{"id":15437,"date":"2026-05-07T13:21:44","date_gmt":"2026-05-07T11:21:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/?p=15437"},"modified":"2026-05-07T13:56:45","modified_gmt":"2026-05-07T11:56:45","slug":"digitaler-produktpass-software-umsetzung-anforderungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/digitaler-produktpass-software-umsetzung-anforderungen\/","title":{"rendered":"Digitaler Produktpass Software: Umsetzung der Anforderungen &#038; IT-Architektur mit Eclipse BaSyx"},"content":{"rendered":"<p class=\"lead\">F\u00fcr viele Unternehmen ist der Digitale Produktpass (DPP) l\u00e4ngst kein Zukunftsthema mehr, sondern mit konkreten Fristen und Berichtspflichten verbunden. In unserem <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/digitaler-produktpass-beispiel-dpp\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Grundlagenbeitrag zum Digitalen Produktpass<\/a> haben wir erl\u00e4utert, was der DPP ist und welche regulatorischen Vorgaben auf Unternehmen zukommen. Ein weiterer Beitrag zeigt, wie der <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/digitaler-produktpass-kreislaufwirtschaft-in-der-industrie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DPP neue Gesch\u00e4ftsmodelle und Kreislaufstrategien<\/a> erm\u00f6glicht. In diesem Artikel geht es um die n\u00e4chsten Fragen: <strong>Wie l\u00e4sst sich der Digitale Produktpass konkret in die Praxis umsetzen? Welche Software wird f\u00fcr den DPP ben\u00f6tigt? Und wie lassen sich die Anforderungen technisch umsetzen?\u00a0<\/strong>Wir zeigen, wie Sie mit der Verwaltungsschale (AAS) und der Open-Source-Middleware Eclipse BaSyx eine IT-Architektur aufbauen, die die kommenden DPP-Standards unterst\u00fctzt und sich in bestehende Systeme integrieren l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Mit der <strong>Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR)<\/strong> schafft die EU den verbindlichen Rahmen f\u00fcr den Digitalen Produktpass. Unternehmen m\u00fcssen k\u00fcnftig unter anderem den <strong>Product Carbon Footprint (PCF)<\/strong>, den <strong>Rezyklatanteil<\/strong>, die <strong>Reparierbarkeit<\/strong> sowie Informationen zur <strong>Materialzusammensetzung<\/strong> digital, standardisiert und \u00fcber den gesamten Lebenszyklus bereitstellen. Diese Anforderungen lassen sich nur effizient erf\u00fcllen, wenn die zugrunde liegende Software- und IT-Architektur von Anfang an auf Interoperabilit\u00e4t, Skalierbarkeit und Sicherheit ausgelegt ist. Insell\u00f6sungen oder manuelle Datensammlungen werden den kommenden Pflichten aus der ESPR auf Dauer nicht gerecht. Mit der <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/verwaltungsschale-aas-fuer-interoperabilitaet\/\">Verwaltungsschale (Asset Administration Shell, kurz AAS)<\/a> und der <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/de\/abteilung\/digital-twin-engineering\/eclipse-basyx.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Open-Source-Middleware Eclipse BaSyx<\/a> stehen bereits heute Bausteine bereit, die diese Anforderungen adressieren und sich in bestehende IT-Landschaften integrieren lassen. In diesem Beitrag zeigen wir vom gesetzlichen Rahmen bis zur technischen Umsetzung, welche Standards relevant sind, wie der <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/de\/leistungen\/digitaler-zwilling.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Digitale Zwilling<\/a> als Fundament dient und wie Sie mit Eclipse BaSyx eine <strong>Digitaler-Produktpass-Softwarearchitektur<\/strong> aufbauen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Warum die Umsetzung komplexer ist als erwartet<\/h2>\n<p>Formal wirkt die Umsetzung zun\u00e4chst \u00fcberschaubar: Produktdaten strukturiert erfassen und bereitstellen. Doch drei zentrale Herausforderungen erh\u00f6hen die Komplexit\u00e4t erheblich:<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Verteilte Datenquellen<\/strong>: Die relevanten Informationen entstehen in unterschiedlichen Systemen wie ERP, Produktion oder Nachhaltigkeitsmanagement und liegen in verschiedenen Formaten vor.