{"id":10770,"date":"2023-09-25T08:25:53","date_gmt":"2023-09-25T06:25:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/?p=10770"},"modified":"2025-09-30T10:59:06","modified_gmt":"2025-09-30T08:59:06","slug":"digitale-gesundheitsanwendungen-zwischenfazit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/digitale-gesundheitsanwendungen-zwischenfazit\/","title":{"rendered":"Digitale Gesundheitsanwendungen (kurz: DiGA) \u2013 ein Zwischenfazit"},"content":{"rendered":"<p class=\"lead\">Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) werden einerseits als Probleml\u00f6sungen wahrgenommen, die den knappen Ressourcen in der Gesundheitsversorgung entgegenwirken, den Patient*innen zu einer aktiveren sowie selbstbestimmten Rolle bei der Gestaltung des individuellen Behandlungsprozesses verhelfen und zu einer personalisierten, pr\u00e4ventiven und pr\u00e4diktiven Versorgung f\u00fchren [1]. Andererseits werden DiGA vom GKV-Spitzenverband aufgrund hoher Kosten und fraglichen Nutzens scharf kritisiert. Wer hat nun Recht und was sind DiGA \u00fcberhaupt? Diese Fragen und wie DiGA bei ihren Nutzer*innen ankommen, wollen wir uns in diesem <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/\">Fraunhofer IESE<\/a>-Blogartikel genauer anschauen.<\/p>\n<p><em>Hinweis: Dieser Artikel wurde Anfang 2024 aktualisiert.<\/em><\/p>\n<h2><strong>Was sind Digitale Gesundheitsanwendungen?<\/strong><\/h2>\n<p>Am 25. September 2020 wurde die erste Digitale Gesundheitsanwendung (kurz DiGA) in das Verzeichnis des Bundesinstituts f\u00fcr Medizinprodukte und Arzneimittel (kurz BfArM) aufgenommen [2]. Hier geht es um Apps, die z.B. auf dem Smartphone oder Tablet genutzt werden k\u00f6nnen, aber auch um webbasierte Anwendungen. Sie dienen vorwiegend der Unterst\u00fctzung, Erkennung, \u00dcberwachung, Behandlung oder Linderung von Krankheiten. DiGA z\u00e4hlen zu den Medizinprodukten niedriger Risikoklassen (also den Klassen I oder IIa). DiGA der Risikoklasse IIb sollen laut Referentenentwurf des Digital-Gesetzes des Bundesgesundheitsministeriums k\u00fcnftig auch m\u00f6glich sein. Sie werden entweder von \u00c4rzt*innen, Psychotherapeut*innen oder direkt \u00fcber die Krankenkasse verordnet. Die Kosten f\u00fcr eine DiGA werden durch die gesetzlichen Krankenkassen getragen.<\/p>\n<p>Im August 2023 waren 54 DiGA im Verzeichnis des BfArM gelistet (Im Februar 2024 waren es 62). Davon sind 23 dauerhaft aufgenommen, 25 lediglich vorl\u00e4ufig gelistet und 6 bereits aus dem Verzeichnis gestrichen worden. Die 48 verf\u00fcgbaren DiGA wurden von insgesamt 31 verschiedenen Herstellern entwickelt. Dabei reichen die Hersteller von Start-ups bis hin zu Gro\u00dfunternehmen, wodurch das durchschnittliche Alter der Firmen bei rund 6 Jahren (Medianwert, Stand August 2023) liegt. Circa ein Sechstel der Unternehmen bieten mehr als eine DiGA an.<\/p>\n<figure id=\"attachment_10775\" aria-describedby=\"caption-attachment-10775\" style=\"width: 629px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-10775\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Uebersicht_DiGAs_Deutschland-400x157.png\" alt=\"\u00dcbersicht Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) in Deutschland\" width=\"629\" height=\"247\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Uebersicht_DiGAs_Deutschland-400x157.png 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Uebersicht_DiGAs_Deutschland-698x273.png 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Uebersicht_DiGAs_Deutschland.png 748w\" sizes=\"auto, (max-width: 629px) 100vw, 629px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10775\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 1: \u00dcbersicht \u00fcber den Status im