{"id":14391,"date":"2026-01-15T17:14:41","date_gmt":"2026-01-15T16:14:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/?p=14391"},"modified":"2026-01-15T17:15:33","modified_gmt":"2026-01-15T16:15:33","slug":"microkernel-fuer-softwaredefinierte-systeme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/microkernel-fuer-softwaredefinierte-systeme\/","title":{"rendered":"Von monolithisch zu minimal: Wie Microkernels die n\u00e4chste Generation der Systemsoftware anregen"},"content":{"rendered":"<p class=\"lead\">Die Komplexit\u00e4t monolithischer Betriebssysteme ist in sicherheitskritischen Systemen und Infrastrukturen ein kritisches Zulassungsrisiko. Angesichts zehntausender Codezeilen sto\u00dfen herk\u00f6mmliche Ans\u00e4tze bei der Zertifizierung und Cybersecurity an ihre Grenzen. Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie Microkernels (Mikrokerne) durch strikte Modularit\u00e4t und Isolation das Fundament f\u00fcr sichere, flexible und updatef\u00e4hige Software Defined Produkte (SDX) bilden. Wir zeigen Ihnen, warum der Wechsel von monolithischer Software zu einer Microkernel-Architektur der entscheidende Wettbewerbsvorteil f\u00fcr die n\u00e4chste Generation industrieller Systemsoftware ist.<\/p>\n<div class=\"info-box\">\n<h2>Was ist ein Microkernel? Definition und Architektur<\/h2>\n<p>Ein Microkernel stellt eine spezielle Architektur eines Kernels dar. Der Kernel (\u00bbBetriebssystemkern\u00ab) ist das Fundament auf dem Betriebssysteme aufbauen und besitzt somit privilegierten Zugriff auf die Hardware. Die Architektur eines Kernels unterscheidet sich dabei welche F\u00e4higkeiten dem Kernel-Mode und welche dem User-Mode zugeordnet werden. Hierbei geht es z.B. um die Ressourcenverwaltung von Speicher, Prozessen (Scheduling), Bereitstellung des Dateisystems und Netzwerk, sowie die grunds\u00e4tzliche Bereitstellung der Schnittstelle zur Hardware (Treiber, Zugriff auf Prozessor, weitere Peripherie).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend bei einem Monolithischen Kernel der gesamte Funktionsumfang im privilegierten Kernel-Modus integriert ist, setzt ein <strong>Microkernel<\/strong> auf eine <strong>minimalistischere Architektur. <\/strong>Bei einem Microkernel sind lediglich <strong>rudiment\u00e4re F\u00e4higkeiten<\/strong> (z.B. Interprocess Communication, Scheduling, virtueller Speicher) im Kernel-Modus verf\u00fcgbar. So sind bspw. Ger\u00e4ter-Treiber und das Dateisystem dem User-Modus zugeordnet und k\u00f6nnen individuell vom Systembetreiber implementiert werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Man spricht bei Microkernels auch von der \u00fcberschaubaren <strong>\u00bbTrusted Computing Base\u00ab<\/strong>, also extrem sicherheitskritischen Code, dem aufgrund von Validation und Verifikation getraut werden kann. Diese Basis ist faktoriell kleiner als bei monolithischen Kernels, was den entscheidenden Vorteil bei Zertifizierungsprozessen darstellt.<\/p>\n<\/div>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-14392 alignleft\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/DSC05709-compressed-400x501.jpg\" alt=\"\" width=\"113\" height=\"141\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/DSC05709-compressed-400x501.jpg 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/DSC05709-compressed-698x874.jpg 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/DSC05709-compressed-768x961.jpg 768w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/DSC05709-compressed-1227x1536.jpg 1227w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/DSC05709-compressed-1636x2048.jpg 1636w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/DSC05709-compressed-scaled.jpg 2046w\" sizes=\"auto, (max-width: 113px) 100vw, 113px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Meine Beobachtung:<\/strong> <em>Heutige Nutzer- und Kundenanforderungen sind h\u00e4ufig nur noch mit F\u00e4higkeiten von Betriebssystemen realisierbar. Seit den 1990ern und sp\u00e4testens mit dem Einzug der Smartphones sind Betriebssysteme allgegenw\u00e4rtig. Solche gewohnte Funktionalit\u00e4ten werden sich auch auf Fahrzeugen, Flugzeugen, Schiffen, kritischen Infrastrukturen etc. gew\u00fcnscht. Dabei entstehen Systeme, die unterschiedliche Safety Integrity Levels (SIL) ber\u00fccksichtigen m\u00fcssen. Sogenannte Mixed-Criticality-Systems (MCS) entstehen, wof\u00fcr herk\u00f6mmliche Betriebssysteme aus dem Konsumentenbereich eine Gef\u00e4hrdung sind. Funktionale Sicherheit, softwarebasierte Innovation und User\/Developer-Experience sollten kein Widerspruch sein!