{"id":6956,"date":"2020-10-15T08:20:31","date_gmt":"2020-10-15T06:20:31","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.iese.fraunhofer.de\/?p=6956"},"modified":"2024-01-22T11:57:09","modified_gmt":"2024-01-22T10:57:09","slug":"digitale-zwillinge-it-infrastruktur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/digitale-zwillinge-it-infrastruktur\/","title":{"rendered":"Digitaler Zwilling: Aufbau der Industrie 4.0-IT-Infrastruktur"},"content":{"rendered":"<p class=\"lead\">Der Technologietrend \u00bbDigitaler Zwilling\u00ab und Industrie 4.0 versprechen viele Vorteile, wie etwa eine effiziente Losgr\u00f6\u00dfe 1 oder diverse Optimierungen. Die erfolgreiche Umsetzung dieser Konzepte erfordert jedoch eine ausgefeilte IT-Infrastruktur. Was sind die Anforderungen an diese Infrastruktur, und wie kann sie aufgebaut werden? Auf der Grundlage von State-of-the-Art Industrie 4.0-Konzepten gehen wir dieser Frage auf den Grund. Au\u00dferdem pr\u00e4sentieren wir einen Entwurf f\u00fcr eine Architekturl\u00f6sung.<\/p>\n<p>Industrie 4.0 bietet eine F\u00fclle von Anwendungsf\u00e4llen und L\u00f6sungen f\u00fcr verschiedenste Arten von Herausforderungen. Im Gegensatz zu fr\u00fcheren Revolutionen geht es hierbei nicht um die Einf\u00fchrung einer einzigen neuen Technologie, sondern um einen viel bahnbrechenderen Wandel, n\u00e4mlich die durchg\u00e4ngige Digitalisierung von Fertigungsprozessen. Getrieben wird Industrie 4.0 haupts\u00e4chlich durch Innovationen in Softwaresystemen f\u00fcr Industrieanlagen und durch den Transfer und die Transformation von Wissen aus dem IT-Sektor in die Fertigung. Industrie 4.0 f\u00fchrt neue Konzepte ein, z.B. Digitale Zwillinge und cyber-physische Systeme. Die Implementierung dieser Konzepte erfordert allerdings ein komplettes Umdenken der Architektur und Infrastruktur von Industrieanlagen. Gegenw\u00e4rtig wird Automatisierung mithilfe der durch die Norm IEC 62264 [1] definierten Referenzarchitektur der \u00bbAutomatisierungspyramide\u00ab umgesetzt. Die Architektur besteht aus separaten Schichten mit definierten Interaktionspunkten. Aufgrund dieses Schrittes ist die schichten\u00fcbergreifende Interaktion in der Automatisierungspyramide aber schwierig, da jede Schicht nur auf die Informationen zugreifen kann, die von benachbarten Schichten bereitgestellt werden. \u00c4nderungen erfordern daher Modifikationen in allen Schichten. Im Gegensatz dazu propagiert Industrie 4.0 die Peer-to-Peer-Kommunikation, um dadurch eine Ger\u00e4t-zu-Ger\u00e4t-Kommunikation zu erm\u00f6glichen. Weitere Einzelheiten zur zuk\u00fcnftigen Gesamtanlagenarchitektur sind unter <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/basys-4-0-eine-dienstbasierte-industrie-4-0-architektur\/\">BaSys 4.0<\/a> zu finden.<\/p>\n<p>Eine schichten\u00fcbergreifende Interaktion erfordert einen strukturierten Ansatz f\u00fcr die Darstellung und den Austausch von Daten. Das Konzept der Digitalen Zwillinge, das aus der Erprobung von Avionik-Systemen [2] entsprang, ist ein Schl\u00fcsselkonzept f\u00fcr die schichten\u00fcbergreifende Kommunikation in Industrie 4.0. Ein Digitaler Zwilling ist eine Repr\u00e4sentation des Zustands eines Assets, d.h. einer physikalischen Entit\u00e4t. Er erm\u00f6glicht einen vereinheitlichten Zugang zu den Daten und Diensten eines Assets. Gem\u00e4\u00df der Definition des IIC [3] <em>\u00bbist ein digitaler Zwilling eine formelle digitale Repr\u00e4sentation eines Assets, Prozesses oder Systems, die Attribute und Verhalten dieser Entit\u00e4t erfasst, die f\u00fcr die Kommunikation, Speicherung, Interpretation oder Verarbeitung in einem gewissen Kontext geeignet sind<\/em>\u00ab.