DiGA-Verzeichnis, die Herstellerpreise und die Anwendungsarten der Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) in Deutschland. (Stand 2023)<\/figcaption><\/figure>\n<h2><strong>DiGA-Report: Bilanz der GKV und des Herstellerverbands<\/strong><\/h2>\n<p>In seiner Anfang 2023 erschienenen Pressemitteilung und dem dazugeh\u00f6rigen DiGA-Bericht \u00fcber die Inanspruchnahme und Entwicklung der Versorgung mit Digitalen Gesundheitsanwendungen von 2022 [3] \u00fcbt der GKV-Spitzenverband scharfe Kritik an den DiGA. So wird beanstandet, dass \u00fcber die H\u00e4lfte der DiGA lediglich zur Erprobung aufgenommen sei und somit den Patient*innen ohne nachgewiesenen positiven Versorgungseffekt angeboten w\u00fcrden. Dennoch finanzieren die gesetzlichen Krankenversicherungen die vorl\u00e4ufig aufgenommenen DiGA.<\/p>\n<p>Weiterhin kritisiert der GKV-Spitzenverband die hohen Kosten f\u00fcr eine DiGA. Der durchschnittliche Herstellerpreis liegt bei circa 470 \u20ac (i.d.R. pro Quartal; Mittelwert, Stand August 2023). W\u00e4hrend der Durchschnittspreis f\u00fcr die dauerhaft gelisteten DiGA rund 322 \u20ac (Mittelwert, Stand August 2023) betr\u00e4gt, kosten die tempor\u00e4r aufgenommenen DiGA circa 619 \u20ac (Mittelwert, Stand August 2023). Obwohl letztere noch keinen Nachweis f\u00fcr einen positiven Versorgungseffekt haben, sind sie deutlich teurer als die DiGA mit best\u00e4tigter Wirkung. Der Grund hierf\u00fcr liegt in der Preisfreiheit w\u00e4hrend des ersten Jahres. Hier k\u00f6nnen die DiGA-Hersteller selbst den Preis f\u00fcr ihre Anwendung festlegen.<\/p>\n<p>Laut dem GKV-Spitzenverband gibt es bereits seit Oktober 2022 geltende H\u00f6chstbetr\u00e4ge, die das sehr hohe Preisniveau allerdings nicht nennenswert begrenzen. Daher fordert der GKV-Spitzenverband, dass die Preise bereits ab dem ersten Tag zwischen der GKV und den Herstellern verhandelt werden sollten. Dieses Verfahren wird beispielsweise f\u00fcr die digitalen Pflegeanwendungen (DiPA) angewendet, welche nur mit best\u00e4tigtem medizinischem Nutzen verordnet werden und \u00fcber eine Erstattungsobergrenze von 150 \u20ac pro Quartal verf\u00fcgen. Die derzeit teuersten DiGA sind die vorl\u00e4ufig aufgenommenen Anwendungen levidex (mit 2077,40 \u20ac) f\u00fcr Patient*innen mit Multipler Sklerose und optimune f\u00fcr Patient*innen mit Brustkrebs (mit 952,00 \u20ac f\u00fcr 90 Tage).<\/p>\n<p>Im dritten GKV-Bericht vom September 2023 [7] wird erneut darauf hingewiesen, dass es bei der Mehrzahl der DiGA nicht gelingt, einen positiven Versorgungseffekt nachzuweisen. Zwar k\u00e4men DiGA langsam in der Versorgung an \u2013 im Berichtszeitraum vom 01. Sept. 2020 bis 30. Sept. 2023 wurden 374.000 DiGA in Anspruch genommen und die Ausgaben der GKV lagen bei rund 113 Mio. Euro, womit sich die Ausgaben und Inanspruchnahmen im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt haben \u2013, jedoch falle die Bilanz insgesamt ern\u00fcchternd aus. Die GKV betont einerseits die internationale Vorreiterrolle Deutschlands bei den digitalen Gesundheitsanwendungen und ihre Relevanz f\u00fcr die digitale Gesundheitsversorgung. Andererseits m\u00fcssten die Rahmenbedingungen angepasst werden, um Probleme wie wirtschaftliche Faktoren, die fehlende Integration in bestehende Versorgungspfade sowie die mangelnde Gew\u00e4hrleistung des Nutzens f\u00fcr die Patient*innen zu adressieren.