aspekt, den wir f\u00fcr vernachl\u00e4ssigbar hielten.<\/p>\n<p>Die Benutzung von Lavalier-Mikrofonen ist recht einfach erlernbar. G\u00fcnstige Mikrofone bieten i. d. R. eine bereits sehr ausreichend gute Tonqualit\u00e4t. Ein gut platziertes Mikrofon (z.B. knapp au\u00dferhalb des Bildes \u00fcber der gezeigten Person) bietet eine ebenfalls sehr gute Tonqualit\u00e4t, muss aber immer wieder neu ausgerichtet werden, wenn sich der Kamerawinkel \u00e4ndert. Zudem darf sich die Person nur wenig bewegen. Anders als beim Lavaliermikrofon vermeidet es daf\u00fcr aber Rascheln und andere St\u00f6rger\u00e4usche, da keine Kleidung wie Schals o.\u00e4. am Mikrofon reiben kann. Wir verwendeten bei unserem Lavalier-Mikrofon ein drahtloses Mikrofonsystem, das das Audiosignal entweder direkt an die Kamera oder an einen Videomischer, den wir f\u00fcr die Live-Produktion und die Kamerasteuerung verwenden, \u00fcbertrug.<\/p>\n<p>Mit dem Videomischer lassen sich die Kameras aus der Ferne steuern (z. B. Blende, Fokus, Helligkeit). Zudem erm\u00f6glicht er die Produktion von Videos mit Schnitten und sogar Bild-in-Bild-Effekten. Die fertigen Videos k\u00f6nnen sowohl auf einem externen Solid-State-Laufwerk als auch separat zu allen Video- und Audiostreams aufgezeichnet werden. Dar\u00fcber hinaus ist ein direktes Live-Streaming auf verschiedene Plattformen, wie z. B. YouTube, m\u00f6glich. Ein solcher Videomischer ist nicht n\u00f6tig, wenn man Videos produzieren m\u00f6chte. Aufnahmen aus verschiedenen Winkeln lassen sich auch separat mit verschiedenen Kameras aufnehmen und nachtr\u00e4glich in einer Schnittsoftware synchronisieren. Mit einem leistungsstarken Rechner lassen sich sogar auch mehrere Kamerabilder direkt im Computer mischen und live streamen. Der dedizierte Videomischer macht diese Aufgabe jedoch deutlich leichter und weniger fehleranf\u00e4llig, da kein Softwaresetup gepflegt werden muss.<\/p>\n<h3>Lessons Learned: Stil und Inhalt<\/h3>\n<p>Bei der Erstellung von Media-Content zur Wissenschaftskommunikation ist es besonders wichtig, aber auch herausfordernd, zu kl\u00e4ren, wie die Videos in Bezug auf Stil und Inhalt aussehen sollen. Am IESE entschieden wir uns bewusst daf\u00fcr, den Weg dorthin zu Beginn nicht zu strikt einzuschr\u00e4nken, um verschiedene Ideen ausprobieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wir begannen entsprechend damit, verschiedene Projektmitglieder zu ihren Themen und konkreten Projektergebnissen zu befragen, da sie die Expert*innen im Projekt sind und wir sie in den Mittelpunkt stellen wollten. Diese Interviews waren f\u00fcr die Personen \u00bbvor der Kamera\u00ab eine sehr gute M\u00f6glichkeit, um sich an die Videoaufzeichnung zu gew\u00f6hnen, da sie frei \u00fcber ihre Fachgebiete sprechen konnten. Wir f\u00fchrten offene Interviews durch, indem wir lediglich Leitfragen verwendeten, die als grobe Orientierung und roter Faden dienten. Dar\u00fcber hinaus nahmen wir auch einige Videos auf, die sich an Forscher*innen und andere Fachleute aus dem im Fokus stehenden, wissenschaftlichen Themenbereich richteten. Damit entsprechen die Videos einem typischen Konferenzvortrag (auf Englisch) oder stammen von einem Fachsymposium. Die meisten Videos sind in deutscher Sprache verf\u00fcgbar, da es unser prim\u00e4res Zielpublikum war, die B\u00fcrger*innen vor Ort und in anderen Kommunen in Deutschland, anzusprechen.<\/p>\n<p>Zu unseren Interviewthemen z\u00e4hlten u. a. Talks zum <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=7Z7V9vlZBbA\">Entwicklungsprozess des Spiels \u00bbMiniLautern\u00ab<\/a>, zu <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=V4lv6OlrDv8\">neuen Mobilit\u00e4tskonzepten f\u00fcr den Stadtteil<\/a> oder zu den <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=_DcBnDi1Oic\">Ergebnissen unserer Hackathons<\/a>. Der oder die Interviewende war f\u00fcr die Vorbereitung des Themas und den Interviewfragen verantwortlich. Eine zweite Person bediente die Kameras und kontrollierte den Ton, k\u00fcmmerte sich also um die technischen Aspekte der Videoaufnahmen. So lie\u00dfen sich die Videoaufnahmen mit wenig Personalplanen und durchf\u00fchren.