{"id":6813,"date":"2020-10-06T08:32:48","date_gmt":"2020-10-06T06:32:48","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.iese.fraunhofer.de\/?p=6813"},"modified":"2024-02-19T12:32:11","modified_gmt":"2024-02-19T11:32:11","slug":"digitale-zwillinge-fuer-die-landwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/digitale-zwillinge-fuer-die-landwirtschaft\/","title":{"rendered":"Digitale Zwillinge f\u00fcr die Landwirtschaft"},"content":{"rendered":"<p class=\"lead\">Digitale Zwillinge als neue L\u00f6sung f\u00fcr die Landwirtschaft: In der digitalen Landwirtschaft ist der \u00fcbergreifende Austausch von Daten und Diensten immer noch ein gro\u00dfes Problem. Wir schlagen daher vor, ein grundlegend neues Konzept \u00fcber bestehende Datenstandards und -formate zu legen, ohne diese dabei abzuschaffen: Digitale Zwillinge machen dies m\u00f6glich.<\/p>\n<p class=\"lead\">Dazu pr\u00e4sentieren wir in diesem Artikel elementare Konzepte und gehen auf deren Vorteile und eine m\u00f6gliche Realisierung im Rahmen der digitalen Landwirtschaft ein.<\/p>\n<h2>Was sind Digitale Zwillinge?<\/h2>\n<p>Digitale Zwillinge sind virtuelle Abbilder von Dingen aus der realen Welt, physischen wie nicht-physischen. Es k\u00f6nnen nicht nur Produkte, Maschinen oder komplette Produktionsanlagen mit Digitalen Zwillingen abgebildet werden, sondern auch Prozesse und Dienste. Dabei gibt es nicht die eine, allgemeing\u00fcltige Definition eines Digitalen Zwillings, sondern kleine und gro\u00dfe Unterschiede je nach konkreter Umgebung und auch nach Branche. Typisch f\u00fcr Digitale Zwillinge ist allerdings der bidirektionale Austausch von Daten zwischen echter Welt und virtueller Repr\u00e4sentation. \u00c4ndert sich beispielsweise das reale Ding, soll diese \u00c4nderung in den Digitalen Zwilling gespiegelt und dort dargestellt werden. Umgekehrt kann eine am Digitalen Zwilling ausgef\u00fchrte Arbeitsanweisung als konkreter Arbeitsschritt in der realen Welt umgesetzt werden. Eine Spezialform in diesem Kontext ist der Digitale Schatten, der \u00bbnur\u00ab einen Fluss von Daten aus der echten Welt hin zur digitalen Repr\u00e4sentanz vorsieht und so eine Abbildung des Realen im Virtuellen bietet.<\/p>\n<p>In der Produktionstechnik sind Digitale Zwillinge schon lange ein Begriff. Sie sind Teil der Konzepte der Plattform Industrie 4.0 und werden \u00fcber die Steuerung einzelner Produktionsprozesse hinaus als L\u00f6sung f\u00fcr einen \u00fcbergreifenden Informationsaustausch in \u00d6kosystemen zwischen Herstellern, Zulieferern und Kunden gesehen.<\/p>\n<h2>Digitale Zwillinge f\u00fcr die Landwirtschaft<\/h2>\n<p>Auch wenn die Landwirtschaft mit ihren Gesch\u00e4fts- und Arbeitsprozessen nicht Eins-zu-Eins mit der Umgebung aus Produktionsindustrien verglichen werden kann, lohnt es sich doch, dort etablierte Konzepte wie Digitale Zwillinge auf ihre Anwendbarkeit in der Landwirtschaft hin zu pr\u00fcfen. Digitale Zwillinge sind prinzipiell f\u00fcr eine breite Reihe von Wirtschafts- und Produktionsg\u00fctern denkbar: vom virtuellen Abbild einer einzelnen Pflanze oder Milchkuh bis zum Acker oder Stall, von der digitalen Repr\u00e4sentanz eines Umweltsensors \u00fcber den einer Landmaschine bis hin zum gesamten Betrieb als \u00bblandwirtschaftliche Produktionsst\u00e4tte\u00ab.<\/p>\n<p>Im Rahmen des <a href=\"https:\/\/www.cognitive-agriculture.de\">Fraunhofer-Leitprojekts Cognitive Agriculture (COGNAC)<\/a> untersuchen wir unter anderem die Einsatzm\u00f6glichkeiten von Digitalen Zwillingen in der landwirtschaftlichen Produktion. Am Beispiel des \u00bbDigitalen Feldzwillings\u00ab m\u00f6chten wir die Frage er\u00f6rtern, ob Digitale Zwillinge in der Landwirtschaft \u00e4hnliche Erwartungen wie in der Industrie 4.0 erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Konkret geht es uns dabei um den Digitalen Zwilling als m\u00f6gliches L\u00f6sungskonzept f\u00fcr verbesserte Interoperabilit\u00e4t, Sicherheit und Zukunftsf\u00e4higkeit digitaler Angebote.