<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Die Komplexit\u00e4tsfalle: Warum monolithische Systeme bei Software Defined X (SDX) scheitern<\/h2>\n<p>Die Komplexit\u00e4t von Software in Fahrzeugen, Luft- und Raumfahrt, Schiffen, Maschinen, Telekommunikation, Medizin und kritischen Infrastrukturen nimmt weiter drastisch zu. Ein Treiber dieser Entwicklung sind Anforderungen an die Unternehmen, softwaredefinierte Produkte (<a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/de\/trend\/software-defined-x.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Software Defined X Paradigma<\/a>) herzustellen, die <strong>App-Store<\/strong>-Funktionen, <strong>neue Features durch Software<\/strong> und <strong>kontinuierliche Software-Updates<\/strong> f\u00fcr einen verl\u00e4ngerten <strong>Produktlebenszyklus<\/strong> vorsehen. Um diese Anforderungen zu erf\u00fcllen, sind betriebssystemartige Funktionen notwendig. Doch gerade in sicherheitskritischen und zulassungspflichtigen Produkten \u00fcbersteigt die Komplexit\u00e4t von herk\u00f6mmlichen Betriebssystemen (z.B. Linux Ubuntu mit gesch\u00e4tzten 50 Mio. Zeilen an Code) den grunds\u00e4tzlichen <strong>Zulassungsprozess <\/strong>(Zertifizierung einer Codezeile dauert gesch\u00e4tzt ca 3 Stunden) sowie <strong>Sicherheitsgarantien<\/strong> in Safety (z.B. Determinismus) und <strong>Security<\/strong> (robust gg\u00fc. Hacker-Angriffen). Au\u00dferdem ist eine Fehlfunktion von Produkten in den zuvor genannten Bereichen kritisch und somit ein beliebtes Ziel von b\u00f6sartigen Akteuren (vgl. <a href=\"https:\/\/www.securityweek.com\/chinas-salt-typhoon-hacked-critical-infrastructure-globally-for-years\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Salt Typhoon Hacker-Gruppe mit Fokus auf krit. Infrastruktur<\/a>). Nicht au\u00dfer Acht zu lassen ist zudem auch menschliches Versagen in der Entwicklung und Pflege der Software-Updates. Diese Systeme bauen auf einer monolithischen Architektur auf, welche zu <strong>Schwierigkeiten<\/strong> bei sich <strong>schnell \u00e4ndernden Anforderungen <\/strong>f\u00fchrt. Denn bei kleinen Anpassungen muss das gesamte Betriebssystem aktualisiert werden, mit oft <strong>un\u00fcberschaubaren Auswirkungen<\/strong>. Durch diese <strong>Fehleranf\u00e4lligkeit<\/strong> werden die Effizienz und Flexibilit\u00e4t von softwaredefinierten L\u00f6sungen behindert. Um in Deutschland und <strong>Europa<\/strong> weiterhin<strong> zukunftsf\u00e4hige Produkte und Systeme <\/strong>herzustellen, ben\u00f6tigt es einen Paradigmenwechsel.<\/p>\n<figure id=\"attachment_14919\" aria-describedby=\"caption-attachment-14919\" style=\"width: 1261px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-14919 size-full\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/microkernel-blog-abbildung_RED2.png\" alt=\"Vergleich monolithischer Kernel vs. Mikrokernel Architektur Isolation\" width=\"1261\" height=\"772\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/microkernel-blog-abbildung_RED2.png 1261w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/microkernel-blog-abbildung_RED2-400x245.png 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/microkernel-blog-abbildung_RED2-698x427.png 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/microkernel-blog-abbildung_RED2-768x470.