{"id":4294,"date":"2020-01-09T14:41:48","date_gmt":"2020-01-09T12:41:48","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.iese.fraunhofer.de\/?p=4294"},"modified":"2024-05-27T13:40:28","modified_gmt":"2024-05-27T11:40:28","slug":"anforderungsdokumentation-1-warum-eine-anforderungsdokumentation-erstellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/anforderungsdokumentation-1-warum-eine-anforderungsdokumentation-erstellen\/","title":{"rendered":"Anforderungsdokumentation (1\/5): Warum eine Anforderungsdokumentation erstellen?"},"content":{"rendered":"<p class=\"lead\">Im Requirements Engineering (RE) spielt die Dokumentation von Anforderungen und verwandten Artefakten eine zentrale Rolle<strong>,<\/strong> zum Beispiel als Unterst\u00fctzung f\u00fcr das Anforderungsmanagement. Jedoch sehen sich Anwender in der Praxis h\u00e4ufig mit Herausforderungen konfrontiert, was diese spezielle RE-Aktivit\u00e4t angeht.<\/p>\n<div class=\"info-box\">\n<p>Dieser Blog-Post ist der erste Teil einer f\u00fcnfteiligen Serie von Artikeln zum Thema Anforderungsdokumentation.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/anforderungsdokumentation-1-warum-eine-anforderungsdokumentation-erstellen\/\">\u2460 Warum eine Anforderungsdokumentation erstellen?<\/a><br \/>\nTeil\u00a01 untersucht, warum Anforderungen \u00fcberhaupt dokumentiert werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/anforderungsmanagement-2-der-mythos-keine-dokumentation-fuer-agile-anforderungen\/\">\u2461 Der Mythos \u201eKeine Dokumentation\u201c f\u00fcr agile Anforderungen<\/a><br \/>\nTeil 2 untersucht, wie die Anforderungsdokumentation agil bleiben kann, ohne Chaos zu verursachen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/anforderungsdokumentation-3-herausforderungen-bei-dokumentation-agiler-anforderungen\/\" rel=\"noopener noreferrer\">\u2462 Typische Herausforderungen bei der Dokumentation agiler Anforderungen<\/a><\/p>\n<p>Teil 3 untersucht wie Dokumentation eine konstruktive Rolle in einer agilen Umgebung spielen kann.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/anforderungsdokumentation-4-dokumentationsumfang-eingrenzen\/\" rel=\"noopener noreferrer\">\u2463 Dokumentationsumfang eingrenzen bei der Dokumentation agiler Anforderungen<\/a><\/p>\n<p>Teil 4 untersucht, wie das Chaos verhindert wird, dass durch ein Auswuchern der Dokumentation entstehen kann.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/anforderungsdokumentation-5-werkzeuge-fuer-die-anforderungsdokumentation\/\" rel=\"noopener noreferrer\">\u2464 Welche Art von Werkzeugen ben\u00f6tige ich f\u00fcr die Anforderungsdokumentation?<\/a><\/p>\n<p>Teil 5 untersucht, welche Werkzeuge f\u00fcr die Anforderungsdokumenationen verwendet werden, um in agilen Kontexten eine Bereicherung darzustellen.<\/p>\n<\/div>\n<h3>Die Rolle der Dokumentation im Requirements Engineering<\/h3>\n<p>Die Definition von RE seitens des IREB [1] zeigt, wie stark die Dokumentation \/ Spezifikation im Mittelpunkt des RE steht:<\/p>\n<p><em>Ein <strong>systematischer und disziplinierter<\/strong> Ansatz zur <strong>Spezifikation<\/strong> und zum Management von Anforderungen mit den folgenden Zielen: <\/em><\/p>\n<ol>\n<li><em>Die relevanten Anforderungen zu kennen, Konsens unter den Stakeholdern \u00fcber die Anforderungen herzustellen, die Anforderungen konform zu vorgegebenen Standards zu <strong>dokumentieren<\/strong> und die Anforderungen systematisch zu managen;<\/em><\/li>\n<li><em>die W\u00fcnsche und Bed\u00fcrfnisse der Stakeholder zu verstehen, zu <strong>dokumentieren<\/strong> sowie<\/em><\/li>\n<li><em>die Anforderungen zu <strong>spezifizieren<\/strong> und zu managen, um das Risiko zu minimieren, dass das System nicht den W\u00fcnschen und Bed\u00fcrfnissen der Stakeholder entspricht.