<\/p>\n<p>Digitale Zwillinge (DZ) beschreiben alle relevanten Assets bei einer Industrie 4.0-Produktion. Assets sind z.B. herzustellende Produkte, Werkst\u00fccke und Ger\u00e4te. DZ aggregieren in der physischen Welt erzeugte Daten, erm\u00f6glichen das Experimentieren mit diesen Daten in digitalen Repr\u00e4sentationen von I4.0-Assets (physische oder nicht-physische Entit\u00e4ten) und liefern Einblicke, die als aktualisierte Konfigurationen in die physische Welt zur\u00fcckgespielt werden k\u00f6nnen. Auf diese Weise k\u00f6nnen die von Digitalen Zwillingen bereitgestellten Daten zur Orchestrierung und Optimierung einer Anlage verwendet werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>Anforderungen an eine Industrie 4.0-IT-Infrastruktur, die Digitale Zwillinge unterst\u00fctzt<\/strong><\/h2>\n<p>Die Einf\u00fchrung des Konzepts der Digitalen Zwillinge allein reicht allerdings nicht aus, um die Vorteile von Industrie 4.0 zu nutzen. Zus\u00e4tzlich wird eine unterst\u00fctzende IT-Infrastruktur ben\u00f6tigt, um eine effiziente Handhabung und Integration von Digitalen Zwillingen zu erm\u00f6glichen. Nachfolgend werden mehrere Szenarien beschrieben, um die Anforderungen an eine Industrie 4.0-IT-Infrastruktur zu motivieren.<\/p>\n<ol>\n<li>Die kompletten DZ in der Cloud zu speichern ist zwar intuitiv, aber nicht effizient. Wenn es Daten gibt, die h\u00e4ufig aktualisiert werden, dann erfordert die Speicherung der DZ in der Cloud, dass die Daten zuerst in die Cloud geschoben werden, bevor sie f\u00fcr andere Anwendungen zur Verf\u00fcgung stehen. Je nach H\u00e4ufigkeit der Aktualisierung und Gr\u00f6\u00dfe der Daten kann dies erheblichen Datenverkehr verursachen, die Kommunikationsinfrastruktur der Anlage m\u00f6glicherweise \u00fcberlasten und zu hohen Kosten f\u00fchren. Umgekehrt kann eine Speicherung aller Daten in der Edge den Edge-Knoten selbst \u00fcberlasten. Stattdessen ist ein hybrider Ansatz ratsam. Statische (oder selten aktualisierte) Daten k\u00f6nnen in der Cloud gespeichert werden, w\u00e4hrend h\u00e4ufig aktualisierte Daten in der Edge gespeichert werden. Dieser Ansatz erfordert jedoch eine geeignete Infrastruktur zur Unterst\u00fctzung verteilter Digitaler Zwillinge.<\/li>\n<li>Idealerweise sollte jedes Ger\u00e4t seinen eigenen Digitalen Zwilling bereitstellen. Ein DZ kann jedoch beispielsweise auch relevante Wartungsdaten beschreiben. Der Ausfall eines Ger\u00e4ts (etwa aus elektromechanischen Gr\u00fcnden) sollte daher die Verf\u00fcgbarkeit seines DZ nicht beeintr\u00e4chtigen. Sonst k\u00f6nnten die erforderlichen Wartungsinformationen evtl. nicht zu genau dem Zeitpunkt verf\u00fcgbar sein, zu dem sie am meisten gebraucht werden. Ein Ger\u00e4t sollte also in der Lage sein, seinen eigenen Digitalen Zwilling (oder Teile davon) in die Infrastruktur der Anlage hochzuladen.<\/li>\n<li>Industrie 4.0-Systeme sind dynamisch. Neue, vergleichbare oder identische Arten von Assets k\u00f6nnen also jederzeit dazukommen oder wegfallen. Die entsprechenden Zugangspunkte zu diesen Komponenten (Endpunkte) k\u00f6nnen sich ebenfalls \u00e4ndern. Daher ist ein zentraler und stets aktueller Registry-Dienst f\u00fcr den Betrieb eines Industrie 4.0-Systems unerl\u00e4sslich. Mithilfe einer solchen Registry k\u00f6nnen Anwendungen die verf\u00fcgbaren Digitalen Zwillinge durchsuchen, zum Beispiel, um verf\u00fcgbare Fertigungsm\u00f6glichkeiten zu ermitteln. Eine solche Ermittlung kann beispielsweise auf Tags basieren, die bestimmte Eigenschaften eines Assets identifizieren (z.B., dass es sich um eine Fr\u00e4se handelt), oder auf einer Abfragesprache, die einfache Anfragen unterst\u00fctzt. Ein typischer Anwendungsfall f\u00fcr Letzteres ist der Abruf der Digitalen Zwillinge aller in einem gewissen Zeitraum hergestellten Produkte.