{"id":4482,"date":"2020-02-05T11:15:25","date_gmt":"2020-02-05T09:15:25","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.iese.fraunhofer.de\/?p=4482"},"modified":"2024-05-27T13:40:01","modified_gmt":"2024-05-27T11:40:01","slug":"anforderungsdokumentation-5-werkzeuge-fuer-die-anforderungsdokumentation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/anforderungsdokumentation-5-werkzeuge-fuer-die-anforderungsdokumentation\/","title":{"rendered":"Anforderungsdokumentation (5\/5): Welche Art von Werkzeugen ben\u00f6tige ich f\u00fcr die Anforderungsdokumentation?"},"content":{"rendered":"<p class=\"lead\">Dieser Artikel ist der letzte in einer f\u00fcnfteiligen Reihe von Blog-Artikeln des Fraunhofer IESE, welche sich mit Anforderungsdokumentation besch\u00e4ftigt. Gilt die Dokumentation von Anforderungen in klassischen Projekten als Standard, wird sie in agilen Kontexten eher gemieden, da sie als unangemessener Mehraufwand verstanden wird. Wir haben analysiert, wie diese Wahrnehmung entstehen kann und wie die Dokumentation in agilen Projekten umgesetzt werden kann, sodass ihre Vorteile \u00fcberwiegen. Dazu haben wir im <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/anforderungsdokumentation-1-warum-eine-anforderungsdokumentation-erstellen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ersten Teil<\/a> dieser Reihe untersucht, warum Anforderungen \u00fcberhaupt dokumentiert werden. Im <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/anforderungsmanagement-2-der-mythos-keine-dokumentation-fuer-agile-anforderungen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">zweiten Teil<\/a> haben wir thematisiert, dass es nie darum ging, die Anforderungsdokumentation bei der agilen Entwicklung ganz entfallen zu lassen, sondern dass diese weiterhin ein integraler Bestandteil des Entwicklungsansatzes ist. Damit Requirements Engineering jedoch in agilen Umgebungen funktioniert, m\u00fcssen bestimmte Herausforderungen bew\u00e4ltigt werden, die wir in <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/anforderungsdokumentation-3-herausforderungen-bei-dokumentation-agiler-anforderungen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Teil 3<\/a> beschrieben haben. Im <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/anforderungsdokumentation-4-dokumentationsumfang-eingrenzen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">vierten Teil<\/a> ging es darum, wie sich das Hindernis eines m\u00f6glichen Chaos, das durch ein Auswuchern der Dokumentation entstehen kann, verhindern l\u00e4sst. In diesem abschlie\u00dfenden Teil analysieren wir, welche Werkzeuge f\u00fcr die Anforderungsdokumentation verwendet werden k\u00f6nnen, um in agilen Kontexten eine Bereicherung darzustellen.<\/p>\n<div class=\"info-box\">\n<p>Dieser Blog-Post ist der erste Teil einer f\u00fcnfteiligen Serie von Artikeln zum Thema Anforderungsdokumentation.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/anforderungsdokumentation-1-warum-eine-anforderungsdokumentation-erstellen\/\">\u2460 Warum eine Anforderungsdokumentation erstellen?<\/a><br \/>\nTeil\u00a01 untersucht, warum Anforderungen \u00fcberhaupt dokumentiert werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/anforderungsmanagement-2-der-mythos-keine-dokumentation-fuer-agile-anforderungen\/\">\u2461 Der Mythos \u201eKeine Dokumentation\u201c f\u00fcr agile Anforderungen<\/a><br \/>\nTeil 2 untersucht, wie die Anforderungsdokumentation agil bleiben kann, ohne Chaos zu verursachen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/anforderungsdokumentation-3-herausforderungen-bei-dokumentation-agiler-anforderungen\/\" rel=\"noopener noreferrer\">\u2462 Typische Herausforderungen bei der Dokumentation agiler Anforderungen<\/a><\/p>\n<p>Teil 3 untersucht wie Dokumentation eine konstruktive Rolle in einer agilen Umgebung spielen kann.