<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Kernaktivit\u00e4ten des RE werden typischerweise in die unten abgebildeten vier Aktivit\u00e4ten unterteilt, wobei einige Quellen die \u201eAnforderungsanalyse\u201c noch als f\u00fcnfte Aktivit\u00e4t betrachten, getrennt von der Phase der Validierung und Verhandlung.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4962 size-full\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/RE_Phasen_deutsch.png\" alt=\"Fraunhofer IESE - Requirements Engineering Aktivit\u00e4ten - Anforderungsdokumentation\" width=\"735\" height=\"270\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/RE_Phasen_deutsch.png 735w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/RE_Phasen_deutsch-400x147.png 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/RE_Phasen_deutsch-698x256.png 698w\" sizes=\"auto, (max-width: 735px) 100vw, 735px\" \/><\/p>\n<p>Diese Abbildung verr\u00e4t viel \u00fcber die Aspekte und den Beitrag der Dokumentation im Rahmen von RE aus verfahrenstechnischer Sicht:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Dokumentation ist logischerweise der Schritt, in dem die erhobenen Anforderungen in einer bestimmten Form vorgehalten werden. Ohne Anforderungsdokumentation k\u00f6nnen Anforderungen verloren gehen oder grob fehlinterpretiert werden.<\/li>\n<li>Die Dokumentation bietet eine solide Basis f\u00fcr die Validierung von Anforderungen und eine Quelle, in der Konflikte sichtbar werden, die durch Anforderungsverhandlungen gel\u00f6st werden m\u00fcssen. Die Validierung erfordert klar dokumentierte Anforderungen, um als Diskussionsgrundlage dienen zu k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Die Dokumentation ist eine Quelle f\u00fcr die Erhebung von Anforderungen. Statt lediglich umfragebasierte Techniken (wie Interviews, Fokusgruppen und Frageb\u00f6gen) oder Beobachtungstechniken einzusetzen, lassen sich viele (gute) Anforderungen an ein System aus den Anforderungsspezifikationen vorangegangener Versionen und Vorg\u00e4ngersysteme oder durch die Wiederverwendung von Anforderungen aus anderen Projekten ermitteln.<\/li>\n<li>Die Dokumentation unterst\u00fctzt das Anforderungsmanagement, das sich auf die Handhabung von Anforderungen \u00fcber die Zeit konzentriert, und zwar in wichtigen Aspekten wie Planung, Priorisierung, \u00dcberwachung und \u00c4nderungsmanagement. Ohne Dokumentation k\u00f6nnen viele Aspekte des Anforderungsmanagement nicht richtig durchgef\u00fchrt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Rolle der Anforderungsdokumentation im Systemlebenszyklus<\/h3>\n<p>Zus\u00e4tzlich zu der zentralen Rolle, die die Anforderungsdokumentation im RE selbst spielt, ist die RE-Phase kein Selbstzweck, sondern der Fokus liegt auf dem, was dar\u00fcber hinausgeht, denn sie bildet eine Basis f\u00fcr alle nachfolgenden Aktivit\u00e4ten im Systemlebenszyklus (s. [1]), insbesondere:<\/p>\n<ul>\n<li>Dokumentierte Anforderungen, die mit dem richtigen Grad an Detaillierung ausgearbeitet sind, erm\u00f6glichen genauere Sch\u00e4tzungen f\u00fcr die <strong>Planung<\/strong> von Ressourcen.