{"id":14874,"date":"2026-01-19T11:29:59","date_gmt":"2026-01-19T10:29:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/?p=14874"},"modified":"2026-01-27T09:22:57","modified_gmt":"2026-01-27T08:22:57","slug":"quereinstieg-it-warum-softskills-fuer-moderne-softwareloesungen-entscheidend-sind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/quereinstieg-it-warum-softskills-fuer-moderne-softwareloesungen-entscheidend-sind\/","title":{"rendered":"Quereinstieg IT: Warum Softskills f\u00fcr moderne Softwarel\u00f6sungen entscheidend sind"},"content":{"rendered":"<p class=\"lead\">Software spielt in unserem Leben eine riesige Rolle. Was h\u00e4ufig \u00fcbersehen wird: Software ist weit mehr als nur Code. Die besten digitalen L\u00f6sungen sind die, die sich nahtlos in unseren Alltag einf\u00fcgen. Damit das gelingt, ben\u00f6tigen wir heute mehr als reine Programmierkenntnisse. Gefragt sind Qualit\u00e4ten in Zielanalyse, Konzeption und ein tieferes Verst\u00e4ndnis der Nutzenden. Das bedeutet f\u00fcr dich: <strong>Der Quereinstieg in die IT war noch nie so wertvoll wie heute. <\/strong>Denn gute Software und digitale Innovationen entstehen durch interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit. Genau diese Br\u00fccke schlagen wir mit dem Projekt <strong><em>WiSE <\/em><\/strong>(Activating Women in Software Engineering)<strong><em>.<\/em><\/strong> Wir richten uns gezielt an Studentinnen aus nicht-technischen Disziplinen, die ihre Perspektiven in die Tech-Welt einbringen wollen. Das <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/\">Fraunhofer IESE<\/a>, die HS Mainz und die LMU M\u00fcnchen begleiten dich dabei, einen praxisnahen Einblick in die Softwareentwicklung zu gewinnen und deine ganz pers\u00f6nlichen St\u00e4rken f\u00fcr eine Karriere in der IT zu nutzen.<\/p>\n<h2>Wie WiSE den Quereinstieg in die IT f\u00fcr Frauen erleichtert<\/h2>\n<p>Das anwendungsorientierte Forschungsprojekt <strong><a href=\"https:\/\/projektwise.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>WiSE<\/em><\/a> (<em>Activating <\/em><em><u>W<\/u><\/em><em>omen <u>i<\/u>n <u>S<\/u>oftware <u>E<\/u>ngineering<\/em>)<\/strong> untersucht, wie Studentinnen aus nicht\u2011technischen Studieng\u00e4ngen und Softwareentwickelnde aus der industriellen Praxis zusammenfinden, voneinander lernen und gemeinsam Innovationen schaffen k\u00f6nnen. <em>WiSE<\/em> entwirft Strategien, erstellt besondere Lern- und Bildungsangebote f\u00fcr diese Zielgruppe und entwickelt Konzepte, um den spezifischen Mehrwert geistes- und sozialwissenschaftlicher Perspektiven f\u00fcr die Softwarebranche sicht- und nutzbar zu machen.<\/p>\n<p>Ziel ist es, die IT-Branche f\u00fcr qualifizierte weibliche Fachkr\u00e4fte aus nicht-technischen Disziplinen zu \u00f6ffnen und dadurch gleichzeitig die Qualit\u00e4t und Menschzentrierung von Softwareprodukten zu st\u00e4rken. Die <em>WiSE<\/em>-Ma\u00dfnahmen bilden die Grundlage, um den Teilnehmerinnen die Vielf\u00e4ltigkeit der IT-Branche vorzustellen und ihnen als Quereinsteigerinnen den Zugang in die Softwareentwicklung zu erleichtern. Je nach bisherigem Studiengang, pers\u00f6nlichen F\u00e4higkeiten und Interessengebieten sollen Bewerbungs- und Einstiegsm\u00f6glichkeiten, sowie Karrierem\u00f6glichkeiten in der Softwareentwicklung f\u00fcr die Absolventinnen aufgezeigt werden.<\/p>\n<h2>Warum die IT-Branche Quereinsteigerinnen braucht<\/h2>\n<p>Bereits seit mehreren Jahren fordern Fachverb\u00e4nde aus Wissenschaft und Industrie eine deutlich <strong>menschenorientiertere und interdisziplin\u00e4re<\/strong> Entwicklung von Softwaresystemen <a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>. Die Beteiligung verschiedener Beteiligte in der Softwareentwicklung (SE), z.B. aus Informatik, Technik, Design, Philosophie, Psychologie, Soziologie, Recht, Politik und Zivilgesellschaft, biete eine solide Basis f\u00fcr eine menschenzentrierte Ausrichtung und werteorientierte Entwicklung zuk\u00fcnftiger Softwaresysteme <a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>.