{"id":15451,"date":"2026-05-26T16:33:02","date_gmt":"2026-05-26T14:33:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/?p=15451"},"modified":"2026-06-26T18:04:54","modified_gmt":"2026-06-26T16:04:54","slug":"mosa-sosa-face-sdd-systemarchitekturen-im-verteidigungssektor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/mosa-sosa-face-sdd-systemarchitekturen-im-verteidigungssektor\/","title":{"rendered":"MOSA, SOSA, SDD &amp; Co.: Der strukturierte \u00dcberblick \u00fcber Akronyme und modulare Systemarchitekturen im Verteidigungssektor"},"content":{"rendered":"<p class=\"lead\">MOSA, SOSA, FACE, SDD, NGVA: Wer im Verteidigungssektor mit modularen Systemarchitekturen zu tun hat, begegnet diesen K\u00fcrzeln st\u00e4ndig. Doch wo genau verlaufen die Grenzen? Dieser Artikel ordnet f\u00fcr alle interessierten Akteure, ob Amtsseite, Systemhersteller oder Forschung, die wichtigsten Initiativen, Standards und Rahmenwerke auf zwei Achsen ein (Abstraktionsebene und Dimension), liefert Definitionen und stellt eine \u00dcbersichtstabelle zum Download bereit.<\/p>\n<p>Der Verteidigungssektor ist bekannt f\u00fcr seine markante Abk\u00fcrzungslogik. Doch mit steigender Systemkomplexit\u00e4t, insbesondere durch Softwareanteile, m\u00fcssen sich der Beschaffungsprozess von Verteidigungsministerien und die Entwicklungsprozesse der Systemhersteller anpassen. Hierzu entstehen einige Initiativen, wie z. B. <a href=\"#MOSA\">MOSA<\/a>, <a href=\"#SOSA\">SOSA<\/a>, <a href=\"#FACE\">FACE<\/a>, <a href=\"#SDD\">SDD<\/a>, <a href=\"#NGVA\">NGVA<\/a> etc., um der ausufernden Komplexit\u00e4t von Beschaffungen, hohen Kosten und mangelnder Ausbauf\u00e4higkeit \u00fcber den Produktlebenszyklus entgegenzuwirken. Allerdings unterliegen die Initiativen einer Abk\u00fcrzungslogik hinsichtlich Anzahl und \u00c4hnlichkeit, die Akteure im Verteidigungssektor den \u00dcberblick verlieren l\u00e4sst.<\/p>\n<p>So sitzen verschiedene Akteure in einem Meeting und jeder meint etwas anderes, wenn der Begriff \u00bbMOSA\u00ab f\u00e4llt. Manche denken an Beschaffungsstrategie, andere direkt an Softwarearchitektur, und wiederum Dritte halten es f\u00fcr ein Synonym zu SOSA. W\u00e4hrenddessen warten irgendwo im Hintergrund noch FACE, NGVA, SDD und ein Dutzend weitere Abk\u00fcrzungen auf ihre Einordnung.<\/p>\n<p>Dieses Durcheinander ist kein Zeichen von Unwissenheit, sondern das Symptom einer Branche, die mit wachsender Systemkomplexit\u00e4t und einem \u00dcberangebot an Initiativen k\u00e4mpft, die alle dasselbe Oberziel verfolgen: Modularit\u00e4t und Interoperabilit\u00e4t. Genau diese inhaltliche N\u00e4he macht die Abgrenzung so schwierig. Durch die beiden Eigenschaften sollen die zuvor genannten Herausforderungen gel\u00f6st werden (Kostensenkung bei der Beschaffung, kontinuierliche F\u00e4higkeitsgewinne, Sicherstellung von Wettbewerbsf\u00e4higkeit).<\/p>\n<p>Zum Beispiel kommen in Diskussionen typische S\u00e4tze vor:<\/p>\n<ul>\n<li><em>\u00bbWir wollen doch SDD umsetzen, wozu brauchen wir MOSA?\u00ab<\/em><\/li>\n<li><em>\u00bbFACE ist doch IMA und IMA ist SDD.\u00ab<\/em><\/li>\n<li><em>\u00bbSOSA regelt alles Technische\u00ab<\/em><\/li>\n<li><em>\u00bbNGVA ist doch MOSA\u00ab<\/em><\/li>\n<li><em>\u00bbWir modellieren nach NAF, da ist doch alles geregelt\u00ab<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Mit diesen S\u00e4tzen liegen die handelnden Personen nicht ganz falsch \u2013 aber eben auch nicht ganz richtig. Denn Schnittmengen der Standards werden dadurch so vermischt, dass Ambiguit\u00e4t entsteht und in kritischen Beschaffungs- oder Entwicklungsprozessen jeder von etwas anderem redet, ohne dass es jemandem auff\u00e4llt. Das Resultat von l\u00fcckenhaftem \u00bbVokabular\u00ab zeigt sich dann erst in sp\u00e4teren Entwicklungsprozessen und f\u00fchrt zu Verz\u00f6gerungen und Kostenexplosionen. Eine Aufl\u00f6sung, wie man die S\u00e4tze einordnet, folgt ebenfalls in diesem Artikel.<\/p>\n<h2>Einordnungsmodell: Zwei Achsen f\u00fcr Klarheit<\/h2>\n<p>Die folgende <strong>Abbildung 1<\/strong> zeigt einen Ansatz zur Einordnung der verschiedenen bekannten <strong>Rahmenwerke, Standards und Referenzarchitekturen<\/strong>, wie <a href=\"#MOSA\">MOSA<\/a>, <a href=\"#SOSA\">SOSA<\/a>, <a href=\"#NGVA\">NGVA<\/a>, <a href=\"#VICTORY\">VICTORY<\/a>, <a href=\"#SDD\">SDD<\/a>, <a href=\"#NFA4.0\">NAF4.0<\/a> etc. <strong>Abbildung 2<\/strong> stellt den Versuch dar, die verschiedenen Begrifflichkeiten einzuordnen, um Klarheit zu schaffen. Hierf\u00fcr gelten im Grunde zwei Bereiche zur Einordnung: das Abstraktionslevel und die Dimension.<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-15451 gallery-columns-1 gallery-size-large'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/mosa-sosa-layer-dimensionen.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"698\" height=\"579\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/mosa-sosa-layer-dimensionen-698x579.png\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Diagramm mit vier horizontalen Abstraktionsebenen (Organisation\/Amtsseite, Plattform, Teilsystem, Realisierung und Umsetzung), dargestellt als vertikale Achse. Auf den Ebenen sind rautenf\u00f6rmige Kacheln mit Akronymen wie MOSA, PYRAMID, SDD, SOSA, FACE, CMOSS, HOST, NGVA, VICTORY, MORA, OpenVPX, ARINC 653 und IEEE 802.3 angeordnet. Eine horizontale Achse unterscheidet zwischen dimensionsspezifischen (Luft, Land) und dimensions\u00fcbergreifenden Standards. Farblich sind die Kacheln in T\u00fcrkis und Grau gehalten.\" aria-describedby=\"gallery-1-15468\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/mosa-sosa-layer-dimensionen-698x579.png 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/mosa-sosa-layer-dimensionen-400x332.png 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/mosa-sosa-layer-dimensionen-768x637.png 768w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/mosa-sosa-layer-dimensionen.png 1304w\" sizes=\"auto, (max-width: 698px) 100vw, 698px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-15468'>\n\t\t\t\tAbbildung 1: Einordnungsmodell: Rahmenwerke, Standards und Referenzarchitekturen auf vier Abstraktionsebenen (Organisation bis Realisierung) und nach Dimensionen (Luft, Land, \u00fcbergreifend).\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Dimensionen (Luft, Land, See, Weltraum)<\/h3>\n<p>Die <strong>Dimension<\/strong> ordnet ein, ob der Ansatz oder Standard explizit f\u00fcr Luft, Land, See oder Weltraum konzipiert wurde oder ob es ein allgemeing\u00fcltiger, also dimensions\u00fcbergreifender Standard ist. W\u00e4hrend der Recherche ist aufgefallen, dass die maritime Dimension und der Weltraum deutlich unterrepr\u00e4sentiert sind. Nach unserem aktuellen Kenntnisstand existiert in der maritimen Dimension zwar <em>NMEA 2000\/IEC 61162<\/em> <em>(Digital interfaces for navigational equipment within a ship)<\/em>, jedoch ist keine milit\u00e4rische Verbindung bekannt.<\/p>\n<h3>Abstraktionsebenen<\/h3>\n<p>Das <strong>Abstraktionslevel<\/strong> hingegen ordnet ein, ob sich ein Rahmenwerk oder Standard eher auf betriebswirtschaftliche und organisatorische Aspekte bezieht oder auf die technische (Detail-)Ebene:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Organisation und Amtsseite<\/strong>\n<ul>\n<li>Die Amtsseite und die organisatorische Ebene stellen den Teil dar, der am entferntesten von den technischen Details ist, gewisserma\u00dfen die \u00bboberste Ebene\u00ab.<\/li>\n<li>Dennoch werden in dieser Ebene strategische Vorhaben (Beschaffungsprozesse MOSA, PYRAMID oder einheitliche Vorgehensweisen MBSE, NAF4.0), sowie operative Enabler (SDD) und taktische Konzepte (MDO) festgelegt.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Plattform<\/strong>\n<ul>\n<li>Innerhalb der Ebene der Plattform werden schon konkrete Systeme umrissen, aber auf einem Level, welches z. B. ein gesamtes Flugzeug (Luftplattform) oder ein gesamtes Transportfahrzeug (Landplattform) darstellt.<\/li>\n<li>So wird etwa die komplette Sensorik eines Systems adressiert (SOSA) oder aber auch die elektronischen F\u00e4higkeiten und Entwicklungsherangehensweisen einer gesamten Luftplattform (FACE, IMA).<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>(Teil-)System<\/strong>\n<ul>\n<li>Detaillierter wird es nun bei der Ebene der Teil- oder Subsysteme der Plattformebene, da es hier um einen klar eingegrenzten Bereich geht.<\/li>\n<li>So regeln Standards und Rahmenwerke die Interoperabilit\u00e4t von Waffensystemen (WOSA) innerhalb einer Plattform oder definieren die Komponente der Netzwerktechnik (VICTORY) von Plattformen<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Realisierung und Umsetzung<\/strong>\n<ul>\n<li>Der h\u00f6chste Detailgrad ist auf der Umsetzungsebene zu finden, da hier konkrete technische, etablierte und standardisierte Protokolle festgelegt sind.<\/li>\n<li>Hier geht es tats\u00e4chlich um \u00bbBits und Bytes\u00ab und es werden Schnittstellen spezifiziert (ARINC 654, NGVA) bis zu physischen Steckverbindungen und deren Nutzung (VITA65, IEEE 802.3)<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Unterscheidung: Rahmenwerk, Standard und Referenzarchitektur<\/h3>\n<p>F\u00fcr das weitere Verst\u00e4ndnis des Beitrags ist eine kurze Definition bzw. Unterscheidung von h\u00e4ufig verwendeten Begrifflichkeiten sinnvoll:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Rahmenwerk<\/strong>: Ein flexibler Leitfaden oder eine Struktur, die Prinzipien und Methoden vorgibt, aber Anpassungen erlaubt. Beispiele: Scrum, ITIL.