<\/li>\n<li>Die Anforderungsdokumentation spezifiziert viele der Rahmenbedingungen und Schl\u00fcsselaspekte, die den <strong>Architekturentwurf<\/strong> des Systems bestimmen.<\/li>\n<li>Die Anforderungsdokumentation enth\u00e4lt die Systemeigenschaften, die <strong>implementiert<\/strong> werden m\u00fcssen, und die Qualit\u00e4t, die diese Eigenschaften erf\u00fcllen m\u00fcssen.<\/li>\n<li>Basierend auf den dokumentierten Anforderungen lassen sich <strong>Test<\/strong>f\u00e4lle ableiten oder sogar (automatisch) generieren, und das korrekte Systemverhalten kann spezifiziert werden.<\/li>\n<li>Bei korrekter Nachverfolgbarkeit innerhalb der Anforderungsdokumentation l\u00e4sst sich mithilfe von <strong>\u00c4nderungsmanagement <\/strong>feststellen, ob eine angeforderte \u00c4nderung zul\u00e4ssig ist und was die Auswirkungen und Kosten einer \u00c4nderung sein werden.<\/li>\n<li>Die Anforderungsdokumentation ist eine wichtige Informationsquelle bei der <strong>Systemnutzung und Systemwartung<\/strong> und kann eine Basis f\u00fcr Benutzerhandb\u00fccher und Entwicklerdokumentation bilden.<\/li>\n<li>Die Anforderungsdokumentation unterst\u00fctzt die <strong>Vertragsverwaltung <\/strong>in den fr\u00fchen Phasen eines Projekts, im Laufe des Projekts, wenn \u00c4nderungen auftreten, und bei Nachverhandlungen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Schl\u00fcsselbeitr\u00e4ge der Anforderungsdokumentation<\/h3>\n<p><strong>Umgang mit Komplexit\u00e4t: <\/strong>Das Dokumentieren von Anforderungen spielt eine Rolle beim effizienten Umgang mit Inhalten. Es ist wichtig zu verstehen, dass ein Anforderungsdokument nicht nur eine Sammlung von Anforderungen ist, sondern dass dazu auch alle verwandten Artefakte geh\u00f6ren. Jede Anforderung kann viele verschiedene Arten von Artefakten haben, einschlie\u00dflich solcher, die die Grundlage f\u00fcr seine Existenz bilden (z.B. Interviewprotokolle), Produkte der Arbeit mit der Anforderung (z.B. Abstimmungsprotokolle, \u00c4nderungsanfragen) und auf Basis der Anforderung erstellte Materialien (z.B. Validierungsberichte, Code Snippets). Zusammen k\u00f6nnen diese enorme Mengen an Informationen bilden. Au\u00dferdem beziehen sich die meisten Artefakte auf mehrere Anforderungen, weshalb diese referenziert werden m\u00fcssen, statt zusammen mit einer einzelnen Anforderung gespeichert zu werden. Wenn die Anforderungen, die Beziehungen zwischen ihnen und die zugeh\u00f6rigen Artefakte richtig strukturiert sind, erm\u00f6glicht die Dokumentation es, diese Komplexit\u00e4t zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<p><strong>Erlangung von Rechtskonformit\u00e4t: <\/strong>Die Anforderungsdokumentation kann auf zwei verschiedene Arten rechtliche Auswirkungen haben. Erstens kann ein Anforderungsdokument im <em>deskriptiven<\/em> Sinn festlegen, welche Gesetze, Vorschriften oder Normen einzuhalten sind, und Anforderungen beinhalten, die die Konsequenzen dieser rechtlichen Aspekte operationalisieren. Dies stellt sicher, dass das System als solches rechtskonform ist, und die Dokumentation gilt als Nachweis, der den Prozess der Akkreditierung oder \u00dcberpr\u00fcfung erleichtert. Zweitens kann ein Anforderungsdokument im <em>pr\u00e4skriptiven<\/em> Sinn Teil eines rechtlich verbindlichen Vertrags zwischen einem Kunden, der die Anforderungen spezifiziert, und der Partei, die die Entwicklung des Systems \u00fcbernimmt, sein. In diesem Fall dienen die Anforderungen als Kriterien, anhand derer festgestellt wird, ob das System gem\u00e4\u00df Spezifikation erstellt wurde.