<\/p>\n<p>Eine Disziplin, die mit positivem Beispiel voran geht: <strong>User Experience (UX, deutsch: Nutzererfahrung)<\/strong>. Der Branchenreport 2025 der German UPA <a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref1\">[7]<\/a> zeigt eindrucksvoll, dass sich das Fachgebiet UX als interdisziplin\u00e4rer Vorreiter etabliert hat &#8211; sowohl hinsichtlich der beruflichen Hintergr\u00fcnde als auch der Geschlechterverteilung. Nur 5 % der Befragten kommen aus der klassischen Informatik, im Vergleich zu 19 % aus Kommunikationsdesign und Psychologie. Die Befragten, 44 % m\u00e4nnlich und 56 % weiblich, stimmen der Aussage zu, dass in ihrem Arbeitsfeld Interdisziplinarit\u00e4t nicht nur einen hohen Stellenwert hat, <strong>sondern wirklich gelebt wird<\/strong>.<\/p>\n<ul>\n<li>Eine Zunahme der interdisziplin\u00e4ren Vielfalt im Bereich der SE er\u00f6ffnet <strong>insbesondere Frauen<\/strong> aus urspr\u00fcnglich fachfremden Disziplinen neue Arbeitsm\u00f6glichkeiten in der IT-Branche.<\/li>\n<li>Aspekte wie Gerechtigkeit, Erkl\u00e4rbarkeit und Verantwortlichkeit r\u00fccken in den Mittelpunkt.<\/li>\n<li>Um zukunftsf\u00e4hige Softwaresysteme zu entwickeln, wird es unerl\u00e4sslich sein, die Diversit\u00e4t in der SE zu steigern und vielf\u00e4ltige Expertise sowie Kreativit\u00e4t in die Innovationsprozesse einzubeziehen.<\/li>\n<li>Umfrageergebnisse zeigen, dass vielf\u00e4ltige Teams und interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit funktionieren k\u00f6nnen und somit ein Modell liefern, von dem auch andere Bereiche innerhalb der Softwareentwicklung profitieren k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Wahrgenommene Barrieren f\u00fcr einen Quereinstieg<\/h2>\n<p>In Interviews <a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[6] <\/a>mit vier Softwareunternehmen, die wir im Rahmen von <em>WiSE<\/em> durchgef\u00fchrt haben, konnten wir feststellen, dass die Vorteile von Interdisziplinarit\u00e4t in der Branche zwar grunds\u00e4tzlich bekannt sind, aber dennoch wahrgenommene Hindernisse trotzdem schwerer wiegen. Hierbei sind es haupts\u00e4chlich Vorurteile, mangelndes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr andere Disziplinen und finanzieller Druck, die Unternehmen dazu bewegen, in altbekannten Strukturen zu bleiben.<\/p>\n<p>In einer Umfrage mit 182 Studierenden fanden wir zudem heraus, dass die Tech-Branche immer noch als M\u00e4nnerdom\u00e4ne wahrgenommen wird. Die Mehrheit der Befragten bewertet die Branche zwar positiv und sieht gute Jobm\u00f6glichkeiten mit fairem Gehalt, aber leider \u00fcberwiegt jedoch die Angst, nicht die passenden F\u00e4higkeiten f\u00fcr die Branche mitzubringen oder \u00bbnicht genug\u00ab bieten zu k\u00f6nnen. Dabei sind es vor allem Studierende der Soziologie, die ihre F\u00e4higkeiten auch auf einem anderen Feld und in einer anderen Branche einsetzen wollen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_14963\" aria-describedby=\"caption-attachment-14963\" style=\"width: 698px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-14963 size-large\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Saeulendiagramm-698x385.png\" alt=\"Quereinstieg IT: \u00dcber 60 Mal entschieden antworten die Studierenden mit &quot;ich stimme zu&quot; auf die Aussage: \u00bbIch ziehe es in Betracht, in einem anderen Bereich als meinem Studienfach zu arbeiten.\u00ab \" width=\"698\" height=\"385\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Saeulendiagramm-698x385.png 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Saeulendiagramm-400x221.png 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Saeulendiagramm-768x424.png 768w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Saeulendiagramm-1536x848.png 1536w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Saeulendiagramm-2048x1131.