<\/p>\n<h2>Der Digitale Feldzwilling<\/h2>\n<p>Betrachtet man einen Ackerschlag als m\u00f6gliches Einsatzgebiet f\u00fcr Digitale Zwillinge, k\u00f6nnte man sich dieses Szenario wie folgt vorstellen: Der Digitale Feldzwilling f\u00fchrt alle Informationsquellen zum realen Feld zusammen. Dazu geh\u00f6ren u.a. von Maschinen erfasste Arbeitsprozesse, aus Softwarel\u00f6sungen \u00fcbertragene Informationen, von Sensoren live erfasste Daten usw. Diese Informationen werden im Feldzwilling vorgehalten und k\u00f6nnen von Anwendungen und Landwirten genutzt werden. Dabei speichert der Digitale Feldzwilling einerseits Informationen ab und kann so eine Historie von Daten anbieten; andererseits bietet er aber auch eine Schnittstelle f\u00fcr den Zugriff auf aktuelle Sensordaten wie z.B. Satellitenbilder oder Wetterdaten. Der Feldzwilling ist in diesem Szenario als zentrale Komponente vorgesehen, die einen Ackerschlag repr\u00e4sentiert und von beliebigen Akteuren und Personen genutzt werden kann \u2013 sofern dies vom Eigent\u00fcmer bzw. P\u00e4chter des Ackerschlages erlaubt wird. So kann beispielsweise ein Farm-Management-Informationssystem (FMIS) erg\u00e4nzend zur eigenen Datenhaltung auf Daten aus dem Feldzwilling zugreifen oder sogar komplett auf eine eigene Speicherung verzichten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6815\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Bild1.png\" alt=\"Datengewinnung und Datennutzung im Kontext digitaler Zwillinge f\u00fcr die Landwirtschaft\" width=\"657\" height=\"259\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Bild1.png 1324w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Bild1-400x158.png 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Bild1-698x275.png 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Bild1-768x303.png 768w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Bild1-1138x450.png 1138w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Bild1-1320x520.png 1320w\" sizes=\"auto, (max-width: 657px) 100vw, 657px\" \/><\/p>\n<p><em>Datengewinnung und Datennutzung im Kontext des Digitalen Feldzwillings<\/em><\/p>\n<p>Neben der reinen Bereitstellung von Daten steckt gro\u00dfes Potenzial im Angebot von erweiterten Abfragem\u00f6glichkeiten oder intelligenten Diensten, die auf den Daten im Feldzwilling basieren. Solche k\u00f6nnen z.B. h\u00e4ufige Anfragen b\u00fcndeln oder auch auf Simulationen basierende Prognosen liefern, d.h. der Feldzwilling bietet auch selbst Dienste an.<\/p>\n<p><strong>Mehr als ein digitaler Schatten<\/strong><\/p>\n<p>Bisher zeigt das beschriebene Szenario gro\u00dfe \u00dcberlappungen mit dem Konzept eines digitalen Schattens, da vornehmlich Daten zusammengef\u00fchrt und zur Nutzung angeboten werden. Der umgekehrte Informationsfluss ist allerdings auch denkbar. Ein Beispiel ist das Ausl\u00f6sen von Feldbearbeitungen oder auch nur -analysen \u00fcber den Digitalen Feldzwilling. So k\u00f6nnte ein Landwirt im FMIS einen Auftrag zur Zusammenstellung aller aktuell verf\u00fcgbaren Statuswerte zu einem Ackerschlag im Feldzwilling ausl\u00f6sen, der dann von einem dem Feldzwilling zugeordneten Dienst ausgef\u00fchrt wird und alle verf\u00fcgbaren Daten in der Historie mit aktuellem Zeitstempel ablegt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6899 size-full alignnone\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/digi_twin_feld_bild3.jpg\" alt=\"Digitaler Zwilling f\u00fcr die Landwirtschaft (Digitaler Feldzwilling)\" width=\"880\" height=\"358\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/digi_twin_feld_bild3.jpg 880w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/digi_twin_feld_bild3-400x163.jpg 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/digi_twin_feld_bild3-698x284.jpg 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/digi_twin_feld_bild3-768x312.