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/anforderungsdokumentation-4-dokumentationsumfang-eingrenzen\/\" rel=\"noopener noreferrer\">\u2463 Dokumentationsumfang eingrenzen bei der Dokumentation agiler Anforderungen<\/a><\/p>\n<p>Teil 4 untersucht, wie das Chaos verhindert wird, dass durch ein Auswuchern der Dokumentation entstehen kann.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/anforderungsdokumentation-5-werkzeuge-fuer-die-anforderungsdokumentation\/\" rel=\"noopener noreferrer\">\u2464 Welche Art von Werkzeugen ben\u00f6tige ich f\u00fcr die Anforderungsdokumentation?<\/a><\/p>\n<p>Teil 5 untersucht, welche Werkzeuge f\u00fcr die Anforderungsdokumenationen verwendet werden, um in agilen Kontexten eine Bereicherung darzustellen.<\/p>\n<\/div>\n<p>F\u00fcr die Unterst\u00fctzung eines Anforderungsdokumentationsprozesses k\u00f6nnen verschiedene Arten von Werkzeugen verwendet werden. So ist beispielsweise im agilen Entwicklungsumfeld der Einsatz von Wikis und Issue-Tracking-Systemen zum De-facto-Standard geworden, aber trotz ihrer Vorteile f\u00fcr die agile Entwicklung haben solche Werkzeuge auch deutliche Nachteile im Hinblick auf das Anforderungsmanagement. Je nach Art unterst\u00fctzen Werkzeuge die kurz- und langfristige Speicherung von Anforderungen, gew\u00e4hren nur Stakeholdern mit der richtigen Berechtigung Zugang, verwalten Beziehungen, stellen Artefakte in verschiedenen Formaten bereit oder sichern die Qualit\u00e4t sowohl der Anforderungsspezifikation als auch des gesamten Projekts.<\/p>\n<p>In Zusammenarbeit mit der OSSENO Software GmbH, einem Spin-off des Fraunhofer IESE, mit dessen Gr\u00fcnder Dr. Sebastian Adam wir diesen Artikel schreiben, haben wir untersucht, welche Faktoren die Auswahl geeigneter Werkzeuge f\u00fcr ein bestimmtes Projekt oder Arbeitsumfeld beeinflussen. Zu diesen Faktoren geh\u00f6rt u.a., wie einfach sich darin Anforderungen dokumentieren lassen, welcher Grad an Anforderungsmanagement erforderlich ist und wie es mit der Erf\u00fcllung von Nachhaltigkeitsanforderungen aus Industriestandards oder dem Wunsch, Anforderungen in weiteren Projekten wiederzuverwenden, steht. Um eine solche Bewertung vornehmen zu k\u00f6nnen, ist ein besseres Verst\u00e4ndnis der St\u00e4rken und Schw\u00e4chen einzelner Werkzeugarten n\u00f6tig. Aus diesem Grund liefern wir in diesem Beitrag eine Begr\u00fcndung f\u00fcr den Einsatz von Werkzeugen f\u00fcr das Requirements Engineering und besprechen verschiedene Arten von Werkzeugen gem\u00e4\u00df einem Reifegradmodell.<\/p>\n<h3>Wozu dienen Werkzeuge im Requirements Engineering?<\/h3>\n<p>Professionelle Software- und Systementwicklung ist ohne Werkzeugunterst\u00fctzung nicht skalierbar. Auch wenn der agile Wert \u201eIndividuen und Interaktionen sind wichtiger als Prozesse und Werkzeuge\u201c betont, dass die pers\u00f6nliche Interaktion im Projektteam wichtiger als der Einsatz von Werkzeugen und Prozessen ist, sind letztere dennoch unverzichtbare Mittel, um Projekte \u00fcberhaupt effektiv und effizient durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Eine Entwicklungsorganisation ben\u00f6tigt deshalb neben Werkzeugen zum Codieren und Testen auch Werkzeuge zum Verwalten und Verfolgen der Projektanforderungen. Ohne einen klaren \u00dcberblick \u00fcber die zu implementierenden Anforderungen und die zu erf\u00fcllenden Aufgaben ist die Planung und Kontrolle eines Projekts nahezu unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig davon, ob der Entwicklungskontext agil, traditionell oder hybrid ist, zielen Werkzeuge im Rahmen des Requirements Engineering darauf ab, die Dokumentation und Verwaltung von Anforderungen zu unterst\u00fctzen, d.h. Anforderungen f\u00fcr alle an einem Projekt beteiligten oder von einem Projekt betroffenen Personen in digitaler Form verf\u00fcgbar und \u00fcber die Zeit nachvollziehbar zu machen.