<\/p>\n<p>Laut Bericht sind die Aufnahmepreise steigend (Erh\u00f6hung von durchschnittlich 407 \u20ac im ersten Berichtsjahr auf aktuell 593 \u20ac). Bez\u00fcglich der Wirtschaftlichkeit kritisiert der GKV-Spitzenverband neben der bereits erw\u00e4hnten unregulierten Preisfestlegung im Erprobungsjahr ein erhebliches finanzielles Risiko, welches sich aus R\u00fcckzahlungsanspr\u00fcchen gegen\u00fcber Herstellern und damit verbundenen Liquidit\u00e4tsproblemen und Insolvenzen ergibt. Der GKV-Spitzenverband schl\u00e4gt u.a. einen Testzeitraum f\u00fcr die Nutzung von DiGA sowie verbindliche Regelungen zu einer ab dem 13. Monat g\u00fcltigen Preisgrenze oder einer verpflichtenden R\u00fccklagenbildung durch die Hersteller vor. Au\u00dferdem sei es erforderlich, eine hohe Qualit\u00e4t des Angebots und den damit verbundenen Nutzen zu gew\u00e4hrleisten. F\u00fcr die DiGA-Zulassung wurde ein eigenes Verfahren eingef\u00fchrt und folglich seien die Anforderungen und Zulassungsh\u00fcrden niedriger als sonst z.B. bei Arzneimitteln \u00fcblich. Dies habe Auswirkungen auf die Akzeptanz und das Vertrauen in die Wirksamkeit seitens der Patient*innen aber auch der \u00c4rzt*innen, die DiGA nur selten verordnen. Daher fordert die GKV, dass nur DiGA mit nachgewiesenem medizinischem Nutzen aufgenommen werden sollten.<\/p>\n<p>Im Vergleich zur Bilanz der GKV in ihrem DiGA-Bericht pr\u00e4sentiert der Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung e.V. (SVDGV) eine positivere Bilanz [8]. Gem\u00e4\u00df dem Bericht der SVDGV verzeichne der DiGA-Markt ein kontinuierliches und nachhaltiges Wachstum. Denn seit der Zulassung der ersten DiGA steige sowohl die Anzahl der verf\u00fcgbaren DiGA auf dem Markt als auch die Zahl der \u00e4rztlichen Verordnungen. Dieses Wachstum hat positive Auswirkungen auf Besch\u00e4ftigung, Investitionen, Forschung und Entwicklung. Ein deutlicher Unterschied zum GKV-Bericht besteht darin, dass der DiGA-Bericht des SVDGV das Erprobungsjahr als wichtigen Aspekt hervorhebt. Ohne das Erprobungsjahr w\u00e4re der DiGA-Markt laut SVDGV wahrscheinlich auf nur etwa 10 Anwendungen beschr\u00e4nkt geblieben, die direkt eine dauerhafte Listung erhalten h\u00e4tten. Dies w\u00fcrde bedeuten, dass zahlreiche Krankheitsbilder, einschlie\u00dflich solcher mit hoher Pr\u00e4valenz, keine digitalen Versorgungsm\u00f6glichkeiten im System der gesetzlichen Krankenkassen h\u00e4tten. Des Weiteren wird hervorgehoben, dass alle bisher aufgenommenen DiGA, sowohl vorl\u00e4ufig als auch dauerhaft gelistete Anwendungen, randomisierte-kontrollierte klinische Studien durgef\u00fchrt haben, um positive Versorgungseffekte nachzuweisen. Der Bericht des SVDGV identifiziert jedoch auch verschiedene Bereiche mit Potenzial f\u00fcr Prozessverbesserungen im Zusammenhang mit DiGA. Beispielsweise wird angef\u00fchrt, dass DiGA als neuartige Versorgungsform noch nicht ausreichend bekannt seien, weder bei Patient*innen noch bei \u00c4rzt*innen und Psychotherapeut*innen. Dieses mangelnde Wissen und Bewusstsein habe zur Folge, dass DiGA seltener verordnet und genutzt werden. Eine verbesserte Aufkl\u00e4rung und Bekanntheit sei von gro\u00dfer Bedeutung, um das volle Potenzial der digitalen Gesundheitsanwendungen auszusch\u00f6pfen und eine optimale Versorgung zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<h2><strong>Digitale Gesundheitsanwendungen: <\/strong><strong>Akzeptanz <\/strong><strong>bei den Nutzer*innen<\/strong><\/h2>\n<p>Um die hohen Kosten zu rechtfertigen, sollte die Zufriedenheit der Nutzer*innen mit den Gesundheitsanwendungen ebenso hoch sein. Dazu haben wir die Reviews im Apple App Store f\u00fcr dauerhaft angenommene DiGA, vorl\u00e4ufig aufgenommene DiGA und die jeweils Top-100 (nach Beliebtheit \u2013 nicht Bewertung) kostenpflichtigen sowie kostenfreien Apps im medizinischen Bereich verglichen. Wir haben zuerst die durchschnittliche Sternebewertung je nach Kategorie betrachtet. F\u00fcr die dauerhaft angenommenen DiGA ergibt sich eine durchschnittliche Sternebewertung von 3,68\/5, f\u00fcr die tempor\u00e4r angenommenen DiGA liegt die Bewertung sogar nur bei 3,50\/5.