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1261px) 100vw, 1261px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-14919\" class=\"wp-caption-text\">Im Vergleich: monolithische und microkernelbasierte Architekturen. Die Isolation (gelb) einzelner Funktionalit\u00e4ten resultiert nicht nur in Cybersicherheit, sondern auch in Modularit\u00e4t. Durch das Auslagern von Funktionalit\u00e4ten schrumpft die Codegr\u00f6\u00dfe des Kernels extrem und zeigt auch gleichzeitig auf, welche Funktionalit\u00e4ten in den H\u00e4nden des Users liegen.<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Die Microkernel-L\u00f6sung: Safety, Security und Performance gew\u00e4hrleisten<\/h2>\n<p>Microkernels k\u00f6nnen hierbei das entsprechende Fundament sein, um innovative und softwaredefinierte Vorhaben unter Garantie von Safety, Security und Performance zu realisieren.<\/p>\n<p>Die <strong>3 Vorteile von Microkernel-Architekturen f\u00fcr die Industrie<\/strong>\u00a0sind der Schl\u00fcssel, um Systeme und Produkte mit den zuvor genannten Anforderungen zu realisieren.<\/p>\n<h3>1. Modulare Architektur und Baukastenprinzip f\u00fcr schnellere Zertifizierung<\/h3>\n<ul>\n<li>Durch den Minimalismus des Microkernels werden Software- und Hardwareentwicklern <strong>Flexibilit\u00e4t<\/strong> und <strong>Anpassbarkeit<\/strong> gew\u00e4hrleistet. Es besteht ein geringerer Anteil an Abh\u00e4ngigkeiten im Kernel selbst, da einige Komponenten ohnehin an das Entwicklungsteam ausgelagert werden. Hierbei kann das Entwicklungsteam ein individuelles und feinteiliges Systemdesign implementieren, ohne Einschr\u00e4nkungen in Kauf nehmen zu m\u00fcssen. Dabei k\u00f6nnen Komponenten auch wiederverwendbar und portabel entwickelt werden, um nach einem <strong>Baukastenprinzip<\/strong> k\u00fcnftige Systeme zu entwickeln und dabei (Entwicklungs-)Kosten zu sparen.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Warum ist dies <strong>wichtig f\u00fcr softwaredefinierte Vorhaben<\/strong>?\n<ul>\n<li><strong>Schnellere Zertifizierung <\/strong>ist durch Modularit\u00e4t<strong> effizienter <\/strong>zu erreichen, da die Software in \u00fcberschaubarem Umfang gepr\u00fcft wird. Allen voran ist durch den \u00fcberschaubaren Umfang ein <strong>deterministisches Verhalten<\/strong> der Software \u00fcberpr\u00fcfbar, im Gegensatz zu monolithischen Systemen (siehe hier den Vergleich der Lines of Code, Abbildung unten). Einmal gepr\u00fcft, ist unter Umst\u00e4nden durch die Modularit\u00e4t sogar im neuen Zielsystem keine Re-Zertifizierung der Komponente mehr n\u00f6tig.<\/li>\n<li><strong>Softwarebasierte Innovation <\/strong>kann einfacher und schneller entstehen, da die neue M\u00f6glichkeit der <strong>Kombination<\/strong> und <strong>Erweiterung<\/strong> einzelner Komponenten besteht.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>2. Starke Isolation f\u00fcr Stabilit\u00e4t, Cybersecurity und App-Store-Funktionen<\/h3>\n<ul>\n<li>Ein entscheidender Vorteil, der durch die modulare Architektur gegeben ist, ist die starke Isolation von Komponenten (Dateisystem, Treiber\u2026) im User-Space. Dadurch entstehen <strong>Stabilit\u00e4t<\/strong> und <strong>Sicherheit<\/strong>. Stabilit\u00e4t durch Isolation kann gew\u00e4hrleistet werden, da sich bei fehlerhaftem Verhalten die Komponenten nicht das gesamte System beeintr\u00e4chtigen. Dadurch wird auch die <strong>Cybersecurity<\/strong> durch Isolation erh\u00f6ht, da b\u00f6sartige Komponenten nicht automatisch (ohne weitere Konfiguration) Sicherheitsl\u00fccken ausnutzen k\u00f6nnen. Einen entscheidenden Beitrag leistet hierzu auch die \u00fcberschaubare \u00bbTrusted Computing Base\u00ab<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Warum ist dies <strong>wichtig f\u00fcr softwaredefinierte Vorhaben<\/strong>?\n<ul>\n<li><strong>App<\/strong>&#8211;<strong>Stores<\/strong> stellen \u00bb<strong>untrusted 3rd party<\/strong>\u00ab-Software dar und k\u00f6nnten potenziell Schadcode enthalten, weshalb erh\u00f6hte Sicherheitsma\u00dfnahmen notwendig sind, derartige Software auf eigenen Produkten auszuf\u00fchren.<\/li>\n<li><strong>Updatef\u00e4higkeit<\/strong> stellt gleichzeitig ein Risiko dar, denn neuartige Software kann auf unerwartete Weise Bestandssoftware beeinflussen und zu unerw\u00fcnschtem oder gar sicherheitskritischem Verhalten f\u00fchren. Insofern muss solch fehlerhaftes Beeinflussen einged\u00e4mmt werden \u2013 z.B. mit automatischer Isolation.