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 698px) 100vw, 698px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-14963\" class=\"wp-caption-text\">Antworten auf die Aussage \u00bbIch ziehe es in Betracht, in einem anderen Bereich als meinem Studienfach zu arbeiten.\u00ab<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Warum ist interdisziplin\u00e4res Arbeiten so wichtig?<\/h2>\n<p>Interdisziplinarit\u00e4t bezeichnet das Zusammenwirken verschiedener Fachdisziplinen, um durch die Kombination und Verschr\u00e4nkung unterschiedlicher Perspektiven und Methoden komplexe Probleme zu l\u00f6sen und innovative Ans\u00e4tze zu entwickeln <a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref1\">[8]<\/a>. Ein <strong>interdisziplin\u00e4rer Ansatz ist oftmals essenziell<\/strong>, da viele aktuelle Herausforderungen die Expertise mehrerer Disziplinen erfordern und nicht mehr nur durch eine einzelne Fachrichtung bew\u00e4ltigt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Da digitale L\u00f6sungen und Softwareanwendungen zunehmend eine zentrale Rolle in immer mehr Aspekten unseres t\u00e4glichen Lebens spielen, ist es umso wichtiger, Software \u00bbmenschenzentriert\u00ab zu denken und entsprechend interdisziplin\u00e4r zu entwickeln <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[9]<\/a>. Fehlende Menschenzentrierung in der Softwareentwicklung kann gravierende Folgen haben, sowohl f\u00fcr die Menschen, die sp\u00e4ter mit der Software arbeiten (m\u00fcssen), als auch f\u00fcr die Entwicklungsprojekte selbst. Denn laut dem Chaos Report der Standish Group <a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[10]<\/a> erreichen nur etwa 30% aller Softwareprojekte vollst\u00e4ndig ihre Ziele und sind damit erfolgreich. Etwa 70% erreichen nicht alle Projektziele und ca. 20% scheitern sogar vollst\u00e4ndig.<\/p>\n<h3>Hauptgr\u00fcnde und damit Top-Risikofaktoren f\u00fcr IT-Projekte<\/h3>\n<ol>\n<li>Unzureichende Nutzerbeteiligung<\/li>\n<li>Unklare Anforderungen<\/li>\n<li>Fehlendes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Anforderungen<\/li>\n<li>Tats\u00e4chlicher Nutzen der L\u00f6sung <a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref1\">[11]<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<figure id=\"attachment_14883\" aria-describedby=\"caption-attachment-14883\" style=\"width: 698px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-14883 size-large\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Picture2-698x254.jpg\" alt=\"Eine Br\u00fccke kann vermeintlich perfekt gebaut sein und dennoch nicht f\u00fcr alle funktionieren. Aufg\u00e4nge k\u00f6nnten zu steil oder Beleuchtungen zu schwach sein. Das schr\u00e4nkt ein, wie nutzbar die Br\u00fccke f\u00fcr jeden ist, und auch, wie sicher sich jeder mit ihr f\u00fchlt.\" width=\"698\" height=\"254\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Picture2-698x254.jpg 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Picture2-400x145.jpg 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Picture2-768x279.jpg 768w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Picture2-1536x559.jpg 1536w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Picture2-2048x745.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 698px) 100vw, 698px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-14883\" class=\"wp-caption-text\">Eine klassische Br\u00fccke \u2013 trotzdem viele Probleme in der Nutzung. (Quelle: Luise W\u00fcstling)<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Interdisziplin\u00e4re Perspektiven f\u00fcr die Softwareentwicklung<\/h3>\n<p>Interdisziplin\u00e4re Arbeit erfordert offene Kommunikation, die Bereitschaft, andere Denkweisen zu akzeptieren, und die F\u00e4higkeit, \u00fcber die Grenzen der eigenen Disziplin hinauszudenken. Genau hier setzt <em>WiSE<\/em> an: Wir adressieren vor allem Studentinnen aus Psychologie, Design, Kommunikationswissenschaften, Linguistik, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, die vielf\u00e4ltige Perspektiven und Kompetenzen in die Softwareentwicklung einbringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<ul>\n<li>Nutzerforschung und Verhaltensanalyse\n<ul>\n<li>Bed\u00fcrfnisse der Nutzenden verstehen und ihre <strong>Interaktion mit Softwarel\u00f6sungen analysieren<\/strong>.