<\/li>\n<li><strong>Standard<\/strong>: Eine festgelegte, verbindliche Norm mit klar definierten Anforderungen, oft von offiziellen Organisationen (z. B. ISO, DIN) ver\u00f6ffentlicht.<\/li>\n<li><strong>Referenzarchitektur<\/strong>: Ein allgemeines, vorgefertigtes Architekturmodell als Vorlage\/Basis f\u00fcr konkrete Umsetzungen.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Beispielhafte Anwendung der Begrifflichkeiten<\/h2>\n<p>Es folgen zwei beispielhafte Darstellungen (Abb. 2 und Abb. 3), die zeigen, wie die oben genannten Begrifflichkeiten konkret an einer Luft- und Landplattform Anwendung finden.<\/p>\n<h3>Modulare Entwicklungsans\u00e4tze in der Dimension Luft<\/h3>\n<p>In folgender Abbildung wird beispielhaft gezeigt, wie HOST, FACE, SOSA und WOSA im Entwicklungsprozess einer Drohne Verwendung finden k\u00f6nnten. Hierbei w\u00fcrde die Aufkl\u00e4rungssensorik mithilfe von SOSA modular und interoperabel an die gesamte Luftplattform angebunden werden. Die F\u00e4higkeiten der Luftplattform w\u00fcrden konform und mithilfe von FACE spezifiziert werden, wodurch eine nahtlose Integration weiterer Komponenten erfolgen kann. So k\u00f6nnen dann Computing-Module, die dem HOST-Hardwaredesign folgen, problemlos miteinander verbunden oder ausgetauscht werden. Dazu erg\u00e4nzen die einheitlichen Schnittstellen von Waffensystemen (WOSA) die modulare Logik der gesamten Luftplattform.<\/p>\n<figure id=\"attachment_15461\" aria-describedby=\"caption-attachment-15461\" style=\"width: 698px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-15461 size-large\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/sosa-face-flugzeug-beispiel-698x474.png\" alt=\"Schematische Darstellung einer Drohne mit farblich hervorgehobenen Bereichen, die den Standards SOSA (Aufkl\u00e4rungssensorik), FACE (Softwaref\u00e4higkeiten der Plattform), HOST (Hardware-\/Computing-Module) und WOSA (Waffensystemschnittstellen) zugeordnet sind.\" width=\"698\" height=\"474\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/sosa-face-flugzeug-beispiel-698x474.png 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/sosa-face-flugzeug-beispiel-400x272.png 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/sosa-face-flugzeug-beispiel-768x522.png 768w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/sosa-face-flugzeug-beispiel-1536x1044.png 1536w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/sosa-face-flugzeug-beispiel.png 1756w\" sizes=\"auto, (max-width: 698px) 100vw, 698px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-15461\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 2: Beispielhafte Zuordnung von SOSA, FACE, HOST und WOSA an einer Drohne: Jeder Standard adressiert eine andere Ebene der modularen Luftplattform.<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Modulare Entwicklungsans\u00e4tze in der Dimension Land<\/h3>\n<p>Die Abbildung zeigt in Form eines Beispiels, wie in einer Landplattform das Zusammenspiel von NGVA, MORA, SOSA, CMOSS, VICTORY und OpenVPX\/VITA65 erfolgen k\u00f6nnte. Angefangen mit SOSA und CMOSS w\u00fcrden im Entwicklungsprozess zun\u00e4chst die gr\u00f6\u00dferen Bestandteile der Plattform definiert werden: Sensorik und Kommunikationstechnologie. Weiterf\u00fchrend wird dann die Kommunikation innerhalb und au\u00dferhalb der Plattform verfeinert. Sprich: MORA stellt Modularit\u00e4t und Interoperabilit\u00e4t in den verwendeten Kommunikationssystemen au\u00dferhalb der Plattform bzw. auf gr\u00f6\u00dferen Distanzen sicher. Innerhalb des Fahrzeugs w\u00fcrden einheitliche Fahrzeugsignale durch NGVA geregelt werden, einheitlicher Netzwerkverkehr durch VICTORY umgesetzt und die physischen Einbauma\u00dfe durch OpenVPX sichergestellt werden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_15462\" aria-describedby=\"caption-attachment-15462\" style=\"width: 698px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-15462 size-large\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/sosa-ngva-victory-beispiel-698x423.png\" alt=\"Schematische Darstellung eines milit\u00e4rischen Landfahrzeugs markierten Bereichen, die den Standards SOSA und CMOSS (Sensorik und Kommunikationstechnologie), MORA (externe Kommunikationssysteme), NGVA (Fahrzeugsignale), VICTORY (interner Netzwerkverkehr) und OpenVPX\/VITA65 (physische Einbauma\u00dfe) zugeordnet sind.\" width=\"698\" height=\"423\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/sosa-ngva-victory-beispiel-698x423.png 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/sosa-ngva-victory-beispiel-400x243.png 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/sosa-ngva-victory-beispiel-768x466.png 768w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/sosa-ngva-victory-beispiel-1536x931.png 1536w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/sosa-ngva-victory-beispiel-2048x1242.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 698px) 100vw, 698px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-15462\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 3: Beispielhafte Zuordnung von SOSA, CMOSS, NGVA, VICTORY, MORA und OpenVPX\/VITA65 an einem Landfahrzeug: Von der Sensorik \u00fcber die Netzwerkkommunikation bis zu physischen Einbauma\u00dfen adressiert jeder Standard eine eigene Ebene.<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Was meinen Akteure wirklich, wenn sie MOSA, SOSA oder FACE sagen?<\/h2>\n<p>Die in der Einleitung genannten S\u00e4tze werden nun aufgel\u00f6st und dieser Abschnitt soll zeigen, mit welcher Vielschichtigkeit Diskussionen gef\u00fchrt werden sollten, da Nuancen entscheidend sind f\u00fcr eine sinnvolle Diskussion.<\/p>\n<h3><em>\u00bbWir wollen doch SDD umsetzen, wozu brauchen wir MOSA?\u00ab<\/em><\/h3>\n<p>Software Defined Defense ist zun\u00e4chst ein Paradigma, welches sich explizit auf die digitale Ebene von Systemen bezieht und hierbei auf den Entwicklungsprozess. MOSA hingegen bezieht sich auf den Beschaffungsprozess von gesamten Systemen, also Luftplattformen, Fahrzeugen etc., welche offensichtlich nicht nur aus Software bestehen. MOSA und SDD widersprechen sich keineswegs, sondern verfolgen beide auf strategischer Ebene das Ziel, Verteidigungssysteme flexibler, modularer und anpassungsf\u00e4higer zu gestalten. Hierbei forcieren beide Ans\u00e4tze Modularit\u00e4t und Anpassungsf\u00e4higkeit, allerdings aus verschiedenen Betrachtungswinkeln, n\u00e4mlich Software-Entwicklung (SDD) und Beschaffung (MOSA). Abschlie\u00dfend bereichern sich SDD und MOSA gegenseitig, da softwaredefinierte Produkte m\u00f6glichst interoperabel entwickelt sind, was exakt der Beschaffung von modularen Systemen mit offenen Standards entspricht.<\/p>\n<h3><em>\u00bbFACE ist doch IMA und IMA ist SDD.\u00ab<\/em><\/h3>\n<p>Der Begriff IMA wird schon seit den 1990ern verwendet und ist somit weitverbreitet, im Gegensatz zu FACE oder SDD. Wie in diesem Beitrag beschrieben konzentriert sich IMA viel mehr auf die Modularit\u00e4t der Hardware, wie z. B. Bauma\u00dfe und generelle Leistungsf\u00e4higkeit der Computing Unit. Schnittstellen der darauf laufenden Software werden vielmehr im FACE-Standard adressiert. Somit findet ein flie\u00dfender \u00dcbergang von IMA (Hardware-Fokus) zu FACE (Software-Fokus) statt. FACE ist hierbei ein hervorragendes Beispiel daf\u00fcr, wie f\u00fcr das Paradigma SDD technische Richtlinien geschaffen werden k\u00f6nnen. SDD bezieht sich allerdings nicht nur auf die Dimension Luft, wie IMA und FACE. Diese verkettete Schlussfolgerung von FACE, IMA und SDD mag auf einer abstrakten Ebene sinnvoll sein, da auf dieser Ebene wieder die Ziele die gleichen sind: Modularit\u00e4t und Interoperabilit\u00e4t. Allerdings ist wichtig, genauer hinzuschauen, welche Komponenten und welche Ebenen genau betrachtet werden, um mithilfe dieser Standards Systeme zu entwickeln oder konstruktive Diskussionen zu f\u00fchren.<\/p>\n<h3><em>\u00bbSOSA regelt alles Technische\u00ab<\/em><\/h3>\n<p>SOSA ist auf technischer Ebene konkreter angelegt als bspw. das SDD-Paradigma. Jedoch gilt es zu beachten, dass sich SOSA auf die <em>Sensorik<\/em> fokussiert, welche nat\u00fcrlich einen gro\u00dfen Anteil an Verteidigungssystemen darstellt, aber eben nicht das umfassende System. Dazu existieren auch innerhalb von Sensorsystemen weitere Subsysteme mit entsprechenden (Sub-)Standards (wie z. B. <a href=\"#WOSA\">WOSA<\/a>, <a href=\"#IEEE802\">IEEE802.3<\/a>), welche ber\u00fccksichtigt werden sollten. Erg\u00e4nzend dazu sei gesagt, dass SOSA den VITA65-Standard integriert und auch auf der Software-Ebene Profile f\u00fcr den <a href=\"#FACE\">FACE<\/a>-Standard anbietet. Hierbei wird deutlich, dass SOSA sehr m\u00e4chtig ist, jedoch sollte der Fehler vermieden werden, sich allein auf SOSA-Regelungen zu verlassen.<\/p>\n<h3><em>\u00bbNGVA ist doch MOSA\u00ab<\/em><\/h3>\n<p>Im Prinzip ist diese Aussage sinnvoll, da NGVA eine sinnvolle Komponente ist. Die zu beschaffenden Landsysteme sollten m\u00f6glichst integriert sein, um Modularit\u00e4t vorweisen zu k\u00f6nnen. Allerdings ist NGVA f\u00fcr die Dimension Land und MOSA auf h\u00f6chster strategischer Ebene angesiedelt. Dieser Artikel und insbesondere <b>Abbildung 1 <\/b>geben\u00a0deshalb eine \u00dcbersicht, um einen roten Faden zu erkennen, der sich \u00fcber diese Vorhaben und Standards erstreckt.