Medienzentrum
Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE
Im Interview: Informatikabsolventen zwischen Forschung und industrieller Praxis
Absolventinnen und Absolventen eines Studiums der Informatik oder einer verwandten Fachrichtung stehen besonders viele Türen im Hinblick auf den späteren beruflichen Werdegang offen. Doch lassen wir einfach einen jungen Informatiker zu Wort kommen, wie er seine Studienzeit empfand, was für seine Entscheidung für die Forschung ausschlaggebend war und wie sich der Alltag eines Wissenschaftlers auf dem Gebiet des Software Engineering darstellt.
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- Geschäftsfeldmanager
Der Name „Fraunhofer“ steht nicht nur für anspruchsvolle Forschung, sondern auch für unzählige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihren beruflichen Werdegang in der Gesellschaft gestalten. Wie zum Beispiel Dipl.-Inf. Ralf Kalmar, Jahrgang 1971, der seit Gründung des Fraunhofer IESE viele Eindrücke sammeln konnte und heute eines der bedeutendsten Geschäftsfelder des Instituts betreut.
Wann wurden Sie zum ersten Mal auf den Namen „Fraunhofer“ aufmerksam?
Ich habe bereits in der Keimzelle des Fraunhofer IESE, der Softwaretechnologie Transfer Initiative (STTI), als Student in einem Projekt der Europäischen Union zur Softwareprozessverbesserung mitgewirkt. Von der Fraunhofer-Gesellschaft hatte ich bis dahin noch nicht viel gehört.
Wie hat Ihre Zeit als wissenschaftliche Hilfskraft Ihren Studienverlauf beeinflusst?
Als so genannter „HiWi“ ist man am Fraunhofer IESE voll ins tägliche Geschäft involviert. Man bekommt interessante Einblicke in laufende Industrieprojekte und kann – anders als im Studium – auch wirklich etwas nach außen Sichtbares bewirken. Natürlich dient diese Tätigkeit auch der Spezialisierung und der Vertiefung des Lernstoffs im Rahmen des Studiums, weswegen kein Studierender auf diese Erfahrung verzichten sollte. Für mich war die Arbeit eine ideale inhaltliche Ergänzung – und die studentische Haushaltskasse hat sie zusätzlich aufgebessert.
Auf welchen Schwerpunkt haben Sie Ihr Studium letztlich ausgerichtet?
Auf die praktische Informatik, d.h. Datenbanken, Betriebssysteme und Software Engineering. Entscheidende Beweggründe waren für mich schon damals eine möglichst starke Produkt- und Kundenorientierung meiner Arbeit.
Stand bei Ihnen eine Karriere bei Fraunhofer von Anfang an fest?
Ich habe noch während des Studiums ein Angebot bekommen. Da habe ich nicht lange gezögert, zumal Fraunhofer auch ein sehr guter Startpunkt ist, um Firmen und Arbeitsgebiete kennen zu lernen und sich auf dem Arbeitsmarkt zu orientieren.
Was ist das Besondere der Arbeit bei einer Organisation der angewandten Forschung wie Fraunhofer?
Das Besondere ist sicherlich die Vielfalt der Aufgaben und Möglichkeiten bei unterschiedlichsten Projekten und der hohe Grad der Eigenverantwortung gleich von Anfang an.
Was ist Ihre momentane Tätigkeit und wie stellen Sie sich Ihre berufliche Zukunft vor?
Ich leite unseren Geschäftsbereich für Automobil- und Transportsysteme und bin damit Hauptansprechpartner für unsere Partner vorrangig aus dem industriellen Umfeld. An der Schnittstelle zwischen unseren Kunden und den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Instituts gibt es immer interessante Herausforderungen. Da habe ich noch so einige Ideen ...
Dipl.-Inf. (FH) Timo Klein
Aus einem Praktikum bei einem Fraunhofer-Institut hat sich schon so manche Karriere entwickelt. Fragen wir jemanden, der es wissen muss: Dipl.-Inf. (FH) Timo Klein, Jahrgang 1977, berichtet über seinen ersten Kontakt zu Fraunhofer und seinen erfolgreichen Berufseinstieg in der Industrie.
Wann wurden Sie zum ersten Mal auf den Namen "Fraunhofer" aufmerksam?
Ich las 1997 in der Zeitung über die Expansion und die innovativen Entwicklungen des heutigen Fraunhofer IESE, das damals ja noch eine Fraunhofer-Einrichtung war. Mein Praktikum absolvierte ich dort, um einen Einblick in Programmiersprachen und Softwareentwicklung zu bekommen. Ich unterstützte den Webmaster und die PR/Marketing-Abteilung bei der Programmierung und bei grafischen Arbeiten.
Wie hat Ihre Zeit als Praktikant Ihre Studienentscheidung beeinflusst?
Die Zeit als Praktikant beim Fraunhofer IESE weckte meine Begeisterung für die Verbindung von Grafikdesign und Softwareentwicklung.
Was haben Sie letztlich studiert und worauf haben Sie letztlich Ihren persönlichen Schwerpunkt gelegt?
Ich studierte den Informatikstudiengang "Digitale Medien" an der Fachhochschule und spezialisierte mich auf 3D-Animation und Grafikdesign. Gerade die Kombination von Design und Programmierung hat mich wegen der damit verbundenen, erweiterten digitalen Möglichkeiten besonders interessiert.
Nach Abschluss Ihres Studiums wurden Sie wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer IESE. Warum sind Sie nicht wie viele andere Absolventen direkt in der Industrie eingestiegen?
Entscheidend dafür war die Möglichkeit, am Fraunhofer IESE meinen Teil zur Forschung auf völlig neuen Gebieten beizutragen und auf diese Weise kreativ arbeiten zu können.
Wurden Ihre Erwartungen bei Fraunhofer erfüllt?
Meine Erwartungen wurden in gewisser Hinsicht durchaus erfüllt, da ich viel Freiraum für neue Entwicklungen hatte. Ich erkannte aber auch, mit welchen praktischen Schwierigkeiten es mitunter verbunden ist, einen völlig neuen Bereich wie z.B. den der Visualisierung in einem gegebenen Kontext zu etablieren. Das war aber eine durchaus nützliche Erfahrung – man wächst eben mit seinen Herausforderungen!
Schließlich sind Sie doch in der Industrie „gelandet“ - was ist Ihre derzeitige Tätigkeit und welche Ambitionen haben Sie für die Zukunft?
Zurzeit leite ich einige Onlineprojekte in einer Firma, die Profi-Sportclubs und -verbände vermarktet. Darüber hinaus unterstütze ich die Gestaltung und das Design von Printprodukten und Online-Werbeformen. Da habe ich mit meinen eigenen Ideen und Strategien sicherlich noch ein weites Betätigungsfeld.



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