IPA - Japan
Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE
Quantitatives Software Engineering in Japan
Der zunehmende internationale Wettbewerb und die Globalisierung motiviert Firmen und Forschungsinstitute vermehrt, Innovationen gemeinsam umzusetzen. Doch das ist eine große Herausforderung. Haben Sie auch schon erlebt,
… dass Innovationen nach ihrer Einführung schnell wieder verschwunden sind und alte Gewohnheiten die Oberhand zurückgewonnen haben?
… dass Technologietransfer gescheitert ist, weil eine erfolgreiche Umsetzung weit mehr erfordert als rein technische Lösungen?
… dass Technologietransfer in Firmen nicht unterstützt wurde, weil der Beitrag zu Geschäftszielen unklar war?
Wie man Software-Engineering-Innovationen erfolgreich umsetzen kann, hat die Hauptabteilung Prozessmanagement des Fraunhofer IESE mit der Einführung quantitativer Software-Management- Methoden in Japan gezeigt. Zusammen mit dem japanischen Software Engineering Center (IPA/SEC) werden seit 2004 zahlreiche neuartige Methoden des quantitativen Software Engineering zur Praxisreife entwickelt und nachhaltig in vielen Firmen und Organisationen in Japan eingeführt.
Ein Beispiel ist die CoBRA-Methode zum Management großer Softwareprojekte. Mit ihr können kostenbezogene Projektrisiken vermieden, Kostentreiber identifiziert und Softwareprojekte genauer geplant werden. Durch den systematischen Einsatz von Expertenwissen kann die Methode sogar in Situationen eingesetzt werden, in denen nur sehr wenige Daten zur Verfügung stehen. Mittlerweile ist CoBRA eine weit verbreitete Softwaremanagementmethode in Japan und erfreut sich großer Beliebtheit. Der Weg dorthin ist durch folgende Stationen gekennzeichnet:
- Umfrage über existierende Praktiken und vorhandene Bedürfnisse im japanischen Markt
- Anpassung der Methode und systematische Pilotierung bei japanischen Unternehmen
- Erweiterung der Methode um Prozesse zur Einführung und Nutzung
- Entwicklung von unterstützenden Werkzeugen
- Roll-out-Support mit Trainings, Tutorials, Workshops und Büchern
- Breiteneinführung und systematische Analyse der Wirkung
- Bildung einer Anwender-Community mit regelmäßigen Treffen in Japan
Neben der technischen Kompetenz im Bereich des quantitativen Software Engineering kommen weitere Stärken des IESE zum Einsatz: Die Evaluierungskompetenz hilft, Techniken fundiert zu erproben, an Randbedingungen anzupassen und in Prozesse zu integrieren. Hinzu kommt die langjährige Erfahrung mit Projekten in Asien. Viele weitere Methoden des quantitativen Software Engineering, z.B. die Qualitätsmodellierung, das Management von Qualitätsrisiken, das zielorientierte Messen und Bewerten von Software, die Datenanalyse und das Business Alignment wurden bzw. werden vom IESE in Japan transferiert. Weitere wichtige Partner sind neben dem IPA/SEC die japanische Luft- und Raumfahrtbehörde JAXA (Japan Aerospace Exploration Agency) sowie Mitsubishi Research.



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