{"id":8319,"date":"2021-08-19T10:07:35","date_gmt":"2021-08-19T08:07:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/?p=8319"},"modified":"2024-01-22T11:03:29","modified_gmt":"2024-01-22T10:03:29","slug":"smart-tau-hus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/smart-tau-hus\/","title":{"rendered":"\u00bbSmart tau Hus\u00ab \u2013 ein interaktiver Schaukasten f\u00fcr mehr Digitalisierung in Mecklenburg-Vorpommern"},"content":{"rendered":"<p class=\"lead\">Ein interaktiver Schaukasten f\u00fcr mehr Digitalisierung auf dem Land: Im Juni 2019 startete das <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/\">Fraunhofer-Institut f\u00fcr Experimentelles Software Engineering IESE<\/a> im Auftrag des <a href=\"https:\/\/www.regierung-mv.de\/Landesregierung\/lm\/\">Ministeriums f\u00fcr Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern<\/a> den Landeswettbewerb \u00bbDigitalisierung l\u00e4ndlicher R\u00e4ume MV \u2013 <a href=\"https:\/\/www.smart-tau-hus.de\/\">Smart tau Hus<\/a>\u00ab. Ziel war es, eine modellhafte und innovative Idee zur Digitalisierung l\u00e4ndlicher R\u00e4ume zu finden. Insgesamt sechs Ideen wurden durch verschiedene Gemeindeverb\u00fcnde in Mecklenburg-Vorpommern (MV) eingereicht. Aus diesen ging im Dezember 2019 der <a href=\"https:\/\/www.hohenkirchen-ostsee.de\/\">Gemeindeverbund Hohenkirchen<\/a> mit der Idee der digitalen Dorfmitte in Form eines interaktiven digitalen Schaukastens als Gewinner hervor.<\/p>\n<p>Einen Monat sp\u00e4ter, im Januar 2020, folgte der Startschuss f\u00fcr das Digitalisierungsprojekt \u00bb<a href=\"https:\/\/www.smart-tau-hus.de\/\">Smart tau Hus<\/a>\u00ab zwischen dem Fraunhofer IESE und dem Gemeindeverbund Hohenkirchen in Mecklenburg-Vorpommern. Auch hier agiert das Ministerium f\u00fcr Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern als F\u00f6rdergeber. Mit einem Projektbudget von 100.000 \u20ac und einer Laufzeit von zwei Jahren verfolgte das Projektteam das Ziel, Einheimische und G\u00e4ste der Gemeinde Hohenkirchen schneller, einfacher und besser zu informieren. Die Herausforderungen bestanden einerseits darin, die richtigen Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitzustellen und andererseits einer erschwerten Informations\u00fcbertragung zwischen den Gemeinden in der Region Nordwestmecklenburg entgegenzuwirken. Mithilfe der Entwicklung einer realen, digitalen Dorfmitte sollten die angestrebten Ziele erreicht und die genannten Herausforderungen \u00fcberwunden werden. Die L\u00f6sung: ein \u00bbinteraktiver Schaukasten\u00ab! Somit war die Idee zur Gestaltung der digitalen Dorfmitte geboren.<\/p>\n<p>Jetzt, zwei Jahre, drei Prototypen und zahlreiche Feedbackschleifen sp\u00e4ter war es am 24. Juni dann soweit: In der Gemeinde Hohenkirchen wurde unser erster \u00bbInteraktiver Schaukasten\u00ab in Betrieb genommen. Im Rahmen eines zweist\u00fcndigen Events erfolgte nicht nur die Aufstellung, sondern auch die Einweihung des Schaukastens an einer Bushaltestelle der 3289 Einwohner gro\u00dfen Gemeinde Hohenkirchen. Sieben weitere Schauk\u00e4sten werden an \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen und Strandaufg\u00e4ngen in Hohenkirchen, G\u00e4gelow, Kalkhorst, Kl\u00fctz, Damshagen, Zierow und im Ostseebad Boltenhagen bis zum Ende des Projekts (12\/2021) noch folgen. Neben dem Projektverantwortlichen aus Hohenkirchen, Arne Longerich, dem B\u00fcrgermeister von Hohenkirchen, Jan van Leeuwen, und Gerald Swarat (Leiter des Berliner Kontaktb\u00fcros des Fraunhofer IESE) als Vertretung