Kaiserslautern und Region als Innovationsstandort für Nutzfahrzeugtechnologie stärken

Presseinformation / 10.3.2016

4. Internationales Commercial Vehicle Technology Symposium Kaiserslautern geht erfolgreich zu Ende

Vom 8.-10. März 2016 fand zum vierten Mal an der Technischen Universität Kaiserslautern das Internationale Commercial Vehicle Technology Symposium statt. Durchgeführt wurde das Symposium von der Commercial Vehicle Alliance (CVA) Kaiserslautern, dem Zusammenschluss des Zentrums für Nutzfahrzeugtechnologie (ZNT) der TU Kaiserslautern, dem Fraunhofer Innovationscluster Digitale Nutzfahrzeugtechnologie (DNT) sowie dem Commercial Vehicle Cluster Südwest (CVC).

Den 265 Experten aus elf Nationen wurden rund 70 Beiträge in Form von Keynotes, Fachvorträgen und Poster-Präsentationen aus Wissenschaft und Wirtschaft präsentiert. Der Teilnehmerkreis setzte sich zu zwei Dritteln aus Industrievertretern aus über 60 Unternehmen und zu einem Drittel aus Vertretern der Forschung und Wissenschaft zusammen.

Der Nutzfahrzeugsektor ist ein sehr heterogener Bereich mit unterschiedlichen Branchen. Neben der Leitbranche der Lkw zählen dazu Busse, Land- und Baumaschinen sowie die vielfältigen Sonderfahrzeuge, die in Forst- und Weinwirtschaft und Straßenreinigung eingesetzt werden. Die Fachvorträge aus Industrie und wissenschaftlichen Einrichtungen behandelten aktuelle Forschungsarbeiten in den Themenfeldern Energie- und Ressourceneffizienz, Systemsimulation, Fahrerassistenzsysteme, Sicherheit, Zuverlässigkeit und Lebensdauer, innovative Methoden zur Entwicklung und Fertigung, elektrische Antriebe sowie automatisierte Systeme und Dienste.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer betonte in ihrem Grußwort zum Auftakt des Symposiums, dass die moderne Volkswirtschaft nach wie vor in höchstem Maße von leistungsstarken Nutzfahrzeugen abhängig sei. Das gelte sowohl für den Einsatz moderner Baumaschinen als auch für die Landwirtschaft oder den Einsatz von Hightech-LKW, die beispielsweise den Material- und Warentransport als wesentliche Prozessgröße unserer Wirtschaftsabläufe sicherstellen sollen. Hierfür würden immer leistungsfähigere Nutzfahrzeuge benötigt, die sich die wachsende Digitalisierung zu Nutzen machen.

„Die Nutzfahrzeugindustrie spielt im Wirtschaftsleben von Rheinland-Pfalz eine extrem wichtige Rolle. Der Südwesten Deutschlands – insbesondere das südliche Rheinland-Pfalz und das westliche Baden-Württemberg – bilden einen der regionalen Schwerpunkte der deutschen und europäischen Nutzfahrzeugindustrie. Rund ein Viertel des nationalen Umsatzes der Nutzfahrzeugbranche wird in dieser Region erwirtschaftet“, sagte die Ministerpräsidentin.

Rheinland-Pfalz habe im Bereich der Nutzfahrzeugindustrie ein starkes Industriecluster. Darüber hinaus sei die Fahrzeugindustrie mit 65.000 Beschäftigten eine der größten Wirtschaftsbranchen im Land. „In Rheinland-Pfalz beherbergen wir sowohl wichtige Hersteller und Zulieferer der Nutzfahrzeugindustrie als auch hervorragend ergänzende wissenschaftliche Institute und Forscher. Die Wahrnehmung von Rheinland-Pfalz als Innovationsstandort im Bereich Automobile und Nutzfahrzeuge wäre dabei ohne die Commercial Vehicle Alliance definitiv eine andere. Sie stützt ganz wesentlich unsere Position als starkes Exportland weltweit“, hob Ministerpräsidentin Malu Dreyer hervor.

Wirtschaftsministerin Eveline Lemke würdigte das Engagement der beteiligten Institutionen, Kaiserslautern zu einer "europäischen Metropole für Nutzfahrzeugtechnik" zu entwickeln und unterstrich die Bedeutung der Konferenz als wichtige Plattform für neue Technologien in der Nutzfahrzeugbranche.

Wissenschaftsstaatssekretär Prof. Dr. Thomas Deufel betonte: „Wir verfügen in der Region Kaiserslautern über exzellente wissenschaftliche Kompetenzen. Es ist uns in den vergangenen Jahren in beeindruckender Art und Weise gelungen, diese zu bündeln und zu schlagkräftigen, anwendungsorientierten Forschungs- und Entwicklungszentren weiterzuentwickeln und so – gemeinsam mit den Unternehmen – leistungsstarke, vitale Cluster aufzubauen“. Ganz besonders betonte Deufel die große Bedeutung der Graduate School „Commercial Vehicle Technology“ an der Technischen Universität Kaiserslautern. Weltweit sei sie die einzige Universität, die ausgerichtet auf die speziellen Anforderungen der Nutzfahrzeugindustrie interdisziplinär und mehrsprachig auf Graduiertenniveau ausbilde.

Die diesjährige Veranstaltung setzte sich aus einer zweitägigen Konferenz mit vorangehendem Workshop-Tag zusammen und wurde begleitet von einer Fachausstellung mit Unternehmen und einer speziellen Fahrzeugausstellung.

Nutzfahrzeugtechnologie an der TU Kaiserslautern

An der TU Kaiserslautern und den angegliederten Instituten arbeiten rund 150 Wissenschaftler/innen eng mit Unternehmen der Nutzfahrzeugindustrie an innovativen Projekten mit dem Ziel, technologische Herausforderungen der Branche zu meistern und somit die Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Unternehmen und Einrichtungen sowie den Standort Kaiserslautern zu stärken und seinen nationalen und internationalen Bekanntheitsgrad zu steigern.

Das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE
Das Fraunhofer IESE in Kaiserslautern gehört zu den weltweit führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Software- und Systementwicklungsmethoden. Die Produkte seiner Kooperationspartner werden wesentlich durch Software bestimmt. Die Spanne reicht von Automobil- und Transportsystemen über Automatisierung und Anlagenbau, Energiemanagement, Informationssysteme und Gesundheitswesen bis hin zu Softwaresystemen für den öffentlichen Sektor. Die Lösungen sind flexibel skalierbar. Damit ist das Institut der kompetente Technologiepartner für Firmen jeder Größe – vom Kleinunternehmen bis zum Großkonzern.

Unter der Leitung von Prof. Peter Liggesmeyer und Prof. Dieter Rombach trägt das Fraunhofer IESE seit nunmehr 20 Jahren maßgeblich zur Stärkung des aufstrebenden IT-Standorts Kaiserslautern bei. Im Fraunhofer-Verbund für Informations- und Kommunikationstechnik engagiert es sich gemeinsam mit weiteren Fraunhofer-Instituten für richtungsweisende Schlüsseltechnologien von morgen.

Das Fraunhofer IESE ist eines von 67 Instituten und Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft. Zusammen gestalten sie die angewandte Forschung in Europa wesentlich mit und tragen zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands bei.