<\/p>\n<p><strong>Sicherstellung von Wissensmanagement: <\/strong>\u00dcber ausgedehnte Zeitr\u00e4ume hinweg dient die Anforderungsdokumentation zum R\u00fcckgriff auf den urspr\u00fcnglichen Zweck des Systems, als Erinnerung an beabsichtigte oder geplante Use Cases und als eine Historie der Entscheidungen im Laufe der Entwicklung [2]. Die Dokumentation kann bei einem (langfristigen) Projekt zu Rate gezogen werden und ebenso im Nachgang zu einem abgeschlossenen Projekt.<\/p>\n<p><strong>Unterst\u00fctzung der Stakeholder-Kommunikation:<\/strong> Die Anforderungsdokumentation erleichtert die Kommunikation zwischen den Stakeholdern in mehrfacher Hinsicht. Sie stellt eine starke Ausgangsbasis f\u00fcr Diskussionen dar und erm\u00f6glicht Abstimmungen selbst im Falle verteilter Teams. Beispielsweise definiert sie die Rolle des Product Owners gegen\u00fcber dem Entwicklungsteam viel klarer. Dokumentierte Anforderungen unterst\u00fctzen au\u00dferdem ein gemeinsames Verst\u00e4ndnis, besonders wenn sie Modelle enthalten oder klar formuliert sind. Die Stakeholder k\u00f6nnen die Informationen auch zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt noch einmal lesen, um ihr Ged\u00e4chtnis aufzufrischen. Das ist besonders dann wichtig, wenn die Informationen komplex sind.<\/p>\n<p><strong>F\u00f6rderung des iterativen Denkens:<\/strong> Das Dokumentieren von Gedanken und Ideen hilft demjenigen, der sie aufschreibt, in seinem kreativen Prozess. Durch das Aufschreiben wird man in einen bestimmten Geisteszustand versetzt, der einem hilft, L\u00fccken zu entdecken. Diese Notizen kann man sich auch noch einmal ansehen, um sie weiter zu verbessern, wenn neue Ideen auftauchen. In diesem Fall dient die Dokumentation bereits einem Zweck, bevor entschieden wird, ob sie Teil der Anforderungsdokumentation werden soll: n\u00e4mlich dem, dass der Autor in die Lage versetzt wurde, sein Wissen \u00fcber das System und seine Ideen daf\u00fcr zu erforschen.<\/p>\n<h3>Einf\u00fchrung und Umsetzung eines Prozesses, um Anforderungen zu dokumentieren<\/h3>\n<p>Nur eine Struktur f\u00fcr die Anforderungsspezifikation zu haben reicht nicht aus. Die Teammitglieder m\u00fcssen auch die Motivation haben, Anforderungen systematisch zu dokumentieren, indem sie einem Prozess folgen, der Richtlinien und Regeln beinhaltet. Ohne das Vorhandensein eines solchen Prozesses wird die Spezifikation wahrscheinlich viele Qualit\u00e4tsm\u00e4ngel aufweisen. Ein Anforderungsdokumentationsprozess muss zur Struktur und Kultur eines Unternehmens passen, sollte aber zumindest folgende Aspekte ber\u00fccksichtigen:<\/p>\n<p><strong>Einbindung der Stakeholder:<\/strong> Funktionale Anforderungen und Qualit\u00e4tsanforderungen werden strukturiert durch Interaktionen mit den Stakeholdern ermittelt, d.h. allen wichtigen Personen, die Anforderungen liefern k\u00f6nnen, einschlie\u00dflich Endnutzern, Teammitgliedern und anderen Beteiligten. Die dokumentierten Anforderungen und alle diesbez\u00fcglichen Fragen werden wiederum mit dem bzw. den Stakeholder(n) diskutiert, von dem\/denen die Anforderung gestellt wurde, um Missverst\u00e4ndnisse aufzudecken und auszur\u00e4umen [3].