* W\u00e4hrenddessen liegt der Schnitt f\u00fcr die Top-100-Applikationen bei 4,10\/5 Sternen. Daher besteht ein substanzieller Unterschied zwischen den beliebtesten Apps im App Store und den DiGA.<\/p>\n<p>Doch woran liegt dieser Unterschied? Verfahren des Maschinellen Lernens und insbesondere der Verarbeitung nat\u00fcrlicher Sprache (Natural Language Processing \u2013 NLP) k\u00f6nnen bei der Beantwortung dieser Frage automatisierte Unterst\u00fctzung bieten. Die Herausforderungen und Potenziale von K\u00fcnstlicher Intelligenz in der Medizin k\u00f6nnen <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/ki-in-der-medizin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> nachgelesen werden.<\/p>\n<h3><strong>Untersuchung der Akzeptanz mithilfe des BERT-Modells<\/strong><\/h3>\n<p>Ein Verfahren des NLP ist die sogenannte \u00bbSentiment Analysis\u00ab, die die positive, negative und neutrale Stimmung eines Textes bemisst. Ein Vorteil gegen\u00fcber der Sternebewertung ist die M\u00f6glichkeit einer differenzierteren Einteilung der Bewertungen in besonders gut bzw. schlecht. Dazu haben wir eine f\u00fcr die deutsche Sprache angepasste Version des BERT-Modells [4] verwendet. Das BERT-Modell ist bekannt f\u00fcr gro\u00dfe Fortschritte in der nat\u00fcrlichen Sprachverarbeitung und war eines der modernsten Modelle vor dem Release von GPT-3, das durch ChatGPT mediale Aufmerksamkeit erfahren hat. Das BERT-Modell ist in der Lage, aus Texten eine Folge von numerischen Daten zu extrahieren, die die Bedeutung des Textes zusammenfassen (sogenannte \u00bbEmbeddings\u00ab). Diese Daten werden dann dazu verwendet, ein Modell zu trainieren, das die Stimmung des Textes vorhersagt.<\/p>\n<p>Der Trend setzt sich auch hier fort: W\u00e4hrend die durchschnittliche vorhergesagte Positivit\u00e4t bei den Top-100 Apps bei 0,63 liegt, sind die Werte f\u00fcr (tempor\u00e4r) akzeptierte DiGA mit 0,61 und 0,60 leicht niedriger. Doch welche Aspekte f\u00fchren dazu, dass Nutzer*innen die Apps unterschiedlich bewerten?<\/p>\n<h3><strong>Untersuchung der Kommentare im Apple App Store<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Hierzu haben wir f\u00fcr die DiGA und die Top-100-Apps die 50 besten sowie schlechtesten Bewertungen nach Stimmung pro App betrachtet und aus diesen jeweils eine Word Cloud erstellt (siehe Abbildung 2).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table class=\" aligncenter\" style=\"height: 672px;\" width=\"607\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"604\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10783\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Beste_Bewertungen_DiGAs-400x200.png\" alt=\"Wordcloud zu den besten Bewertungen der Digitalen Gesundheitsanwendungen, DiGA Report\" width=\"598\" height=\"299\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Beste_Bewertungen_DiGAs-400x200.png 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Beste_Bewertungen_DiGAs-698x349.png 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Beste_Bewertungen_DiGAs-768x384.png 768w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Beste_Bewertungen_DiGAs-748x375.png 748w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Beste_Bewertungen_DiGAs.png 1350w\" sizes=\"auto, (max-width: 598px) 100vw, 598px\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"604\">\n<p><figure id=\"attachment_10782\" aria-describedby=\"caption-attachment-10782\" style=\"width: 598px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-10782\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Beste_Bewertungen_Top100-400x200.png\" alt=\"Wordcloud zu den besten Bewertungen