<\/p>\n<p>Neben spezialisierten Werkzeugen f\u00fcr das Requirements Engineering, den so genannten Requirements-Management-(RM-)Werkzeugen, haben auch andere Arten von Werkzeugen, die urspr\u00fcnglich f\u00fcr andere Zwecke entwickelt wurden, Anwendung im Requirements Engineering gefunden. Der deutsche RM-Hersteller OSSENO Software hat deshalb ein Reifegradmodell f\u00fcr Werkzeuge im Requirements Engineering entwickelt (siehe Abbildung), das die typischen f\u00fcnf im Anforderungsmanagement eingesetzten Werkzeugarten, von einfachen B\u00fcrowerkzeugen bis hin zu erweiterten RM-Werkzeugen, aufzeigt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_4483\" aria-describedby=\"caption-attachment-4483\" style=\"width: 698px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4483 size-large\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/OSSENO-Tool-Requirements-Engineering-1-768x480.png\" alt=\"Fraunhofer IESE - Werkzeuge f\u00fcr das Anforderungsmanagement - Reifegradmodell f\u00fcr Requirements Engineering\" width=\"698\" height=\"437\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/OSSENO-Tool-Requirements-Engineering-1-768x480.png 768w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/OSSENO-Tool-Requirements-Engineering-1-400x250.png 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/OSSENO-Tool-Requirements-Engineering-1-698x437.png 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/OSSENO-Tool-Requirements-Engineering-1.png 913w\" sizes=\"auto, (max-width: 698px) 100vw, 698px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4483\" class=\"wp-caption-text\">Das OSSENO-Reifegradmodell: Tools f\u00fcr Requirements Engineering (Anforderungsmanagement)<\/figcaption><\/figure>\n<h3>\u00dcbersicht der Werkzeugarten im Requirements Engineering<\/h3>\n<p><strong>Office-Werkzeuge<\/strong> wie Word oder Excel werden in fast jedem Unternehmen eingesetzt. Aufgrund ihrer weit verbreiteten Verwendung und ihres t\u00e4glichen Einsatzes stellen sie keine Zugangsbarrieren f\u00fcr Anwender dar und sind daher die einfachste Wahl f\u00fcr Personen, die mit der Dokumentation von Anforderungen beauftragt sind. Tats\u00e4chlich sind Office-Tools nach wie vor die meistverwendeten Werkzeuge f\u00fcr das Requirements Engineering, auch wenn sie keine spezifische Funktionalit\u00e4t f\u00fcr diese Aufgabe bieten. Dennoch erlauben sie es, Anforderungen digital zu dokumentieren und zu speichern und in Kapiteln (Word) oder in einer Matrix (Excel) zu organisieren. Trotz des Vorteils der Verwendung g\u00e4ngiger Dokumente, die einen einfachen Austausch mit anderen Personen und Werkzeugen erm\u00f6glichen, sind solche Office-Dokumente oft schwer zu pflegen und die Qualit\u00e4t der Anforderungen selbst stark von den Autoren abh\u00e4ngig. Dar\u00fcber hinaus erfordern Praktiken der Anforderungsverwaltung wie R\u00fcckverfolgbarkeit, Versionierung, Workflows &amp; Views oder Analyse &amp; Reporting einen hohen manuellen Aufwand.