<\/li>\n<li><strong>Menschliches Verhalten verstehen<\/strong>, um L\u00f6sungen zu schaffen, die sich nahtlos in soziale Kontexte integrieren.<\/li>\n<li>Zielgruppenanalyse und Persona-Entwicklung.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Design und Gestaltung\n<ul>\n<li>User Interface (UI) Design, haupts\u00e4chlich die <strong>visuelle Gestaltung<\/strong> von Benutzeroberfl\u00e4chen.<\/li>\n<li>User Experience (UX) Design, die Konzeption <strong>ganzheitlicher Nutzungserlebnisse<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Kommunikation\n<ul>\n<li>Entwicklung und Test von <strong>Sprachschnittstellen<\/strong> (z.B. Chatbots).<\/li>\n<li>Analyse der Sprachverwendung durch Nutzende.<\/li>\n<li>Copywriting, die Erstellung verst\u00e4ndlicher und <strong>nutzerfreundlicher Texte<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Strategische Planung und Projektmanagement\n<ul>\n<li>Requirements Engineering, also die <strong>Anforderungsanalyse<\/strong>.<\/li>\n<li><strong>Ziel- und Prozessanalyse<\/strong>.<\/li>\n<li>Agiles Projektmanagement und <strong>interdisziplin\u00e4re Teamleitung<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Herausforderung wird durch aktuelle Daten aus dem Arbeitsmarkt unterstrichen. So weist e. V. auf einen steigenden IT-Fachkr\u00e4ftemangel hin (derzeit k\u00f6nnen ca. 109.000 IT-Arbeitspl\u00e4tze nicht qualifiziert besetzt werden) und kritisiert gleichzeitig, dass Unternehmen zu wenig tun, um dieser Situation zu begegnen. Eine Situation, die sich mit Blick auf den demografischen Wandel noch versch\u00e4rfen wird. Deshalb warnt der Bitkom: \u00bbFachkr\u00e4ftemangel darf nicht zur Digitalisierungsbremse werden\u00ab <a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref1\">[12]<\/a>.<\/p>\n<p>Hier liegt eine gro\u00dfe Chance, denn Quereinsteigende mit qualifizierter Ausbildung in anderen Fachrichtungen zeigen steigendes Interesse an der IT-Branche allgemein und der Softwareentwicklung im Besonderen. Sie k\u00f6nnen nicht nur den Fachkr\u00e4ftemangel lindern, sondern bringen genau jene interdisziplin\u00e4ren Perspektiven mit, die moderne Softwareentwicklung ben\u00f6tigt.<\/p>\n<h2>Dein Quereinstieg in die IT: Unser Konzept f\u00fcr Studentinnen<\/h2>\n<p><em>WiSE<\/em> bietet einen doppelten Nutzen: Studentinnen aus verschiedenen Disziplinen erhalten <strong>Zugang zur IT-Branche<\/strong>, w\u00e4hrend interessierte Unternehmen von <strong>interdisziplin\u00e4r<\/strong> ausgebildeten Nachwuchskr\u00e4ften profitieren.<\/p>\n<h3><strong><em>WiSE<\/em> online Lerneinheiten<\/strong><\/h3>\n<p>Dieses Format erm\u00f6glicht einen niedrigschwelligen, leichtgewichtigen und flexiblen Zugang zu allen Inhalten \u2013 unabh\u00e4ngig von Ort und Studienphase. Vermittelt werden sowohl software-technische Hard Skills als auch Soft Skills. Die Lerneinheiten zu den Hard Skills f\u00fchren fachfremde Studentinnen systematisch durch alle Phasen des Software-Entwicklungszyklus (SDC = Software Development Cycle) und vermitteln somit das notwendige technische Know-how f\u00fcr verschiedene T\u00e4tigkeitsfelder und -profile: Projektmanagement, Anforderungserhebung, nutzerzentriertes Design, Entwicklung (Systementwurf und Systemarchitektur) sowie Softwaretesting. Zudem lernt ihr typisches Alltagsvokabular f\u00fcr die interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit kennen.<\/p>\n<p>Interdisziplinarit\u00e4t st\u00e4rkt nicht nur das Produkt, sondern vor allem auch die Zusammenarbeit im Team, weshalb die Lernmodule zu den Soft Skills gezielt auf die Herausforderungen interdisziplin\u00e4rer Teamarbeit vorbereiten und Kompetenzen in folgenden Bereichen vermitteln:<\/p>\n<ul>\n<li>Unbewusste Vorurteile und Denkmuster gegen\u00fcber anderen Disziplinen erkennen und abbauen.