der Top 100 Gesundheitsapps\" width=\"598\" height=\"299\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Beste_Bewertungen_Top100-400x200.png 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Beste_Bewertungen_Top100-698x349.png 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Beste_Bewertungen_Top100-768x384.png 768w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Beste_Bewertungen_Top100-748x375.png 748w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Beste_Bewertungen_Top100.png 1344w\" sizes=\"auto, (max-width: 598px) 100vw, 598px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10782\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 2: Beste Bewertungen der Digitalen Gesundheitsanwendungen (oben) und der Top-100 Apps (unten).<\/figcaption><\/figure><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei den DiGA mit den besten Bewertungen finden besonders h\u00e4ufig die einfache Bedienung, die M\u00f6glichkeit der Interaktion (Fragen stellen, Antworten erhalten, Beratung, Chat) und das Informationsangebot Erw\u00e4hnung. Au\u00dferdem scheinen diese Apps sich h\u00e4ufig mit den Themen Ern\u00e4hrung oder Bewegung auseinanderzusetzen. Auch f\u00fcr die Top-100 Apps ist die Bedienung ein wichtiger Aspekt, doch insgesamt wird hier h\u00e4ufiger der Kundenservice angesprochen.<\/p>\n<p>Um Verbesserungspotenziale und Kritikpunkte zu identifizieren, betrachten wir in Abbildung 3 die 50 schlechtesten Bewertungen pro Kategorie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table class=\" aligncenter\" style=\"height: 672px;\" width=\"607\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"604\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10784\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Schlechteste_Bewertungen_DiGAs-400x200.png\" alt=\"Wordcloud zu den schlechtesten Bewertungen der Digitalen Gesundheitsanwendungen, DiGa Report\" width=\"600\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Schlechteste_Bewertungen_DiGAs-400x200.png 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Schlechteste_Bewertungen_DiGAs-698x349.png 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Schlechteste_Bewertungen_DiGAs-768x384.png 768w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Schlechteste_Bewertungen_DiGAs-748x375.png 748w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Schlechteste_Bewertungen_DiGAs.png 1363w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"604\">\n<p><figure id=\"attachment_10781\" aria-describedby=\"caption-attachment-10781\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-10781\" src=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Schlechteste_Bewertungen_Top100-400x200.png\" alt=\"Wordcloud zu den schlechtesten Bewertungen der Top 100 Gesundheitsapps\" width=\"600\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Schlechteste_Bewertungen_Top100-400x200.png 400w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Schlechteste_Bewertungen_Top100-698x349.png 698w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Schlechteste_Bewertungen_Top100-768x384.png 768w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Schlechteste_Bewertungen_Top100-748x375.png 748w, https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Schlechteste_Bewertungen_Top100.png 1354w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10781\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 3: Schlechteste Bewertungen der Digitalen Gesundheitsanwendungen (oben) und der Top-100 Apps (unten).