<\/li>\n<li><strong>Lebenszyklus-Dynamik<\/strong>: Produktdaten ver\u00e4ndern sich kontinuierlich, von der Herstellung \u00fcber die Nutzung bis zur Wiederverwertung. Der DPP muss diese Dynamik abbilden und dabei konsistent bleiben.<\/li>\n<li><strong>Differenzierte Zugriffe<\/strong>: Einige Daten m\u00fcssen \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich sein, andere unterliegen klaren Schutzanforderungen. Welche Regeln gelten, h\u00e4ngt vom jeweiligen Akteur entlang der Wertsch\u00f6pfungskette ab.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Digitale Produktpass ist daher <strong>kein isoliertes IT-Projekt, sondern eine Architekturaufgabe. <\/strong>Eine geeignete Digitaler-Produktpass-Software muss diese Anforderungen im Zusammenspiel von Systemen, Datenfl\u00fcssen und Sicherheitsmechanismen abbilden. Das gilt insbesondere, wenn die Pflichten aus der ESPR zuverl\u00e4ssig und auditierbar erf\u00fcllt werden sollen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_15530\" aria-describedby=\"caption-attachment-15530\" style=\"width: 1920px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-15530 size-full\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/grafik-digitaler-produktpass-dpp-fraunhofer-iese.jpeg\" alt=\"Anforderungen DPP: Der Digitale Produktpass muss aus mehreren Systemen (ERP), Datenquellen (Betriebsdaten) und von\/an Akteuren (Zulieferer, Hersteller, Beh\u00f6rden) entlang des gesamten Produktlebenszyklus Produktdaten strukturiert erfassen und bereitstellen. (Visualisiert am Beispiel einer Batterie.)\" width=\"1920\" height=\"1080\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/grafik-digitaler-produktpass-dpp-fraunhofer-iese.jpeg 1920w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/grafik-digitaler-produktpass-dpp-fraunhofer-iese-400x225.jpeg 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/grafik-digitaler-produktpass-dpp-fraunhofer-iese-698x393.jpeg 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/grafik-digitaler-produktpass-dpp-fraunhofer-iese-768x432.jpeg 768w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/grafik-digitaler-produktpass-dpp-fraunhofer-iese-1536x864.jpeg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-15530\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 1: Der Digitale Produktpass muss aus mehreren Systemen, Datenquellen und von\/an Akteuren entlang des gesamten Produktlebenszyklus Produktdaten strukturiert erfassen und bereitstellen. (Visualisiert am Beispiel einer Autobatterie.)<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Welche Standards definieren den Digitalen Produktpass?<\/h2>\n<p>Die Umsetzung des Digitalen Produktpasses basiert auf klar definierten Rahmenbedingungen. Die ESPR legt die regulatorischen Anforderungen fest, w\u00e4hrend mehrere miteinander verzahnte Normen unterschiedliche technische Aspekte abdecken. Dazu geh\u00f6ren die Datenstruktur, der Datenaustausch sowie die Absicherung der Systeme:<\/p>\n\n<table id=\"tablepress-25\" class=\"tablepress tablepress-id-25\">\n<thead>\n<tr class=\"row-1\">\n\t<th class=\"column-1\">Standard<\/th><th class=\"column-2\">Fokus<\/th><th class=\"column-3\">Bedeutung f\u00fcr die Umsetzung<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody class=\"row-striping row-hover\">\n<tr class=\"row-2\">\n\t<td class=\"column-1\">EN 18219<\/td><td class=\"column-2\">Eindeutige Identifikatoren<\/td><td class=\"column-3\">Grundlage f\u00fcr die eindeutige Identifikation von Produkten und Akteuren<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-3\">\n\t<td