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Ber\u00fccksichtigung dieser Aspekte reicht f\u00fcr den Aufbau der Kern-IT-Infrastruktur f\u00fcr Industrie 4.0 aus. Industrie 4.0 zieht jedoch gro\u00dfen Nutzen aus der Automatisierung und aus der Reduzierung des Bedarfs an menschlichen Eingriffen. Somit l\u00e4sst sich ein optionales Szenario formulieren, das diesen Aspekt einschlie\u00dft.<\/p>\n<ol>\n<li>Die Inbetriebnahme von Ger\u00e4ten und Anwendungen kann viel Zeit in Anspruch nehmen. Ein Grund daf\u00fcr sind zahlreiche Konfigurationsschritte, die menschliche Beteiligung erfordern. Daher ist jede Automatisierung von Konfigurationsschritten vorteilhaft, um den Gesamtaufwand f\u00fcr die Integration zu reduzieren. Im Idealfall l\u00e4sst sich die Integration eines neuen Ger\u00e4ts auf die Konfiguration seiner Netzwerkintegration, das Anschlie\u00dfen und das Einschalten reduzieren. Erg\u00e4nzend dazu sollte jede Anwendung in der Lage sein, die Arbeit mit geringem bis gar keinem Konfigurationsaufwand aufzunehmen. Folglich sollten die wichtigsten Infrastrukturkomponenten automatisch erkannt werden.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Zusammenfassend lassen sich die folgenden Anforderungen an eine I4.0-IT-Infrastruktur formulieren, wobei jede durch das Szenario mit der entsprechenden Zahl motiviert ist:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>1. Anforderung:<\/strong> Unterst\u00fctzung f\u00fcr verteilte Digitale Zwilling<\/li>\n<li><strong>2. Anforderung:<\/strong> Upload von Digitalen Zwillingen<\/li>\n<li><strong>3. Anforderung:<\/strong> Registry f\u00fcr die Ermittlung Digitaler Zwillinge<\/li>\n<li><strong>Optionale 4. Anforderung:<\/strong> Discovery von Infrastrukturelementen m\u00f6glich<\/li>\n<\/ul>\n<p>Au\u00dferdem muss die Darstellung des Digitalen Zwillings selbst sorgf\u00e4ltig gew\u00e4hlt werden. Im Idealfall sollte sie die Definition einer Semantik erm\u00f6glichen, um Missverst\u00e4ndnisse zu vermeiden. Zudem sind viele Daten bereits in standardisierter Form verf\u00fcgbar. Die Integration externer Standards sollte also m\u00f6glich sein, damit bestehende Arbeiten wiederverwendet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>Verwaltungsschalen als standardisierte Digitale Zwillinge<\/strong><\/h2>\n<p>Die Standardisierung von Assets ist ein wichtiger Erfolgsfaktor der deutschen Industrie. Dieser Erfolg kann auf die digitale Welt \u00fcbertragen werden. Es ist daher ratsam, ein vereinbartes und standardisiertes Format f\u00fcr die Darstellung von Digitalen Zwillingen zu verwenden. Die Verwaltungsschale (VWS) [4], wie sie von der <a href=\"https:\/\/www.plattform-i40.de\/PI40\/Navigation\/EN\/Home\/home.html\">Plattform Industrie 4.0<\/a> spezifiziert ist, ist ein solches Format. Standardisierte Schnittstellen erm\u00f6glichen dabei den Zugang zu Eigenschaften sowie zu Funktionen. Zus\u00e4tzlich spezifiziert ein definiertes Metamodell einen gemeinsamen Mindestsatz an Informationen, den alle Digitalen Zwillinge exportieren m\u00fcssen. Eine Verwaltungsschale referenziert Teilmodelle, von denen jedes eine bestimmte Sicht des Digitalen Zwillings bietet. Au\u00dferdem lassen sich mit Sichten Informationen nicht nur nach ihrer Art aufteilen, sondern auch nach der Rolle (z.B. Art der Person oder der verbindenden Maschine), die daran interessiert sein k\u00f6nnte. Beispielsweise kann ein Teilmodell die physikalischen Dimensionen des Assets beschreiben, w\u00e4hrend ein anderes Teilmodell Zugang zu Sensordaten bietet und wieder andere Teilmodelle Informationen \u00fcber die Verf\u00fcgbarkeit von Ersatzteilen liefern.