<\/p>\n<h3><em>\u00bbWir modellieren nach NAF, da ist doch alles geregelt\u00ab<\/em><\/h3>\n<p>NAF regelt und strukturiert lediglich die Art der System-Modellierung, gleicherma\u00dfen so wie Programmcode den Ablauf von Software bestimmt. Aber nur weil etwas codiert ist, muss dies noch langen nicht offenen Schnittstellen folgen, genauso wie die Modellierung mithilfe von NAF auch ein geschlossenes, nicht-modulares System hervorbringen k\u00f6nnte. Die Systemhersteller sind selbst daf\u00fcr verantwortlich und NAF ist hierbei nur eine Vereinheitlichung der Modellierung innerhalb des NATO-Verbunds. Dennoch lassen sich mithilfe von NAF sehr strukturiert modulare und offene Systeme entwickeln, wie im MOSA-Ansatz vorgesehen.<\/p>\n<h2>\u00dcbersichtstabelle &amp; Kurzdefinition der Acronyme<\/h2>\n<p>(\u00dcbersichtstabelle auch als <strong><a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/ueberblick-systemarchitekturen-verteidigung-fraunhofer-iese.ods\">Download<\/a><\/strong> im OpenDocument-Format erh\u00e4ltlich)<\/p>\n\n<table id=\"tablepress-27\" class=\"tablepress tablepress-id-27\">\n<thead>\n<tr class=\"row-1\">\n\t<th class=\"column-1\">Begriff<\/th><td class=\"column-2\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody class=\"row-striping row-hover\">\n<tr class=\"row-2\">\n\t<td class=\"column-1\">MOSA<\/td><td class=\"column-2\">Modular Open Systems Approach des US-Verteidigungsministeriums, stellt Beschaffungs- und Entwicklungsstrategie zur F\u00f6rderungen der Verwendung von offenen Standards im milit\u00e4rischen Kontext dar.<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-3\">\n\t<td class=\"column-1\">SOSA<\/td><td class=\"column-2\">Sensor Open System Architecture ist ein technischer Standard, der gemeinsame Schnittstellen f\u00fcr Sensorik (Hardware+Software) spezifiziert<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-4\">\n\t<td class=\"column-1\">PYRAMID<\/td><td class=\"column-2\">Beschaffungs- und Entwicklungsstrategie zur F\u00f6rderungen der Verwendung von offenen Standards in der milit\u00e4rischen Avonik des UK-Verteidigungsministeriums.<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-5\">\n\t<td class=\"column-1\">SDD<\/td><td class=\"column-2\">Software Defined Defense ist ein Paradigma, um Hardware und Software zu entkoppeln, um Softwarebasierte F\u00e4higkeitsgewinnung zu erzeugen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-6\">\n\t<td class=\"column-1\">MDO<\/td><td class=\"column-2\">Multi-Domain Operations steht f\u00fcr ein koordiniertes Vorgehen \u00fcber verschiedene milit\u00e4rische Dimensonen (Luft, Weltraum, See, Land, Cyberraum) hinweg.<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-7\">\n\t<td class=\"column-1\">IMA<\/td><td class=\"column-2\">Integrated Modular Avionics, Konzept um in Flugzeugen wenige hochmodulare Computer (anstelle von vielen Spezialcomputer) zu verwenden, um Gewicht, Kosten und Komplexit\u00e4t einzusparen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-8\">\n\t<td class=\"column-1\">FACE<\/td><td class=\"column-2\">Future Airborne Capabilty Environment stellt eine Referenzarchitektur f\u00fcr Luftplattformen, insb. Avioniksysteme dar, um ein Common Operating Enviroment in der milit\u00e4rischen Luftfahrt zu erreichen. FACE ist Teil der CMOSS-Sammlung.<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-9\">\n\t<td class=\"column-1\">CMOSS<\/td><td class=\"column-2\">C5\/ISR\/EW Modular Open Suite of Standards ist eine Sammlung von Standards der US Army, mit denen eine SOSA-Referenzarchitektur erreicht werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-10\">\n\t<td class=\"column-1\">C2, ISR, C4\/ISR, C5\/ISTAR<\/td><td class=\"column-2\">Begriffe, um die F\u00e4higkeiten von milit\u00e4rischen F\u00fchrungs- und Aufkl\u00e4rsystemen einzuordnen. Hierber steht C2 f\u00fcr Command &amp; Control, C4 erweiterert dies und ISR steht f\u00fcr Aufkl\u00e4rungsmethoden (Intelligence, Surveillance, Reconnaissance).<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-11\">\n\t<td class=\"column-1\">HOST<\/td><td class=\"column-2\">Hardware Open Systems Technologies von der US Navy bezieht sich auf das Hardwaredesign von Embedded Computing in der Avionik und spezifiziert auf dieser Ebene um offene Schnittstellen. HOST ist Teil der CMOSS-Sammlung.<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-12\">\n\t<td class=\"column-1\">REDHAWK<\/td><td class=\"column-2\">Software bzw. Entwicklerwerkzeug f\u00fcr die Signalaufkl\u00e4rung (SIGINT) und ist Teil der CMOSS-Sammlung.<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-13\">\n\t<td class=\"column-1\">VICTORY<\/td><td class=\"column-2\">Vehicular Integration for C4ISR\/EW Interoperability ist ein Standard, mit Fokus auf modularit\u00e4t in der Netzwerkebene (z.B. Ethernet) f\u00fcr Landfahrzeuge. VICTORY geh\u00f6rt zur CMOSS-Sammlung.<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-14\">\n\t<td class=\"column-1\">MORA<\/td><td class=\"column-2\">Modular Open Radio Frequence (RF) Architecture erweitert VICTORY um den Aspekt von modularer Hochfrequenzkommunikation. MORA ist Teil der CMOSS-Sammlung.<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-15\">\n\t<td class=\"column-1\">NGVA<\/td><td class=\"column-2\">NATO Generic Vehicle Architecture, ist ein Standard f\u00fcr modulare, interoperable Landfahrzeuge und regelt Hardware- und Software-Schnittstellen, auch bekannt unter STANAG 4754.<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-16\">\n\t<td class=\"column-1\">WOSA<\/td><td class=\"column-2\">Weapon Open Systems Architecture ist ein Standard f\u00fcr modulare Waffensysteme, der quasi als Untermenge von SOSA und FACE gilt, aufgrund des speziellen Fokus.<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-17\">\n\t<td class=\"column-1\">STANAG<\/td><td class=\"column-2\">Kurzfor f\u00fcr NATO Standardization Agreement<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-18\">\n\t<td class=\"column-1\">STANG4626<\/td><td class=\"column-2\">NATO Standard f\u00fcr offene Architekturen in der Avionik, auch bekannt unter EN4660 und st\u00fctzt die Ans\u00e4tze IMA und FACE. Dieser STANAG wei\u00dft \u00c4hnlichkeit zu ARINC 654 und wurde vom UK-Milit\u00e4r und europ. Unternehmen getrieben.<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-19\">\n\t<td class=\"column-1\">ARINC 653<\/td><td class=\"column-2\">Avionics Application Software Standard, der Partitionierung + Virtualisierung von Software, insb. Betriebssystemen, in Avonik-Computern regelt, sowie Programmierschnittstellen (APIs) spezifiziert. ARINC 653 ist f\u00fcr IMA hochrelevant und in FACE wird darauf auch verwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-20\">\n\t<td class=\"column-1\">DO 178C<\/td><td class=\"column-2\">Software Considerations in Airborne Systems and Equipment Certification, relevante Norm zur Zertifizierung von Software in der Avionik und so wird Flugsoftware auf Konformit\u00e4t im Entwicklungsprozess gepr\u00fcft.<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-21\">\n\t<td class=\"column-1\">MIL-STD-1553<\/td><td class=\"column-2\">US-Milit\u00e4r-Standard aus den 1970er den serielle Datenbus und findet bis heute noch eine gro\u00dfe Verbreitung<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-22\">\n\t<td class=\"column-1\">OpenVPX \/ VITA 65<\/td><td class=\"column-2\">OpenVPX ist ein Konzept wie Slot-Cards (Platinen) in Backplane-Systeme miteinander verbunden werden k\u00f6nnen und VITA 65 regelt die technsiche Umsetzung dessen. Beides ist Teil der CMOSS-Sammlung<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-23\">\n\t<td class=\"column-1\">SpaceWire \/ ECSS-E-ST-50<\/td><td class=\"column-2\">Standard f\u00fcr einen Seriellen Datenbus f\u00fcr Raumfahrzeuge, welcher von NASA, ESA, JAXA koordiniert wird \u2013 bis heute noch in breiter Verwendung<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-24\">\n\t<td class=\"column-1\">USAF AFMC Guideline<\/td><td class=\"column-2\">Leitfaden des Air Force Materiel Command, der die MOSA Prinzipien konkret auf die eigene Organisation und Prozesse \u00fcbertr\u00e4gt.<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-25\">\n\t<td class=\"column-1\">MBSE<\/td><td class=\"column-2\">Modellbasiertes Systems Engineering ist ein Ansatz bei dem Systeme mithilfe von Modellen statt tradionellen Dokumenten entwickelt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-26\">\n\t<td class=\"column-1\">TOGAF<\/td><td class=\"column-2\">The Open Group Architecture Framework ist ein Rahmenwerk f\u00fcr Unternehmensarchitekturen, also wie Gesch\u00e4ftsprozesse oder die IT-Infrastruktur innerhalb von Unternehmen abgebildet werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-27\">\n\t<td class=\"column-1\">NAF 4.0<\/td><td class=\"column-2\">Das NATO Archiecture Framework gibt in einer Rasterdarstellung an, wie Systemarchitekturen innerhalb der NATO modellbasiert abgebildet werden sollen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-28\">\n\t<td class=\"column-1\">ADMBw<\/td><td class=\"column-2\">Architekturdokumentenmethode Bundeswehr und stellt eine Umsetzung des NAF f\u00fcr die deutsche Bundeswehr dar<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-29\">\n\t<td class=\"column-1\">IEEE 802.3. \/ Ethernet<\/td><td class=\"column-2\">Standard f\u00fcr die Netzwerktechnologie Ethernet, die immer mehr an Beliebtheit in sicherheitskritischen und milit\u00e4rischen Systemen gewinnt.