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 880px) 100vw, 880px\" \/><\/p>\n<p><em>Daten und Dienste eines Digitalen Feldzwillings (Beispiel)<\/em><\/p>\n<p>Im Folgenden f\u00fchren wir einige Kernelemente Digitaler Zwillinge auf, die so auch f\u00fcr den Digitalen Feldzwilling umgesetzt werden k\u00f6nnen:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Eindeutige digitale Repr\u00e4sentanz:<\/strong> Ein Digitaler Feldzwilling beschreibt einen konkreten Ackerschlag mit allen Informationen, die f\u00fcr landwirtschaftliche oder nachgelagerte Prozesse ben\u00f6tigt werden. Einen Digitalen Feldzwilling gibt es wie seine reale Repr\u00e4sentation nur einmal.<\/li>\n<li><strong>Zusammenf\u00fchrung mehrerer, verschiedenartiger Datenquellen:<\/strong> Es werden nicht nur historische Zust\u00e4nde vorgehalten und angeboten ((\u00bbdigitales Produktged\u00e4chtnis\u00ab), sondern auch aktuelle Sensorwerte zum Ackerschlag.<\/li>\n<li><strong>Zentralisierter Zugriff \u00fcber eine Datenplattform: <\/strong>Um einen \u00fcbergreifenden Informationsaustausch im Digitalen \u00d6kosystem zu erm\u00f6glichen, kann ein Digitaler Feldzwilling \u00fcber eine digitale Datenplattform angeboten werden. So wird ein zentralisierter Zugriff auf Informationen realisiert, der diskriminierungsfrei genutzt und auch in externe Dienste integriert werden kann.<\/li>\n<li><strong>Interoperabilit\u00e4t<\/strong> <strong>zwischen Systemen: <\/strong>Die eingef\u00fchrte \u00fcbergreifende Verf\u00fcgbarkeit von Digitalen Zwillingen im Digitalen \u00d6kosystem ist ein zentraler Bef\u00e4higer f\u00fcr Interoperabilit\u00e4t zwischen Systemen. Erg\u00e4nzend dazu wird mittels Technologien und Konzepten wie Triple-Store-Speichern, Vokabularen und Ontologien Interoperabilit\u00e4t auch zwischen verschiedenen Standards erm\u00f6glicht. Durch Verzeichnisdienste k\u00f6nnen Informationsinhalte und -umf\u00e4nge flexibel abgefragt und genutzt werden.<\/li>\n<li><strong>Erweiterbarkeit: <\/strong>Datenhaltung und Schnittstellen Digitaler Zwillinge k\u00f6nnen mit den bereits erw\u00e4hnten Technologien flexibel und erweiterbar gestaltet werden. So wird das Konzept zukunftssicher.<\/li>\n<li><strong>Komposition: <\/strong>Digitale Zwillinge k\u00f6nnen selbst aus mehreren Digitalen Zwillingen zusammengesetzt sein bzw. diese enthalten. Dies kann auch dynamisch geschehen. So k\u00f6nnen mehrere Digitale Feldzwillinge zu gr\u00f6\u00dferen Anbaufl\u00e4chen zusammengefasst werden oder auch Digitale Zwillinge von Sensoren oder Pflanzen beinhalten.<\/li>\n<li><strong>Datensouver\u00e4nit\u00e4t<\/strong>: In Digitalen Feldzwillingen kann ein Security Framework integriert werden, das verschiedene Levels von Datenschutz und -souver\u00e4nit\u00e4t f\u00fcr Eigent\u00fcmer oder Nutzungsberechtigte des realen Ackerschlags anbietet. Das Ziel ist einerseits die volle Kontrolle und Transparenz bei Datennutzung durch Dritte, andererseits aber auch die F\u00f6rderung des Datenaustauschs. Eine f\u00fcr alle Beteiligten faire Datennutzung f\u00f6rdert die Bereitschaft zum Teilen von Daten und damit auch die Daten\u00f6konomie.