<\/figcaption><\/figure><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Thema bei DiGA ist gem\u00e4\u00df den Bewertungen die Abrechnung \u00fcber die Krankenkasse, insbesondere in Bezug auf die privaten Kassen. Diese scheint h\u00e4ufig nicht problemfrei abzulaufen. Weiterhin adressieren die Kommentare einige Aspekte der Nutzerfreundlichkeit: nicht versendete Freischaltcodes, die st\u00e4ndige Eingabe eines Passworts oder Probleme mit der Testversion. Die Wichtigkeit der Nutzererfahrung (User Experience) im Gesundheitswesen wurde von unseren Kolleg*innen bereits in einem anderen <a href=\"https:\/\/www.iese.fraunhofer.de\/blog\/mensch-computer-interaktion-im-gesundheitswesen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blogbeitrag<\/a> unterstrichen. Zuletzt wird wiederholt erw\u00e4hnt, dass mehr m\u00f6glich sei und es bessere Apps gebe. Die schlechtesten Bewertungen der Top-100-Apps werfen den Herstellern Betrug vor und kritisieren Fehlfunktionen.<\/p>\n<p>Zu beachten ist, dass 19 der 47 zum Zeitpunkt der Analyse im Mai 2023 vorl\u00e4ufig und dauerhaft aufgenommenen DiGA lediglich Webanwendungen sind und so nicht in die Bewertung der Akzeptanz der Nutzer*innen einbezogen wurden.<\/p>\n<h3><strong>Zufriedenheit der Nutzer*innen laut dem \u00bbDiGA-Report 2022\u00ab der Techniker Krankenkasse<\/strong><\/h3>\n<p>Um die Zufriedenheit der Nutzer*innen mit DiGA zu bewerten, f\u00fchrte die Techniker Krankenkasse im Rahmen ihres \u00bbDiGA-Report 2022\u00ab eine Umfrage durch [6]. Dort stimmten rund 63 % der Befragten der Aussage zu, dass ihnen die DiGA (eher) hilft, ihre Beschwerden zu lindern. Weiterhin wurden die unzufriedenen Nutzer*innen nach den Gr\u00fcnden f\u00fcr ihren Unmut gefragt. Am h\u00e4ufigsten wurde ein ausgebliebender Mehrwert im Vergleich zu anderen Web- und App-Anwendungen (26,6 %), eine geringe Individualisierung und Ausrichtung auf die spezifischen Probleme der Nutzer*innen (24,5 %) und mangelnde Usability (16,3 %) als Ursachen genannt. Dies spiegelt sich auch in den von uns analysierten Meinungen aus dem App Store wider.<\/p>\n<h2><strong>Die Zukunft der Digitalen Gesundheitsanwendungen<\/strong><\/h2>\n<p>DiGA bieten die Chance, von zuhause aus aktiv an der eigenen Gesundheit zu arbeiten, Krankheiten besser zu verstehen und Symptome zu lindern. Um das Vertrauen der Nutzer*innen und die Bereitschaft zur Nutzung nicht zu verlieren, ist es wichtig, dass die Nutzer*innen \u00fcber den noch nicht nachgewiesenen medizinischen Nutzen bzw. die nicht belegte patientenrelevante Struktur- und Verfahrensverbesserung der vorl\u00e4ufigen DiGA aufgekl\u00e4rt werden. Ebenso sollte eine Anpassung des Preises an den Versorgungseffekt der DiGA erfolgen. Dies sieht auch der Entwurf f\u00fcr das neue Digital-Gesetz vor. In diesem plant das Bundesministerium f\u00fcr Gesundheit, die Preisgestaltung der DiGA st\u00e4rker an Erfolgskriterien zu binden. Die Ergebnisse der Erfolgsmessungen sollen fortlaufend im DiGA-Verzeichnis des BfArM ver\u00f6ffentlicht werden. Dar\u00fcber hinaus zeigen die Bewertungen aus dem App Store, dass der Zugang zu den DiGA m\u00f6glichst einfach erfolgen sollte. Weiterhin sollte die Nutzerfreundlichkeit die Patient*innen zur regelm\u00e4\u00dfigen Anwendung der DiGA animieren.<\/p>\n<h2><strong>Referenzen<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<p>[1] F\u00fcrstenau, D., Gersch, M., &amp; Schreiter, S. (2023). Digital Therapeutics (DTx). Business &amp; Information Systems Engineering, 65(3), 349-360. <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s12599-023-00804-z\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s12599-023-00804-z<\/a><br \/>\n[2] Bundesinstitut f\u00fcr Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). DiGA-Verzeichnis. <a href=\"https:\/\/diga.bfarm.de\/de\/verzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/diga.bfarm.de\/de\/verzeichnis<\/a>. Abgerufen am: 10.08.2023.