<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-30\">\n\t<td class=\"column-1\">JCA<\/td><td class=\"column-2\">Die Identifizierung von Joint Capability Areas wurde Mitte der 2000er vom US-Milit\u00e4r initiiert, um einen gemeinsamen Rahmen f\u00fcr milit\u00e4rische F\u00e4higkeiten \u00fcber alle Teilstreitkr\u00e4fte hinweg zu erhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<!-- #tablepress-27 from cache -->\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Klarheit als Grundlage f\u00fcr erfolgreiche Beschaffung und Entwicklung<\/h3>\n<p>Die Vielfalt der Initiativen wie MOSA, SOSA, FACE, SDD, NGVA und viele weitere ist kein Widerspruch, sondern ein Zeichen daf\u00fcr, wie vielschichtig modulare und interoperable Systemarchitekturen in der Praxis sind. Jeder Standard, jedes Rahmenwerk adressiert eine spezifische Ebene: von der politischen Beschaffungsstrategie bis zur physischen Pinbelegung eines Steckverbinders.<\/p>\n<p>Die zentrale Erkenntnis dieses Artikels l\u00e4sst sich in einem Satz zusammenfassen.Wer MOSA sagt, meint noch lange nicht dasselbe wie jemand, der SOSA oder FACE sagt, auch wenn alle drei dasselbe Ziel verfolgen. Fehlende konzeptionelle Klarheit in fr\u00fchen Phasen eines Beschaffungs- oder Entwicklungsprozesses manifestiert sich unweigerlich als Kostenexplosion oder Verz\u00f6gerung in sp\u00e4teren Phasen.<\/p>\n<div class=\"info-box\">\n<p>Das Fraunhofer IESE unterst\u00fctzt Amtsseiten, Systemhersteller und Forschungseinrichtungen dabei, diese konzeptionelle Klarheit herzustellen. Das Spektrum reicht von der Architekturmodellierung nach MBSE und NAF \u00fcber die Bewertung offener Systemarchitekturen bis hin zur konkreten Entwicklungsbegleitung.<\/p>\n<p><a href=\"mailto:&quot;anfrage@iese.fraunhofer.de, nils.brand@iese.fraunhofer.de&quot;\">Sprechen Sie uns an<\/a>, wenn Sie Orientierung in diesem Themenfeld suchen.<\/p>\n<\/div>\n<p>Die <strong>\u00dcbersichtstabelle<\/strong> aller hier vorgestellten Begriffe steht als <strong><a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/ueberblick-systemarchitekturen-verteidigung-fraunhofer-iese.ods\">Download<\/a><\/strong>\u00a0zur Verf\u00fcgung, sei es zur eigenen Nutzung, als Grundlage f\u00fcr interne Workshops oder als Einstieg in weiterf\u00fchrende Diskussionen. Haben wir eine Initiative oder einen Standard \u00fcbersehen? Schreiben Sie uns \u2013 dieser Artikel wird kontinuierlich aktualisiert.<\/p>\n<h2>Detaildefinitionen von A-Z<\/h2>\n<p>Im folgenden Abschnitt werden die Acronyme und Begrifflichkeiten ausf\u00fchrlicher dargestellt. Zus\u00e4tzlich sind weiterf\u00fchrende Links hinterlegt zur tiefgehenden Recherche.<\/p>\n<ol class=\"compact-table\">\n<li><a href=\"#MOSA\"> MOSA <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#SOSA\"> SOSA <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#PYRAMID\"> PYRAMID <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#SDD\"> SDD <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#MDO\"> MDO <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#IMA\"> IMA <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#FACE\"> FACE <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#CMOSS\"> CMOSS <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#C2ISR\"> C2ISR <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#HOST\"> HOST <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#REDHAWK\"> REDHAWK <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#VICTORY\"> VICTORY <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#MORA\"> MORA <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#NGVA\"> NGVA <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#WOSA\"> WOSA <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#STANAG\"> STANAG <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#STANG4626\"> STANAG 4626 <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#ARINC653\"> ARINC 653 <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#DO178C\"> DO 178C <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#MILSTD1553\"> MIL STD 1553 <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#OpenVPX\"> OpenVPX <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#SpaceWire\"> SpaceWire <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#USAFAFMC\"> USAF AFMC <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#MBSE\"> MBSE <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#TOGAF\"> TOGAF <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#NAF40\"> NAF 4.0 <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#ADMBw\"> ADMBw <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#IEEE802\"> IEEE802.3 <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#JCA\"> JCA <\/a><\/li>\n<\/ol>\n<h3 id=\"MOSA\">MOSA<\/h3>\n<p>MOSA steht f\u00fcr Modular Open Systems Approach und stellt einen Ansatz dar, der technologische und betriebswirtschaftliche Strategie kombiniert. Mit dem \u00bbMOSA-Ansatz\u00ab\u00a0sollen Anreize f\u00fcr wettbewerbsf\u00e4hige und kostenoptimierte Beschaffung, sowie Instandhaltung, \u00fcber den gesamten Systemlebenszyklus geschaffen werden. Hierbei handelt es sich um Systeme wie Luft-, Land-, und Wasserfahrzeuge, sowie F\u00e4higkeitstr\u00e4ger im Cyber- und Weltraum. Unter Verwendung dieser Beschaffungs- und Konstruktionsstrategie forciert das US-Verteidigungsministerium Systemarchitekturen, die aus offenen Standards und modularen Komponenten bestehen, bei gleichbleibender Konsistenz.<br \/>\nMOSA wurde 2013 erstmals \u00f6ffentlich vorgestellt. Bereits im Jahr 2019 beschloss der US-Kongress, dass alle gro\u00dfen Beschaffungsprogramme im Verteidigungsbereich unter Verwendung des \u00bbMOSA-Ansatzes\u00ab\u00a0entworfen und entwickelt werden m\u00fcssen (US Law Title 10 U.S.C. 4401b), um eine inkrementelle Entwicklung zu erm\u00f6glichen, und Wettbewerb, Innovation und Interoperabilit\u00e4t zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<h4>MOSA basiert auf f\u00fcnf Prinzipien:<\/h4>\n<ol>\n<li>Establish Enabling Environment<\/li>\n<li>Employ Modular Design<\/li>\n<li>Designate Key Interfaces<\/li>\n<li>Use Open Standards<\/li>\n<li>Certify Conformance<\/li>\n<\/ol>\n<p>Hinweis: In diesem Abschnitt wurde bewusst die Dopplung \u00bbMOSA-Ansatz\u00ab gew\u00e4hlt, um zu verdeutlichen, dass dies explizit ein Ansatz ist und keine konkrete Architektur oder Standard. Das \u00bbA\u00ab in MOSA steht bereits f\u00fcr Approach = Ansatz, weshalb im Nachfolgenden auf die Dopplung korrekterweise verzichtet wird. Au\u00dferdem ist es ein gro\u00dfer Trugschluss, dass sich MOSA lediglich auf die Softwarekomponenten bezieht, was zu kurz gegriffen ist, da MOSA im gleichen Ma\u00dfe f\u00fcr mechanische und mechatronische Systeme gilt.<\/p>\n<p>Relevante Links:<\/p>\n<ul>\n<li>Document \u00bbImplementing a Modular Open Systems Approach in Department of Defense Programs\u00ab\u00a0(<a href=\"https:\/\/www.cto.mil\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/MOSA-Implementation-Guidebook-27Feb2025-Cleared.pdf\">https:\/\/www.cto.mil\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/MOSA-Implementation-Guidebook-27Feb2025-Cleared.pdf<\/a>)<\/li>\n<li>Defence Standardization Program Website (<a href=\"https:\/\/www.dsp.dla.mil\/Programs\/MOSA\/\">https:\/\/www.dsp.dla.mil\/Programs\/MOSA\/<\/a> )<\/li>\n<li>Systems Engineering &amp; Architecture Technical Highlight MOSA (<a href=\"https:\/\/www.cto.mil\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/MOSA-Info-Sheet-Cleared-20250314.pdf\">https:\/\/www.cto.mil\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/MOSA-Info-Sheet-Cleared-20250314.pdf<\/a>)<\/li>\n<li>Paper \u00bbAdapting MOSA\u00ab\u00a0(<a href=\"https:\/\/ieeexplore.ieee.org\/document\/11257158\">https:\/\/ieeexplore.ieee.org\/document\/11257158<\/a>)<\/li>\n<li>NIAG Whitepaper:<\/li>\n<\/ul>\n<h3 id=\"SOSA\">SOSA<\/h3>\n<p>SOSA bedeutet Sensor Open Systems Architecture und stellt einen technischen Standard dar, der die MOSA-Prinzipien realisieren m\u00f6chte. Wie der Name schon erahnen l\u00e4sst, fokussiert sich SOSA auf Spezifikationen f\u00fcr Sensorik (Software- und Hardwareelemente) sowie f\u00fcr elektrische und mechanische Schnittstellen. SOSA setzt in diesem Bereich auf bereits etablierte Standards, erweitert diese bei Bedarf f\u00fcr den milit\u00e4rischen Einsatz und definiert hieraus einzelne Architekturmodule, die als Referenz dienen. In den Publikationen der \u00bbSOSA Technical Standard Reference Architecture\u00ab findet man beispielhafte Architekturmodule und eine Taxonomie zur Vorhabenseinordnung nach SOSA-Logik. Das SOSA-Konsortium ist in der Organisation \u00bbOpen Group\u00ab\u00a0beheimatet. Die Open Group Organisation f\u00f6rdert herstellerneutrale Standards im IT-Bereich seit Mitte der 1990er und agiert weltweit. Die Open Group ist zwar \u00e4u\u00dferst von der Industrie gepr\u00e4gt, dennoch finden sich einige staatliche und wissenschaftliche Akteure in ihr wieder. So wird SOSA stark vom US Air Force Life Cycle Management Center (AFLCMC) getrieben. Auch wenn MOSA und SOSA \u00e4hnlich klingen, sowohl in der abgek\u00fcrzten wie in der ausgeschriebenen Form, so unterscheiden diese sich deutlich. MOSA stellt einen strategischen Ansatz dar und SOSA befindet sich n\u00e4her an der technologischen Ebene.