<\/li>\n<li><strong>Kognitive Funktionen f\u00fcr innovative Prozesse:<\/strong> \u00dcber das Angebot an Informationen hinaus bietet ein Digitaler Feldzwilling Algorithmen zur Beschreibung der realen Welt. Somit werden bspw. intelligente Aggregationen von Daten erm\u00f6glicht, aber auch Was-w\u00e4re-wenn-Simulationen und Prognosen \u00fcber die zuk\u00fcnftige Entwicklung auf dem Ackerschlag.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Feldzwillinge im Digitalen Dom\u00e4nen\u00f6kosystem Landwirtschaft<\/h2>\n<p>Im Fraunhofer-Leitprojekt COGNAC erforschen wir das digitale Dom\u00e4nen\u00f6kosystem \u00bbLandwirtschaft\u00abund entwickeln Konzepte f\u00fcr einen landwirtschaftlichen Datenraum, den <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/content\/dam\/iese\/de\/dokumente\/innovationsthemen\/COGNAC_Whitepaper_ADS2019.pdf\">Agricultural Data Space (ADS)<\/a>. Der ADS schafft die Basis f\u00fcr Digitale \u00d6kosysteme entlang der gesamten landwirtschaftlichen Wertsch\u00f6pfungskette und kann durch eine Digitale Plattform verbunden werden, die ADS-Plattform. Zum Datenraum geh\u00f6ren Landwirt*innen mit ihren Betrieben, Maschinen und digitalen Anwendungen, Dienstleister mit landwirtschaftlichen oder digitalen Angeboten, Hersteller von Landmaschinen oder Produktionsmitteln mit eigenen Datenplattformen bis hin zum Einzelhandel und den Endkunden. In einem lebendigen Digitalen \u00d6kosystem k\u00f6nnen diese Teilnehmenden Daten untereinander nutzen und darauf basierend gegenseitige Dienstleistungen anbieten.<\/p>\n<p>F\u00fcr Digitale Zwillinge wie den Feldzwilling stellt sich nun die Frage, wie diese im Datenraum genutzt werden k\u00f6nnen. Im \u00d6kosystem existieren bereits viele Anwendungsf\u00e4lle mit Bedarf an \u00fcbergreifendem Informationsaustausch und einer steten Digitalisierung der Landwirtschaft. Erg\u00e4nzend zeigt auch die <a href=\"https:\/\/www.informatik-aktuell.de\/management-und-recht\/digitalisierung\/digitale-oekosysteme-welche-herausforderungen-stellt-der-aufbau-und-wie-gelingt-er.html\">zunehmende Bedeutung der Daten\u00f6konomie<\/a> den klaren Trend zum weiteren Ausbau solcher Anwendungsf\u00e4lle. Digitale Zwillinge k\u00f6nnen hier die F\u00e4higkeiten anbieten, die solche Anwendungsf\u00e4lle unterst\u00fctzen oder sogar erst erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6816 size-large\" style=\"font-size: 2em; letter-spacing: 0.025em;\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Bild2-698x331.png\" alt=\"Datenplattformen als Heimat f\u00fcr Feldzwillinge im digitalen \u00d6kosystem\" width=\"698\" height=\"331\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Bild2-698x331.png 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Bild2-400x190.png 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Bild2-768x364.png 768w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Bild2-1536x728.png 1536w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Bild2-1320x626.png 1320w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Bild2.png 1859w\" sizes=\"auto, (max-width: 698px) 100vw, 698px\" \/><\/p>\n<p><em>Datenplattformen als Heimat f\u00fcr Feldzwillinge im Digitalen \u00d6kosystem<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Bei der Frage, wie solche Digitalen Zwillinge konkret gestaltet, vorgehalten und dem ADS angeboten werden, k\u00f6nnen mehrere Wege m\u00f6glich sein. Eine M\u00f6glichkeit ist die Umsetzung im Rahmen einer zentralen Datenplattform wie der ADS-Plattform. Die ADS-Plattform bietet den Feldzwilling \u00fcber offene Schnittstellen zur Nutzung im \u00d6kosystem an. Sie stellt dabei aber auch sicher, dass die Datensouver\u00e4nit\u00e4t von Landwirt*innen