<\/li>\n<li>Privilegien und Machtdynamiken in Teams verstehen und reflektieren.<\/li>\n<li>Eine \u00bbgemeinsame Sprache\u00ab und Ebene zur Verst\u00e4ndigung finden und damit effektiv \u00fcber Disziplingrenzen hinweg kommunizieren.<\/li>\n<li>Gegen \u00e4u\u00dfere und innere Widerst\u00e4nde stabil bleiben und sich nicht sofort von eigenen Ideen abbringen lassen.<\/li>\n<li>Konstruktiv mit unterschiedlichen Perspektiven und Diversit\u00e4t umgehen.<\/li>\n<li>Neue F\u00fchrungsstile entdecken.<\/li>\n<\/ul>\n<h3><strong><em>WiSE<\/em> Aktivierungsworkshops<\/strong><\/h3>\n<p>Die Lerneinheiten bieten die ideale Grundlage f\u00fcr die sogenannten <strong>Aktivierungsworkshops<\/strong>, in denen Theorie auf Praxis trifft und Studentinnen und Unternehmen zusammengebracht werden. Hier k\u00f6nnen die Studentinnen ihr neu erworbenes Wissen in einem praktischen Beispiel anwenden und ihre Kompetenzen unter Beweis stellen. Die Unternehmen k\u00f6nnen beobachten, wie eine ihrer realen Problemstellungen von einem interdisziplin\u00e4ren Team bearbeitet und gel\u00f6st wird. Jeder Workshop wird auf die spezifischen Bed\u00fcrfnisse des beteiligten Unternehmens und den jeweiligen Branchenfokus abgestimmt.<\/p>\n<h2>Erfolgsbilanz <em>WiSE<\/em>: Wie interdisziplin\u00e4re Teams die Praxis bereichern<\/h2>\n<p>Bisher blicken wir in <em>WiSE<\/em> auf \u00fcber 20 Online-Sessions zur\u00fcck.\u00a0Das Feedback der Studentinnen zeigt uns, dass wir einen wichtigen Beitrag dazu leisten, wie zug\u00e4nglich die Tech-Branche wahrgenommen wird. Dabei ist es jedoch gar nicht immer ein Quereinstieg in die IT, der sich f\u00fcr die Studentinnen ergeben sollte. Stattdessen kann es sich je nach Unternehmen und Fachabteilung, und den dort ben\u00f6tigten Kompetenzen und F\u00e4higkeiten, auch nur um einen Einstieg handeln.<\/p>\n<p>Auch die Aktivierungsworkshops zeigen ihren gew\u00fcnschten Erfolg. In einem Workshop mit Porsche Informatik best\u00e4tigte sich: Studierende aus Informatik und Nicht-Informatik k\u00f6nnen einiges voneinander lernen. Das von Porsche eingebrachte praktische Beispiel, \u00bbVerbesserung der Nutzererfahrung von Werkstattbesuchen\u00ab gab den Studentinnen Einblick in die reale Unternehmenswelt rund um digitale Produkte und Services. Von der Gruppendynamik bis hin zur Probleml\u00f6sung \u2013 F\u00e4higkeiten, Sichtweisen und Dom\u00e4nenwissen erg\u00e4nzen sich.<\/p>\n<figure id=\"attachment_14879\" aria-describedby=\"caption-attachment-14879\" style=\"width: 698px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-14879 size-large\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/WiSE_LinkedIn_Post_D.Muthig_251017-698x558.jpg\" alt=\"Dirk Mutig von Porsche berichtet aus dem WISE-Aktivierungsworkshop. Zitat: &quot;Kreativit\u00e4t nimmt zu, wenn neue Perspektiven aufeinander treffen.&quot; Daher bieten Quereinsteiger in die IT wertvolle Perspektiven.\" width=\"698\" height=\"558\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/WiSE_LinkedIn_Post_D.Muthig_251017-698x558.jpg 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/WiSE_LinkedIn_Post_D.Muthig_251017-400x320.jpg 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/WiSE_LinkedIn_Post_D.Muthig_251017-768x614.jpg 768w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/WiSE_LinkedIn_Post_D.Muthig_251017.jpg 1350w\" sizes=\"auto, (max-width: 698px) 100vw, 698px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-14879\" class=\"wp-caption-text\">\u00bbCreativity picks up speed when fresh perspectives meet.\u00ab Dirk Muthig, CTO Porsche Holding<\/figcaption><\/figure>\n<div class=\"info-box\">\n<p><strong>Haben wir dein Interesse geweckt?<\/strong> Hier gehts zur Anmeldung zu den <a href=\"https:\/\/projektwise.de\/learningsessions\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lerneinheiten und Aktvierungsworkshops.