<\/p>\n<p>Relevante Links:<\/p>\n<ul>\n<li>SOSA-Website (<a href=\"https:\/\/www.opengroup.org\/sosa\">https:\/\/www.opengroup.org\/sosa<\/a>)<\/li>\n<li>Publikationen des SOSA-Konsortiums (Login notwendig: <a href=\"https:\/\/www.opengroup.org\/sosa\/pubs\">https:\/\/www.opengroup.org\/sosa\/pubs<\/a>)<\/li>\n<li>Rolle des AFLMC <a href=\"https:\/\/www.opengroup.org\/sosa\/aflmc\">https:\/\/www.opengroup.org\/sosa\/aflmc<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h3 id=\"PYRAMID\">PYRAMID<\/h3>\n<p>PYRAMID wurde 2014 vom UK-Verteidigungsministerium (MOD) als Initiative gestartet, um kosteneffiziente und schnell anpassbare Missionssysteme in der Luftfahrt zu entwickeln. Hierbei wurde bei PYRAMID erkannt, dass offene Systemarchitekturen ein Schl\u00fcsselelement sind. Es ist schnell zu erkennen, dass PYRAMID in der selben Zeit wie MOSA entstanden ist und dementsprechend oft als \u00bbbritisches MOSA\u00ab bezeichnet wird. Dies trifft genau den Kern von MOSA, da es wie beschrieben kein \u00bbdas eine wahre MOSA\u00ab gibt, sondern immer eine individuelle \u00dcbertragbarkeit der Weg zu wirkungsvollen offenen Systemarchitekturen ist. Zu PYRAMID existiert eine Referenzarchitektur PRA (PYRAMID Reference Architecture), die direkt bei der Systementwicklung dazu dient, die Konformit\u00e4t zu PYRAMID zu beachten. Eine Aufl\u00f6sung, wof\u00fcr das Akronym PYRAMID steht, ist der \u00d6ffentlichkeit nicht bekannt.<\/p>\n<p>Relevante Links:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.gov.uk\/government\/publications\/pyramid\">https:\/\/www.gov.uk\/government\/publications\/pyramid<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/assets.publishing.service.gov.uk\/media\/6735bf1e54652d03d51610ea\/20241114-PYRAMID_Launch_Webinar-O.pdf\">https:\/\/assets.publishing.service.gov.uk\/media\/<br \/>\n6735bf1e54652d03d51610ea\/20241114-PYRAMID_Launch_Webinar-O.pdf<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h3 id=\"SDD\">SDD<\/h3>\n<p>SDD ist das Akronym f\u00fcr Software Defined Defense und \u00fcbertr\u00e4gt das <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/de\/trend\/software-defined-x.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Software Defined X<\/a>-Paradigma auf den Verteidigungsbereich. An zentraler Stelle bei softwaredefinierten Vorhaben steht die Entkopplung von Software und Hardware. Kurz gesagt wird eine solche F\u00e4higkeitsgewinnung via Software-Update m\u00f6glich. Hierzu m\u00fcssen organisatorische Rahmenbedingungen geschaffen werden, als auch die technologische Infrastruktur, um Updatef\u00e4higkeit plattform\u00fcbergreifend, schnell und sicher (Safety, Cybersecurity, Trustworthy) herzustellen. Somit vereint SDD zum einen den gesamtheitlichen Ansatz von MOSA und zum anderen fokussiert sich SDD noch klarer (im Vergleich zum Sensorfokus von SOSA) auf die Softwarekomponente. Bei SDD konvergieren die Handlungsstr\u00e4nge der Amtsseite und der Industrie: W\u00e4hrend die Amtsseite Software-seitige Innovation und Modularit\u00e4t fordert, entwickeln Unternehmen aus Wettbewerbssicht Systeme, die via Software-Update eine technologische Vorreiterrolle einnehmen. Weiterhin ist Software Defined Defense verkn\u00fcpft mit MDO (Multi Domain Operations).<\/p>\n<p>Relevante Links:<\/p>\n<ul>\n<li>SDD-Positionspapier des BMVg, BDSV, Bitkom, BDLI (<a href=\"https:\/\/www.bmvg.de\/resource\/blob\/5711942\/6fb70a45412601fdf03f63aeebf72451\/cyber-defined-defence-papier-data.pdf\">https:\/\/www.bmvg.de\/resource\/blob\/5711942\/<br \/>\n6fb70a45412601fdf03f63aeebf72451\/cyber-defined-defence-papier-data.pdf<\/a>)<\/li>\n<li>SDD bei der Bundeswehr <a href=\"https:\/\/www.bundeswehr.de\/de\/organisation\/cyber-und-informationsraum\/aktuelles\/software-defined-defence-6073700\">https:\/\/www.bundeswehr.de\/de\/organisation\/cyber-und-informationsraum\/aktuelles\/software-defined-defence-6073700<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h3 id=\"MDO\">MDO<\/h3>\n<p>Multi Domain Operation, kurz MDO, umfasst ein Konzept zur gesamtheitlichen Operationsf\u00fchrung in allen Dimensionen (Cyberraum, Weltall, Luft, Land, See). Dazu ist ein entscheidender Unterschied zum l\u00e4nger bekannten Begriff \u00bbJoint Operations\u00ab, dass MDO das Lagebild mit milit\u00e4rischen und nicht-milit\u00e4rischen Informationen synchronisiert. Au\u00dferdem sind die Begriffe \u00bbMulti Domain Operation\u00ab und \u00bbSoftware Defined Defense\u00ab eng miteinander verkn\u00fcpft (sozusagen zwei Seiten einer Medaille). W\u00e4hrend MDO ein Konzept zur taktischen Umsetzung darstellt, so ist SDD die operative und infrastrukturelle Komponente, um dies zu realisieren. Sind Systeme s\u00e4mtlicher Dom\u00e4nen also mit dem Software-Defined-Paradigma entwickelt oder nachger\u00fcstet, so sind Modularit\u00e4t, Updatef\u00e4higkeit und Vernetzung gegeben. Durch diese Systemeigenschaft k\u00f6nnen Informationen geb\u00fcndelt werden, um dimensions\u00fcbergreifend Operationen auszuf\u00fchren. Als technischer Bestandteil von MDO spricht man auch von der Multi Domain Combat Cloud. Die Combat Cloud ist eine technische L\u00f6sung, auf der alle relevanten Sensoren und Effektoren vernetzt werden. Diese Cloudl\u00f6sung dient zur Kollaboration, stellt eine f\u00f6rderierte Cloud zur Verf\u00fcgung und unterliegt den h\u00f6chsten Sicherheitsanforderungen. Um MDO realisieren zu k\u00f6nnen, sind die Beschaffung nach MOSA und das Entwicklungsparadigma SDD wichtige Initiativen.<\/p>\n<p>Relevante Links:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.act.nato.int\/article\/mdo-in-nato-explained\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.act.nato.int\/article\/mdo-in-nato-explained\/<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h3 id=\"IMA\">IMA<\/h3>\n<p>IMA bedeutet ausgeschrieben Integrated Modular Avionics. Aus der Luftfahrt kommend, steht IMA im Prinzip daf\u00fcr, viele verschiedene Spezial-Computer durch einen oder nur wenige universelle Computer zu ersetzen. Hierdurch entstehen eine Komplexit\u00e4tsreduzierung, eine gro\u00dfe Modularit\u00e4t, sowie die Konzentration auf die eigentliche Software-Funktionalit\u00e4t, ohne Hardware-Randbedingungen ber\u00fccksichtigen zu m\u00fcssen (Hardware-Abstraktion). In anderen Worten: IMA SwaP (Space, Weight and Power) m\u00f6chte Probleme l\u00f6sen. Vor der Anwendung des IMA-Konzepts, noch bis in die 1990er, wurden Funktionalit\u00e4ten von Luftfahrzeugen auf dedizierten Computern ausgef\u00fchrt, was zu mehr Gewicht, geringer Flexibilit\u00e4t, Wartungsaufwand und aufw\u00e4ndigerer Zertifizierung f\u00fchrte. IMA wird auch als \u00bbPlug-and-Play\u00ab bezeichnet, da die hochperformanten Computer und Netzwerke zum einen miteinander kompatibel sind (durchg\u00e4ngige Nutzung) und zum anderen die F\u00e4higkeit besitzen, jede Art an Software auszuf\u00fchren (Mehrfachnutzung). IMA bezieht sich also stark auf die Ebene der Hardware\/Computer, sowie Netzwerktechnik und stellt somit auf dieser Ebene einen Baustein dar, um MOSA und SDD zu erm\u00f6glichen. Standards wie ARINC 653 und STANAG 4626 zielen aktiv auf die Umsetzung von IMA ab. Diese beiden Standards werden auch in diesem Beitrag behandelt.<\/p>\n<h3 id=\"FACE\">FACE<\/h3>\n<p>FACE steht f\u00fcr Future Airborne Capability Environment und ist \u2013 wie SOSA ein Konsortium innerhalb der Open Group. FACE liefert eine konkrete Referenzarchitektur f\u00fcr Systeme der Avionik. Die FACE-Referenzarchitektur unterteilt sich in f\u00fcnf Segmente:<\/p>\n<ol>\n<li>Operting System Segment (OSS)<\/li>\n<li>Portable Components Segment (PCS)<\/li>\n<li>Transport Services Segment (PCS)<\/li>\n<li>Platform-Specific Services Segment (PSSS)<\/li>\n<li>I\/O Services Segment (IOSS).<\/li>\n<\/ol>\n<p>So besteht beispielsweise das Operating Systems Segment aus verschiedenen Profilen, die POSIX APIs und die Umsetzung von ARINC 653 kombinieren. Mit FACE soll ein \u00bbCommon Operating Environment (COE)\u00ab in der milit\u00e4rischen Luftfahrt erreicht werden, um strukturiert Software Produktlinienmanagement betreiben zu k\u00f6nnen. Hiermit sollen Anreize in Gesch\u00e4fts- und Beschaffungsprozessen geschaffen werden, die die Interoperabilit\u00e4t von Software mithilfe von gemeinsamen Standards f\u00f6rdern. So existieren beispielsweise eine FACE-Datenarchitektur und Semantik, vorgefertigte Definitionen in der IDL-Sprache inklusive Mappings relevanter Programmiersprachen aus der Luftfahrt (C, C++, ADA).