oder weiterer, prinzipiell beliebiger Rollen mit legitimen Rechten an Daten, eingehalten wird. So k\u00f6nnten FMIS Daten in einem Feldzwilling nutzen, ohne sie selbst vorhalten zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Die ADS-Plattform als neutrale Plattform f\u00fcr Interoperabilit\u00e4t und Datensouver\u00e4nit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>In unserer aktuellen Konzeption ist die ADS-Plattform eine neutrale Dienstleistung zur Bereitstellung von Diensten zur Speicherung und Bereitstellung von Digitalen Zwillingen, die jedoch selbst nicht \u00fcber eigene Gesch\u00e4ftsmodelle im Bereich FMIS verf\u00fcgt. Demzufolge k\u00f6nnen Daten im Feldzwilling auf der ADS-Plattform selbst auch nur eingeschr\u00e4nkt genutzt werden. Sie bietet allerdings umfangreiche Funktionalit\u00e4ten zur Durchsetzung der Datensouver\u00e4nit\u00e4t an: Ein Dashboard f\u00fcr Datensouver\u00e4nit\u00e4t erlaubt detaillierte Einstellungen zur Steuerung von Zugriffsrechten auf Daten in Feldzwillingen und macht transparent, welche Daten von wem verwendet werden d\u00fcrfen und wurden.<\/p>\n<h2>Anwendungsf\u00e4lle f\u00fcr ein sicheres und interoperables Digitales \u00d6kosystem<\/h2>\n<p>Die weiter oben aufgef\u00fchrten Kernpunkte Digitaler Zwillinge in der Landwirtschaft und des Digitalen Feldzwillings im Besonderen stellen bereits einen Funktionsumfang dar, der weit \u00fcber die reine Datenspeicherung hinausgeht. In den folgenden Beispielen skizzieren wir grundlegende und spezifischere Anwendungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Feldzwillinge:<\/p>\n<ul>\n<li>Durch die Entkopplung von Datenhaltung und einzelnen Systemen \u2013 wie z.B. verschiedenen FMIS oder Maschinenplattformen \u2013 flie\u00dfen Daten zu einem Ackerschlag in eine zentrale und eindeutige Komponente. So sind alle Daten an einem Ort und nicht fragmentiert \u00fcber mehrere Systeme verteilt verf\u00fcgbar. Umgekehrt ist es f\u00fcr all diese Systeme m\u00f6glich, einen Feldzwilling als erg\u00e4nzende oder alleinstehende gemeinsame Datenbasis zu nutzen.<\/li>\n<li>Durch offene und generische Schnittstellen k\u00f6nnen Feldzwillinge von beliebigen Softwarel\u00f6sungen genutzt werden. K\u00f6nnen Feldzwillinge z.B. auf vorhandene Sensorik im Feld zugreifen, k\u00f6nnen deren Daten \u00fcber die Schnittstellen abgerufen werden, ohne die konkreten Sensoren verstehen oder ansteuern k\u00f6nnen zu m\u00fcssen. Durch diese Unabh\u00e4ngigkeit k\u00f6nnen auch Sensoren oder beliebige Ger\u00e4te getauscht werden, ohne dass auf sie zugreifende Applikationen ge\u00e4ndert werden m\u00fcssen.<\/li>\n<li>Neue, innovative Anwendungen k\u00f6nnen einfach und effizient umgesetzt werden, indem sie auf die existierende Dateninfrastruktur in Form der Feldzwillinge zugreifen. Das erleichtert z.B. Start-ups den Markteintritt und f\u00f6rdert Innovation in der Landwirtschaft.<\/li>\n<li>Pflanzenbauberater k\u00f6nnen aktuelle Sensorwerte ebenso einfach abrufen wie historische Applikations- und Erntedaten und so zielgenau und auf solider Datenlage Empfehlungen erstellen.<\/li>\n<li>Landwirt*innen k\u00f6nnen ihre Arbeitsprozesse einfacher und genauer planen, indem kognitive Funktionen in den Feldzwillingen Informationen und Algorithmen verkn\u00fcpfen. So k\u00f6nnen beispielsweise mit aktuellen und historischen Daten gef\u00fctterte Prognosemodelle die optimalen Erntezeitpunkte vorhersagen, die u.a. Abreife- und Wetterprognosen f\u00fcr m\u00f6gliche Erntetage beinhalten.