Veranstaltungen und Messen

Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE

3. Workshop zur Erhebung, Spezifikation und Analyse nichtfunktionaler Anforderungen in der Systementwicklung

Halbtägiger Workshop in Zusammenhang mit der SE Konferenz 2010, am 23. Februar 2010 in Paderborn

Inhalte & Ziele

Sowohl für eingebettete Systeme als auch für klassische interaktive Informationssysteme ist die Beachtung von nichtfunktionalen Anforderungen (auch häufig als Qualitätsanforderungen bezeichnet) essenziell für erfolgreiche Projekte und Produkte. Neben der reinen Funktionalität finden Qualitätsattribute wie Effizienz, Benutzungsfreundlichkeit, Sicherheit und Zuverlässigkeit in den verschiedensten Domänen mehr Beachtung. Das Vernachlässigen dieser Qualitäten führt häufig zu gescheiterten Projekten, geringer Produktqualität, verlängerter Time to Market und hohem Rework-Aufwand. Demgegenüber stellen erfolgreich umgesetzte Qualitätsanforderungen Differenzierungsmerkmale der Produkte gegenüber Wettbewerbern dar. Qualität entsteht aber in der Systementwicklung nicht durch Zufall; vielmehr muss sie von Beginn an mitbedacht werden, in Design und Implementierung durchgesetzt und schließlich durch entsprechende Tests sichergestellt werden. Die Bruchstelle, die man in der Praxis häufig in diesem Ablauf findet, ist bereits die initiale Definition der Qualität in der Anforderungsphase. Ohne eine hinreichend detaillierte Definition der Qualitätsanforderungen ist es nur schwer möglich sicherzustellen, dass die notwendige Qualität in den späteren Phasen erreicht wird. Die Spezifikation von Qualitätsanforderungen wird jedoch von vielen Ansätzen der Anforderungserfassung nicht oder nur unzureichend unterstützt. Dadurch werden zu abstrakte oder mitunter auch unangemessene Qualitätsanforderungen definiert. In der Praxis werden nichtfunktionale Anforderungen oftmals kaum oder nur ad hoc behandelt; eine systematische Erhebung konkreter und messbarer nichtfunktionaler Anforderungen ist oftmals nicht zu beobachten. Gründe dafür sind einerseits die Unsicherheit in der Handhabung (wie gehe ich Qualitätsanforderungen an) und ein vermeintlich hoher Aufwand, der dafür benötigt wird.

Ansätze und Methoden, welche in diesem Workshop präsentiert werden, können verschiedene Fragestellungen bzgl. nichtfunktionaler Anforderungen beleuchten, beispielsweise:

  • Wie stelle ich sicher, dass meine nichtfunktionalen Anforderungen messbar und testbar spezifiziert sind?
  • Wie stelle ich fest, welche Qualitäten für meine Systementwicklung relevant sind (Priorisierung der Qualitätsattribute)?
  • Wie können nichtfunktionale Anforderungen effizient erhoben werden? Wer sind die jeweiligen Stakeholder, die befragt werden müssen?
  • Welche Rolle spielen Standards?
  • Wie spielen nichtfunktionale Anforderungen mit der Architektur und Qualitätssicherung zusammen?
  • Wie kann ich Erfahrung mit nichtfunktionalen Anforderungen wiederverwenden?
  • Wie hängen interne Produktqualitätseigenschaften (z.B. interne/externe Qualitäten aus ISO 9126) mit vom Nutzer wahrnehmbaren Qualitäten (z.B. Quality in Use aus ISO 9126) zusammen?
  • Wie können nichtfunktionale Anforderungen in der Geschäftsprozessmodellierung verankert werden?

Der Workshop ist eine Fortsetzung des 1. und 2. Workshops auf der SE 2007 und SE 2008. Er bringt Praktiker und Akademiker, die auf dem Gebiet der nichtfunktionalen Anforderungen arbeiten, zu einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch zusammen. Die Praktiker stellen im Workshop ihre aktuelle Verfahrensweise bzgl. nichtfunktionaler Anforderungen und ihre aktuellen Herausforderungen dar. Aus akademischer Sicht werden aktuelle Lösungsansätze, Methodenbeschreibungen und aktuelle Forschungsthemen vorgestellt.