<\/p>\n<p>Durch Hinzuf\u00fcgen spezialisierter Teilmodelle k\u00f6nnen VWS zur Implementierung verschiedener Versionen des Digitalen Zwillings verwendet werden. Teilmodelle k\u00f6nnen zum Beispiel statische Daten liefern, wie ein digitales Datenblatt. Sie k\u00f6nnen Zugriff auf Live-Daten bieten, die Steuerung einer Maschine erm\u00f6glichen und ihr eigenes Verhalten implementieren, um Datenstr\u00f6me oder die Verf\u00fcgbarkeit von Ersatzteilen zu \u00fcberwachen. Die Verwendung von Verwaltungsschalen und Teilmodellen macht es m\u00f6glich, eine harmonisierte, dienstbasierte Schnittstelle zum gesamte Produktionssystem bereitzustellen, in dem alle physischen und virtuellen Ger\u00e4te, Produkte, Mitarbeiter und anderen Assets durch ihre eigene Objektinstanz repr\u00e4sentiert werden.<\/p>\n<p>Die VWS ist die standardisierte Selbstbeschreibung einer technischen oder logischen Komponente in der Produktion. Im Wesentlichen ist sie eine maschinenlesbare, technologie- &amp; ger\u00e4teagnostische Beschreibung einer Komponente, die Zugang zu all ihren Eigenschaften und Funktionen bietet.<\/p>\n<p>Ein grundlegender Unterschied zwischen bestehenden L\u00f6sungen und dem Konzept der Verwaltungsschale ist die herstellerunabh\u00e4ngige Standardisierung des VWS-Metamodells [5]. Diesbez\u00fcglich gibt es aktuell im Bereich der Produktionsautomatisierung keine Normen f\u00fcr eine solche technologieneutrale und herstellerunabh\u00e4ngige Selbstbeschreibung von Systemen und Ger\u00e4ten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-6961\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Verwaltungsschale.jpg\" alt=\"Verwaltungsschale \u2013 Digitaler Zwilling und Industrie 4.0\" width=\"1000\" height=\"563\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Verwaltungsschale.jpg 1299w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Verwaltungsschale-400x225.jpg 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Verwaltungsschale-698x393.jpg 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Verwaltungsschale-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/>Abbildung 1 \u2013 Die Verwaltungsschale umschlie\u00dft ein Asset und bietet \u00fcber Teilmodelle einen einheitlichen Zugriff auf seine Eigenschaften.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In heutigen Systemen ist die Datensemantik entweder implizit gegeben oder hart kodiert. Die VWS fokussiert sich jedoch auf die semantische Beschreibung von Daten. Letztendlich sollten alle VWS-Daten semantisch beschrieben werden, um ihre Bedeutung zu definieren. In diesem Fall sollte es keine Rolle spielen, wenn sich die Bezeichnung einer Variablen oder die Datenstruktur eines VWS-Teilmodells \u00e4ndert. Hier kommt ein weiterer Vorteil der Verwaltungsschale ins Spiel: Die Verwaltungsschale ist in der Lage, Eigenschaften und Funktionen mit semantischen Informationen zu verkn\u00fcpfen. Beispielsweise verwendet die semantische Beschreibung einer Eigenschaft eine standardisierte Beschreibung f\u00fcr Eigenschaften nach IEC 61360. Dies stellt sicher, dass selbst dann, wenn Komponenten von verschiedenen Herstellern unterschiedliche Feldnamen f\u00fcr Eigenschaften verwenden, eine gemeinsame Definition der Bedeutung von Eigenschaften und Operationen gew\u00e4hrleistet ist. Es gibt bereits umfangreiche Datenbanken, die eine gro\u00dfe Anzahl von Eigenschaften f\u00fcr eine Vielzahl von Ger\u00e4tetypen und Dom\u00e4nen anbieten. Beispiele f\u00fcr solche Datenbanken sind eCl@ss und das Common Data Dictionary (CDD).