<\/li>\n<\/ul>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-6890 size-large\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abfragen_Feldzwilling-698x259.png\" alt=\"Abfragen an einen digitalen Feldzwilling\" width=\"698\" height=\"259\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abfragen_Feldzwilling-698x259.png 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abfragen_Feldzwilling-400x148.png 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abfragen_Feldzwilling-768x285.png 768w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abfragen_Feldzwilling-1536x570.png 1536w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abfragen_Feldzwilling-2048x760.png 2048w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abfragen_Feldzwilling-1320x490.png 1320w\" sizes=\"auto, (max-width: 698px) 100vw, 698px\" \/><\/p>\n<p><em>M\u00f6glichkeiten kognitiver Funktionen<\/em><\/p>\n<h2>Chancen f\u00fcr Digitale Zwillinge in der Landwirtschaft<\/h2>\n<p>Neben der konsolidierten, interoperablen Bereitstellung von Daten durch Digitale Zwillinge wie den Feldzwilling liegt insbesondere in den kognitiven Funktionen enormes Potenzial, um Prozesse in der Landwirtschaft zu vereinfachen und digitale Unterst\u00fctzung punktgenau anbieten zu k\u00f6nnen. Die Einsatzm\u00f6glichkeiten und Funktionen Digitaler Zwillinge sind f\u00fcr die Landwirtschaft dabei praktisch unbeschr\u00e4nkt. Digitale Zwillinge m\u00fcssen offen und flexibel gestaltet werden, um die dynamischen Entwicklungen im Zuge der Digitalisierung der Landwirtschaft mitgehen zu k\u00f6nnen. Darin integrierte Konzepte, wie Verzeichnisdienste und Vokabulardienste, unterst\u00fctzen dies.<\/p>\n<p>Eine konkrete Realisierung ist technisch anspruchsvoll und wird die Dom\u00e4ne Landwirtschaft auf die Probe stellen, da gewohnte Prozesse und Architekturen angepasst werden m\u00fcssen. Moderne Technologien liefern allerdings einen Werkzeugkasten, mit dem die technische Umsetzung zum Erfolg werden kann. Ein Vorteil dabei ist, dass Systeme nach und nach, flexibel und in jeweils eigenem Tempo in einen \u00fcbergreifenden Datenraum integriert werden k\u00f6nnen. Zwar entfaltet ein Feldzwilling seine vollen F\u00e4higkeiten erst mit allen Teilnehmenden, \u00fcberfordert so aber auch nicht die digitale Landwirtschaft.<\/p>\n<p>Perspektivisch l\u00e4sst sich das Konzept der Digitalen Zwillinge \u00fcber den Feldzwilling hinaus ausbauen und es k\u00f6nnen weitere Entit\u00e4ten einbezogen werden, um landwirtschaftliche Betriebe, aber auch vor- und nachgelagerte Unternehmen so zu unterst\u00fctzen, wie ihre jeweiligen Prozesse es ben\u00f6tigen. Mit Blick auf Industrie 4.0 k\u00f6nnen Digitale Zwillinge so einen sp\u00fcrbaren Beitrag zur effektiven Digitalisierung der Landwirtschaft leisten.<\/p>\n<h2>Lesen Sie auch unsere weiteren Blog-Artikel zum Themenfeld \u00bbDigitaler Zwilling\u00ab:<\/h2>\n<div class=\"embed-responsive embed-responsive-16by9\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"N0w09bMJLU\"><p><a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wie-schafft-man-datensouveraenitaet-in-der-landwirtschaft\/\">Wie schafft man Datensouver\u00e4nit\u00e4t in der Landwirtschaft?<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Wie schafft man Datensouver\u00e4nit\u00e4t in der Landwirtschaft?&#8220; &#8212; Fraunhofer IESE\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wie-schafft-man-datensouveraenitaet-in-der-landwirtschaft\/embed\/#?secret=gbCM6b79yF#?secret=N0w09bMJLU\" data-secret=\"N0w09bMJLU\" frameborder=\"0\" marginmarginscrolling=\"no\"><\/iframe><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"embed-responsive embed-responsive-16by9\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"0oiKX0I1UY\"><p><a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/basys-4-2-das-basissystem-fuer-industrie-4-0-geht-in-die-naechste-runde\/\">BaSys 4.2 \u2013 das Basissystem f\u00fcr Industrie 4.0 geht in die n\u00e4chste Runde!