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend fand die Sichtung und dann der Schnitt des gesamten Videomaterials statt. Die Person, die die Videos schnitt, entschied dabei, wie das aufgenommene Material zu einem Video zusammengesetzt werden sollte, sodass sich eine nachvollziehbare Geschichte daraus ergab. Die Story selbst setzte sich aus Teilen der Antworten der Befragten zusammen. Dabei wird nicht unbedingt die gesamte Antwort auf eine Frage verwendet oder die urspr\u00fcngliche Reihenfolge eingehalten. Wir machten die Erfahrung, dass einige Videos leichter zu schneiden waren als andere, je nachdem, ob die Antworten der Befragten f\u00fcr den Aufbau einer bestimmten Geschichte mehr oder weniger geeignet waren. Daraus lernten wir, dass ein eher geskripteter Ansatz f\u00fcr die Interviews vorzuziehen ist, bei dem sich bereits eine Basisgeschichte festlegen l\u00e4sst, die dann mit den Interviewfragen \u00bbgef\u00fcllt\u00ab wird.<\/p>\n<p>Hinsichtlich der L\u00e4nge\/Dauer der Videos entschlossen wir uns im Team dazu, die Videos eher kurz zu halten, d. h. mit einer L\u00e4nge\/Dauer von 5-15 Minuten. Rein generell lie\u00df sich dabei feststellen, dass immer mehr Material aufgenommen wurde, als sich letztlich verwenden lie\u00df (z. B. aufgrund verschiedener Qualit\u00e4tsprobleme, wie z. B. Rascheln im Ton; Fragen, die zu unbrauchbaren Antworten f\u00fchrten oder Fragen, die auf eine Art und Weise beantwortet wurden, die f\u00fcr unser Hauptpublikum zu kompliziert war). Da wir die Interviews vor allem mit Personen f\u00fchrten, die kaum oder keine Erfahrung mit dem Sprechen vor Kameras mitbrachten, entstand viel Ausschuss. Das kann aber k\u00fcnftig durch gezielteres Fragen verringert werden. Es stellte sich heraus, dass sich vor allem kurze Antworten im sp\u00e4teren Verlauf beim Schneiden der Videos am besten nutzen lie\u00dfen.<\/p>\n<h2>Aktuelle Inhalte und Vorgehen<\/h2>\n<p>Seit dem Start unseres <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UCK8LjvcvaCHBF-voo0qcqqA\">YouTube-Kanals<\/a> im Oktober 2020 ver\u00f6ffentlichten wir auf dem Channel insgesamt 15 \u00f6ffentlich einsehbare Videos. Dabei verfolgten wir keinen regelm\u00e4\u00dfigen Zeitplan, sondern ver\u00f6ffentlichten immer dann ein neues Video, wenn etwas fertiggestellt wurde. Der Kanal und die Videos bewarben wir dann im Wesentlichen auf der Homepage unseres Forschungsinstituts durch Blogbeitr\u00e4ge.<\/p>\n<figure id=\"attachment_9815\" aria-describedby=\"caption-attachment-9815\" style=\"width: 588px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9815 size-full\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Arte-Blog-Beitrag-Vorgehen-Bild2.png\" alt=\"Unser Vorgehen bei der Produktion von Videos\" width=\"588\" height=\"476\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Arte-Blog-Beitrag-Vorgehen-Bild2.png 588w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Arte-Blog-Beitrag-Vorgehen-Bild2-400x324.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 588px) 100vw, 588px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-9815\" class=\"wp-caption-text\">Unser Vorgehen bei der Produktion von Videos<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mit unserem Videostudio sind wir derzeit in der Lage, eine Videoaufnahme innerhalb von 30-60 Minuten zu starten. F\u00fcr unsere 5-15-min\u00fctigen Interviewvideos nehmen wir etwa 30-60 Minuten Material auf. Die \u00dcberpr\u00fcfung, der Schnitt, die Farbkorrektur, die Audiokorrektur und die Feedbackschleifen nehmen etwa 1-2 Arbeitstage in Anspruch, je nachdem, wie leicht sich die Handlung des Videos aus dem aufgenommenen Material aufbauen l\u00e4sst. Alle Videos werden von Wissenschaftler*innen produziert, die regelm\u00e4\u00dfig an dem Forschungsprojekt arbeiten und keine professionellen Vorkenntnisse in der Videoproduktion haben. Wir gehen davon aus, dass sich der Aufwand f\u00fcr solche Videos k\u00fcnftig bei einem Tag einpendeln wird.