f\u00fcr Projektleiterin Sabrina Lampe vom Fraunhofer IESE, lie\u00df es sich auch der Minister f\u00fcr Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus, nicht nehmen, bei der Enth\u00fcllung des \u00bbInteraktiven Schaukastens\u00ab dabei zu sein. Angefangen mit einem Sektempfang startete um 15:30 Uhr die offizielle Einweihung. Nach einer Ansprache des Ministers Dr. Till Backhaus und einer Rede von Gerald Swarat zur erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen dem Fraunhofer IESE, dem Ministerium und dem Gemeindeverbund Hohenkirchen f\u00fchrte Arne Longerich die Funktionalit\u00e4ten des \u00bbInteraktiven Schaukastens\u00ab vor. Er \u00fcberzeugte damit sowohl die j\u00fcngsten als auch die \u00e4ltesten B\u00fcrger*innen (96 Jahre) von der neuen digitalen L\u00f6sung der Gemeinde.<\/p>\n<h3><strong>Features des \u00bbInteraktiven Schaukastens\u00ab<\/strong><\/h3>\n<p>Gespickt mit zahlreichen technischen Details und Features sowie einer benutzerfreundlichen Oberfl\u00e4che ist ein \u00bbInteraktiver Schaukasten\u00ab auch ein Aush\u00e4ngeschild f\u00fcr die zunehmende Digitalisierung in Mecklenburg-Vorpommern. Er bietet einen 46 Zoll gro\u00dfen Bildschirm, der sich von den B\u00fcrger*innen und Tourist*innen ganz einfach per Touch bedienen l\u00e4sst. Der Unterschied zu statischen Anzeigebildschirmen ist hierbei, dass sich die Nutzer*innen gezielt Informationen zur Umgebung aus dem Bildschirm herausziehen k\u00f6nnen, welche von den Einheimischen eingepflegt werden. Ein Konzept von den B\u00fcrger*innen f\u00fcr die B\u00fcrger*innen. Aktuell bietet unser \u00bbInteraktiver Schaukasten\u00ab in Hohenkirchen Informationen zu insgesamt sechs Interessensbereichen, darunter \u00bbAktuelles\u00ab, \u00bbVeranstaltungen\u00ab, \u00bbFreizeit &amp; Erholung\u00ab, \u00bbErkunde die Umgebung\u00ab, \u00bbNotdienste\u00ab und \u00bbAmtliche Bekanntmachungen\u00ab. Diese werden in Form separater Kacheln auf dem Bildschirm dargestellt. \u00dcber die Touch-Funktion k\u00f6nnen die Nutzer*innen mit dem Bildschirm interagieren und die gew\u00fcnschten Informationen beliebig aufrufen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_8322\" aria-describedby=\"caption-attachment-8322\" style=\"width: 698px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-8322 size-large\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Interaktive-Schaukasen-698x434.jpg\" alt=\"Interaktiver Schaukasten f\u00fcr smart tau Hus\" width=\"698\" height=\"434\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Interaktive-Schaukasen-698x434.jpg 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Interaktive-Schaukasen-400x249.jpg 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Interaktive-Schaukasen-768x478.jpg 768w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Interaktive-Schaukasen-1536x956.jpg 1536w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Interaktive-Schaukasen-1320x822.jpg 1320w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Interaktive-Schaukasen.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 698px) 100vw, 698px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-8322\" class=\"wp-caption-text\">Der \u00bbInteraktive Schaukasten\u00ab mit seinen Features im \u00dcberblick<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Kachel \u00bb<strong><em>Aktuelles<\/em><\/strong>\u00ab bietet Berichte und Neuigkeiten aus der Region der sieben Verbundgemeinden Hohenkirchen, Ostseebad Boltenhagen, G\u00e4gelow, Kalkhorst, Kl\u00fctz, Damshagen und Zierow an. Hierbei lassen