<\/p>\n<p>SOSA und FACE interagieren miteinander, denn das SOSA-Konsortium \u00fcbernimmt insbesondere Schnittstellen der FACE-Architektur. IMA und FACE unterscheiden sich in Nuancen, die aber ausschlaggebend sind: FACE hat den Fokus mehr auf Software und Schnittstellen, anstelle von Netzwerk und Hardware. Im Bereich der Betriebssysteme \u00fcberschneiden sich die Ans\u00e4tze etwas, aber von Bedeutung ist, dass modulare und interoperable Ans\u00e4tze auf verschiedenen Ebenen angewandt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Relevante Links:<\/p>\n<ul>\n<li>FACE Website (<a href=\"https:\/\/www.opengroup.org\/face\">https:\/\/www.opengroup.org\/face<\/a>),<\/li>\n<li>FACE Reference Architecture (<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Future_Airborne_Capability_Environment\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Future_Airborne_Capability_Environment<\/a>),<\/li>\n<\/ul>\n<h3 id=\"CMOSS\">CMOSS<\/h3>\n<p>C5ISR\/EW Modular Open Suite of Standards, oder in Kurzform CMOSS, ist eine Sammlung der US Army von MOSA und SOSA-artigen Standards. CMOSS versteht sich hierbei als eine konkretere Instanziierung der SOSA-Referenzarchitektur, sodass auch die US-Army die Ziele von MOSA (Interoperabilit\u00e4t, Modularit\u00e4t \u2026) erreichen kann. CMOSS achtet darauf, eine \u00dcbereinstimmung mit dem SOSA-Konsortium sicherzustellen. Folgende Standards umfasst CMOSS: FACE\/Redhawk f\u00fcr das Software-Layer, OpenVPX\/VITA f\u00fcr das Hardware-Layer, VICTORY\/MORA f\u00fcr das Kommunikationslayer. CMOSS versucht also eine Harmonisierung, Koordinierung und einen \u00dcberblick \u00fcber verschiedene Initiativen zu errichten, sodass auch die Standards selbst dom\u00e4nen\u00fcbergreifend wiederverwendet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3 id=\"C2ISR\">C2, ISR, C4\/ISR, C5\/ISTAR<\/h3>\n<p>Diese Begrifflichkeiten werden in Kombination benutzt und bauen aufeinander auf:<\/p>\n<ul>\n<li>C2: Command, Control<\/li>\n<li>C4: Command, Control, Communications, Computers<\/li>\n<li>C5: Command, Control, Communications, Computers, Cyber-Defense<\/li>\n<li>ISR: Intelligence, Surveillance, Reconnaissance<\/li>\n<li>ISTAR: Intelligence, Surveillance, Target Acquisition, Reconnaissance<\/li>\n<li>Beispiel \u00bbC5\/ISR\u00ab: Command, Control, Communications, Computers, Cyber-Defense \/ Intelligence, Surveillance, Reconnaissance<\/li>\n<\/ul>\n<p>Grunds\u00e4tzlich sei gesagt, dass Command and Control (C2) organisatorische Prozesse, sowie eine Klassifikation von technischen Systemen umfasst. Wie eine deutsche \u00dcbersetzung von C2 erahnen l\u00e4sst, flie\u00dfen in ein C2-System Ergebnisse der Aufkl\u00e4rung ein, woraus Ma\u00dfnahmen umgesetzt werden k\u00f6nnen. H\u00e4ufig werden die o.g. Begrifflichkeiten wie C4\/ISTAR verwendet, um technische Attribute von F\u00fchrungssystemen zu beschreiben \u2013 also eine Klassifikation zum Grad der Vernetzung eines Systems. Insofern sind die Abk\u00fcrzungen C5\/ISR kein technischer Standard oder etwa ein Ansatz f\u00fcr offene Systeme. Sondern die F\u00e4higkeiten der F\u00fchrungssysteme k\u00f6nnen damit kategorisiert werden. Egal, ob es sich dabei um ein System nach MOSA handelt oder nicht. Ziel ist es, von derartigen Informationssystemen ein genaueres Lagebild zu erhalten, und die Entscheidungsfindung zu beschleunigen, um somit die F\u00fchrungsf\u00e4higkeit zu verbessern.<\/p>\n<p>Relevante Links:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.trentonsystems.com\/en-us\/resource-hub\/blog\/c2-c4isr-c5isr-c6isr-differences\">https:\/\/www.trentonsystems.com\/en-us\/resource-hub\/blog\/c2-c4isr-c5isr-c6isr-differences<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h3 id=\"HOST\">HOST<\/h3>\n<p>HOST bedeutet im Zusammenhang dieses Beitrags Hardware Open Systems Technologies und ist eine Initiative, die vom Naval Air Systems Command der US Navy ausgeht. HOST ist \u00e4hnlich zu FACE, fokussiert sich jedoch mehr auf das Hardwaredesign und die zugeh\u00f6rigen Schnittstellen. HOST stellt eine Sammlung bzw. ein Rahmenwerk von offenen Standards, sowie Spezifikationen dar, die auf der Ebene des milit\u00e4rischen (Avionics) Embedded Computing angewandt werden. Das Ziel ist auch, Modularit\u00e4t, Interoperabilit\u00e4t und Wiederverwendbarkeit der Komponenten herzustellen. Konkret bedeutet dies, dass Computing-Module dasselbe Slotprofil aufweisen, also standardisierte (Hardware-)Schnittstellen. So stellt der VITA\/OpenVPX-Standard ein Fundament in HOST dar. In der Praxis findet HOST beispielsweise im modernen F-35 Kampfjet Anwendung. HOST ist kein Teil eines industriellen Standardisierungskonsortiums wie die Open Group, sondern die US-Navy (Navair) verantwortet das Rahmenwerk selbst.<\/p>\n<p>Relevante Links:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/ieeexplore.ieee.org\/document\/7925388\">https:\/\/ieeexplore.ieee.org\/document\/7925388<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.electronicdesign.com\/technologies\/embedded\/article\/21807568\/sosa-cmoss-host-and-military-open-standards\">https:\/\/www.electronicdesign.com\/technologies\/embedded\/article\/<br \/>\n21807568\/sosa-cmoss-host-and-military-open-standards<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.navysbir.com\/n16_2\/N162-086.htm\">https:\/\/www.navysbir.com\/n16_2\/N162-086.htm<\/a><\/li>\n<li>F35 (<a href=\"https:\/\/www.executivegov.com\/articles\/navair-finalizes-5th-iteration-of-hardware-open-systems-technology-standard\">https:\/\/www.executivegov.com\/articles\/navair-finalizes-5th-iteration-of-hardware-open-systems-technology-standard<\/a>)<\/li>\n<\/ul>\n<h3 id=\"REDHAWK\">REDHAWK<\/h3>\n<p>REDHAWK ist ein Software-Framework, um Software Defined Radio (SDR)-L\u00f6sungen zu entwickeln, und eignet sich ebenfalls f\u00fcr die Signalaufkl\u00e4rung (SIGINT, Signal Intelligence). Somit ist REDHAWK also ein Entwicklerwerkzeug und Teil der CMOSS-Sammlung.<\/p>\n<p>Relevante Links:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/github.com\/redhawksdr\">https:\/\/github.com\/redhawksdr<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/redhawksdr.org\/\">https:\/\/redhawksdr.org\/<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h3 id=\"VICTORY\">VICTORY<\/h3>\n<p>Vehicle Integration for C4ISR\/EW Interoperability tr\u00e4gt die Abk\u00fcrzung VICTORY und ist Teil der CMOSS-Sammlung. Der VICTORY-Standard zielt haupts\u00e4chlich auf Netzwerkebene (insb. Ethernet-basiert) in Bodenfahrzeugen ab. Er kann aber prinzipiell auf andere See-\/Unterwasser-\/Luftplattformen angewandt werden. Hierbei wurde VICTORY von der US Army entwickelt, wird aber nun an das SOSA-Konsortium transferiert, um die Bem\u00fchungen zwischen CMOSS und dem SOSA-Konsortium zu transferieren. Eine zentrale Komponente ist der VICTORY Data Bus (VDB), der nach dem Prinzip einer Middleware verschiedene Nachrichtenprotokolle vereint. Somit k\u00f6nnen verschiedene Services wie GPS, Video Display, Audio Alarm etc. auf einem Ger\u00e4t dargestellt werden, anstelle von vielen (nicht interoperablen) Ger\u00e4ten.<\/p>\n<p>Relevante Links:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/imlive.s3.amazonaws.com\/Federal+Government\/ID24026939598971879947296347642211598029\/CMOSS-Overview-18Mar22-Dist-A-A758.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/imlive.s3.amazonaws.com\/Federal+Government\/<br \/>\nID24026939598971879947296347642211598029\/CMOSS-Overview-18Mar22-Dist-A-A758.pdf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.iosb.fraunhofer.de\/content\/dam\/iosb\/iosbtest\/documents\/projekte\/interact\/Interoperability%20of%20Armed%20Forces%20Unmanned%20Systems_korr.pdf\">http:\/\/www.iosb.fraunhofer.de\/content\/dam\/iosb\/iosbtest\/documents\/projekte\/<br \/>\ninteract\/Interoperability%20of%20Armed%20Forces%20Unmanned%20Systems_korr.pdf<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h3 id=\"MORA\">MORA<\/h3>\n<p>Mora steht f\u00fcr Modular Open Radio Frequency (RF) Architecture, erweitert den VICTORY-Standard und nutzt Formate des VITA-Standards. MORA ist dabei auf Hochfrequenzkommunikation ausgerichtet und zerlegt die Hochfrequenzsignalkette (funktionale Dekomposition) in verschiedene modulare Komponenten. Hierbei liegt ein weiterer Fokus von MORA auf Signalen, die niedrige Latenzen (also nahe Echtzeitf\u00e4higkeit) als Transportmechanismus erfordern. MORA nutzt f\u00fcr Zugriffskontrolle den Victory Data Bus (VDB) und danach das MORA Data Message (MDM) Format, welches dem VITA49.2 Standard entspricht. Dieses Nachrichtenformat kann dann \u00fcber den MORA Low Letency Bus (ML2B) flie\u00dfen.<\/p>\n<p>Relevante Links:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.everythingrf.com\/community\/what-is-mora-modular-open-rf-architecture\">https:\/\/www.everythingrf.com\/community\/what-is-mora-modular-open-rf-architecture<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h3 id=\"NGVA\">NGVA<\/h3>\n<p>NGVA steht f\u00fcr NATO Generic Vehicle Architecture, stellt den STANAG 4754 dar und wird vom Fraunhofer FKIE seit 2011 gemeinsam mit Partnern entwickelt. Der STANAG 4754 richtet sich an Landfahrzeuge und stellt einen Standard dar, der offene Architekturen f\u00f6rdert. Dem NATO-Standard folgend werden die elektronischen und elektrischen Schnittstellen f\u00fcr milit\u00e4rische Landfahrzeuge (und Teilsysteme) interoperabel ausgelegt. So werden z. B. Anforderungen an den Datenaustausch, die Stromversorgung sowie ein einheitliches Datenmodell (Syntax + Semantik) spezifiziert.<br \/>\nSomit sollen dann Landfahrzeuge mit verschiedenen (Teil\u2011)Systemen von unterschiedlichen Herstellern nahtlos miteinander Nachrichten austauschen k\u00f6nnen. Dadurch entsteht auch eine Modularit\u00e4t und die NGVA folgt somit den MOSA-Prinzipien.<\/p>\n<p>Relevante Links:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.natogva.org\/\">https:\/\/www.natogva.org\/<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.fkie.fraunhofer.de\/de\/forschungsabteilungen\/itf\/NGVA.html\">https:\/\/www.fkie.fraunhofer.de\/de\/forschungsabteilungen\/itf\/NGVA.html<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h3 id=\"WOSA\">WOSA<\/h3>\n<p>WOSA steht f\u00fcr Weapon Open Systems Architecture und fokussiert sich rein auf Waffensysteme wie Raketen. WOSA ist somit ein nicht propriet\u00e4rer technischer Standard, der vom Air Force Research Laboratory (AFRL) entwickelt und gepflegt wird. Die Ziele von WOSA decken sich mit MOSA (offene Schnittstellen, Modularit\u00e4t, Reduzierung der Kosten im Lebenszyklus, Integrationsvereinfachung etc.). Der explizite Fokus auf Waffensysteme macht WOSA so besonders, da bspw. FACE sich auf die gesamte Luftfahrzeugplattform bezieht und SOSA lediglich auf die Sensorik. Besonders im Zentrum von WOSA steht der Munitions Data Bus (MDB), der als zentrales Nachrichtenprotokoll gilt und Schnittstellen zu SOSA beinhaltet.