<\/p>\n<p><strong>Einsatz von Vorlagen f\u00fcr Anforderungen:<\/strong> Wenn es um die Qualit\u00e4t von Anforderungen geht, sind damit Aspekte wie Eindeutigkeit, Konsistenz, Klarheit der Struktur und Vollst\u00e4ndigkeit gemeint. Im Vorfeld der Validierung ist die Anforderungsdokumentation die Phase, wo diese Qualit\u00e4tseigenschaften entweder erreicht werden oder wo mangelhafte Qualit\u00e4t produziert wird. Die Einhaltung einer standardisierten Struktur oder die Verwendung einer Satzschablone f\u00fcr alle Arten von textbasierten Anforderungen kann viel zu gut formulierten Anforderungen beitragen.<\/p>\n<p><strong>Dokumentation von Artefakten:<\/strong> Anforderungen k\u00f6nnen als eine Basis dienen, zu der zus\u00e4tzliche Informationen und Artefakte konstruktiv und pragmatisch hinzugef\u00fcgt werden. Ein empfohlener Ansatz besteht darin, alle w\u00e4hrend des Prozesses entstandenen Artefakte zu sammeln und sie an die Anforderungen anzuh\u00e4ngen, um den Wissensaustausch zu erleichtern und feingranularere Informationen zur Verf\u00fcgung zu haben, die als Diskussionsgrundlage dienen k\u00f6nnen. Dadurch wird die Anforderungsspezifikation zu einer noch besseren Quelle von Informationen \u00fcber Entwurfsentscheidungen und die Nachverfolgbarkeit wird ebenfalls erh\u00f6ht.<\/p>\n<p><strong>Ausarbeitung und Planung von Anforderungen:<\/strong> Ein effizienter Ansatz f\u00fcr die Anforderungsdokumentation besteht darin, Anforderungen systematisch zu verfeinern. Dadurch werden zwei Schl\u00fcsselaspekte von Anforderungen adressiert: die Tatsache, dass sie sich auf verschiedenen Granularit\u00e4tsebenen befinden, und die Vorstellung, dass Anforderungen \u00c4nderungen unterliegen. In jeder Phase werden Anforderungen am besten nur bis zum jeweils erforderlichen Abstraktionsgrad ausgearbeitet, und zwar durch Kommunikation \u2013 vom Projektleiter, der gew\u00e4hrleistet, dass die Ziele vom Vorstand genehmigt sind, bis hinunter zum Teamleiter, der dem Team die Aufgaben vorlegt und Fragen mit den Entwicklern individuell bespricht.<\/p>\n<p><strong>Sperrung von Anforderungen f\u00fcr die Implementierung:<\/strong> Um einen pr\u00e4zisen Ansatz zu gew\u00e4hrleisten, sollte klar unterschieden werden zwischen Anforderungen, die sich noch im Fluss befinden, und solchen, die f\u00fcr eine bestimmte Iteration fest sind. Anforderungen sollten erst nach Abschluss der Konzeptualisierung f\u00fcr die Implementierung vorgesehen werden, und danach sollte die Implementierung durch einen eindeutigen und sorgf\u00e4ltig befolgten \u00c4nderungsmanagementprozess geregelt werden. Dies sch\u00fctzt das Entwicklungsteam auch vor \u00dcberlastung mit unqualifizierten Anforderungen [2].<\/p>\n<p><strong>Erstellung eines Glossars:<\/strong> Im Rahmen eines Entwicklungsprojekts ist ein Glossar ein wichtiges Instrument, um ein gemeinsames Verst\u00e4ndnis sicherzustellen. Es ist eine Sammlung von Begriffsdefinitionen, die Aspekte einschlie\u00dfen kann wie z.B. kontextspezifische technische Begriffe, wirtschaftliche Begriffe und Jargon, Abk\u00fcrzungen und Akronyme, Alltagsbegriffe, die in einem bestimmten Kontext eine spezifische Bedeutung haben, Synonyme (verschiedene Begriffe mit der gleichen Bedeutung, von denen nur einer verwendet werden sollte) und Homonyme (\u00e4hnliche Begriffe mit unterschiedlicher Bedeutung) [1].