<\/p>\n<p>Aktuell erfolgt die Themenauswahl der Videos nach dem Vorhandensein bereitstehender Informationen und nach der Identifikation von Relevanz f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit (z. B. Forschungsergebnisse, neue Entwicklungen, politische Entwicklungen).<\/p>\n<p>Vorzugsweise befasst sich jedes Video mit einem speziellen Aspekt des Forschungsprojekts im Hinblick auf das zuk\u00fcnftige klimaneutrale, smarte Stadtquartier. Wir produzieren die Videos nach dem nachfolgend dargestellten Verfahren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_9816\" aria-describedby=\"caption-attachment-9816\" style=\"width: 698px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9816 size-large\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Arte-Blog-Beitrag-Kanal-Bild3-698x414.png\" alt=\"Unser YouTube Kanal\" width=\"698\" height=\"414\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Arte-Blog-Beitrag-Kanal-Bild3-698x414.png 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Arte-Blog-Beitrag-Kanal-Bild3-400x237.png 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Arte-Blog-Beitrag-Kanal-Bild3-768x456.png 768w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Arte-Blog-Beitrag-Kanal-Bild3.png 907w\" sizes=\"auto, (max-width: 698px) 100vw, 698px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-9816\" class=\"wp-caption-text\">Unser YouTube Kanal<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Zukunft der Wissenschaftskommunikation im Projekt<\/h2>\n<p>Ziel des IESE ist es, mindestens einmal pro Monat ein neues Video zu den Neuerungen und\/oder dem aktuellen Stand der Forschung etc. im EnStadt:Pfaff-Projekt zu ver\u00f6ffentlichen (falls m\u00f6glich, so w\u00fcrde unser Team jedoch k\u00fcrzere Intervalle von zwei bis drei Wochen vorziehen). Zur besseren, zeitlichen Vereinbarung mit dem restlichen Projektgesch\u00e4ft und zur besseren Planung allgemein, eignet es sich, die Videoaufnahmen en bloc durchzuf\u00fchren und den restlichen Produktionsprozess auf mehrere Wochen zu verteilen.<\/p>\n<h2>Offene Fragen und Ausblick<\/h2>\n<p>Am Fraunhofer IESE sind wir davon \u00fcberzeugt, dass die Wissenschaftskommunikation mittels Video-Content zunehmend an Bedeutung gewinnt. Es freut uns daher, dass wir im Pfaff-Projekt die Gelegenheit haben, vieles auszuprobieren und zu lernen. Schlie\u00dflich werden die dabei gesammelten Erkenntnisse auch in weiteren Projekten eine gro\u00dfe Rolle spielen. Zugleich sollte zur Kenntnis genommen werden, dass es nicht einfach ist, einem neuen Media-Kanal Bekanntheit zu verleihen und diesen den vorgesehenen Adressaten zur Verf\u00fcgung zu stellen. Zudem \u00bblebt\u00ab ein solcher Kanal von regelm\u00e4\u00dfigem Content. Das ist aufgrund des hohen, zeitlichen Aufwands, den die Videoproduktion umfasst, schwer zu gew\u00e4hrleisten. Im bald anstehenden, letzten Projektjahr wollen wir nun einen gewissen Schwerpunkt auf die Videoaufnahme und zugleich die Erprobung neuer Wege setzen, um den Kanal weiter auf- und auszubauen.<\/p>\n<div class=\"info-box\">\n<p>Abonnieren Sie jetzt unseren Quartierswerkstatt-Channel!<\/p>\n<p class=\"Default\">Wir freuen uns, wenn auch Sie den <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UCK8LjvcvaCHBF-voo0qcqqA\">Quartierswerkstattkanal abonnieren<\/a>. 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