sich die Informationen, je nach Interesse und Bedarf, nach sechs Kategorien filtern. Es finden sich so spezifische Berichte und Neuigkeiten zu den Kategorien \u00bbAllgemein\u00ab, \u00bbJung &amp; Alt\u00ab, \u00bbKultur\u00ab, \u00bbLokales\u00ab, \u00bbRathaus\u00ab und \u00bbVereine\u00ab, welche nach Aktualit\u00e4t absteigend angezeigt werden. Die Kachel \u00bb<strong><em>Veranstaltungen aus der Region<\/em><\/strong>\u00ab zeigt an, welche Veranstaltungen geplant sind. Dazu werden die Rahmenbedingungen, bspw. wann, wo und wer, sowie eine kurze Beschreibung inkl. Kontaktdaten angezeigt. Weitere Informationen zu den Veranstaltungen f\u00fchren dann per QR-Code direkt auf die Website der Veranstaltenden. Zus\u00e4tzlich ist die Adresse des Veranstaltungsortes auf einer digitalen Karte verlinkt, sodass die Nutzer*innen des Schaukastens umgehend sehen, wo sich die jeweilige Event Location befindet. Die Kachel \u00bb<strong><em>Freizeit &amp; Erholung<\/em><\/strong>\u00ab zeigt die Kategorien \u00bbAttraktionen, \u00bbAktivit\u00e4ten\u00ab, \u00bbKunst &amp; Kultur\u00ab, \u00bbGastronomie\u00ab und \u00bbUnterk\u00fcnfte\u00ab an. Diese enthalten bereits 61 Eintr\u00e4ge, welche nach Distanz absteigend vom aktuellen Aufenthaltsort gelistet sind. Die Rubrik \u00bb<strong><em>Erkunde die Umgebung<\/em><\/strong>\u00ab f\u00fchrt alle Informationen, die mit einer Adresse eingepflegt sind, auf einer Karte auf. Radfahr- und Wanderwege werden von Open Street Maps abgerufen. Ebenso lassen sich Coworking-Spaces als \u00bbOrte\u00ab integrieren und als Pins sichtbar machen. Hinter der Kachel <em>\u00bb<strong>Notdienste\u00ab <\/strong><\/em>verbirgt sich eine Anzeige der n\u00e4chstgelegenen Apotheken, die im Umkreis des Schaukastens Notdienst haben. Hierf\u00fcr wurden alle Notapotheken in der Region ber\u00fccksichtigt und die notwendigen Informationen von der Apothekerkammer MV bereitgestellt. Hinter der Kachel <em>\u00bb<strong>Amtliche Bekanntmachungen\u00ab <\/strong><\/em>verbergen sich diejenigen Bekanntmachungen, welche auf den Amtsseiten eingepflegt sind. Eine Besonderheit hierbei ist, dass diese wiederum per QR-Code mit den Bekanntmachungen verkn\u00fcpft sind. Dies verhindert die Doppelpflege der entsprechenden Informationen und bietet stattdessen den Vorteil, dass \u00c4nderungen auf der Amtsseite direkt auf den Seiten des \u00bbInteraktiven Schaukastens\u00ab \u00fcbernommen werden. Neben den sechs genannten Kacheln werden noch weitere, allgemeinere Informationen auf dem digitalen Dorfplatz bereitgestellt. So sehen die Nutzer*innen z. B. aktuelle Informationen zum Wetter, die Uhrzeit, das Wappen und den Gemeindenamen sowie Eilmeldungen und rotierende Werbeanzeigen und erhalten zudem einen kostenfreien WLAN-Zugang.<\/p>\n<p>Insgesamt wendet unser \u00bbInteraktiver Schaukasten\u00ab drei verschiedene Arten von QR-Codes an: (1) den WLAN-QR-Code, um sich ins WLAN des Bildschirms einzuloggen, (2) den QR-Code f\u00fcr Bekanntmachungen und (3) den QR-Code f\u00fcr Freizeitangebote und Veranstaltungen. Mit der Einf\u00fchrung dieser QR-Codes sollte vermieden werden, dass eingebettete Inhalte auf dem Schaukasten verwendet werden und, damit einhergehend, dass Nutzer*innen auf dem Bildschirm surfen. Die QR-Codes sollen den Nutzer*innen stattdessen die M\u00f6glichkeit bieten, die Inhalte des Bildschirms direkt auf ihre Endger\u00e4te wie Smartphones oder Tablets zu laden, um von dort aus mit den entsprechenden Web- und Informationsseiten verbunden zu sein.