class=\"column-1\">EN 18220<\/td><td class=\"column-2\">Datentr\u00e4ger<\/td><td class=\"column-3\">Verkn\u00fcpfung physischer Produkte mit digitalen Informationen (z. B. QR-Codes)<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-4\">\n\t<td class=\"column-1\">EN 18216<\/td><td class=\"column-2\">Datenaustauschprotokolle<\/td><td class=\"column-3\">Technische Grundlage f\u00fcr den Austausch von DPP-Daten<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-5\">\n\t<td class=\"column-1\">EN 18222<\/td><td class=\"column-2\">APIs und Zugriff<\/td><td class=\"column-3\">Definition von Schnittstellen f\u00fcr Zugriff und Lebenszyklus<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-6\">\n\t<td class=\"column-1\">EN 18223<\/td><td class=\"column-2\">Datenmodell<\/td><td class=\"column-3\">Struktur und semantische Beschreibung des DPP<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-7\">\n\t<td class=\"column-1\">EN 18221<\/td><td class=\"column-2\">Speicherung und Archivierung<\/td><td class=\"column-3\">Anforderungen an Persistenz und Nachvollziehbarkeit<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-8\">\n\t<td class=\"column-1\">EN 18239<\/td><td class=\"column-2\">Zugriff und Sicherheit<\/td><td class=\"column-3\">Regeln f\u00fcr Zugriffsrechte und Datenschutz<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-9\">\n\t<td class=\"column-1\">EN 18246<\/td><td class=\"column-2\">Integrit\u00e4t und Vertrauen<\/td><td class=\"column-3\">Sicherstellung von Authentizit\u00e4t und Datenqualit\u00e4t<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<!-- #tablepress-25 from cache -->\n<p>Um beispielsweise die gesetzliche Pflicht zur Bereitstellung des <strong>Product Carbon Footprint<\/strong> oder des <strong>Rezyklatanteils<\/strong> zu erf\u00fcllen, ben\u00f6tigen Unternehmen einerseits diese Normen (etwa die <strong>EN 18223<\/strong> f\u00fcr das Datenmodell) und andererseits eine Software- und IT-Architektur, die diese Spezifikationen durchg\u00e4ngig unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Das zeigt: Der Digitale Produktpass ist <strong>weit mehr als ein Datenformat<\/strong>. Erst das Zusammenspiel aller Aspekte (Struktur, Austausch, Absicherung und langfristige Verf\u00fcgbarkeit) erm\u00f6glicht einen funktionierenden DPP, der die gesetzlichen Anforderungen abdeckt. F\u00fcr Unternehmen bedeutet das: Es geht nicht darum, eigene Strukturen frei zu definieren, sondern vorhandene Spezifikationen sinnvoll zu nutzen und konsequent in die eigene Architektur zu integrieren.<\/p>\n<h2>Welche Software wird f\u00fcr den Digitalen Produktpass ben\u00f6tigt?<\/h2>\n<p>F\u00fcr viele Unternehmen wirkt es zun\u00e4chst naheliegend, nach einer fertigen \u00bbDigitaler-Produktpass-Software\u00ab zu suchen, die man einmal installiert und damit alle Anforderungen abdeckt. Tats\u00e4chlich entsteht der DPP jedoch aus dem Zusammenspiel bestehender Systeme und einer passenden Middleware f\u00fcr Digitale Zwillinge.<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Bestehende Systeme:<\/strong> ERP, PLM, MES, Qualit\u00e4ts- und Nachhaltigkeitsl\u00f6sungen, in denen heute bereits ein Gro\u00dfteil der relevanten Informationen entsteht.<\/li>\n<li><strong>Standardisierte Datenmodelle:<\/strong> etwa die Teilmodelle der Industrial Digital Twin Association (IDTA) f\u00fcr Nameplate, Product Carbon Footprint oder Wartung.<\/li>\n<li><strong>Middleware f\u00fcr Digitale Zwillinge:<\/strong>\u00a0eine Plattform, die diese Datenquellen \u00fcber Verwaltungsschalen (AAS) verbindet, standardisierte Schnittstellen bereitstellt und Sicherheits- sowie Governance-Anforderungen umsetzt. Eclipse BaSyx \u00fcbernimmt genau diese Rolle: Es stellt die Middleware bereit, mit der sich Digitale Zwillinge auf Basis der AAS verwalten, abfragen und in Datenr\u00e4umen bereitstellen lassen. Statt eine propriet\u00e4re DPP-Software von Grund auf zu entwickeln, k\u00f6nnen Unternehmen BaSyx als\u00a0<strong>offene Softwarebasis f\u00fcr den Digitalen Produktpass<\/strong>\u00a0nutzen und ihre bestehenden Systeme daran anbinden.