<\/p>\n<p>Momentan ist nur die Struktur der Verwaltungsschale selbst und die Grundstruktur von Teilmodellen von der Plattform Industrie 4.0 definiert und wird derzeit standardisiert. Die Nutzer sind f\u00fcr den Inhalt eines Teilmodells verantwortlich und k\u00f6nnen zahlreiche verschiedene Arten von Teilmodellen f\u00fcr ihre Ger\u00e4te definieren, die genau ihren Bed\u00fcrfnissen entsprechen. Die Definition von Ontologien, die den Eigenschaften der Teilmodelle eine Semantik verleihen, ist Gegenstand laufender Arbeiten.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h2><strong>Aufbau der Industrie 4.0-IT-Infrastruktur mithilfe von Verwaltungsschalen<\/strong><\/h2>\n<p>Unter Verwendung des Konzepts der Verwaltungsschale und unter Ber\u00fccksichtigung der oben spezifizierten Anforderungen kann eine Industrie 4.0-IT-Infrastruktur spezifiziert werden. Dabei werden die folgenden zentralen Komponenten spezifiziert:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Registry:<\/strong> Erm\u00f6glicht die Nachverfolgung der VWS im System, kann nach bestimmten Kriterien durchsucht werden und liefert die Endpunktinformationen f\u00fcr den Zugang zur VWS.<\/li>\n<li><strong>VWS Server: <\/strong>Stellt die VWS bereit und erm\u00f6glicht den dynamischen Upload von VWS. Kann sich in der Cloud befinden.<\/li>\n<li><strong>Edge Node:<\/strong> Wird vom Ger\u00e4t bereitgestellt. Ist Host f\u00fcr hochdynamische Daten, z.B. Sensorwerte.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Abbildung 2 zeigt die resultierende Infrastruktur. Zus\u00e4tzlich zeigt sie die Ersteinrichtung eines Ger\u00e4ts. Im ersten Schritt pusht das neu verbundene Ger\u00e4t seine VWS und entsprechende Teilmodelle (z.B. ein Dokumentationsteilmodell) zum VWS Server (1). Dann registriert es die gepushte VWS und die gepushten Teilmodelle sowie die direkt in seiner Edge Node gespeicherten Teilmodelle in der Registry, indem es den VWS Descriptor mit den Metadaten und vor allem den Endpunkt der VWS und m\u00f6glicher Teilmodelle zur Verf\u00fcgung stellt (2).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-6963 size-full\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild2.jpg\" alt=\"Digitaler Zwilling in der Industrie 4.0 (Registrierung)\" width=\"1314\" height=\"741\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild2.jpg 1314w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild2-400x226.jpg 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild2-698x394.jpg 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild2-768x433.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1314px) 100vw, 1314px\" \/><\/p>\n<p>Abbildung 2 \u2013 Start mit Hochladen des Digitalen Zwillings und Registrierung<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Interaktionen f\u00fcr den Abruf Digitaler Zwillinge sind in Abbildung 3 dargestellt. Zuerst fordert die Anwendung auf der Grundlage bestimmter Kriterien die VWS von der Registry an (1). Die Registry gibt den VWS Descriptor der entsprechenden VWS aus (2). Die Anwendung verbindet sich mit dem VWS Server und ruft die VWS ab (3). Schlie\u00dflich verbindet sich die Anwendung mit den entsprechenden Teilmodellen, um die ben\u00f6tigten Daten abzurufen (4).