<\/p>\n<p><strong>Wikis<\/strong> wie MediaWiki oder kommerzielle Unternehmens-Wikis wie Confluence werden in vielen Unternehmen eingesetzt, um einen gemeinsamen und zentralen Wissens- und Informationsspeicher aufzubauen. Aufgrund ihrer weit verbreiteten Anwendung und ihrer F\u00e4higkeit, Inhalte von verschiedenen Personen zu verlinken, sind sie heute ein beliebtes Mittel zur Anforderungsdokumentation. Auch wenn sie keine spezifischen Funktionen f\u00fcr das Requirements Engineering bieten, stellen sie dennoch grundlegende Mechanismen f\u00fcr die Zusammenarbeit, Versionierung und Verkn\u00fcpfung zur Verf\u00fcgung, die f\u00fcr einen solchen Zweck hilfreich sind. Ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr Anforderungsdokumenation und -verwaltung hat im Allgemeinen die gleichen Einschr\u00e4nkungen wie Office-Tools, nur dass sie die Verkn\u00fcpfung und Versionierung unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p><strong>Issue-Tracking-Systeme <\/strong>wie JIRA sind beliebte Werkzeuge zur Organisation von Tickets und Aufgaben in Entwicklungsprojekten oder Serviceorganisationen und werden daher h\u00e4ufig eingesetzt. Auch wenn sie urspr\u00fcnglich nicht zur Unterst\u00fctzung der Aktivit\u00e4ten des Requirements Engineering gedacht waren, haben mehrere Unternehmen damit begonnen, diese Tools zu diesem Zweck einzusetzen, da im Gegensatz zu den oben genannten Werkzeugarten mit Issue-Trackern Anforderungen sehr gut atomar dokumentiert und verfolgt werden k\u00f6nnen. Sie eignen sich deshalb auch zur Unterst\u00fctzung von Workflows. Allerdings leiden Issue-Tracking-Systeme oft unter Kompatibilit\u00e4tsproblemen zu anderen Tools und wurden urspr\u00fcnglich nicht daf\u00fcr konzipiert, eine gro\u00dfe Anzahl von Anforderungen zu verwalten, sodass in gr\u00f6\u00dferen Projekten die gesamte Anforderungspalette schnell \u00fcberladen werden kann. Dar\u00fcber hinaus bieten sie nur begrenzte Unterst\u00fctzung f\u00fcr Analyse und Reporting und f\u00fcr Vorhaben, die zu weit \u00fcber die vordefinierte Struktur des Systems hinausgehen.<\/p>\n<p><strong>Klassische RM-Werkzeuge<\/strong> wie DOORS oder Polarion zielen ausdr\u00fccklich darauf ab, die spezifischen Aufgaben bei der Anforderungsdokumentation und -verwaltung zu unterst\u00fctzen. Im Gegensatz zu den oben genannten Werkzeugarten bieten RM-Werkzeuge spezielle Funktionen zur Unterst\u00fctzung von Requirements-Engineering-Aktivit\u00e4ten. Dazu geh\u00f6rt die Erstellung von Sichten auf Teilmengen von Anforderungen, Reporting, automatischer Import und Export von Anforderungen, Baseline-Management und systematische Wiederverwendung. Auch wenn sie i.d.R. keine Funktionalit\u00e4t bieten, die bei der Durchf\u00fchrung anderer Requirements Engineering-Aktivit\u00e4ten wie Validierung oder Erhebung hilft, unterst\u00fctzen sie doch die Organisation von Anforderungen besonders gut und erm\u00f6glichen viele Aspekte, die von den zuvor diskutierten Werkzeugarten nicht abgedeckt werden. Leider geht dies oft auf Kosten der Benutzerfreundlichkeit und der Erlernbarkeit des Systems, wodurch diese Tools in der Regel nur von Experten genutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Erweiterte RM-Werkzeuge<\/strong> wie ReqSuite oder Qualicen Scout bieten zus\u00e4tzlich zu den oben genannten Standardfunktionen eines RM-Werkzeugs intelligente Arbeitsunterst\u00fctzung sowohl f\u00fcr die Dokumentation und das Management von Anforderungen, als auch die Erhebung und Qualit\u00e4tssicherung. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zu den traditionelleren RM-Werkzeugen ist die einfachere Handhabung, da sie versuchen, die Komplexit\u00e4t vor dem Anwender zu verstecken und zu kapseln. Insbesondere um auch Nicht-Experten gezielt zu unterst\u00fctzen, bieten sie auch praktische Begleitung von Prozessen und kollaborativen Szenarien, z.B. durch intelligente Empfehlungen, welche Schritte zu unternehmen sind und wie Anforderungen zu dokumentieren sind, und durch Qualit\u00e4tspr\u00fcfungen textbasierter Anforderungen unter Aspekten wie Vollst\u00e4ndigkeit, Konsistenz und Verkn\u00fcpfungen. Wie bei den klassischen RM-Werkzeugen erfordern sie jedoch Konfigurationsaufwand, bieten nur begrenzte M\u00f6glichkeiten zur \u00c4nderung der vordefinierten Struktur und sind nur teilweise f\u00fcr andere Aufgaben als das Anforderungsmanagement anwendbar.<\/p>\n<p><strong>Modellierungswerkzeuge<\/strong> bilden eine zus\u00e4tzliche Kategorie von Werkzeugen, die h\u00e4ufig zus\u00e4tzlich zu den Werkzeugen zur Dokumentation und Verwaltung von Anforderungen eingesetzt werden. Da diese Werkzeuge nicht darauf abzielen, die Anforderungsdokumentation und -verwaltung zu unterst\u00fctzen, sind sie nicht Teil des Reifegradmodells, sondern sollten als erg\u00e4nzende Art von Werkzeug betrachtet werden, das eine wichtige Rolle im Requirements Engineering spielt. Insbesondere zur Veranschaulichung komplexer Aspekte eines Systems werden oft Modelle verwendet, um diese Aspekte verst\u00e4ndlicher zu machen. In dieser Hinsicht helfen Modellierungswerkzeuge dabei, textuelle Anforderungen mit grafischen Informationen wie UML- oder BPMN-Diagrammen oder mit Screen-Mockups zu erg\u00e4nzen. Beliebte Modellierungswerkzeuge sind Enterprise Architect f\u00fcr UML, Adonis oder Signavio f\u00fcr BPMN oder Balsamiq f\u00fcr den Entwurf von Benutzeroberfl\u00e4chen. Sie k\u00f6nnen daher als komplement\u00e4re Werkzeugfamilie betrachtet werden, deren Ergebnisse (d.h. Modellbilder) als Anhang zu den textlichen Anforderungen in einem der oben genannten Werkzeuge gespeichert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Wahl eines Werkzeugs f\u00fcr das Requirements Engineering<\/h3>\n<p>Das Requirements Engineering ben\u00f6tigt Werkzeuge. Je nach individueller Projektsituation und Komplexit\u00e4t sind verschiedene Werkzeugarten am besten geeignet. W\u00e4hrend Office-Werkzeuge immer noch in eher kleinen und traditionell gestalteten Projekten eingesetzt werden k\u00f6nnen, sind Wikis und Issue-Tracking-Systeme eine gute Wahl f\u00fcr agile Projekte mittlerer Gr\u00f6\u00dfe. F\u00fcr langfristige Projekte oder gr\u00f6\u00dfere Projekte sind spezialisierte RM-Werkzeuge jedoch eher die bessere Wahl. Besonders erweiterte RM-Werkzeuge k\u00f6nnen in Umgebungen mit einer hohen Anzahl von Anforderungen und\/oder begrenzter Erfahrung der beteiligten Personen gro\u00dfe Vorteile bringen, da eine manuelle Qualit\u00e4tssicherung und die korrekte Einhaltung eines systematischen Verfeinerungsansatzes in einer solchen Situation nahezu unm\u00f6glich sind.<\/p>\n<p>Das Fraunhofer IESE verf\u00fcgt \u00fcber umfangreiche Erfahrungen, wenn es darum geht, zu beurteilen, unter welchen Projektumst\u00e4nden eine bestimmte Werkzeugart angemessen, teilweise ausreichend oder nicht ausreichend ist. Kontaktieren Sie uns, wenn Sie Beratung bei der Auswahl des am besten geeigneten Tools oder Werkzeugsets bzw. Unterst\u00fctzung bei der Einf\u00fchrung von Tools in Ihrem Unternehmenskontext ben\u00f6tigen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Artikel ist der letzte in einer f\u00fcnfteiligen Reihe von Blog-Artikeln des Fraunhofer IESE, welche sich mit Anforderungsdokumentation besch\u00e4ftigt. 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