<\/li>\n<\/ol>\n<h2>Vom Digitalen Zwilling zum Digitalen Produktpass<\/h2>\n<p>Modulare Datenstruktur, standardisierte Schnittstellen, Lebenszyklusf\u00e4higkeit: Diese Anforderungen des DPP werden durch das Konzept des <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/verwaltungsschale-aas-fuer-interoperabilitaet\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" aria-labelledby=\"tooltip-_r_sj7_\">Digitalen Zwillings<\/a> bereits adressiert. Die <strong>Verwaltungsschale (AAS)<\/strong><strong>\u00a0<\/strong>bietet hierf\u00fcr den etablierten Ansatz: Sie beschreibt ein Asset als Digitalen Zwilling und strukturiert dessen Informationen in modularen Teilmodellen.<\/p>\n<h3>Metadaten und fachliche Inhalte trennen<\/h3>\n<p>Ein zentrales Architekturprinzip ist die Trennung von <strong>Metadaten<\/strong> (Identifikation, Versionierung, G\u00fcltigkeit) und <strong>fachlichen Inhalten<\/strong> (CO\u2082-Fu\u00dfabdruck bzw. Product Carbon Footprint, Materialzusammensetzung, Wartungsinformationen). Die fachlichen Inhalte werden in eigenst\u00e4ndigen Teilmodellen organisiert, die unabh\u00e4ngig voneinander entwickelt, aktualisiert und wiederverwendet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr viele DPP-relevante Inhalte stehen heute bereits <strong>IDTA-Teilmodelle<\/strong> zur Verf\u00fcgung, z.B. f\u00fcr Nameplate-Informationen, den Product Carbon Footprint oder Wartungs- und Dokumentationsdaten. Wer diese Templates nutzt, reduziert den Modellierungsaufwand und bleibt kompatibel zu entstehenden Industriestandards.<\/p>\n<h3>Der DPP als Sicht auf den Digitalen Zwilling<\/h3>\n<p>Der entscheidende Punkt: <strong>Der DPP muss kein eigenes System sein.<\/strong> Er kann als strukturierte Sicht auf die in einem Digitalen Zwilling bereits vorhandenen Informationen realisiert werden. Wie die folgende Abbildung zeigt, setzt sich der Digitale Produktpass aus Bausteinen der AAS zusammen. Er besteht aus einem dedizierten Metadaten-Element und den jeweils relevanten fachlichen Teilmodellen:<\/p>\n<figure id=\"attachment_15529\" aria-describedby=\"caption-attachment-15529\" style=\"width: 1920px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-15529 size-full\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/grafik-digitaler-produktpass-digitaler-zwilling-fraunofer-iese.jpeg\" alt=\" Visualisierung der Umsetzung vom Digitalen Zwilling zum Digitalen Produktpass mit der richtigen Software: Der Digitale Produktpass l\u00e4sst sich auf eine bestehenden Digitaler-Zwilling-Infrastruktur aufbauen und sich als strukturierte Sicht auf bereits vorhandene Informationen (Bausteinen der Verwaltungsschale (AAS)) zusammensetzen.\" width=\"1920\" height=\"1080\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/grafik-digitaler-produktpass-digitaler-zwilling-fraunofer-iese.jpeg 1920w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/grafik-digitaler-produktpass-digitaler-zwilling-fraunofer-iese-400x225.jpeg 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/grafik-digitaler-produktpass-digitaler-zwilling-fraunofer-iese-698x393.jpeg 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/grafik-digitaler-produktpass-digitaler-zwilling-fraunofer-iese-768x432.jpeg 768w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/grafik-digitaler-produktpass-digitaler-zwilling-fraunofer-iese-1536x864.jpeg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-15529\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 2: Der Digitale Produktpass l\u00e4sst sich auf eine bestehenden Digitaler-Zwilling-Infrastruktur aufbauen und sich als strukturierte Sicht auf bereits vorhandene Informationen (Bausteinen der Verwaltungsschale (AAS)) zusammensetzen.