<\/p>\n<h3><strong>Phasen des Projekts<\/strong><\/h3>\n<p>Doch bis unser \u00bbInteraktiver Schaukasten\u00ab so, wie er ist, pr\u00e4sentiert werden konnte, war das Durchlaufen mehrerer Projektphasen sowie ein enger, w\u00f6chentlicher Austausch mit Bedarfsabstimmungsrunden unter den Projektpartnern notwendig. Bereits in der Wettbewerbsphase wurde durch die Beschreibung der Idee der Grundstein zur L\u00f6sung gelegt. In der Konzeptionsphase sowie der Umsetzungs- und Pilotierungsphase nahm die L\u00f6sung der digitalen Dorfmitte schlie\u00dflich immer mehr Form an.<\/p>\n<p>Gegenstand der <strong><em>Wettbewerbsphase<\/em><\/strong> war ein Landeswettbewerb, dessen Grundgedanke sich auf neue L\u00f6sungen zur Digitalisierung l\u00e4ndlicher R\u00e4ume in Mecklenburg-Vorpommern st\u00fctzte und damit modellhafte Digitalisierungsideen und die \u00dcbertragbarkeit einer digitalen L\u00f6sung vorsah. Den Start dieser Phase markierte die Auftaktveranstaltung zum Wettbewerb im September 2019 im B\u00fcrgerhaus in G\u00fcstrow. Dieses Event wurde einen Monat sp\u00e4ter um einen Workshop \u00bbSmart tau Hus\u00ab f\u00fcr alle Interessierten des Landeswettbewerbs erg\u00e4nzt. Bewerbungsschluss war letztlich der 25. November 2019, bis zu dem sich sechs Gemeindeverb\u00fcnde (33 Gemeinden) aus Mecklenburg-Vorpommern bewarben. Die Bekanntgabe des Wettbewerbsgewinner, der Gemeinde Hohenkirchen (Amt Kl\u00fctzer-Winkel mit einem Gemeindeverbund von sieben D\u00f6rfern) erfolgte schlie\u00dflich noch vor Jahresende durch den mecklenburg-vorpommerischen Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus.<\/p>\n<p>Die anschlie\u00dfende <strong><em>Konzeptionsphase<\/em><\/strong> markierte den Start eines kontinuierlichen Austauschs zwischen den Akteuren des Projektteams am Fraunhofer IESE und den Verantwortlichen in Hohenkirchen, Jan van Leeuwen und Arne Longerich. Auf eine initiale Videokonferenz folgte ein zweit\u00e4giger digitaler Workshop, welcher zum einen als Auftaktveranstaltung und zum anderen zur Anforderungserhebung diente. W\u00e4hrend des Workshops ermittelte das Team vom Fraunhofer IESE erste Bedarfe, Herausforderungen und W\u00fcnsche der B\u00fcrger*innen und Tourist*innen. Anschlie\u00dfend konzipierte das IESE eine Online-Umfrage zur weiteren Informationsbeschaffung und zur Abfrage weiterer Anforderungen an die geplante L\u00f6sung zur Gestaltung der digitalen Dorfmitte. In diesem Zuge erfolgte die Erstellung eines ersten Konzepts und Designs auf Basis der zuvor ausgewerteten Workshop-Ergebnisse und der Umfrage.<\/p>\n<p>Nach dieser zweimonatigen Phase der Anforderungserhebung, der Konzeption und des Designs startete im Juni 2020 die Entwicklung durch das Fraunhofer IESE. Diese fand in der <strong><em>Umsetzungs- und Pilotierungsphase<\/em><\/strong> statt. Hierzu erfolgte Anfang September 2020 w\u00e4hrend eines Workshops in Hohenkirchen die Vorstellung des ersten Prototyps des \u00bbInteraktiven Schaukastens\u00ab. Zu diesem wurde Feedback eingeholt und es wurden weitere Anforderungen an die L\u00f6sung erhoben. Der Prototyp wurde auf Basis des Feedbacks angepasst und die neu gesammelten Anforderungen wurden umgesetzt. In den darauffolgenden Entwicklungsschritten wurden ein Rollen- und Rechtekonzept (Februar 2021) implementiert, Daten durch die Gemeinde Hohenkirchen eingepflegt (ab M\u00e4rz 2021), eine Anbindung an den <a href=\"https:\/\/www.digitale-doerfer.de\/unsere-loesungen\/dorffunk\/\">DorfFunk<\/a> umgesetzt sowie Hardware- und Systemtests durchgef\u00fchrt (April\/Mai 2021), ehe im Juni schlie\u00dflich die erste Version des \u00bbInteraktiven Schaukastens\u00ab vorgestellt wurde.