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>3. Effiziente Wartbarkeit: L\u00e4ngerer Produktlebenszyklus durch feingranulare Updates<\/h3>\n<ul>\n<li>Durch die feingranulare Systemstruktur, die sich durch einen Microkernel ergibt, sind Updateprozesse in puncto <strong>Dauer und Risiko <\/strong><strong>effizienter<\/strong> m\u00f6glich.<\/li>\n<li>Ein monolithisches Betriebssystem ist \u00e4u\u00dferst risikoreich zu aktualisieren, da eine Vielzahl von Kernel-Abh\u00e4ngigkeiten und User-Space-Abh\u00e4ngigkeiten beeintr\u00e4chtigt sind. Auch die Gr\u00f6\u00dfe des Updates ist bei einem Microkernel erheblich niedriger, da nur die gew\u00fcnschte Komponente verarbeitet werden muss.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Warum ist dies<strong> wichtig f\u00fcr softwaredefinierte Vorhaben<\/strong>?\n<ul>\n<li>Ein verl\u00e4ngerte <strong>Produktlebenszyklus<\/strong> ist ein zentrales Versprechen und so ist die gezieltere Wartbarkeit insbesondere relevant bei <strong>ressourcenbeschr\u00e4nkten Endger\u00e4ten<\/strong> und <strong>niedriger<\/strong> oder eingeschr\u00e4nkter <strong>Bandbreite zur \u00dcbertragung.<\/strong><\/li>\n<li>Aus Aspekten der <strong>Cybersecurity<\/strong> ist eine fortlaufende Wartung immer f\u00f6rderlich, um fortlaufend geh\u00e4rtete Systeme ohne Ausfallzeiten im Betrieb zu haben.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"info-box\">\n<h2><u>Micro<\/u>service vs. <u>Micro<\/u>kernel: Trends in der Systemsoftware<\/h2>\n<p>Ziemlich zu Beginn der 2010er Jahre pr\u00e4gte das Konzept der Microservices das gesamte IT-Umfeld. Hierbei traf Cloud-Computing und DevOps auf die Notwendigkeit gro\u00dfe monolithischer Anwendungen auf Informationssystemen flexibler, wartbarer und skalierbarer zu gestalten. Abstrakt betrachtet also genau das gleiche Prinzip wie bei den Microkernels \u2013 nur nat\u00fcrlich hardwarenah (low-level), w\u00e4hrend Microservices eher auf der oberen Schicht des OSI-Layers angesiedelt sind. Dennoch ist gesamtheitlich ein Trend zu beobachten, dass die Dom\u00e4ne der eingebetteten Systeme und die Dom\u00e4ne der Informationssysteme sich gegenseitig mit fortlaufender Zeit immer mehr angleichen.<\/p>\n<\/div>\n<figure id=\"attachment_14918\" aria-describedby=\"caption-attachment-14918\" style=\"width: 1895px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-14918 size-full\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/line-of-code.png\" alt=\"\" width=\"1895\" height=\"1141\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/line-of-code.png 1895w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/line-of-code-400x241.png 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/line-of-code-698x420.png 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/line-of-code-768x462.png 768w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/line-of-code-1536x925.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1895px) 100vw, 1895px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-14918\" class=\"wp-caption-text\">Ein Vergleich in der Anzahl der Programmierzeilen (Lines of Code) bekannter Softwareprodukte und Systeme. Hierbei wird deutlich, wie klein Microkernel-Architekturen tats\u00e4chlich sind. Beispielsweise ist ein monolithischer Linux-Kernel ungef\u00e4hr 700-mal so gro\u00df. Selbstverst\u00e4ndlich bringt dieser mehr Funktionalit\u00e4ten mit, wovon die meisten allerdings selten ben\u00f6tigt werden.