<\/figcaption><\/figure>\n<p>F\u00fcr eine Batterie k\u00f6nnen das etwa Teilmodelle zum <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/batteriepass-umsetzung-mit-asset-administration-shell\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" aria-labelledby=\"tooltip-_r_sja_\">CO\u2082-Fu\u00dfabdruck<\/a>, zum Anteil recycelter Materialien und zur Komponentenherkunft sein. F\u00fcr eine Maschine stehen stattdessen Energieverbrauch, Wartungshistorie und technische Dokumentation im Fokus. Die zugrunde liegende Struktur bleibt dieselbe. Genau das macht den Ansatz <strong>skalierbar und branchen\u00fcbergreifend einsetzbar<\/strong>.<\/p>\n<div class=\"info-box\">\n<h3>Warum der Digitale Produktpass eine Architekturfrage ist<\/h3>\n<p>Der DPP entsteht aus dem Zusammenspiel mehrerer Systeme, Datenquellen und Akteure entlang des gesamten Produktlebenszyklus. Wer den DPP auf einer bestehenden Digital-Twin-Infrastruktur aufsetzt, vermeidet Insell\u00f6sungen. Gleichzeitig lassen sich weitere Anwendungsf\u00e4lle wie <a href=\"https:\/\/catena-x.net\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Catena\u2011X<\/strong><\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.bundeswirtschaftsministerium.de\/Redaktion\/DE\/Dossier\/manufacturing-x.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Manufacturing\u2011X<\/strong><\/a> \u00fcber dieselbe Plattform bedienen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Checkliste: So setzen Sie die Anforderungen an den Digitalen Produktpass mit der richtigen Software um<\/strong><\/h4>\n<p>1.\u00a0<strong>Quellsysteme identifizieren und DPP-Anforderungen zuordnen<\/strong><br \/>\nErfassen Sie relevante Systeme (z.\u202fB. ERP, PLM, MES, Qualit\u00e4ts- und Nachhaltigkeitstools) und legen Sie fest, welche DPP-Anforderungen (PCF, Rezyklatanteil, Material, Reparierbarkeit usw.) daraus bedient werden sollen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>2.\u00a0<strong>Daten auf standardisierte AAS-Teilmodelle mappen<\/strong><br \/>\nOrdnen Sie fachliche Inhalte wie PCF, Rezyklatanteil, Materialdaten oder Wartungsinformationen passenden IDTA-Teilmodellen zu. Trennen Sie konsequent zwischen Metadaten und fachlichen Inhalten, um Wiederverwendung und Erweiterbarkeit zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>3.\u00a0<strong>DPP-Sicht mit Eclipse BaSyx bereitstellen<\/strong><\/p>\n<p>Stellen Sie die DPP-Sicht als Kombination aus Metadaten-Element und ausgew\u00e4hlten Teilmodellen \u00fcber die BaSyx-Middleware bereit. Dies geschieht zun\u00e4chst intern und sp\u00e4ter auch in Datenr\u00e4umen wie Catena-X oder Manufacturing-X. BaSyx \u00fcbernimmt dabei die Rolle der zentralen Digitaler-Produktpass-Softwareplattform f\u00fcr Verwaltung, Abfrage und sicheren Austausch der Daten.<\/p>\n<\/div>\n<h3><strong>Digitaler Produktpass Software: <\/strong>BaSyx als Open-Source-Basis f\u00fcr den DPP<\/h3>\n<p>Wie l\u00e4sst sich diese Architektur konkret realisieren? Hier setzt <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/de\/abteilung\/digital-twin-engineering\/eclipse-basyx.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" aria-labelledby=\"tooltip-_r_sjc_\">Eclipse BaSyx<\/a>\u00a0 an: eine vom Fraunhofer IESE koordinierte Open-Source-Middleware zur Realisierung der Verwaltungsschale. BaSyx bildet die zentrale Softwareplattform, auf der Digitale Zwillinge und darauf aufbauend Digitale Produktp\u00e4sse betrieben werden.