<\/a><br \/>\n<strong>Noch unsicher?<\/strong> Dann folg uns gern auf Instagram und schau dich gern erstmal um: <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/projekt.wise\/\">@projekt.wise<\/a><\/p>\n<p><strong>Sie sind Teil eines Unternehmens und haben Interesse?<\/strong> Dann schreiben Sie uns gerne an <a href=\"mailto:hey@projektwise.de\">hey@projektwise.de<\/a><\/p>\n<\/div>\n<h2><a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref4\"><\/a>Quellen<\/h2>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> ACM (Association for Computing Machinery) (2018). <a href=\"https:\/\/www.acm.org\/code-of-ethics\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ACM Code of Ethics and Professional Conduct<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Gesellschaft f\u00fcr Informatik (GI) (2021). <a href=\"https:\/\/gi.de\/ethische-leitlinien\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ethische Leitlinien der Gesellschaft f\u00fcr Informatik<\/a> e.V. Bonn.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> IEEE (2019). Ethically Aligned Design: A Vision for Prioritizing Human Well-being with Autonomous and Intelligent Systems. IEEE Global Initiative on Ethics of Autonomous and Intelligent Systems.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> European Commission (2019). Ethics Guidelines for Trustworthy AI. High-Level Expert Group on Artificial Intelligence. Brussels.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Shneiderman, B. (2020). Human-Centered AI. Oxford University Press<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a>Mensch und Computer 2025 &#8211; Usability Professionals: <a href=\"https:\/\/dl.gi.de\/items\/14048811-d8f3-455f-b91d-361edfda91b8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr als nur Code und Design<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn1\">[7]<\/a> German UPA e.V. (2025): Branchenreport User Experience 2025.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn1\">[8]<\/a> Jungert, Michael (Hg.) (2010): Interdisziplinarit\u00e4t. Theorie, Praxis, Probleme. Darmstadt: Wiss. Buchges., [Abt. Verl.].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[9]<\/a> <a href=\"https:\/\/openhsu.ub.hsu-hh.de\/server\/api\/core\/bitstreams\/37614c93-dd20-42d6-bdcb-7afec49d13fe\/content#page=227\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Interdisziplin\u00e4re Forschung als Basis nachhaltiger Entscheidungsprozesse in der Softwareentwicklung<\/a>. Siehe hier insbesondere: Meise, Bianca, Yevgen Mexin, Franziska Schloots, Bj\u00f6rn Senft, and Anastasia Wawilow. &#8222;Interdisziplin\u00e4re Forschung als Basis nachhaltiger Entscheidungsprozesse in der Softwareentwicklung.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[10]<\/a> <a href=\"https:\/\/thestory.is\/en\/journal\/chaos-report\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Chaos Report \u2014 why this study about IT project management is so unique<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn4\">[11]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.requiment.com\/why-do-software-development-projects-fail\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Why Do Software Development Projects Fail?<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn1\">[12]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.bitkom.org\/Presse\/Presseinformation\/Deutschland-fehlen-IT-Fachkraefte\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bitkom, Presseinformation 08\/2025: In Deutschland fehlen weiterhin mehr als 100.000 IT-Fachkr\u00e4fte<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Software spielt in unserem Leben eine riesige Rolle. Was h\u00e4ufig \u00fcbersehen wird: Software ist weit mehr als nur Code. Die besten digitalen L\u00f6sungen sind die, die sich nahtlos in unseren Alltag einf\u00fcgen. 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