<\/p>\n<h3><strong>Die technischen Details des \u00bbInteraktiven Schaukastens\u00ab im Hintergrund<\/strong><\/h3>\n<p>Hinter dem Schaukasten verbirgt sich eine Webseite, welche prim\u00e4r auf Open-Source-L\u00f6sungen zur\u00fcckgreift. So arbeitet das Backend auf Basis der Open-Source-Data-Plattform \u00bb<a href=\"https:\/\/directus.io\/\">Directus<\/a>\u00ab, welche im Falle des \u00bbInteraktiven Schaukastens\u00ab als Headless Content-Management-System (CMS) eingesetzt wird. Das Frontend basiert auf <a href=\"https:\/\/reactjs.org\/\">React<\/a>, einer JavaScript-Softwarebibliothek. Sie erm\u00f6glicht das Bereitstellen einer grafischen Benutzeroberfl\u00e4che, sodass die Nutzer*innen mit dem Bildschirm interagieren k\u00f6nnen. Die Bereitstellung und Zeitplanung der Inhalte auf dem Bildschirm selbst erfolgt \u00fcber eine herstellerspezifische L\u00f6sung.<\/p>\n<p>Die Entwicklung desFront- und Backends des interaktiven Schaukastens wurde \u00fcberwiegend unabh\u00e4ngig von anderen L\u00f6sungsherstellern vollzogen. Die Auswahl dieser technischen Gegebenheiten bringt gewisse Vorteile mit sich. So bietet das im Backend auf Basis von Directus aufgestellte Datenmodell schnell und einfach eine Programmierschnittstelle (API) an, um Daten \u00fcber die Webseite abzurufen. Es reduziert den Arbeits-Overhead f\u00fcr nicht ben\u00f6tigte Funktionen, so wie es der Fall ist, wenn die Webanwendung auf anderen CMS, wie bspw. WordPress, aufgebaut wird. Hier haben die Entwickler*innen oftmals eine unn\u00f6tige Arbeitslast, da mit Funktionen und Features gearbeitet werden muss, die in den meisten F\u00e4llen nicht gebraucht werden. Durch Directus wurde die Entwicklung kompakter. Auch f\u00fcr das Frontend ergeben sich daraus Vorteile. Anhand der zuvor getroffenen Entscheidungen bzgl. der technologischen Umsetzung des \u00bbInteraktiven Schaukastens\u00ab konnten die Entwickler*innen am Fraunhofer IESE auf einem Technologie-Stack aufbauen, der bereits in anderen Projekten genutzt wird. Dadurch war die Expertise und die Erfahrung f\u00fcr die Arbeit mit React oder auch <a href=\"https:\/\/getbootstrap.com\/\">Bootstrap<\/a>, einem freien Frontend-CSS-Framework, bereits vorhanden und das Arbeiten mit vertrauten Werkzeugen war m\u00f6glich. Nachteile der technischen Umsetzung liegen bei Directus in der API. Diese ist noch nicht stabil, was bedeutet, dass sie regelm\u00e4\u00dfigen \u00c4nderungen unterliegt. Dadurch werden die Anwender*innen der Directus Open-Source-Data-Plattform dazu gezwungen, ein h\u00e4ufiges Refactoring der Datenanbindung durchzuf\u00fchren. Bei diesem muss der Entwickler bzw. die Entwicklerin den Quellcode umstrukturieren, ohne dass sich dessen Verhalten und Funktionen \u00e4ndern.<\/p>\n<h3><strong>Der Entwicklungsprozess<\/strong><\/h3>\n<p>Entwickelt wurde unser \u00bbInteraktiver Schaukasten\u00ab in einem Team von f\u00fcnf Personen. Hierbei waren insgesamt zwei Requirements Engineers, zwei Designer*innen und ein Entwickler involviert. Bis zur Ver\u00f6ffentlichung wurden f\u00fcr den \u00bbInteraktiven Schaukasten\u00ab drei Prototypen entwickelt, ehe die erste offizielle Version zur Verf\u00fcgung stand. Zun\u00e4chst wurden in einem Online-Workshop und per Online-Umfrage Anforderungen an die zu entwickelnde L\u00f6sung erhoben. Diesen goss das Team in einen Entwurf und verbesserte diesen anschlie\u00dfend iterativ \u2013 stets in R\u00fccksprache mit dem Gemeindeverbund Hohenkirchen \u2013 sodass unser Entwickler diesen technisch