<\/p>\n<h3><strong>Was <\/strong>Eclipse <strong>BaSyx mitbringt<\/strong><\/h3>\n<p>BaSyx stellt die zentralen Infrastrukturkomponenten bereit, die f\u00fcr den Betrieb von Digitalen Zwillingen und damit f\u00fcr den DPP erforderlich sind:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Verwaltung von AAS und Teilmodellen<\/strong> \u00fcber standardisierte API-Schnittstellen<\/li>\n<li><strong>SQL-basierte Persistenz<\/strong> f\u00fcr robuste, strukturierte Datenhaltung<\/li>\n<li><strong>AASQL<\/strong>, eine strukturierte Abfragesprache f\u00fcr komplexe Queries \u00fcber Verwaltungsschalen und Teilmodelle<\/li>\n<li><strong>Skalierbare Architektur<\/strong> f\u00fcr den Betrieb von Millionen von Verwaltungsschalen in produktiven Umgebungen<\/li>\n<li><strong>Zugriffskontrolle nach IDTA-Spezifikation<\/strong> (ABAC) f\u00fcr feingranulares Rechtemanagement<\/li>\n<li><strong>Nachvollziehbare Versionierung<\/strong> und Dokumentation von \u00c4nderungen an Produktdaten<\/li>\n<\/ul>\n<p>All das ist bereits in der Open-Source-Version verf\u00fcgbar. Eclipse BaSyx Go bietet eine leistungsf\u00e4hige Implementierung in der Programmiersprache Go.<\/p>\n<h3>Sicherheit als fester Bestandteil<\/h3>\n<p>Zugriffskontrolle, Integrit\u00e4t und Authentizit\u00e4t: Diese f\u00fcr den DPP zentralen Sicherheitsaspekte sind <strong>fester Bestandteil der BaSyx-Architektur<\/strong> und keine nachtr\u00e4glichen Erg\u00e4nzungen. Rollen- und attributbasierte Berechtigungsmechanismen stellen sicher, dass Informationen nur f\u00fcr befugte Akteure zug\u00e4nglich sind.<\/p>\n<p>F\u00fcr f\u00e4lschungssichere Nachweise setzt die Architektur auf <strong>Verifiable Credentials (VCs)<\/strong> und <strong>Decentralized Identifiers (DIDs)<\/strong>. So lassen sich Identit\u00e4ten von Akteuren und die Integrit\u00e4t von DPP-Daten \u00fcber Unternehmensgrenzen hinweg kryptografisch absichern. Dies ist eine zentrale Voraussetzung f\u00fcr vertrauensw\u00fcrdige Produktp\u00e4sse in offenen \u00d6kosystemen.<\/p>\n<p>Wer dar\u00fcber hinaus den Schritt in den skalierbaren Produktivbetrieb plant, findet mit unseren Partnern ein <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/de\/abteilung\/digital-twin-engineering.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" aria-labelledby=\"tooltip-_r_sjf_\">individuelles Angebot<\/a>.<\/p>\n<h3>Schneller starten mit dem AAS Dataspace for Everybody<\/h3>\n<p>Dar\u00fcber hinaus bietet der <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/de\/abteilung\/digital-twin-engineering\/aas-dataspace-for-everybody.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" aria-labelledby=\"tooltip-_r_sjh_\">AAS Dataspace for Everybody<\/a>\u00a0eine vorkonfigurierte Umgebung, in der die komplette Infrastruktur bereits einsatzbereit und einfach erweiterbar ist. So k\u00f6nnen Unternehmen <strong>innerhalb k\u00fcrzester Zeit erste DPP-Szenarien umsetzen<\/strong>, ohne die gesamte Infrastruktur selbst aufbauen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Wir setzen in BaSyx die kommenden DPP-Standards um und stellen sie Open Source bereit.<\/strong> Anstatt eigene, isolierte L\u00f6sungen f\u00fcr den Digitalen Produktpass zu entwickeln, k\u00f6nnen Unternehmen auf eine bestehende, erprobte Infrastruktur aufbauen. Ohne Vendor-Lock-in und mit voller Transparenz \u00fcber den Quellcode.<\/p>\n<div class=\"info-box\">\n<h4>Der Digitale Produktpass als Sicht \u2013 nicht als System<\/h4>\n<p>Der Digitale Produktpass sollte nicht als separates IT-System aufgebaut werden. Wird er auf eine bestehende Infrastruktur f\u00fcr Digitale Zwillinge aufgesetzt, kann der DPP als strukturierte Sicht auf vorhandene Informationen realisiert werden. Das reduziert Integrationsaufwand, vermeidet Redundanzen und schafft eine Grundlage, die sich flexibel an neue regulatorische Anforderungen anpassen l\u00e4sst.