Workshopdurchführung

Der Workshop richtet sich an alle Experten und Interessierten aus Forschung und Industrie, die sich in ihrer Arbeit mit dem Thema „Nichtfunktionale Anforderungen“ beschäftigen. Der Workshop steht sowohl Diskussionsteilnehmern als auch interessierten Fachexperten offen.

Aktive Teilnehmer werden gebeten, ein Paper zum aktuellen Stand des Themas einzureichen (siehe hierzu „Einreichung von Beiträgen“). Die akzeptierten Beiträge werden im Vorfeld des Workshops zusammengestellt und allen Teilnehmern verfügbar gemacht. Jeder Teilnehmer sollte sich mithilfe der eingereichten Beiträge auf den Workshop vorbereiten.

Zudem haben interessierte Personen auch ohne Paper die Möglichkeit, als Fachexperten am Workshop teilzunehmen. Auch diese Teilnehmer bereiten sich anhand der zusammengestellten Beiträge vor.

Der Workshop ist als Halbtagsveranstaltung konzipiert. Ein genauerer Zeitplan wird zu einem späteren Zeitpunkt bereitgestellt.

Einreichen von Beiträgen und Veröffentlichung

Um einen möglichst intensiven Austausch der Experten zu ermöglichen, sind Kurzbeiträge in deutscher Sprache ausdrücklich erwünscht, aber nicht Voraussetzung für die Teilnahme am Workshop.

Es sind drei Arten von Einreichungen möglich:

  • Industrieerfahrungspaper (1-4 DIN A4 Seiten) - Erfahrung in der Handhabung oder konkrete Problemstellung rund um das Thema NFRs im industriellen Kontext wird dargestellt
  • Methodenbeschreibungen (3-6 DIN A4 Seiten) - Ein Ansatz wird im Detail dargestellt
  • Lösungsansätze / aktuelle Forschungsthemen (2-4 DIN A4 Seiten) – Kernpunkte einer Arbeit werden dargestellt. Auf diese Weise haben Sie die Möglichkeit, Ideen und Ansätze, die noch nicht voll ausgereift sind, in den Workshop einzubringen.

Einreichungen rund um folgende Fragestellungen und verwandte Themenstellungen sind willkommen:

  • Wie stelle ich sicher, dass meine nichtfunktionalen Anforderungen messbar und testbar spezifiziert sind?
  • Wie stelle ich fest, welche Qualitäten für meine Systementwicklung relevant sind (Priorisierung der Qualitätsattribute)?
  • Wie können nichtfunktionale Anforderungen effizient erhoben werden? Wer sind die jeweiligen Stakeholder, die befragt werden müssen?
  • Welche Rolle spielen Standards?
  • Wie spielen nichtfunktionale Anforderungen mit der Architektur und Qualitätssicherung zusammen?
  • Wie kann ich Erfahrung mit nichtfunktionalen Anforderungen wiederverwenden?
  • Wie hängen interne Produktqualitätseigenschaften (z.B. interne/externe Qualitäten aus ISO 9126) mit vom Nutzer wahrnehmbaren Qualitäten (z.B. Quality in Use aus ISO 9126) zusammen?
  • Wie können nichtfunktionale Anforderungen in der Geschäftsprozessmodellierung verankert werden?

Beiträge sollten nach den Layout-Vorgaben der LNI erstellt werden, siehe hierzu auch:
http://www.se2010.upb.de/einreichungsformat.html

Bitte senden Sie Ihre Beiträge unter Angabe der Kategorie (Industrieerfahrung, Methodenbeschreibung, Lösungsansatz/aktuelle Forschung) an
joerg.doerr@iese.fraunhofer.de

Wichtige Daten

11. Januar 2010
Einreichung von Beiträgen

25. Januar 2010
Information über Annahme / Ablehnung von Beiträgen

08. Februar 2010
Überarbeitete Version der Beiträge

23. Februar 2010
Workshop

Organisatoren und Programmkomitee

Organisatoren
Peter Liggesmeyer, TU Kaiserslautern und Fraunhofer IESE
Jörg Dörr, Fraunhofer IESE

Programmkomitee
Christian Allmann, Audi AG  
Jörg Dörr, Fraunhofer IESE 
Eva Geisberger, TU München  
Martin Glinz, Universität Zürich 
Andrea Herrmann, TU Braunschweig 
Anne Hoffmann, Siemens AG  
Peter Liggesmeyer, TU Kaiserslautern und Fraunhofer IESE
Barbara Paech, Uni Heidelberg

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