umsetzen konnte. Die Entwicklung erfolgte dabei blockweise pro Feature in daf\u00fcr separat stattfindenden zweiw\u00f6chigen Sprints. Ein Block bestand folglich aus mehreren Sprints. Allerdings gab es nie ein Sprintziel \u00bbDer Block muss fertig sein\u00ab, da viel Zuarbeit von au\u00dferhalb n\u00f6tig war, was eine gewisse zeitliche Flexibilit\u00e4t erforderte. Innerhalb der Entwicklung eines Blocks bzw. Features wurden im Team regelm\u00e4\u00dfige Feedbackrunden integriert, um sicherzustellen, dass die Anforderungen richtig verstanden und die L\u00f6sung richtig entwickelt wurde. Es handelte sich demnach um einen agilen Entwicklungsprozess, in dem die grunds\u00e4tzliche Idee der L\u00f6sung designt wurde. In der anschlie\u00dfenden Entwicklungsphase entstanden dann viele Aspekte parallel, da letztlich immer wieder \u00c4nderungen und Verfeinerung vorgenommen werden mussten. Insgesamt dauerte die reine Entwicklung durch den Software-Entwickler ein Jahr. Sie startete in der Konzeptionsphase und endete mit der Umsetzungs- und Pilotierungsphase.<\/p>\n<p>Ein besonderer Aspekt, der bei der Entwicklung des Schaukastens beachtet und evaluiert werden musste, war die Gr\u00f6\u00dfe des Bildschirms. Denn hier galt, gro\u00df ist nicht gleich gut. Die Gr\u00f6\u00dfe musste so gew\u00e4hlt werden, dass der Touch-Bildschirm \u00bbklein genug\u00ab ist, um von allen Nutzergruppen gut bedient werden zu k\u00f6nnen und gleichzeitig \u00bbgro\u00df genug\u00ab, um die Inhalte in entsprechenden Gr\u00f6\u00dfenverh\u00e4ltnissen und gut lesbar darzustellen. Hier galt es, auf alle Nutzergruppen gleicherma\u00dfen einzugehen und deren Bed\u00fcrfnisse zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<h3><strong>Geplante Aktivit\u00e4ten bis Projektende<\/strong><\/h3>\n<p>Das Projekt \u00bbSmart tau Hus\u00ab l\u00e4uft noch bis zum 31. Dezember 2021. Bis dahin sind noch einige Aktivit\u00e4ten geplant. So sollen die verbleibenden sieben interaktiven Schauk\u00e4sten in den entsprechenden Gemeinden aufgestellt werden. Zudem soll zum bereits aktiven Schaukasten Feedback von den Nutzer*innen eingeholt werden und die damit einhergehenden Anpassungen sollen vorgenommen werden. Ab August soll eine siebte Kachel \u00bb\u00d6PNV\u00ab mit Inhalten und Informationen zum \u00f6ffentlichen Personennahverkehr erg\u00e4nzt und in Betrieb genommen werden. \u00dcber das Projektende hinaus ist ein landes- und bundesweites Ausrollen mehrerer \u00bbInteraktiver Schauk\u00e4sten\u00ab im Interesse der Projektpartner und befindet sich aktuell in Kl\u00e4rung.<\/p>\n<div class=\"info-box\">\n<p><strong>Sie wollen mehr zum Projekt \u00bbSmart tau Hus\u00ab erfahren? \u2013 Dann lesen Sie hier:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/digitaler-workshop-geht-nicht-doch\/\">Digitaler Workshop geht nicht? Doch!\u00a0<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.regierung-mv.de\/Aktuell\/?id=171329&amp;processor=processor.sa.pressemitteilung\">Erster \u00bbDigitaler Dorfplatz\u00ab Deutschlands in Hohenkirchen er\u00f6ffnet<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein interaktiver Schaukasten f\u00fcr mehr Digitalisierung auf dem Land: Im Juni 2019 startete das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Experimentelles Software Engineering IESE im Auftrag des Ministeriums f\u00fcr Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern den Landeswettbewerb \u00bbDigitalisierung l\u00e4ndlicher R\u00e4ume MV \u2013 Smart tau Hus\u00ab. 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