<\/p>\n<p><strong>Durchf\u00fchrung von Qualit\u00e4tssicherung:<\/strong> Die Qualit\u00e4t sollte abgesichert werden. Dazu geh\u00f6rt die Validierung von Anforderungen vor der Implementierung und die nachtr\u00e4gliche Verifizierung besagter Implementierung. Die Validierung stellt sicher, dass die Anforderungen an der richtigen Stelle platziert sind, die notwendigen Attribute enthalten, versioniert sind, konsistent formuliert sind, die Qualit\u00e4tskriterien an gut formulierte Anforderungen erf\u00fcllen und getestet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<div class=\"info-box\">\n<h3>Das Fraunhofer IESE kann helfen<\/h3>\n<p>Wenn Sie Unterst\u00fctzung bei Ihrem Anforderungsmanagement ben\u00f6tigen, dann k\u00f6nnen Ihnen unsere <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/de\/leistungen\/requirements-engineering.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Experten f\u00fcr Requirements Engineering am Fraunhofer IESE<\/a> helfen. Wir st\u00fctzen uns unter anderem auf unsere mehr als zwanzigj\u00e4hrige Erfahrung mit RE, unsere bew\u00e4hrten RE Frameworks wie ReqMan und TORE sowie unsere umfangreichen Forschungsarbeiten zu RE, um Ihnen in folgenden Bereichen Hilfestellung zu bieten:<\/p>\n<ul>\n<li>Bewertung des Verbesserungspotenzials in Ihrer existierenden RE-Landschaft<\/li>\n<li>Auswahl und Einf\u00fchrung geeigneter Werkzeugunterst\u00fctzung<\/li>\n<li>\u00dcberpr\u00fcfung Ihrer Anforderungsspezifikationen und Beratung zur besseren Formulierung<\/li>\n<li>Entwurf und Einf\u00fchrung eines Prozesses zur Anforderungsdokumentation<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/de\/leistungen\/requirements-engineering.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Setzen Sie sich mit uns in Verbindung<\/a>, um noch mehr dar\u00fcber zu erfahren, was wir vom Fraunhofer IESE f\u00fcr Sie tun k\u00f6nnen!<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Referenzen:<\/h4>\n<p>[1] Rupp, C. &amp; Pohl, K. (2015). Requirements Engineering fundamentals: A study guide for the Certified Professional for Requirements Engineering exam &#8211; Foundation Level &#8211; IREB compliant (2nd Ed.). San Rafael, CA: Rocky Nook.<\/p>\n<p>[2] Baumann, L., Hruschka, P., Lauenroth, K., Meuten, M., Reis, Rogers, G. et al. (2017). IREB Certified Professional for Requirements Engineering \u2013 RE@Agile Primer: Syllabus and Study Guide (Version 1.0.2). Karlsruhe, Germany: International Requirements Engineering Board e.V. Available online: https:\/\/www.ireb.org\/content\/downloads\/28-cpre-re-agile-primer-syllabus\/ireb_cpre_re%40agileprimersyllabusandstudyguide_en_v1.0.2.pdf (last accessed 11 June 2019).<\/p>\n<p>[3] Schmitt, H., Rost, D., &amp; Weitzel., B. (2015). PQ4Agile AP 2.2 Best Practices: Kundenanforderungen dokumentieren. Sulzbach, Germany: HK Business Solutions GmbH. Projekt \u201ePQ4Agile \u2014 Produktqualit\u00e4t f\u00fcr Agile Softwareentwicklung\u201c, BMBF-F\u00f6rderkennzeichen 01IS13032. Available online: <a href=\"http:\/\/www.pqwiki.de\/index.php\/Kundenanforderungen_dokumentieren\">http:\/\/www.pqwiki.de\/index.php\/Kundenanforderungen_dokumentieren<\/a> (last accessed 11 June 2019).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Requirements Engineering (RE) spielt die Dokumentation von Anforderungen und verwandten Artefakten eine zentrale Rolle, zum Beispiel als Unterst\u00fctzung f\u00fcr das Anforderungsmanagement. Jedoch sehen sich Anwender in der Praxis h\u00e4ufig mit Herausforderungen konfrontiert, was diese spezielle RE-Aktivit\u00e4t angeht. 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