<\/p>\n<p>Relevante Links:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/ndia.dtic.mil\/wp-content\/uploads\/2019\/systems\/Wed_22468_Rose.pdf\">https:\/\/ndia.dtic.mil\/wp-content\/uploads\/2019\/systems\/Wed_22468_Rose.pdf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/386015906_FACER_AND_SOSA_VIRTUAL_TIM_PRESENTATIONS_A_Harmonization_of_MOSA_OSAs_-_One_Weapon_System_and_the_Use_of_SOSA_WOSA_and_FACER_Technical_Standards\">https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/386015906_<br \/>\nFACER_AND_SOSA_VIRTUAL_TIM_PRESENTATIONS_A_Harmonization_of_MOSA_OSAs_<br \/>\n-_One_Weapon_System_and_the_Use_of_SOSA_WOSA_and_FACER_Technical_Standards<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.afrl.af.mil\/News\/Article\/2928547\/new-technical-standard-refines-open-solution\/\">https:\/\/www.afrl.af.mil\/News\/Article\/2928547\/new-technical-standard-refines-open-solution\/<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h3 id=\"STANAG\">STANAG<\/h3>\n<p>STANAG steht f\u00fcr Standardization Agreement und wird vom NATO Standardization Office herausgegeben. STANAGs sind Standardisierungsabkommen der NATO und legen innerhalb der Mitgliedstaaten gemeinsame Prozesse und technische Standards fest. Sie erm\u00f6glichen eine Basis f\u00fcr Interoperabilit\u00e4t von Ausr\u00fcstung, Abl\u00e4ufen, Logistik und Systemen zwischen den Streitkr\u00e4ften der NATO-L\u00e4nder. Zwei konkrete STANAGs werden auch in diesem Artikel erkl\u00e4rt (STANAG 4754: NATO Generic Vehicle Architecture, STANAG 4626: Modulare und offene Avionikarchitekturen).<\/p>\n<p>Relevante Links:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/nso.nato.int\/nso\/nsdd\/main\/standards\">https:\/\/nso.nato.int\/nso\/nsdd\/main\/standards<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nato.int\/en\/what-we-do\/deterrence-and-defence\/standardization\">https:\/\/www.nato.int\/en\/what-we-do\/deterrence-and-defence\/standardization<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h3 id=\"STANAG4626\">STANAG 4626<\/h3>\n<p>STANAG 4626 befasst sich mit modularen und offenen Avionikarchitekturen. Dieser STANAG wurde von dem Allied Standards Avionics Architecture Council (ASAAC) entwickelt, hinter dem haupts\u00e4chlich das UK-Verteidigungsministerium steht, sowie weitere europ\u00e4ische Unternehmen aus der Avionik. STANAG 4626 vereinbart auf NATO-Ebene, wie moderne Avionikarchitekturen angewandt werden sollen, z. B. regelt er die Trennung von genutzten Ressourcen der Software- und Hardware-Komponenten. Somit soll STANAG 4626 Konzepte wie IMA praktisch unterst\u00fctzen und zu Richtlinien wie FACE beitragen. STANAG 4626 weist eine gewisse \u00c4hnlichkeit zu ARINC 653 auf, hat aber den klaren milit\u00e4rischen Bezug. Erg\u00e4nzend dazu, ist STANAG 4626 gleichzeitig auch eine europ\u00e4ische Norm (EN 4660).<\/p>\n<h3 id=\"ARINC653\">ARINC 653<\/h3>\n<p>ARINC steht f\u00fcr Aeronautical Radio Incorporated und definiert hierbei technische Spezifikationen f\u00fcr Kommunikation, Schnittstellen und Interoperabilit\u00e4t des Flugzeugnetzwerks, sowie Kabinensysteme. ARINC-Normen werden bereits eingesetzt: von Fluggesellschaften, Flugzeugherstellern, Lieferanten der Avionik, Softwareherstellern etc. Die Standards werden kooperativ zwischen zuvor genannten Akteuren und dem SAE Industry Technologies Consortia erarbeitet, um so die Praxistauglichkeit, Interoperabilit\u00e4t, technische F\u00e4higkeit und funktionale Sicherheit bestens festzulegen. Besonders bekannt ist z. B. ARINC 429, welcher in den 1980ern als Standard f\u00fcr den digitalen Datenbus in Verkehrsflugzeugen eingef\u00fchrt wurde (serielle Schnittstelle). ARINC 653 ist im Kontext dieses Beitrags hoch relevant. Die Bezeichnung von ARINC 653 lautet \u00bbAvionics Application Software Standard\u00ab und befasst sich mit der Partitionierung und Virtualisierung von (Echtzeit-)Betriebssystemen von Avionik-Computern. Erg\u00e4nzend zu IMA soll ARINC 653 sicherstellen, dass verschiedene Software-Anwendungen mit unterschiedlichen Kritikalit\u00e4tsleveln auf derselben Hardware betrieben werden k\u00f6nnen \u2013 ohne ungew\u00fcnschte gegenseitige Beeinflussung und mit deterministischem Verhalten. Au\u00dferdem werden in dem Standard Programmierschnittstellen (APIs) festgelegt. Spannend ist, dass ARINC 653 im hier erw\u00e4hnten FACE (Future Airborne Capability Environment) auftaucht. Die Kombination von FACE und ARINC 653 erfolgt konsequenterweise auf dem \u00bbOperating Systems Segment\u00ab. Insofern ist ARINC 653 eine sehr technische und konkrete Norm, die sinnvollerweise von FACE aufgegriffen wird. Ebenfalls wird im hier dargestellten Kontext von IMA (Integrated Modular Avionics) auch ARINC 653 angewandt.<\/p>\n<p>Relevante Links:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.dinmedia.de\/de\/normen-produkte\/arinc-standards\">https:\/\/www.dinmedia.de\/de\/normen-produkte\/arinc-standards<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/ieeexplore.ieee.org\/document\/9112986\">https:\/\/ieeexplore.ieee.org\/document\/9112986<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h3 id=\"DO178C\">DO-178C<\/h3>\n<p>DO-178C ist eine Norm bzw. Richtlinie zur Zertifizierung von Software in der Avionik (Software Considerations in Airborne Systems and Equipment Certification) und wird von der RTCA (Radio Technical Commission for Aeronautics), sowie EUROCAE (European Organisation for Civil Aviation Equipment) entwickelt. Beh\u00f6rden wie die EASA (Europ\u00e4ische Agentur f\u00fcr Flugsicherheit) sind f\u00fcr die Zulassung von Software (z. B. Flugsteuerung, Navigation, Kommunikation) in Flugzeugen und weiteren Luftplattformen zust\u00e4ndig. Hierbei wird im Zertifizierungsprozess die Einhaltung der Vorgaben von DO-178C gepr\u00fcft, wie z. B. des Software-Designprozesses, des Software-Testprozesses, des Konfigurations- und Qualit\u00e4tsmanagements usw. DO-178C verfolgt f\u00fcr die Luftfahrt \u00e4hnliche Ziele wie die IEC 61508-Norm (internationale Norm f\u00fcr die funktionale Sicherheit f\u00fcr elektronische Systeme). DO-178C weist au\u00dferdem noch eine erg\u00e4nzende Richtlinie DO-254 (Design Assurance Guidance for Airborne Electronic Hardware) auf, worin Sicherheitslevel definiert werden, d.h., ob ein Fehlerfall geringe oder katastrophale Auswirkungen auf das fliegende System h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Wichtig ist im Kontext des Beitrags, dass DO-178C gro\u00dfe Implikationen f\u00fcr modulare Entwicklungsvorhaben induziert, da Systeme in der Avionik eine DO-178C-Zertifizierung durchlaufen. Demnach gilt in MOSA, FACE oder \u00e4hnlichen Ans\u00e4tzen eine kontinuierliche Ber\u00fccksichtigung dieser Richtlinie.<\/p>\n<h3 id=\"MILSTD1553\">MIL-STD-1553<\/h3>\n<p>Der MIL-STD-1553-Standard wurde in den 1970er Jahren als serieller Datenbus von der US-Luftwaffe eingef\u00fchrt. Dieser Avionik-Standard sticht durch seine Einfachheit, Zuverl\u00e4ssigkeit und deterministische Kommunikation hervor. MIL-STD-1553 ist in Bestandssystemen (<a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/de\/leistungen\/legacy-systeme.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Legacy-Systeme<\/a>) und auch in Organisationen wie NATO, NASA, ESA noch sehr weitverbreitet und es gilt eine entsprechende Ber\u00fccksichtigung dessen bei Ans\u00e4tzen wie IMA oder FACE \u2013 dennoch steht der Standard nicht im Widerspruch mit diesen Ans\u00e4tzen, man muss ihn nur ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Relevante Links:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.esa.int\/Enabling_Support\/Space_Engineering_Technology\/Onboard_Computers_and_Data_Handling\/Mil-STD-1553\">https:\/\/www.esa.int\/Enabling_Support\/Space_Engineering_Technology\/<br \/>\nOnboard_Computers_and_Data_Handling\/Mil-STD-1553<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h3 id=\"OpenVPX\">OpenVPX \/ VITA65<\/h3>\n<p>OpenVPX ist ein Konzept, wie eingebettete Systeme (z. B. Prozessor-, Speicher-, Netzwerk- oder FPGA) in Form von Slot-Cards in einem Backplane-System (Chassis mit R\u00fcckwandplatine) miteinander verbunden werden k\u00f6nnen. Ziel ist eine hohe Modularit\u00e4t, Flexibilit\u00e4t und Kompatibilit\u00e4t zwischen verschiedenen Herstellern. VITA65 ist hierbei der eigentliche technische Standard, der OpenVPX umsetzt und wird von VMEbus International Trade Association (VITA) spezifiziert. So wird in VITA65 festgelegt welche Profile es f\u00fcr Module und Backplanes gibt, wie die Signalzuweisung aussieht (Pins f\u00fcr Ethernet, PCIe, \u2026) und wie die physikalischen Ma\u00dfe der Steckverbinder aussehen. Dies f\u00fchrt zu einer infrastrukturellen Grundlage, sodass herstellerneutral eingebettete Systeme kombiniert oder ausgetauscht werden k\u00f6nnen. SOSA und VITA\/OpenVPX enthalten teilweise Synergien und referenzieren aufeinander, enthalten aber auch Differenzen zueinander.