<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Microkernel aus der Forschung in die Anwendung skalieren<\/h2>\n<figure id=\"attachment_14923\" aria-describedby=\"caption-attachment-14923\" style=\"width: 1121px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-14923 size-full\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/microkernel-blog-history-export.png\" alt=\"Grafische Darstellung der Entstehungsgeschichte verschiedener Microkernel 1985 bis 2020\" width=\"1121\" height=\"1083\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/microkernel-blog-history-export.png 1121w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/microkernel-blog-history-export-400x386.png 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/microkernel-blog-history-export-698x674.png 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/microkernel-blog-history-export-768x742.png 768w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/microkernel-blog-history-export-32x32.png 32w\" sizes=\"auto, (max-width: 1121px) 100vw, 1121px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-14923\" class=\"wp-caption-text\">Ein \u00dcberblick zur Entstehungsgeschichte verschiedener Microkernel. Auff\u00e4llig ist die Auswirkung des L4-Microkernels des Informatikers Jochen Liedke, worauf sich einige Microkernel heute noch berufen, puncto API- oder Codevererbung.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Konzept Microkernel ist mindestens so alt wie die ersten Computer und war zun\u00e4chst viel mehr Theorie als Praxis. Mitte der 1980er Jahre wurden mit MINIX oder MACH (Grundlage f\u00fcr Apple XNU, folglich z.B. von Apple iOS, watchOS, iPadOS, tvOS) historische Meilensteine in der Microkernel-Entwicklung gelegt. Besonders wegweisend waren auch die Arbeiten des deutschen Informatikers Jochen Liedtke, der die heutige Kategorie der L4-Microkernels pr\u00e4gte.<\/p>\n<p>Microkernels geben Entwickler:innen gro\u00dfe Freir\u00e4ume in der Systemgestaltung. Um die Freir\u00e4ume zu nutzen und die Vorteile von Microkernels ausspielen zu k\u00f6nnen, bedarf es Expertise und Schulung. Das Fraunhofer IESE steht Ihnen zur Seite bei der Evaluierung des Einsatzes von Microkernels in Ihrem Vorhaben, sowie bei der neutralen\u00a0 Technologieauswahl von Microkernels.<\/p>\n<p>Bekannte Microkernel, die ihr Potenzial in der Industrie auf Millionen Systemen bewiesen haben, sind z.B.:<\/p>\n<ul>\n<li>QNX (Blackberry, kommerziell)<\/li>\n<li>seL4 (einzig formal verifizierter Microkernel, Open Source)<\/li>\n<li>PikeOS (SYSGO, kommerziell)<\/li>\n<li>L4Re (Kernkonzept, kommerziell und Open Source)<\/li>\n<li>Und viele weitere Unter- und hybride Gruppierungen<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Microkernels als Fundament f\u00fcr softwaredefinierte Systeme<\/h2>\n<p>Der Reifegrad von Microkernels und die Anforderungen aus der Wirtschaft bez\u00fcglich <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/de\/trend\/software-defined-x.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Software Defined X<\/a> treffen nun aufeinander. Microkernels haben in all den Jahren die Mehrwerte auf Millionen von Systemen unter Beweis gestellt. Sei es im Bereich von Automobil, Industrie 4.0, Medizin\/Pharma, Luftfahrt, Raumfahrt, Schifffahrt, Verteidigung, kritischen Infrastrukturen oder Telekommunikation. Bislang arbeiteten Microkernels aber oft in Spezialvorhaben der einzelnen Industrien. Doch an den Anforderungen heutiger Produkte (Updatef\u00e4higkeit, App-Store, Safety- und Security-Zertifizierung) sto\u00dfen traditionelle Software-Engineering-Prozesse an ihre Grenze. Microkernels erscheinen hierbei als ein \u00e4u\u00dferst effizienter Ansatz, um betriebssystemartige Funktionen sicher und wartbar zu realisieren.<\/p>\n<div class=\"info-box\">\n<p>Planen Sie den Umstieg auf eine modulare Systemarchitektur? Gerne helfen wir Ihnen weiter, <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/de\/trend\/software-defined-x.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Software Defined X<\/a> mit Hilfe von Microkernels f\u00fcr Ihr Unternehmen zu evaluieren. <a href=\"mailto:anfrage@iese.fraunhofer.de; nils.brand@iese.fraunhofer.de\">Kontaktieren Sie uns!<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Komplexit\u00e4t monolithischer Betriebssysteme ist in sicherheitskritischen Systemen und Infrastrukturen ein kritisches Zulassungsrisiko. Angesichts zehntausender Codezeilen sto\u00dfen herk\u00f6mmliche Ans\u00e4tze bei der Zertifizierung und Cybersecurity an ihre Grenzen. 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