<\/p>\n<\/div>\n<h2>Was heute schon m\u00f6glich ist<\/h2>\n<p>Auch wenn sich der regulatorische Rahmen weiterentwickelt, sind die grundlegenden Prinzipien des DPP bereits klar:<\/p>\n<ul>\n<li>strukturierte Datenhaltung<\/li>\n<li>standardisierte Schnittstellen<\/li>\n<li>eindeutige Identifikatoren<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auf dieser Basis lassen sich <strong>schon heute tragf\u00e4hige L\u00f6sungen entwickeln<\/strong>, mit denen Unternehmen sich fr\u00fchzeitig auf kommende gesetzliche Anforderungen vorbereiten. Nicht jede Frage muss im Voraus beantwortet sein, um mit der Umsetzung zu beginnen. Entscheidend ist, auf flexible und standardnahe Ans\u00e4tze zu setzen.<\/p>\n<p>Praxisbeispiele wie der <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/batteriepass-umsetzung-mit-asset-administration-shell\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" aria-labelledby=\"tooltip-_r_sjj_\">Batteriepass mit CO\u2082-Fu\u00dfabdruck-Erfassung<\/a> oder die Umsetzungen im Kontext von <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/energieeffiziente-produktion\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" aria-labelledby=\"tooltip-_r_sjk_\">energieeffizienter Produktion<\/a> zeigen, dass die Technologie bereits produktiv einsetzbar ist.<\/p>\n<p>Konkret bedeutet das: <strong>Wer heute schon BaSyx nutzt, kann nach dem Release des BaSyx-DPP-Moduls direkt den Digitalen Produktpass bereitstellen, vorausgesetzt, die entsprechenden Teilmodelle sind bereits mit Daten bef\u00fcllt.<\/strong> Wer diese Grundlage fr\u00fch schafft, reduziert den sp\u00e4teren Anpassungsaufwand erheblich.<\/p>\n<h2>Fazit: Vom Pflichtprogramm zur Digital-Twin-Strategie<\/h2>\n<p>Der Digitale Produktpass ist nicht nur eine regulatorische Anforderung, sondern eine Chance, bestehende Produktdaten gezielt nutzbar zu machen. Sein volles Potenzial entfaltet er, wenn er nicht isoliert betrachtet wird, sondern als Teil einer \u00fcbergreifenden Digital-Twin-Strategie.<\/p>\n<p>Die Verwaltungsschale liefert die standardisierte Struktur, Eclipse BaSyx die Open-Source-Infrastruktur. Mit BaSyx Go steht eine performante, produktionsreife Implementierung bereit, die <strong>Sicherheit, Skalierbarkeit und die kommenden DPP-Standards<\/strong> bereits heute mitbringt. Unternehmen, die fr\u00fchzeitig auf diese Grundlage setzen, erf\u00fcllen nicht nur kommende regulatorische Anforderungen aus der<strong> ESPR<\/strong> und angrenzenden Regelwerken. Sie schaffen gleichzeitig die Basis f\u00fcr datengetriebene Prozesse und neue digitale Gesch\u00e4ftsmodelle.<\/p>\n<p>Der Digitale Produktpass wird damit vom Pflichtprogramm zu einem integralen Bestandteil moderner, interoperabler Systemlandschaften.<\/p>\n<div class=\"info-box\">\n<h4>Vom Konzept zur Umsetzung: Starten Sie Ihr DPP-Projekt<\/h4>\n<p>Eclipse BaSyx setzt zentrale DPP-Standards um und ist als Open-Source-Technologie verf\u00fcgbar. Mit dem <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/de\/abteilung\/digital-twin-engineering\/aas-dataspace-for-everybody.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">AAS Dataspace for Everybody<\/a> steht eine vorkonfigurierte Umgebung bereit, die den Einstieg beschleunigt. Starten Sie jetzt und gestalten Sie Ihre DPP-Strategie von Anfang an nachhaltig, interoperabel und konform zu den gesetzlichen Anforderungen. Wir unterst\u00fctzen Sie!<br \/>\n<a href=\"mailto:frank.schnicke@iese.fraunhofer.de,aaron.zielsstorff@iese.fraunhofer.de,anfrage@iese.fraunhofer.de,\">Sprechen Sie uns an!<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr viele Unternehmen ist der Digitale Produktpass (DPP) l\u00e4ngst kein Zukunftsthema mehr, sondern mit konkreten Fristen und Berichtspflichten verbunden. In unserem Grundlagenbeitrag zum Digitalen Produktpass haben wir erl\u00e4utert, was der DPP ist und welche regulatorischen Vorgaben auf Unternehmen zukommen. 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