<\/p>\n<p>Relevante Links:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.vita.com\/vpx\">https:\/\/www.vita.com\/vpx<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.vita.com\/Standards\">https:\/\/www.vita.com\/Standards<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h3 id=\"SpaceWire\">SpaceWire \/ ECSS-E-ST-50<\/h3>\n<p>Der SpaceWire-Standard (auch ECSS-E-ST-50 genannt) wurde als ein serieller Datenbus f\u00fcr Raumfahrzeuge entwickelt. Der Standard wurde inspiriert vom IEEE-1355 (von 1995). Er wird von der ESA, NASA und JAXA koordiniert und in Raumfahrtmissionen verwendet. SpaceWire konzentriert sich klar auf die Dimension Weltraum und stellt einen konkreten technischen Standard zur Kommunikation von Steuerger\u00e4ten dar.<\/p>\n<h3 id=\"USAFAFMC\">USAF AFMC-Guideline<\/h3>\n<p>Das Air Force Materiel Command (AFMC) ist grunds\u00e4tzlich zust\u00e4ndig f\u00fcr die Entwicklung, Beschaffung, sowie Wartung der Ausr\u00fcstung und Technologie der United States Air Force (USAF). Hinsichtlich MOSA erstellte das AFMC einen Leitfaden, um die abstrakten MOSA-Prinzipien auf die eigene Organisation und Prozesse anzuwenden bzw. zu konkretisieren. Insofern stellt die AFMC-Guideline ein Musterbeispiel daf\u00fcr dar, wie MOSA auf die eigene Organisationseinheit adaptiert werden kann.<\/p>\n<p>Relevante Links:<\/p>\n<ul>\n<li>AFMC Pressemitteilung (<a href=\"https:\/\/www.afmc.af.mil\/News\/Article-Display\/Article\/3596199\/afmc-engineering-releases-update-to-modular-open-systems-guidebook\/\">https:\/\/www.afmc.af.mil\/News\/Article-Display\/Article\/3596199\/afmc-engineering-releases-update-to-modular-open-systems-guidebook\/<\/a>)<\/li>\n<li>Dokument (<a href=\"https:\/\/guide.dafdto.com\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/AFMC-Guidebook-for-Implementing-MOSA-in-Weapon-Systems_V2.0_Distro_A.pdf\">https:\/\/guide.dafdto.com\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/AFMC-Guidebook-for-Implementing-MOSA-in-Weapon-Systems_V2.0_Distro_A.pdf<\/a>)<\/li>\n<\/ul>\n<h3 id=\"MBSE\">MBSE<\/h3>\n<p>MBSE steht f\u00fcr modellbasiertes Systems Engineering und ist ein Ansatz, bei dem Systeme mithilfe von Modellen statt mit traditionellen Dokumenten entwickelt werden. Die Modelle dienen als zentrale Informationsquelle und erleichtern die Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche. MBSE unterst\u00fctzt die Analyse, das Design und die Validierung komplexer Systeme durch Visualisierung und Simulation. \u00c4nderungen und Anforderungen k\u00f6nnen effizienter nachverfolgt und integriert werden. Dadurch erh\u00f6hen sich die Qualit\u00e4t und Nachvollziehbarkeit im Entwicklungsprozess. Mittlerweile werden insbesondere im milit\u00e4rischen Umfeld in den operationellen Architekturen MBSE-Ans\u00e4tze verfolgt. Hierbei erkennt man, dass die MBSE-Methodik MOSA-Vorhaben unterst\u00fctzt, da auf Modellebene die Modularit\u00e4t explizit dargestellt werden kann.<\/p>\n<p>Relevante Links:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/de\/schulung\/es\/architekturmodellierung.html\">https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/de\/schulung\/es\/architekturmodellierung.html<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h3 id=\"TOGAF\">TOGAF<\/h3>\n<p>TOGAF ist die Abk\u00fcrzung f\u00fcr \u00bbThe Open Group Architecture Framework\u00ab und stellt einen Ansatz zum Entwurf von Unternehmensarchitekturen (Enterprise Architecture) dar. TOGAF wird z. B. wie MOSA und SOSA innerhalb der Open Group weiterentwickelt. TOGAF zielt hierbei auf die \u00bbh\u00f6here Ebene\u00ab im Gegensatz zu MBSE-Methodiken (System-Ebene, operationale Architekturen) ab. Sprich: TOGAF k\u00fcmmert sich um die Bereiche der Gesch\u00e4ftsarchitektur (Prozesse), Informationssystemarchitektur (Daten, Anwendungen) und Technologiearchitektur (IT-Infrastruktur). TOGAF und MBSE stehen nicht im Widerspruch, sondern erg\u00e4nzen sich auf verschiedenen Abstraktionsleveln.<\/p>\n<p>Relevante Links<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.opengroup.org\/togaf\">https:\/\/www.opengroup.org\/togaf<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h3 id=\"NAF40\">NAF v4.0<\/h3>\n<p>Das NATO Architecture Framework (NAF) stellt ein Rahmenwerk zur Entwicklung und Dokumentation von Architekturen f\u00fcr milit\u00e4rische Systeme und Organisationen der NATO dar. In einer Rasterdarstellung werden standardisierte (Architektur-)Sichten vorgegeben, sodass Anforderungen, Prozesse, Systeme und Technologien strukturiert abgebildet bzw. modelliert werden k\u00f6nnen. Somit entsteht ein einheitliches Verst\u00e4ndnis von komplexen milit\u00e4rischen Systemen zwischen den NATO-Partnern. NAF orientiert sich an weiteren Frameworks, Sprachen und Ans\u00e4tzen \u2013 nur mit speziellem Fokus auf milit\u00e4rische Organisationsstrukturen und Systeme. So besteht eine gewisse \u00dcberschneidung zu TOGAF. Vor allem aber wird NAF in Verbindung mit MBSE gebracht, da diese Methoden zur effizienten Umsetzung geeignet sind. Die modellbasierte Erstellung hilft, die verschiedenen NAF-Sichten konsistent zu halten, nachvollziehbar darzustellen, und erm\u00f6glicht eine gezielte Analyse z. B. von F\u00e4higkeitsl\u00fccken oder Neuentwicklungen.<\/p>\n<p>Relevante Links:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/de\/schulung\/es\/architekturmodellierung.html\">https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/de\/schulung\/es\/architekturmodellierung.html<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h3 id=\"ADMBw\">ADMBw<\/h3>\n<p>ADMBw steht f\u00fcr Architekturdokumentenmethode Bundeswehr und stellt eine Umsetzung des NAF f\u00fcr die deutsche Bundeswehr dar. ADMBw passt also NAF an die spezifischen Anforderungen der Bundeswehr an und definiert an wenigen Stellen besondere Vorgehensweisen oder Dokumentationsarten. Prinzipiell ist aber ADMBw sinnvollerweise sehr nah an NAF dran und stellt somit die Interoperabilit\u00e4t dazu sicher.<\/p>\n<p>Relevante Links:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.bundeswehr.de\/de\/organisation\/ausruestung-baainbw\/vergabe\/methode-architektur\">https:\/\/www.bundeswehr.de\/de\/organisation\/ausruestung-baainbw\/vergabe\/methode-architektur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/de\/schulung\/es\/architekturmodellierung.html\">https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/de\/schulung\/es\/architekturmodellierung.html<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h3 id=\"IEEE802\">IEEE 802.3 \/ Ethernet<\/h3>\n<p>Zun\u00e4chst einmal steht IEEE f\u00fcr Institute of Electrical and Electronics Engineers und stellt einen Berufsverband der Elektro- und Informationstechnik dar. IEEE ist in der Wissenschaft bekannt durch die eigenen Fachzeitschriften von Konferenzpublikationen. Vor allem aber sind IEEE-Standards bekannt. Diese technischen Standards sind z. B. Wireless LAN, POSIX, JTAG, System Life Cycle Processes etc. Im milit\u00e4rischen Kontext wird h\u00e4ufig vom Standard IEEE 802.3 gesprochen. Die 802-Familie umfasst Netzwerkstandards f\u00fcr lokale Netze (LAN) und in diesem Fall steht \u00bb.3\u00ab f\u00fcr den Ethernet-Standard bzw. die sich damit befassende Arbeitsgruppe. Ethernet wird im Bereich der sicherheitskritischen Systeme immer mehr zum Wunsch eines Kommunikationsprotokolls, aufgrund der hohen Datenrate und Zuverl\u00e4ssigkeit, die sich bspw. im IT-Sektor bew\u00e4hrt hat. Folglich existiert in der Familie der 802er-Standards auch eine dedizierte Arbeitsgruppe, die zeitsensitive Kommunikation (TSN) in Avionik-Anwendungen spezifiziert: IEEE 802.1DP. IEEE802.3 (Ethernet) oder IEEE802.1DP sind also ein technischer Stand nahe dem physischen Layer von Systemen und bilden weitestgehend die technische Umsetzung ab.<\/p>\n<p>Relevante Links:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.ieee802.org\/3\/\">https:\/\/www.ieee802.org\/3\/<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/1.ieee802.org\/tsn\/802-1dp\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/1.ieee802.org\/tsn\/802-1dp\/<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h3 id=\"JCA\">JCA<\/h3>\n<p>JCA steht f\u00fcr Joint Capability Areas und wurde Mitte der 2000er vom US-Verteidigungsministerium initiiert, um einen gemeinsamen Rahmen von milit\u00e4rischen F\u00e4higkeiten und Aktivit\u00e4ten unter allen Teilstreitkr\u00e4ften zu erhalten. Somit sollten gemeinsame Operationen besser planbar und durchf\u00fchrbar sein, aufgrund eines einheitlichen Verst\u00e4ndnisses. Beispielhafte JCAs sind Force Support, Force Application, Battlespace Awareness, Command and Control (C2) und Logistics. Prinzipiell stellt JCA die Vorgehensweise einer Verheintlichung dar, die zur Interoperabilit\u00e4t dient und so den Grundz\u00fcgen von MOSA, FACE, SDD\u2026 \u00e4hnelt.<\/p>\n<p>Relevante Links:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.procs.2014.03.012\">https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.procs.2014.03.012<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.cto.mil\/sea\/jacs\/\">https:\/\/www.cto.mil\/sea\/jacs\/<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MOSA, SOSA, FACE, SDD, NGVA: Wer im Verteidigungssektor mit modularen Systemarchitekturen zu tun hat, begegnet diesen K\u00fcrzeln st\u00e4ndig. Doch wo genau verlaufen die Grenzen? 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