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-6965 size-full\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild3-2.jpg\" alt=\"Digitaler Zwilling in der Industrie 4.0 (Zugang)\" width=\"1248\" height=\"723\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild3-2.jpg 1248w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild3-2-400x232.jpg 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild3-2-698x404.jpg 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild3-2-768x445.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1248px) 100vw, 1248px\" \/><\/p>\n<p>Abbildung 3 \u2013 Zugang einer Anwendung zu Digitalen Zwillingen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sobald die entsprechenden Endpunkte vom Registry-Dienst abgefragt wurden, k\u00f6nnen die Komponenten direkt miteinander kommunizieren, sodass der Ausfall des Registry-Dienstes nicht sofort zu einem Produktionsstillstand f\u00fchrt. Nur im Falle einer ge\u00e4nderten Verf\u00fcgbarkeit einer Komponente m\u00fcssen die Nutzer und die Anbieter eines Dienstes die Registry erneut konsultieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>Anpassung der Infrastruktur f\u00fcr Digitale Zwillinge im Hinblick auf Erfolg<\/strong><\/h2>\n<p>Eine starke IT-Infrastruktur kann f\u00fcr die erfolgreiche Umsetzung von Industrie 4.0 entscheidend sein. Die vorgeschlagene Infrastruktur unterst\u00fctzt die gegebenen Anforderungen und erm\u00f6glicht zentrale Anwendungsf\u00e4lle. Standardisierungsbem\u00fchungen und gemeinsame Datenmodelle k\u00f6nnen allerdings dieses R\u00fcckgrat der intelligenten Fabrik noch weiter st\u00e4rken. Durch die Bereitstellung von Teilmodellen f\u00fcr spezifische Arten von Anwendungen kann der Bedarf an Eingriffen durch den Menschen noch weiter reduziert werden. In einer dienstbasierten Produktion kann zum Beispiel eine Orchestrierungsanwendung neu hinzugef\u00fcgte Ger\u00e4te und ihre F\u00e4higkeiten auf Grundlage eines Teilmodells des Dienstes automatisch erkennen.<\/p>\n<p>Durch die Einf\u00fchrung anwendungs- oder anwendungsfallspezifischer Teilmodelle l\u00e4sst sich die Infrastruktur weiter ausbauen und anpassen. So kann leicht auf unvorhergesehene \u00c4nderungen reagiert werden. Weitere Informationen dar\u00fcber, wie Wandelbarkeit beispielsweise in der aktuellen Pandemie hilfreich sein kann, sind in <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/industrie-4-0-zur-bekaempfung-von-covid-19\/\">diesem<\/a> Blog-Beitrag zu finden.<\/p>\n<div class=\"info-box\">\n<p>Das Fraunhofer IESE erforscht in BaSys 4.2 die Verwaltungsschale und die Industrie 4.0-IT-Infrastruktur. In diesem Projekt wird <a href=\"https:\/\/www.eclipse.org\/basyx\/\">Eclipse BaSyx<\/a> als eine Open-Source-Middleware entwickelt, die einen schnellen Einstieg in die Welt von Industrie 4.0 erm\u00f6glicht. Mit ihrer Verwaltungsschale unterst\u00fctzt sie den zuk\u00fcnftig standardisierten Digitalen Zwilling. Au\u00dferdem bietet sie viele Komponenten, die eine einfache Umsetzung von Industrie 4.0 m\u00f6glich machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Kooperation mit NetApp und objective partner ist <a href=\"https:\/\/www.objective-partner.de\/shopfloor-40-flexibilitaet-in-der-fertigung\/\">ShopFloor 4.0<\/a> die kommerzielle Version der L\u00f6sung, die umfassende Support-Pakete und einsatzbereite L\u00f6sungen bietet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/basys-satelliten\/\">f\u00f6rdert<\/a> das<em> Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) <\/em>Projekte, die konkrete L\u00f6sungen mit BaSyx umsetzen wollen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>___________________________________________________________________<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/de\/leistungen\/digitaler-zwilling.