<br \/>\n[3] GKV-Spitzenverband (2023). Digitale Gesundheitsanwendungen noch nicht in der Versorgung angekommen. <a href=\"https:\/\/www.gkv-spitzenverband.de\/gkv_spitzenverband\/presse\/pressemitteilungen_und_statements\/pressemitteilung_1556480.jsp\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.gkv-spitzenverband.de\/gkv_spitzenverband\/presse\/pressemitteilungen_und_statements\/ pressemitteilung_1556480.jsp<\/a>. Abgerufen am 07.02.2023.<br \/>\n[4] Oliver Guhr. German Sentiment Classification with Bert. <a href=\"https:\/\/huggingface.co\/oliverguhr\/german-sentiment-bert\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/huggingface.co\/oliverguhr\/german-sentiment-bert<\/a><br \/>\n[5] Uncovska, M., Freitag, B., Meister, S., &amp; Fehring, L. (2023). Rating analysis and BERTopic modeling of consumer versus regulated mHealth app reviews in Germany. NPJ Digital Medicine, 6(1), 115.<br \/>\n[6] Techniker Krankenkasse (2022).\u00a0 DiGA-Report 2022. <a href=\"https:\/\/www.tk.de\/resource\/blob\/2125136\/dd3d3dbafcfaef0984dcf8576b1d7713\/tk-diga-report-2022-data.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.tk.de\/resource\/blob\/2125136\/dd3d3dbafcfaef0984dcf8576b1d7713\/tk-diga-report-2022-data.pdf<\/a><br \/>\n[7] Bericht des GKV-Spitzenverbandes \u00fcber die Inanspruchnahme und Entwicklung der Versorgung mit Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA-Bericht), Berichtszeitraum: 01.09.2020\u201330.09.2023, <a href=\"https:\/\/www.gkv-spitzenverband.de\/media\/dokumente\/krankenversicherung_1\/telematik\/digitales\/2023_DiGA_Bericht_GKV-Spitzenverband.pdf\">2023_DiGA_Bericht_GKV-Spitzenverband.pdf<\/a><br \/>\n[8] Bericht des Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung e.V. \u00fcber die Marktentwicklung digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA-Report), 01. Oktober 2020 &#8211; 30. September 2023, <a href=\"https:\/\/digitalversorgt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/DiGA-Report-2023-SVDGV.pdf\">https:\/\/digitalversorgt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/DiGA-Report-2023-SVDGV.pdf<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">*<\/a> Seit dem ersten Entwurf des Blogartikels ist der Artikel \u00bbRating analysis and BERTopic modeling of consumer versus regulated mHealth app reviews in Germany\u00ab von Uncovska et al. (2023) erschienen [5]. Hier werden ebenfalls die Sternebewertungen sowie die Kommentare mithilfe des BERT-Modells betrachtet. Allerdings wird in der Arbeit bei der Analyse der Sternewertung nicht zwischen dauerhaft und vorl\u00e4ufig angenommenen DiGA unterschieden. Au\u00dferdem werden die DiGA nicht mit den Top-100 Gesundheitsapps verglichen, und die verwendeten Daten beziehen sich auf den Zeitraum bis August 2022. Die Daten der vorliegenden Auswertung ber\u00fccksichtigen den Zeitraum bis Mai 2023, wodurch sich unser Blogartikel unterscheidet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) werden einerseits als Probleml\u00f6sungen wahrgenommen, die den knappen Ressourcen in der Gesundheitsversorgung entgegenwirken, den Patient*innen zu einer aktiveren sowie selbstbestimmten Rolle bei der Gestaltung des individuellen Behandlungsprozesses verhelfen und zu einer personalisierten, pr\u00e4ventiven und pr\u00e4diktiven Versorgung f\u00fchren&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":145,"featured_media":10800,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[399],"tags":[77],"coauthors":[617,595,525,560],"class_list":["post-10770","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-digital-health","tag-user-experience"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.5 - 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