<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;BaSys 4.2 \u2013 das Basissystem f\u00fcr Industrie 4.0 geht in die n\u00e4chste Runde!&#8220; &#8212; Fraunhofer IESE\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/basys-4-2-das-basissystem-fuer-industrie-4-0-geht-in-die-naechste-runde\/embed\/#?secret=stgygT4mjq#?secret=0oiKX0I1UY\" data-secret=\"0oiKX0I1UY\" frameborder=\"0\" marginmarginscrolling=\"no\"><\/iframe><\/div>\n<div class=\"embed-responsive embed-responsive-16by9\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"UNuvNKnqAa\"><p><a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/security-in-digitalen-oekosystemen-die-sichere-digitale-plattform-ist-nur-die-halbe-miete\/\">Security in Digitalen \u00d6kosystemen: Die sichere Digitale Plattform ist nur die halbe Miete<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Security in Digitalen \u00d6kosystemen: Die sichere Digitale Plattform ist nur die halbe Miete&#8220; &#8212; Fraunhofer IESE\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/security-in-digitalen-oekosystemen-die-sichere-digitale-plattform-ist-nur-die-halbe-miete\/embed\/#?secret=79pN1NMxqy#?secret=UNuvNKnqAa\" data-secret=\"UNuvNKnqAa\" frameborder=\"0\" marginmarginscrolling=\"no\"><\/iframe><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Digitale Zwillinge als neue L\u00f6sung f\u00fcr die Landwirtschaft: In der digitalen Landwirtschaft ist der \u00fcbergreifende Austausch von Daten und Diensten immer noch ein gro\u00dfes Problem. 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Neben seinen Forschungsinteressen rund um Datenr\u00e4ume und L\u00f6sungen f\u00fcr Interoperabilit\u00e4t besch\u00e4ftigt er sich schwerpunktm\u00e4\u00dfig mit Softwarearchitekturen in interaktiven Informationssystemen. Als Informatiker mit MBA ist es ihm wichtig, Projekte und Softwaresysteme ganzheitlich zu betrachten und neben der technischen Perspektive auch die Nutzersicht und zugrundeliegende Gesch\u00e4ftsmodelle miteinzubeziehen. Seit 2020 ist er einer der Trainer des Seminars \u00bbSoftwarearchitektur\u00ab der Fraunhofer Academy. --- Bernd Rauch has been a software architect and project manager at Fraunhofer IESE since 2018 and Expert \u00bbData Ecosystems\u00ab since 2024. In addition to his research interests around data spaces and interoperability solutions, he focuses on software architectures in interactive information systems. 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Since 2020, he has been one of the trainers of the seminar \u201cSoftware Architecture\u201d of the Fraunhofer Academy.","url":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/author\/bernd-rauch\/"}]}},"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/header-blog-digitaler_zwilling_feld-freepik.com_fraunhofer_iese.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6813","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/78"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6813"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6813\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11390,"href":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6813\/revisions\/11390"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6881"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6813"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6813"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6813"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/coauthors?post=6813"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}