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8459 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/teaser_m-virtual_engineering-iese_2-150x150.jpg\" alt=\"Digitaler Zwilling und Industrie 4.0\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/teaser_m-virtual_engineering-iese_2-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/teaser_m-virtual_engineering-iese_2-32x32.jpg 32w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/teaser_m-virtual_engineering-iese_2-50x50.jpg 50w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/teaser_m-virtual_engineering-iese_2-64x64.jpg 64w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/teaser_m-virtual_engineering-iese_2-96x96.jpg 96w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/teaser_m-virtual_engineering-iese_2-128x128.jpg 128w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/teaser_m-virtual_engineering-iese_2-65x65.jpg 65w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Sie wollen mehr zu den Industrie 4.0, Digitalen Zwillingen und unserer dienstbasierten Industrie 4.0-Architektur \u00bbBaSys 4\u00ab als Enabler f\u00fcr die flexible Produktion in der Industrie 4.0 erfahren?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/de\/leistungen\/digitaler-zwilling.html\">Besuchen Sie unsere Fokusthema \u00bbDigitaler Zwilling<\/a>\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei weiteren Fragen oder Anmerkungen freuen wir uns au\u00dferdem \u00fcber Ihre Kontaktaufnahme unter: <a href=\"mailto:frank.schnicke@iese.fraunhofer.de\">frank.schnicke@iese.fraunhofer.de<\/a> oder <a href=\"mailto:thomas.kuhn@iese.fraunhofer.de\">thomas.kuhn@iese.fraunhofer.de<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p>[1] International Electrotechnical Commission. \u201eIEC 62264-1 Enterprise-control system integration\u2013Part 1: Models and terminology.\u201c IEC, Genf (2003).<\/p>\n<p>[2] Glaessgen, Edward, and David Stargel. \u201eThe digital twin paradigm for future NASA and US Air Force vehicles.\u201c 53rd AIAA\/ASME\/ASCE\/AHS\/ASC Structures, Structural Dynamics and Materials Conference 20th AIAA\/ASME\/AHS Adaptive Structures Conference 14th AIAA. 2012.<\/p>\n<p>[3] Definition Digitaler Zwilling (Englisch), <a href=\"https:\/\/www.iiconsortium.org\/pdf\/IIC_Digital_Twins_Industrial_Apps_White_Paper_2020-02-18.pdf\">https:\/\/www.iiconsortium.org\/pdf\/IIC_Digital_Twins_Industrial_Apps_White_Paper_2020-02-18.pdf<\/a>,\u00a0letzter Zugriff 20.07.2020<\/p>\n<p>[4] Constantin Wagner, Ulrich Epple, Julian Grothoff, Rainer Drath, Somayeh Malakuti, Sten Gr\u00fcner, Michael Hoffmeister, Patrick Zimmerman, \u201eThe role of the Industry 4.0 Asset Administration Shell and the Digital Twin during the life cycle of a plant\u201d, ETFA 2017, Limassol<\/p>\n<p>[5] <a href=\"https:\/\/www.plattform-i40.de\/PI40\/Redaktion\/DE\/Downloads\/Publikation\/Details-of-the-Asset-Administration-Shell-Part1.html\">https:\/\/www.plattform-i40.de\/PI40\/Redaktion\/DE\/Downloads\/Publikation\/Details-of-the-Asset-Administration-Shell-Part1.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Technologietrend \u00bbDigitaler Zwilling\u00ab und Industrie 4.0 versprechen viele Vorteile, wie etwa eine effiziente Losgr\u00f6\u00dfe 1 oder diverse Optimierungen. 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